1. Vorwort
Seit Beginn der Menschheit weisen Männer und Frauen charakteristische Unterschiede auf. Diese beziehen sich zum Beispiel auf ihr Erscheinungsbild, ihr Verhalten und ihre Sprache. Ob Klischee oder nicht, es ist allgemein bekannt, dass sich der Durchschnitt der Frauen vor allem durch starke Emotionalität, Passivität und Kinder- bzw. Tierliebe auszeichnet und somit prädestiniert für die Familie ist. Männer hingegen wirken eher rational, überlegen, sachbezogen, politisch interessiert und Karriere orientiert.
Daraus resultiert die Entstehung von verschiedenen Geschlechtscharakteren. Man kann also genau wie von Äethnischen Subkulturen auch von den Subkulturen der Geschlechter³ sprechen.¹ Bereits Kinder spüren deutlich die unterschiedlichen Wesensmerkmale zwischen ihnen und dem anderen Geschlecht. So sagt ein circa neuneinhalb Jahre alter Junge im ,QWHUYLHZ Ä1DWUOLFK VLQG 0lGFKHQ DQGHUV DOV -XQJHQ DEHU LUJHQGZLH KDEHQ VLH WURW]GHP etwas gemeinsam, das ich nicht eUNOlUHQNDQQ³ð
Zu den zahlreichen Unterschieden zwischen der Natur des Mannes und der Natur der Frau und zu den Beziehungen der verschiedenen Geschlechter untereinander haben sich bis heute unzählige Psychologen und Pädagogen geäußert.
Auch Bernhard Fleer, Johannes Klein-Heßling und Manfred Hassebrauck beziehen sich in der Ä=HLWVFKULIW IU (QWZLFNOXQJVSV\FKRORJLH XQG 3lGDJRJLVFKH 3V\FKRORJLH³ auf die Konzepte der Qualität von Paarbeziehungen im Jugendalter.³ Auf diese Ausarbeitung werde ich mich nun im Folgenden beziehen.
Doch wie lauten die Unterschiede zwischen den Geschlechtern? Zwei Studien sollen helfen, Aufschluss über die Qualität von Paarbeziehungen bei Jugendlichen zu geben. Gleichzeitig wurden in diesen Studien die Unterschiede zwischen den verschiedenen Altersstufen des Jugendalters untersucht und tabellarisch dargestellt. An der ersten Studie - aus dem Jahr 1998 - nahmen 323 Schülerinnen und Schüler des Gymnasiums in Bad Zwischenahn und Hannover teil, wobei sich die Anzahl der Mädchen auf 55.1% und die Anzahl der Jungen auf 44.9% beläuft. Getestet wurden Schüler und Schülerinnen der Klassenstufen 5, 7, 9, 11 und 13. Von denen befinden sich in der Testzeit 53 ___________________________________________________________________________ ¹ Zitat: *HRUJ6W|FNOLÄ(OWHUQ.LQGHUXQGGDVDQGHUH*HVFKOHFKW± Selbstbewerdung in VR]LDOHQ%H]LHKXQJHQ³-XYHQWD9HUODJ:HLQKHLPXQG0QFKHQ6HLWH. ² Zitat: ebd., Seite 183.
³ Fleer, B., Klein-Heßling, J. & Hassebrauck, M.(2002). Konzepte der Qualität von Paarbeziehungen im Jugendalter. Zeitschrift für Entwicklungspsychologie und Pädagogische Psychologie, 34.
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Personen in einer festen Beziehung und 151 hatten bis zu diesem Zeitpunkt bereits einen festen Partner.¹
Die Aufgabe waUHVQXQDQKDQGRIIHQHU)UDJHQZLH]XP%HLVSLHOÄ:RUDXINRPPWHVGHLQHU 0HLQXQJ QDFK EHL HLQHU JXWHQ /LHEHVEH]LHKXQJ DQ"³ RGHU Ä:RUDQ HUNHQQW PDQ HLQH JXWH 3DUWQHUVFKDIW"³ diverse Merkmale einer gut funktionierenden bzw. romantischen Paarbeziehung zu benennen und die einzelnen Gedanken zu notieren. Dabei wurde den teilnehmenden Personen freigestellt, wie viele Merkmale sie nennen wollen.
2. Die Entwicklung von sozialen Beziehungen
Um die Merkmale einer guten Paarbeziehung verstehen und nachvollziehen zu können, muss zXQlFKVWGDV:RUWÄsoziale %H]LHKXQJ³HUOlXWHUWZHUGHQ-HGHU0HQVFKPXVVIUHLQHJHVXQGH Entwicklung soziale Beziehungen aufbauen, sei es nun zum eigenen oder zum anderen Geschlecht. Denn soziale Beziehungen ± die immer zwischen zwei oder mehreren Personen entstehen - sind eine elementare Voraussetzung der Menschen, um gesellschaftlich erfolgreich zu leben.² Erlernt der Mensch in seinen ersten Jahren nicht diese einzugehen, wird er sein Leben lang geschädigt sein. Der Bildung von Beziehungen wird demzufolge eine enorme Bedeutung zugeschrieben, da sie unumgänglich für die psychosoziale Entwicklung ist. So bauen Babys schon im Mutterleib eine Beziehung zu ihren Eltern auf. Später dann zu ihren Großeltern, Geschwistern, wichtigen Verwandten und natürlich zu ihren Freunden, den sogenannten Peers.
Ä3HHU³ EHVFKUHLEW HLQH ÄVR]LDOH *UXSSH YRQ JOHLFKDOWULJHQ -XJHQGOLFKHQ LQ GHU GDV ,QGLYLGXXPVR]LDOH2ULHQWLHUXQJVXFKWXQGGLHLKPDOV%H]XJVJUXSSHGLHQW³ñ0LWKLOIHLKUHU Ä3HHU*URXS³HQWZLFNeln Kinder und Jugendliche ihre persönlichen unabhängigen Werte und Verhaltensweisen, die sich meist von denen der Erwachsenen erheblich differenzieren. Mit zunehmendem Alter bestimmt dann die romantische Paarbeziehung das Leben der Jugendlichen und jungen Erwachsenen. Fleer, Klein-Heßling und Hassebrauck beschreiben GLHURPDQWLVFKH3DDUEH]LHKXQJDOVÄHLQH$XVSUlJXQJVIRUPHQJHU%H]LHKXQJHQ³und beziehen sich in ihren Studien hauptsächlich auf diesen Beziehungstyp. 4 ___________________________________________________________________________ ¹ Vgl.: Fleer, B., Klein-Heßling, J. & Hassebrauck, M.(2002). Konzepte der Qualität von Paarbeziehungen im Jugendalter. Zeitschrift für Entwicklungspsychologie und Pädagogische Psychologie, 34, Seite 23.
² Vgl.: Heinz Abels: Einführung in die Soziologie. Die Individuen in ihrer Gesellschaft. Wiesbaden 2004, S. 201.
³ Zitat: http://wirtschaftslexikon.gabler.de/Definition/peer-group.html, 30.01.2010, 13:59 Uhr.
4 Zitat: siehe oben (Quellenangabe 1, Seite 4), Seite 21.
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Nicht nur Erwachsene, bereits Jugendliche leben in romantischen Paarbeziehungen. Ziel ist es nun, mithilfe der folgenden Studien eine Vielfalt von Merkmalen für romantische Beziehungen im Adoleszenzalter darzustellen.
3. Die 1. Studie: Ergebnisse & Auswertung
Wie bereits erwähnt, sollen die einzelnen Schüler und Schülerinnen nun auf offene Fragen zur 7KHPDWLN Ä%H]LHKXQJHQ³ $QWZRUWHQ LQ )RUP YHUVFKLHGHQVWHU 0HUNPDOH JHEHQ Die fünf häufigsten Beziehungsmerkmale werden nach Altersklasse und Geschlecht zusammengefasst. Die 5. Klasse, bestehend aus 17 Mädchen und 22 Jungen, hat einen Altersdurchschnitt von 10,6 Jahren.¹ Die 0lGFKHQ GHU .ODVVH VHW]HQ Ä/LHEH³ PLW DXI GHQ HUVWHQ 3ODW] Gleichbedeutend auf dem nächsten Platz sind für VLH Ä7UHXH³ XQG ÄJXW YHUVWHKHQ³ JHIROJWPLWÄ=XVDPPHQKDOW³XQGÄIUHLQDQGHUGDVHLQ³MHZHLOV
Erstaunlicherweise wird die Liebe, welche für die Mädchen unabdingbar zu sein scheint, von den gleichaltrigen Jungen der 5. Klasse in den ersten 5 Merkmalen gar nicht erst aufgeführt, VWDWWGHVVHQZLUGGLHÄ)UHXQGOLFKNHLW³ (27.3%) mit großem Abstand YRUÄZHQLJHU6WUHLW³XQG Ä(KUOLFKNHLW³EHLGHDOV3ODW] genannt. Erst Merkmal 4 und 5 ± ÄJXWYHUVWHKHQ³XQG Ä7UHXH³EHLGHILQGHQVLFKDXFKEHLGHQ0lGFhen wieder, wenn auch hier mit weniger Wichtigkeit.
Die 7. Klasse, bestehend aus 46 Mädchen und 33 Jungen, hat ein Durchschnittalter von 12,6 Jahren (ebd. Seite 23). In dieser Klassenstufe gibt es zwischen Jungen und Mädchen die meisten Gemeinsamkeiten bei GHQ ZLFKWLJVWHQ %H]LHKXQJVPHUNPDOHQ Ä9HUWUDXHQ³ (Mädchen 37%, Jungen 24.2%) Ä7UHXH³(M=34.8%, J=39.9%) Ä(KUOLFKNHLW³ (M=30.4%, J=18.2%) XQG Ä/LHEH³ (M=27%, J=27.3%) sind für beide Geschlechter wichtig, auch wenn hier keine prozentuale Gleichheit herrscht. Lediglich im 5. Punkt unterscheiden sich die Geschlechter. Während sich die Mädchen in einer funktionierenden Beziehung eher Ä$NWLYLWlWHQ³ZQVFKHQ(17.4%), präferieren die Jungen Ä)UHXQGVFKDIW³ Die 9. Klasse des Gymnasiums setzt sich aus 36 Mädchen und 47 Jungen zusammen, wobei das Durchschnittsalter bei 14,6 Jahren liegt (ebd. Seite 23). Die Jungen und Mädchen der 9. Klasse sind sich erstaunlicherweise in ihren ersten beiden Merkmalen einig. Auf dem 1. Platz UDQJLHUW Ä9HUWUDXHQ³ 0HKU DOV GLe Hälfte der Mädchen (58.3%) und ein großer Teil der __________________________________________________________________________ ¹ Vgl.: Fleer, B., Klein-Heßling, J. & Hassebrauck, M.(2002). Konzepte der Qualität von Paarbeziehungen im Jugendalter. Zeitschrift für Entwicklungspsychologie und Pädagogische Psychologie, 34, Seite 23. ,P)ROJHQGHQZHUGHLFKPLWÄHEG6HLWHQ]DKO³DENU]HQ
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Jungen (36.3%) nennen dieses Merkmal. Gleichbedeutend mit dem gegenseitigen Vertrauen ist für GLH-XQJHQÄ7UHXH³ZREHLGLHVH%H]LHKXQJVHLJHQVFKDIWEHLGHQ0lGFKHQÄQXU³NQDSS
gesetzt wurde (Mädchen = 19.4%, Jungen = 17%). Unterschiede gibt es allerdings bei den Merkmalen 3 und 4. :lKUHQG VLFK GLH 0lGFKHQ Ä/LHEH³ XQG Ä*HPHLQVDPNHLW³ ZQVFKHQZROOHQGLH-XQJHQÄ$NWLYLWlWHQ³XQGÄ2IIHQKHLW³
Die 11. Klasse ± mit einem Altersdurchschnitt von 16,7 Jahren ± besteht aus 71 Personen (ebd. Seite 23). In diesen $OWHUVDEVFKQLWWIDOOHQQXQ]XPHUVWHQ0DOGLH%HJULIIHÄ)UHLUDXP³ XQG Ä6H[³ %HL GHQ 0lGFKHQ ZLUG GDV %HGUIQLV QDFK Ä)UHLUDXP³ VRJDU JOHLFK KLQWHU Ä9HUWUDXHQ³ JHQDQQW 'LH -XQJHQ GDJHJHQ EHZHUWHQ QXQ Ä6H[³ DOV essentiell (28.1%). $OOHUGLQJVVHW]HQVLHÄ9HUVWlQGQLV³DXI3ODW]:lKUHQGEHLGHQ 0lGFKHQ QRFK Ä2IIHQKHLW³ XQG Ä(KUOLFKNHLW³ JHQDQQW ZHUGHQ IROJHQ bei GHQ-XQJHQKLQJHJHQÄ7UHXH³XQGÄ)UHLUDXP³
Die letzte untersuchte Altersstufe ist im Durchschnitt 18,8 Jahre alt und setzt sich aus 40 jungen Frauen und 11 jungen Männern zusammen (ebd. Seite 23). Bei beiden Geschlechtern UDQJLHUHQ Ä9HUWUDXHQ³ (Frauen = 62.5%, Männer XQG Ä9HUVWlQGQLV³ (Frauen = 47.5%, Männer = 54.5%) auf den ersten beiden Plätzen. Während sich die Frauen aber dann QDFK Ä)UHLUDXP³ Ä(KUOLFKNHLW³ XQG Ä/LHEH³ VHKQHQ YHUODQJHQ GLH 0lQQHUÄ6H[³Ä/LHEH³XQGÄ(UJlQ]XQJ³
Auffällig an der Merkmalsnennung ist, dass mit jeder Klassenstufe mindestens ein neues Merkmal als wichtig erachtet wird und andere ältere Merkmale deswegen in den Hintergrund treten. So kommen in Klasse 7 ÄVertrauen³, ÄAktivitäten³ und ÄFreundschaft³ hinzu, ZRJHJHQÄJXWYHUVWHKHQ³XQGÄIUHLQDQGHUGDVHLQ³der 5. Klasse von dort an gar nicht mehr genannt werden. In Klasse 9 werden ÄGemeinsamkeiten³ und ÄOffenheit³ wichtig. Für die Schüler und Schülerinnen der 11. Klasse werden nun, wie bereits erwähnt, der eigene ÄFreiraum³ und ÄSex³ wichtig, während die ÄGemeinsamkeiten³ für eine Beziehung wieder unwichtiger werden. Mit der Volljährigkeit in der 13. Klassenstufe scheint nun auch der Wunsch nach ÄErgänzung³ zu steigen, wobei das Bedürfnis nach ÄOffenheit³ wieder unwichtiger wird. Hier gibt es aber einen Unterschied zwischen dem männlichen und dem ZHLEOLFKHQ*HVFKOHFKWGHQQIU-XQJHQVWHLJWKLHUGLH:LFKWLJNHLWQDFKÄ6H[³nachdrücklich an, wohingegen es bei den Mädchen gar nicht erst bei den 5 Merkmalen erscheint. Die bei den jeweiligen Geschlechtern häufigsten Merkmale stimmen aber weitestgehend miWHLQDQGHU EHUHLQ IDVW LQ MHGHU $OWHUVJUXSSH ZHUGHQ GLH 0HUNPDOH Ä7UHXH³ Ä9HUWUDXHQ³
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Arbeit zitieren:
Rebecca Lehmann, 2010, Beziehungen zu Personen des anderen Geschlechts, München, GRIN Verlag GmbH
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