Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 2
2. Ob und in wieweit kann spielendes Lernen beobachtet werden und kann gesagt werden an
welcher Stelle das Lernen vonstatten ging? 4
2.1 Feline, ein Jahr und acht Monate 4
2.2 Franca, drei Jahre und sieben Monate 5
2.3 Elias, drei Jahre und acht Monate 6
2.4 Eleni, vier Jahre und elf Monate 7
3. Schlussbemerkungen 8
4. Literaturverzeichnis 10
5. Internetverzeichnis 10
1
1. Einleitung
Um sich mit dem Thema des spielenden Lernens auseinandersetzen zu können, gilt es, die doch sehr schwierig zu beantwortenden Fragen zu stellen, was denn überhaupt spielendes Lernen ist, wo es stattfindet und welchen Sinn es hat - oder auch nicht hat? Der Begriff „spielendes Lernen“ enthält in sich schon einen Widerspruch, wie Rolf Oerter
konstatiert. Denn Lernen ist Mittel zum Zweck und zielt auf ein Ergebnis ab 1 , zudem wird es meist von Außen gesteuert. Spielen dagegen dient dem Zweck seiner selbst 2 , geschieht meist aus eigener Motivation und kann jederzeit beendet werden, was beim Lernen nicht unbedingt der Fall ist. Der Vorteil des Spielens liegt darin, dass der Spielende lernen kann ohne dies zu
wissen und somit eventuelle negative Lernerfahrungen vermieden werden können 3 . Es gibt jedoch keine eindeutige wissenschaftliche Definition des Spielbegriffs 4 , was eine Beschreibung und Erklärung des Spiels stark erschwert. Die Bestimmung einer allgemeingültigen Definition wird evtl. dadurch erschwert, dass Spiele einen unvorhersehbaren Verlauf nehmen können, Themen verbinden können, die auf den ersten
Blick als unvereinbar betrachtet werden 5 , an jedem beliebigen Ort und zu jeder beliebigen Zeit stattfinden können und meistens etwas mit Bewegung und vor allem mit Fantasie zu tun haben. Spielen kann als Interaktionsform mit Objekten und Personen in der Umwelt des
Spielenden angesehen werden 6 .
Der amerikanische Reformpädagoge John Dewey (1859-1952) forderte schon 1916 in seinem Buch „Demokratie und Erziehung“ die Einbeziehung von Spiel und Arbeit als Beschäftigungsform in der Schule. Dem Spiel kommt hierbei laut Dewey eine wichtige
soziale und kognitive Funktion zu, und es dient nicht nur dem Zeitvertreib und Vergnügen 7 .
„Spiel und Arbeit entsprechen in allen Punkten der ersten Stufe des Erkennens (…), die darin besteht, dass man lernt irgend etwas zu tun, und aus diesem Tun heraus mit gewissen Dingen vertraut wird.“ 8
1 Rolf Oerter, „Spielendes Lernen, gibt es das?“ In: Praxis Schule 5-10 4/1996, S. 6ff
2 Ebenda.
3 Ebenda.
4 Ulrich Heimlich, „Einführung in die Spielpädagogik“ - Eine Orientierungshilfe für sozial-, schul- und heilpädagogische Arbeitsfelder, 2. Auflage, Julius Klinkhardt Verlag, Bad Heilbrunn/OBB., 2001, S.17
5 Ebenda.
6 Ebenda. S. 19 (nach Elke Calliess)
7 Ebenda.
8 John Dewey, „Demokratie und Erziehung“, Nachdruck 3. Auflage, Braunschweig, Westermann Verlag 1964, Weinheim, Beltz 1993, S. 259
So entsteht laut Dewey der Lernprozess , da das Denken aus dem Tun entspringt 9 . Der Sinn und die Wichtigkeit des Spielens allgemein besteht darin, dass über das Spiel bemerkt wird, dass man mit seinen Aktivitäten selbst etwas bewirken kann, denn die selbst
gewählte Tätigkeit ist der erste Schritt zum Spiel 10 .
„Spiel ist dem Kind so ernst wie die Arbeit dem Erwachsenen…,ernst insofern als das es seine ganze Aufmerksamkeit beansprucht und in diesem Moment die einzige existierende Wirklichkeit ist.“ 11
Man kann also festhalten, dass das Spiel mehreren Zwecken dienlich seien kann. Es kann der Fantasiebildung, der Selbstkontrolle dienlich sein, aber auch der Aneignung sozialer Normen und der aktiven Auseinandersetzung mit der Umwelt. Spielen sollte allerdings auf keinen Fall zwingend sein,
„Denn, um es endlich auf einmal herauszusagen, der Mensch spielt nur, wo er in voller Bedeutung des Worts Mensch ist, und er ist nur da ganz Mensch, wo er spielt. Dieser Satz […] wird […] eine große Bedeutung erhalten […]; er wird, ich verspreche es Ihnen, das ganze Gebäude der ästhetischen Kunst und der noch schwierigern Lebenskunst tragen“. 12
Unter anderem erkannte auch schon Maxim Gorki die große Bedeutung des Spiels für die Kinder und schrieb:
„Das Spiel ist der Weg der Kinder zur Erkenntnis der Welt, in der sie Leben!“ 13
Im folgenden Teil möchte ich mich der Frage widmen, ob und in wieweit spielendes Lernen zu beobachten ist und ob gesagt werden kann, an welcher Stelle das Lernen vonstatten ging?
9 Ulrich Heimlich, „Einführung in die Spielpädagogik“ - Eine Orientierungshilfe für sozial-, schul- und heilpädagogische Arbeitsfelder, 2. Auflage, Julius Klinkhardt Verlag, Bad Heilbrunn/OBB., 2001, S.19
10 Ebenda. S. 21
11 Ebenda. S. 17, nach John Dewey
12 Friedrich Schiller, „Über die ästhetische Erziehung des Menschen“, Stuttgart, Reclam Universal-Bibliothek, 1986, S. 63
13 Ulrich Heimlich, „Einführung in die Spielpädagogik“ - Eine Orientierungshilfe für sozial-, schul- und heilpädagogische Arbeitsfelder, 2. Auflage, Julius Klinkhardt Verlag, Bad Heilbrunn/OBB., 2001, S. 59, nach Maxim Gorki
Arbeit zitieren:
Daniel Rahn, 2010, Lernen in der Grundschule - Spielerisches Lernen, München, GRIN Verlag GmbH
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