Inhalt
1. Einleitung 3
2. Leander Haußmanns Sonnenallee 5
2.1 Sonnenallee innerhalb der Kritik. 6
3. Die Komödie Sonnenallee 10
3.1 Dauerlacher im Film: Running Gags 10
3.2 Komiktheoretische Annäherungen an Sonnenallee 13
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3.3 Komödie oder Dokumentation? 16
4. Fazit 20
5. Bibliografie. 21
5.1 Filme 21
5.2 Literatur 21
5.3 Internetquellen 21
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1. Einleitung
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Nostalgie im Umgang mit der ehemaligen DDR oder auf neudeutsch Ostalgie 2 war eines, wenn nicht sogar das Thema im deutschen Kino in den letzten Jahren. Filme wie Goodbye Lenin, NVA, Der rote Kakadu und Neuruppin forever zeigten die ehemalige DDR aus einem ganz anderen Blickwinkel 3 und beäugten ihre Geschichte mit einen Augenzwinkern. Der $XVO|VHU IU GLHVH )OXW YRQ Ä0DXHUNRP|GLHQ³ 4 ist sicherlich Thomas Brussig 5 und Leander Haußmann 6 zuzuschreiben, die im Jahr 1999 ihren Film Sonnenallee in die Kinos brachten. Das, was vielen Menschen bislang nur als Straße im ehemaligen Berliner Osten bekannt war, wurde zum Titel und Schauplatz eines der erfolgreichsten deutschen Filme der vergangenen Jahre.
Trotz seines Erfolges blieb der Film jedoch nicht unumstritten. Zwar ist Sonnenallee als Komödie deklariert, man warf ihm zum Teil jedoch überzogene Darstellungen des DDR-Alltags vor und sprach im gleichen Kontext von Lächerlichkeit.
1 Micha Ehrenreich (Alexander Scheer) zu Beginn des Films Sonnenallee, Minute 1:37. Im Folgenden wird der Film mit der Sigle S und der entsprechenden Minutenzahl zitiert.
2 Der Begriff der Ostalgie kann hier ohne Anführungszeichen gebraucht werden, da er KHXWHVHOEVWLP'XGHQDOV%HVFKUHLEXQJIUGLHÄ6HKQVXFKWQDFKGHU''5³JHQXW]WZLUG
3 Im Gegensatz zu z.B. Florian Henckel von Donnersmarcks Das Leben der Anderen (2006).
4 $OV Ä0DXHUNRP|GLH³ ZLUG Ä6RQQHQDOOHH³ YRQ /HDQGHU +DXPDQQ LP 9RUZRUW YRQ Sonnenallee- Das Buch zum Film bezeichnet.
5 Der am 19. Dezember 1965 geborene Thomas Brussig wuchs, wie auch seine Film- XQG%XFKKHOGHQ DXV Ä6RQQHQDOOHH³ LP 2VWHQ %HUOLQV DXI %UXVVLJ LVW )LOP- und 'UHKEXFKDXWRU :lKUHQG HU QRFK VHLQHQ (UVWOLQJVURPDQ Ä:DVVHUIDUEHQ³ XQWHU einem Pseudonym veröffentliche, wurGH%UXVVLJPLWGHP5RPDQÄ+HOGHQZLH ZLU³ unter seinem richtigen Namen schließlich bekannt. Der Durchbruch folgte mit dem 'UHKEXFK ]X Ä6RQQHQDOOHH³ XQG GHP GDUDXV UHVXOWLHUHQGHQ 5RPDQ Ä$PNU]HUHQ (QGH GHU 6RQQHQDOOHH³ :HLWHUH 5RPDQH YRQ LKP VLQG Ä/HEHQ ELV 0lQQHU³ Ä:LH HV OHXFKWHW³Ä%HUOLQ2UJLH³XQGÄ6FKLHGVULFKWHU)HUWLJ³
6 Leander Haußmann wurde am 26. Juni 1956 in Quedlinburg in der ehemaligen DDR geboren. Er ist deutscher Film- und Theaterregisseur, sowie Schauspieler. Neben zahlreichen Theaterinszenierungen und Fernsehfilmen drehte Haußmann neben Ä6RQQHQDOOHH³LP-DKUXQWHUDQGHUHPÄ+HUU/HKPDQQ³19$$XFK
in diesen beiden Filmen spielte die DDR, bzw. das Leben in einem geteilten Deutschland eLQHZLFKWLJH5ROOH6HLQOHW]WHU.LQRILOPZDUÄ:DUXP0lQQHUQLFKW]XK|UHQXQG)UDXHQ VFKOHFKW HLQSDUNHQ³ LP -DKU )U GDV 6NULSW ]X Ä6RQQHQDOOHH³ HUKLHOW +DXPDQQ zusammen mit Brussig 1999 den Deutschen Drehbuchpreis.
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Inwiefern der Titel Komödie gerechtfertigt ist und warum man über den Osten lacht und ob man es darf, soll in dieser Arbeit untersucht werden. Nach einem kurzen Überblick zur Entstehung von Sonnenallee und dessen Wahrnehmung innerhalb der (Presse-)Kritik wird im vierten Kapitel die Komik im Film näher erläutert werden. Welche spezifischen komischen Merkmale besitzt der Film und wie lassen sich die Komiktheorien von Henri Bergson und Michail Bachtin auf den Film anwenden. In diesem Zusammenhang werden verschiedene Szenen analysiert. Aufgrund des Umfangs der Arbeit kann leider nicht auf jeden einzelnen Handlungsstrang und jede komische Szene eingegangen werden. Darüber hinaus wird kurz die Frage beantwortet werden müssen, ob Sonnenallee einen dokumentarischen Charakter hat, der es eventuell sogar verbietet über die DDR zu lachen.
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2. Leander Haußmanns Sonnenallee
Sieben Jahre nach dem Fall der Mauer rief Thomas Brussig den damals noch weitgehend unbekannten Leander Haußmann an und fragte ihn, ob dieser nicht Lust hätte einen Film über den Osten mit dem Titel Am kürzeren Ende der Sonnenallee mit ihm zu machen. Dazu äußerte sich Brussig in einem Interview wie folgt:
Ich hatte mal ein Interview mit ihm gelesen und fand es klasse, ZLHHUGRUWEHUGHQ2VWHQJHUHGHWKDW(UVDJWHLQHWZDÄ'LH DDR war die totale Hippie-Republik, wir haben auf Matratzen gelegen und gesoffen und uns ständig krankschreiben ODVVHQ³ Das war so unverkrampft. Ich mochte es, daß er nicht die typische Geschichte vom totalitaristischen System gebracht hat. Deshalb dachte ich: der ist der Richtige. Ich finde es außerdem gut, daß ein Regisseur auch biographisch auf den Stoff reagiert, nicht nur ästhetisch. 7
Nur drei Jahre später, im Jahr 1999, genauer am 7. Oktober lief der Film untHUGHP7LWHOÄ6RQQHQDOOHH³LQGHQGHXWVFKHQ.LQRVDQ
Ä6RQQHQDOOHH³ LVW GHU 1DPH HLQer Straße, dessen kürzeres Ende, in den Zeiten der Teilung im Osten Berlins lag, während sich der größere Teil in Westberlin befand. Zur Zeit in der der Film spielt, in den siebziger Jahren, ist die Bevölkerung in Massenorganisationen eingebunden. So sind die Jugendlichen beispielsweise in GHUÄ)UHLHQGHXWVFKHQJugend³NXU]Ä)'-³ organisiert. So auch Micha und seine Freunde im Film. Eine Mitgliedschaft in der Partei und Einsatz für das Land sind dabei entscheidend, wenn es um die Zukunft er Jugendlichen und deren Ausbildung geht. 8 Mehr als mit der Politik des totalitären Staates in dem sie leben, beschäftigen sich Micha und seine Clique aber mit Musik, Popkultur, Drogenexperimenten,
7 Leander Haußmann (Hrsg.): Sonnenallee. Das Buch zum Film. Berlin: Quadriga Verlag 1999. S. 9.
8 Vgl.: Volker Krischel: Thomas Brussig. Am kürzeren Ende der Sonnenallee. 2. Auflage. Hollfeld: C. Bange 2002. S. 10 ff.
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der ersten Liebe und der Suche nach sich selbst, eben den Dingen, mit denen sich Jugendliche auf der ganzen Welt beschäftigen. 9
Wie die an sich unspektakuläre Ausgangssituation des Films den Film zur Komödie macht und wie die Kritik auf den Film reagierte soll im folgenden Teil der Arbeit näher erläutert werden.
2.1 Sonnenallee innerhalb der Kritik
Über zwei Millionen Besucher sahen den Film Sonnenallee im Kino und machten ihn so zu einem der erfolgreichsten deutschen Filme der letzten Jahre. Dennoch gehen die Meinungen über den Film stark auseinander. Allein ein Blick auf die Kritiken, bzw. Käuferrezesionen beim großen Onlinehändler Amazon zeigt dies, YRQÄ2EHUIOlFKOLFKXQG6FKDEORQHQKDIW³ XQG Ä:HQQ )OHLVFKHU EHU %URWH UHGHQ³ ELV ]X Ä7UDXPKDIW³ ÄJHLOH 3HUVLIODJH DXI GLH ''5 HLQ HFKWHU +DPPHU³ XQG Ä6XSHU )LOP VHOWHQ VR gelacht³ VLQG DOOH Standpunkte vertreten. 10 Kritisiert wird zumeist, dass Haußmann und Brussig sich der Oberflächlichkeit in ihrer Darstellung der DDR bedient haben. Von Verklärung wird dabei oftmals gesprochen und dass sie das Leben in der DDR und dessen Bewohner in die Lächerlichkeit ziehen. Christiane Peitz spricht in ihrer Kritik zum Film 11 GDYRQ GDVV GHU 2VWHQ ]XU 3XSSHQVWXEH ZLUG Ä'HU 2VWHQ DOV 3XSSHQVWXEH YHUVWHOOWHU +RUL]RQW YHUQDJHOWHU %OLFN³ 12 Sie geht sogar soweit, das Kino im Fall von ÄSonnenallee³ als Lügner zu bezeichnen. Haußmann und Brussig spekulieren nach Peitz mehr auf ein Lachen der Verdrängung, denn der Befreiung:
9 Vgl.:Heinz-B. Heller; Matthias Steinle (Hrsg.): Filmgenres. Komödie. Stuttgart: Reclam 2005. S. 492. 10 Siehe dazu auf:
http://www.amazon.de/review/product/B00004XN7T/ref=cm_cr_dp_all_summary?_encodi ng=UTF8&showViewpoints=1&sortBy=bySubmissionDateDescending. Gesehen am: 13.09.2008. Man kann diese Kritiken nur als Meinungsbild betrachten, nicht aber als repräsentativ, da jeder seine Meinung abgeben kann.
11 Christiane Peitz Ä$OOHV VR VFK|Q JUDX KLHU /HDQGHU +DXPDQQV Ä6RQQHQDOOHH³ 6HEDVWLDQ 3HWHUVRQV Ä+HOGHQ ZLH ZLU³ 'HU 2VWHQ LVW .XOW- jetzt auch im Kino³ Die Zeit, 45/1999. Auf: http://www.zeit.de/1999/45/199945.sonnenallee.etc..xml. Gesehen am: 3HLW]VSULFKWLQLKUHU.ULWLNQHEHQÄ6RQQHQDOOHH³DXFKYRQÄ+HOGHQZLHZLU³
12 3HLW]Ä$OOHVVRVFK|QJUDXKLHU³
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Arbeit zitieren:
2008, Komiktheoretische Annäherungen an Leander Haußmanns „Sonnenallee“, München, GRIN Verlag GmbH
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