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des Anrufers eine dialogische Kommunikation herzustellen, würde ins Leere laufen. Dabei bieten sich gerade heute neue Möglichkeiten. Mussten damals noch, trotz unzähliger Nummern, eine nach der anderen angerufen werden, ist es heute möglich eine Konferenzschaltung zu führen. Es können also drei oder mehr Personen gleichzeitig miteinander telefonieren. Freilich bleibt das Gespräch unter zwei Teilnehmern auch in einer Telefonkonferenz der Schwerpunkt, denn wenn sich beispielsweise jeweils zwei Partner gleichzeitig unterhalten, was technisch vorstellbar ist, würde Verwirrung entstehen, der Dialog wäre gestört. Neben dem nicht erreichbaren Telefon ist heute ein weiterer Gedanke Flussers Realität. Telefonnummern müssen nicht mehr mühsam im Telefonbuch gesucht werden, sondern sind praktisch und schnell im Adressbuch des Telefons abrufbar. Dies ändert jedoch nichts an der Tatsache dass die Nummern nicht redundant sind. Das bedeutet, sie müssen in der exakten Reihenfolge wiedergegeben werden, und sind keinesfalls austauschbar. Diese Auslöschung der Redundanz bezeichnet er als eine Tendenz der kommunikologischen Revolution. Die Folge wäre die totale Information. Die Telefonnummer, also der Code des Telefonapparates, wäre dann ein Vorläufer einer Gesellschaft die aus gleichwertigen, nicht austauschbaren Nummern gebildet wird. 5 Auf dem Weg in diese „kybernetische Gesellschaft“ ist dann auch kein Platz mehr für Buchstaben „(...) denn das Alphabet wurde als nicht mit dem Rechenvorgang vereinbar aus dem Code eliminiert, was beweist (...) [dass] jede alphabetische Notation den Rechencodes Platz machen muß, denn keine solche Notation kann die Information übermitteln, die wir benötigen.“ 6 Die aktuelle Tendenz zeigt jedoch in eine andere Richtung. Buchstaben nehmen wieder einen größeren Raum auf dem Telefon ein. Handytasten sind mit Lettern beschriftet, im Adressbuch sind vornehmlich Namen gespeichert zu denen wir durch die Eingabe von Buchstaben gelangen, und auf dem Display des Telefons erscheinen Anzeigen wie „Peter ruft an“. Freilich verbergen sich hinter den Namen und Buchstaben weiterhin die Ziffern. Ohne sie ist das funktionieren des Telefonnetzes auch heute nicht denkbar. Man könnte mutmaßen, dass durch das voranstellen der Buchstaben der Weg zur kybernetischen Gesellschaft verschleiert oder sogar vereinfacht werden soll. Der Buchstabe als Wegbereiter zur totalen Informationsgesellschaft der Zahlen. Einen weiterer Punkt den Flusser aufgreift sind mechanische Töne und Stimmen die der Anrufer zu hören bekommt. Der wesentliche Unterschied zwischen beiden besteht darin dass Töne, wie beispielsweise der Wählton, nach Flusser viel menschlicher sind, als die mechanische Stimme die man zu Hören bekommt wenn die Verbindung nicht hergestellt werden konnte. Gerade heute haben diese Stimmen im Zuge der mobilen Erreichbarkeit eine weitreichende Verbreitung erfahren. Sie verweisen auf eine Mobilbox, informieren über die Nicht-Erreichbarkeit des Mobilfunkteilnehmers, oder geben ihre Unkenntnis einer Nummer zum Besten. Auf der anderen Seite steht der Angerufene, den der Anruf in einer von vier Situationen erreicht. In einigen Fällen wird er ungeduldig auf einen Anruf warten, das Läuten ruft in diesem Fall eine Anspannung hervor. Wird dagegen die Konzentration des Angerufenen auf einen Gegenstand oder eine Per-
5Vgl.: Flusser, Vilém (1993): S. 185
6 Ebd.: S. 185
Arbeit zitieren:
Markus Stegmann, 2007, Flussers Theorien über das Telefon von 1991 in einem aktuellen Kontext betrachtet, München, GRIN Verlag GmbH
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