Inhalt:
A. Einleitung 1
B. Die Verhandlung 1
I. Intuitives Verhandeln 2
II. Rationales Verhandeln 3
C. Das Harvard-Konzept. 3
I. Menschen und Probleme getrennt voneinander behandeln 3
1. Die Kommunikation der Verhandlungspartner 4
a. Wie funktioniert Kommunikation 4
(1) Die Vier Seiten einer Nachricht 5
(a) Der Sachinhalt (1. Seite) 5
(b) Die Selbstoffenbarung (2. Seite) 5
(c) Beziehung im engeren Sinn (3. Seite) 5
(d) Der Apell (4. Seite) 6
(2) Verbale und nonverbale Kommunikation 6
(3) Explizite und implizite Botschaften 6
(4) Kongruente und inkongruente Nachrichten. 7
b. Dekodieren - Die Botschaften richtig deuten 7
(1) Kognitive Dissonanzen - nur das Gewünschte wird gehört. 8
(2) Das aktive Zuhören - Feedback 8
(a) Paraphrasieren 9
(b) Verbalisieren 10
(c) Fragetechniken 10
c. Formulierungen 10
(1) Du-Botschaften. 10
(2) Ich-Botschaften 11
d. Zusammenfassung 11
2. Die Emotionen in einer Verhandlung. 12
II
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a. Kann man Emotionen abschalten? 12
b. Der Nutzen von Emotionen in der Verhandlung 12
(1) Die Auswirkung positiver Emotionen - „positive Psychologie“ 12
(2) Auswirkung von positiven Emotionen auf die Verhandlung 13
c. Emotionale Grundbedürfnisse 13
(1) Wertschätzung - Appreciation. 14
(2) Verbundenheit - Affiliation 15
(3) Autonomie - Autonomy. 16
(4) Status - Status 17
(5) Rolle - Role. 18
d. Zusammenfassung 19
II. Nicht Positionen, sondern Interessen in den Mittelpunkt stellen. 20
1. Positionen 20
2. Interessen. 20
a. Interessen herausfinden 21
b. Menschliche Grundbedürfnisse 21
c. Der Umgang mit Interessen. 21
III. Vor der Entscheidung verschiedene Wahlmöglichkeiten zum beiderseitigen Vorteil
entwickeln. 22
1. Trennung von Ideenfindung und Beurteilung 22
2. Kreativitätstechniken - „Den Kuchen vergrößern“ 23
IV. Das Ergebnis auf objektiven Entscheidungsprinzipien aufbauen. 23
V. Best Alternative to Negotiated Agreement - BATNA. 24
D. Kritiken zum Harvard-Konzept. 25
I. Unsachgemäße Generalisierung von Problemen. 25
II. Das Harvard-Konzept als Nullsummenspiel 26
III. Das Harvard-Konzept und Verhandlungsmacht. 26
E. Stellungnahme 27
III
III
A. Einleitung
Das Harvard-Konzept ist eine Verhandlungsmethode, die von Roger Fisher und William Ury an der Harvard Law School im Rahmen des Harvard Negotiation Project entwickelt wurde und durch das gleichnamige Buch weite Verbreitung erfahren hat. Bereits zwei Jahre nach seiner Veröffentlichung im Jahr 1981 war das Harvard-Konzept in zehn Sprachen erhältlich und wurde schon eine Viertelmillionen Mal verkauft 1 . Auch in der heutigen Zeit ist es mit über 2 Millionen verkauften Exemplaren eines der erfolgreichsten Verhandlungsbücher aller Zeiten.
In § 779 BGB ist der Vergleich zweier Parteien als beiderseitiges Nachgeben definiert. Die Methode des Harvard-Konzepts verfolgt im Gegensatz dazu, getreu dem englischen Titel des Buches Getting to Yes: without giving in, das Ziel, neue Lösungsmöglichkeiten zu schaffen, die für beide Parteien vorteilhaft sind (Win-Win-Situation), so dass keine der Parteien nachgeben muss. Als Grundsatz dient dabei das sachbezogene Verhandeln (principled negotiation), um mit diesem, alle Anstrengungen der Parteien auf das Finden neuer Lösungen zu konzentrieren.
Ziel dieser Arbeit ist es, die Methode des Harvard-Konzepts, unter Einbeziehung der 2005 erschienenen Erweiterung Beyond Reasons - Erfolgreicher verhandeln mit Gefühl und Verstand 2 , darzustellen, die dahinterstehenden wissenschaftlichen Erkenntnisse, mit besonderem Augenmerk auf Psychologie und die Kommunikationsforschung, aufzuzeigen und die Methode kritisch zu hinterfragen.
B. Die Verhandlung
Verhandlung ist wechselseitige Kommunikation, mit dem Ziel, Gewünschtes von einem Verhandlungspartner zu bekommen bzw. eine gewaltfreie Lösung für sowohl gemeinsame als auch gegensätzliche Interessen zu finden. 3 Dabei verwenden wir bestimmte Verhandlungsstrategien, die uns helfen sollen, Verhandlungen erfolgreich zu führen und unser Gewolltes zu bekommen. Es lassen sich grundsätzlich folgende zwei Verhandlungsformen unterscheiden: das intuitive und das rationale Verhandeln 4 .
1 Fischer/Ury/Patton, Das Harvard‐Konzept, S. 12.
2 Fisher/Shapiro, Erfolgreicher verhandeln mit Gefühl und Verstand, Frankfurt am Main, 2007.
3 Fischer/Ury/Patton, Das Harvard Konzept, S. 19.
4 Haft in Haft/Schlieffen, Handbuch Mediation, § 8 Rn. 1ff, und Rn. 12ff.
1
I. Intuitives Verhandeln
Das Intuitive Verhandeln, ist die wohl meist gebrauchte Verhandlungsform. Man setzt sie vor allem bei den alltäglichen Verhandlungen ein. Dabei reagieren wir intuitiv und in unreflektierter Form auf Situationen 5 . Beispiel dafür ist das Feilschen auf einem Basar, die Positionen der Parteien liegen hier zumindest bezüglich des Kaufpreises in der Regel weit auseinander. Nun folgt durch den Austausch von Vorschlägen und möglichst kleinen Zugeständnissen eine langandauernde Verhandlung, im Rahmen derer immer wieder Positionen eingenommen, verteidigt und wieder aufgegeben werden, bis man sich schließlich auf einen Preis einigt oder verärgert die Verhandlung abbricht. Der zu Stande gekommene Preis hängt in der Regel dann auch mehr von Verhandlungsgeschick, Manipulationsfähigkeit bzw. Hartnäckigkeit einer Partei ab, als von objektiven wertbildenden Kriterien. Ein klarer Vorteil dieser Methode ist, dass erfahrungsgemäß jeder Mensch sie beherrscht und somit zum Verhandeln fähig ist 6 . Des Weiteren ist sie wenig komplex, so dass komplexe Sachverhalte auf einfache Positionen reduziert werden können 7 .
Damit deuten sich auch schon die Nachteile dieses Verhandlungsstils an. Durch die mangelnde Komplexität werden Konflikte nicht tiefgründig erforscht. Die Parteien ziehen nur ihre beiden Positionen als Lösungen in Betracht. Andere Lösungsmöglichkeiten werden nicht gesehen, obwohl diese oftmals vorteilhafter wären. Die Parteien nähern sich dabei durch die möglichst geringen Zugeständnisse nur langsam an, so dass das Feilschen um Positionen mit einem hohen Zeitaufwand verbunden ist, was diese Methode ineffektiv werden lässt. Der intuitive Verhandlungsstil kann auch, durch die Identifikation mit der eigenen Position, rasch zu Macht- bzw. Willenskämpfen führen, was zu einer Konfliktverhärtung führt, wodurch die persönlichen Beziehungen der Verhandlungsparteien erheblichen Schaden nehmen können 8 . Weiterhin begünstigt diese Art der Verhandlung die Anwendung von
Manipulationstechniken 9 . Gutes Beispiel dafür ist das sogenannt Anchoring, dabei macht man sich die Erkenntnis zu nutze, dass Menschen bei numerischen Urteilen, wie z.B. dem Kaufpreis, dazu neigen, wenn sie zuvor eine beliebige Zahl als Anhaltspunkt bekommen
5 Haft in Haft/Schlieffen, Handbuch Mediation, § 8 Rn. 3.
6 Fischer/Ury/Patton, Das Harvard‐Konzept, S. 205.
7 Vgl. Fischer/Ury/Patton, Das Harvard‐Konzept, S. 28 und S. 204, allerdings wird hier eher ein Problem in der mangelnden Komplexität des intuitiven Verhandelns gesehen.
8 Fischer/Ury/Patton, Das Harvard‐Konzept, S. 29.
9 Haft, in: Haft/Schliefen, Handbuch Mediation, § 8 Rn. 8; Montada/Kals, Mediation, S. 23f. 2
haben (z.B. durch den Vorschlag einer Partei), ihr Urteil an diese Zahl angleichen 10 . Die Anwendung solcher Techniken und das Beschränken auf einen Willenskampf führen dazu, dass aus intuitiv geführten Verhandlungen oftmals unsachgemäße Lösungen resultieren, die für zumindest eine Partei unbefriedigend sind.
II. Rationales Verhandeln
Dem intuitiven Verhandeln steht das rationale Verhandeln gegenüber, hierbei geht es darum, durch interdisziplinäre Kenntnisse, besonders der Konflikt-, Kommunikation- und Verhandlungsforschung, befähigt zu werden, die Hindernisse, die einer Einigung im Weg stehen zu erkennen, sachgemäß einzuordnen und entsprechend darauf zu reagieren 11 . Dem rationalen Verhandeln entspricht das sachgerechte Verhandeln, das dem Harvard-Konzept zu Grunde liegt.
C. Das Harvard-Konzept
Ziel des Harvard-Konzeptes ist es, eine Verhandlungsstrategie zu schaffen, die effektiv ist und zu vernünftigen Übereinkünften führt, ohne dass dabei die persönlichen Beziehungen der Parteien gefährdet werden 12 . Dabei geht man davon aus, dass das beste Ergebnis einer Verhandlung erzielt wird, wenn die Verhandlungspartner die Interessen des jeweils anderen verstehen und gemeinsam eine Lösung erarbeiten, die die Interessen aller Beteiligten so weit wie möglich beinhaltet 13 . Um dies zu erreichen werden folgende vier Grundregeln vorgeschlagen 14 : 1. Menschen und Probleme getrennt voneinander behandeln, 2. Nicht Positionen, sondern Interessen in den Mittelpunkt stellen, 3. Vor der Entscheidung verschiedene Wahlmöglichkeiten entwickeln, 4. Das Ergebnis auf objektiven Entscheidungsprinzipien aufbauen.
I. Menschen und Probleme getrennt voneinander behandeln
Verhandlungspartner sind in erster Linie Menschen, die durch ihre Gefühle geleitet werden, welche wiederum stark vom persönlichen Wertesystem, dem kulturellen Hintergrund, Traditionen und Überzeugungen abhängen 15 . Jedoch haben die Verhandlungspartner zwei
10 Siehe dazu Tversky/Kahneman, Judgment under uncertainty: heuristics and biases, Science, 1974, 185, S. 1124ff.
11 Haft, in: Haft/Schliefen, Handbuch Mediation, § 8 Rn. 12f.
12 Fischer/Ury/Patton, Das Harvard‐Konzept, S. 26.
13 Fischer/Shapiro, Erfolgreich Verhandeln mit Gefühl und Verstand, S. 8.
14 Fischer/Ury/Patton, Das Harvard‐Konzept, S. 34.
15 Fischer/Ury/Patton, Das Harvard‐Konzept, S. 45. 3
grundlegende gemeinsame Interessen, zum einen das Erzielen einer sachlichen Einigung und zum anderen, dass die persönlichen Beziehungen darunter nicht leiden 16 . Dies zeigt, dass es stets eine menschliche und eine sachliche Seite in der Verhandlung gibt. Auf beiden Seiten können Probleme auftreten. Dabei kommt es häufig zu einer Vermengung der Problemebenen, so dass von zwischenmenschlichen Differenzen auf sachliche geschlossen wird und umgekehrt. Um dies zu verhindern, lautet die erste Grundregel des Harvard-Konzepts Menschen und Probleme getrennt zu behandeln. Zur näheren Erläuterung soll im Folgenden auf den Vorgang des Verhandelns, sprich die Kommunikation der Parteien und die Beweggründe, denen sie in einer Verhandlung unterliegen, eingegangen werden.
1. Die Kommunikation der Verhandlungspartner
„Man kann nicht nicht kommunizieren“ lautet das erste Axiom von Watzlawick 17 , damit ist gemeint, dass jedes gezeigte zwischenmenschliche Verhalten (auch das Schweigen) eine Erklärung beinhaltet und mithin etwas dadurch kommuniziert wird. Oftmals kommt der Erklärungsinhalt beim Gegenüber nicht oder nur verfremdet an. Es kommt zu Missverständnissen und Fehlern in der Kommunikation.
a. Wie funktioniert Kommunikation
Grundlegend lässt sich sagen, dass Kommunikation immer zwischen einem Sender und einem Empfänger stattfindet 18 . Der Sender übermittelt dabei eine Nachricht an den Empfänger. Der Sender möchte beispielsweise seine Gedanken seinem Gegenüber mitteilen. Dazu muss er diese mit vernehmbaren Zeichen, meist durch Sprache, kodieren, um sie mit deren Hilfe an den Empfänger zu übermitteln. Er kann allerdings nicht die Bedeutung, die er mit den Zeichen verbindet, mitkommunizieren. Vielmehr muss er darauf vertrauen, dass der Empfänger die Nachricht korrekt dekodiert. Die Dekodierung hängt jedoch von der Person des Empfängers und dessen Verständnis der Zeichen ab. So kann es hierbei durch unterschiedliche Erwartungen, Befürchtungen oder Erfahrungen zu erheblichen Missverständnissen kommen. Menschen hören oftmals nur das, was sie hören wollen. Um dies in einer Verhandlung zu vermeiden, lautet der Ratschlag des Harvard-Konzepts: „Niemals die Absichten anderer aus den eigenen Befürchtungen ableiten“ 19 . Um diesen
16 Fischer/Ury/Patton, Das Harvard‐Konzept, S. 46.
17 Watzlawick/Beavin/Jackson, Menschliche Kommunikation, S. 50ff.
18 Montada/Kals, Mediation, S. 195.
19 Fischer/Ury/Patton, Das Harvard‐Konzept, S. 52f. 4
Ratschlag befolgen zu können und so eine Trennung von Sache und Mensch zu erreichen, sind weitere Kenntnisse über den Kommunikationsprozesse notwendig 20 .
(1) Die Vier Seiten einer Nachricht
Kommunikation findet nicht nur auf der reinen Sachebene statt. Vielmehr setzt sie sich aus einem Inhaltsaspekt, der die Sachinformation enthält und einem Beziehungsaspekt zusammen, wobei letztere den ersteren definiert und Hinweise gibt wie dieser zu verstehen ist 21 . Den Beziehungsaspekt kann man wiederum in die Bereiche Selbstoffenbarung, Beziehung (im engeren Sinn) und Apell unterteilen 22 . So dass sich danach eine Nachricht aus vier gleichwertigen Seiten zusammensetzt und auch wieder auf vier Ebenen verstanden wird. Schulz von Thun spricht daher von der Nachricht als einem „quadratischem Gebilde“ 23 .
(a) Der Sachinhalt (1. Seite)
Die erste Seite einer Nachricht vermittelt den Sachinhalt und soll Aufschluss geben, worüber informiert wird 24 .
(b) Die Selbstoffenbarung (2. Seite)
Die Selbstoffenbarungskomponente einer Nachricht enthält Information über die Person des Senders. Eine vermeintlich rein sachliche Nachricht enthält beispielsweise auch Informationen über die Interessen des Senders, oder über dessen Herangehensweise an Probleme. Bei der Selbstoffenbarung geht es folglich darum, was der Sender von sich persönlich kundgibt. Die Selbstoffenbarung umfasst sowohl die bewusste und gewollte Selbstdarstellung, als auch die ungewollte Selbstenthüllung 25 .
(c) Beziehung im engeren Sinn (3. Seite)
Auf der Beziehungsseite einer Nachricht werden Informationen übermittelt, die Aufschluss darüber geben, wie der Sender zum Empfänger steht und was er von ihm hält 26 . Während es bei der Selbstoffenbarungsseite um Ich-Botschaften des Senders geht, kommen bei der Beziehungsseite Wir-Botschaften (Wie stehen Sender und Empfänger zu einander) und Du-
20 Vgl. Montada/Kals, Mediation, S. 195ff.
21 Watzlawick/Beavin/Jackson, Menschliche Kommunikation, S. 56.
22 Schulz von Thun, Miteinander reden, S. 13f.
23 Schulz von Thun, Miteinander reden, S. 14.
24 Schulz von Thun, Miteinander reden, S. 26.
25 Schulz von Thun, Miteinander reden, S. 27.
26 Schulz von Thun, Miteinander reden, S. 27f. 5
Botschaften (Was der Sender vom Empfänger hält) zum Einsatz 27 . Damit ist die Person des Empfängers von der Botschaft mit umfasst. Es verwundert daher nicht, dass gerade diese Seite der Nachricht oftmals großes Konfliktpotenzial beinhaltet, denn Empfänger neigen dazu eine Überempfindlichkeit auf dem „Beziehungs-Ohr“ zu entwickeln 28 , was z.B. dazu führen kann, dass sachlich gemeinte Botschaften auf der Beziehungsseite als persönliche Kritik umgedeutet werden.
(d) Der Apell (4. Seite)
Die letzte Seite des Nachrichtenquadrats ist der Apell. Er bringt zum Ausdruck, wozu der Sender den Empfänger veranlassen möchte 29 . Der Versuch, Einfluss auf den Empfänger zu nehmen, kann dabei sowohl offen, als auch versteckt (Manipulation) erfolgen.
(2) Verbale und nonverbale Kommunikation
Wie schon oben erwähnt, wird durch jede zwischenmenschliche Interaktion, selbst durch Schweigen, etwas kommuniziert. So existiert neben der verbalen Mitteilung auch die nonverbale Kommunikation. Nonverbale Nachrichten können sich beispielsweise aus dem Gesichtsausdruck, Hand- oder Armgesten, Körperhaltungen und Bewegungen, aber auch durch Stimmklang, Lautstärke, Sprechpausen o.ä. ergeben 30 . Nonverbale Kommunikation ist auf allen Seiten einer Nachricht möglich, sie ist der verbalen Kommunikation gleichwertig mit der Ausnahme, dass sie meist keine Sachinformation enthält 31 .
(3) Explizite und implizite Botschaften
Botschaften können in Mitteilungen explizit enthalten sein, wie beispielsweise die Aufforderung der Mutter an die Tochter, ihr Zimmer zu putzen. Botschaften können aber auch implizit, ohne dass es direkt gesagt wird, auftreten. Bei dem obigen Beispiel bleibend wäre das z.B. die Feststellung der Mutter, dass das Zimmer dreckig ist. Für implizite Nachrichten wird häufig die nonverbale Kommunikation gewählt 32 . Für den Sender einer Nachricht bieten implizite Botschaften den Vorteil, dass er etwas kommuniziert, ohne darauf festgelegt werden zu können. Er kann sich immer mit einem „Das habe ich nicht gesagt!“ darauf berufen, vom anderen missverstanden worden zu sein und etwas anderes gemeint zu haben. Gerade in
27 Schulz von Thun, Miteinander reden, S. 28.
28 Schulz von Thun, Miteinander reden, S. 51.
29 Schulz von Thun, Miteinander reden, S. 29.
30 Mehrabian, Nonverbal communication, S. 1.
31 Schulz von Thun, Miteinander reden, S. 33.
32 Schulz von Thun, Miteinander reden, S. 33. 6
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Samuel Link, 2010, Das Harvard Konzept - Kommunikation und Emotionen in der Verhandlung, München, GRIN Verlag GmbH
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