Inhaltsverzeichnis
0. EINLEITUNG 1
1. DARSTELLUNG DES MENSCHLICHEN KÖRPERS IM FERNSEHEN 2
1.1. SENDUNGEN MIT SPIELHANDLUNG 5
1.2. NON-FICTION BEREICH 6
2. KÖRPERPRÄSENTATION IN DEN PRINTMEDIEN 7
3. MENSCHLICHE KÖRPER IN DER WERBUNG 8
3.1. WERBUNG IM FERNSEHEN 9
3.2. WERBUNG IN DEN PRINTMEDIEN 11
3.3. WERBEWIRKUNG 12
4. FRAUENFEINDLICHKEITEN IN DEN MEDIEN 1 3
5. SCHLUßBETRACHTUNG 14
6. LITERATURVERZEICHNIS 1 7
0. Einleitung
Die folgende Arbeit beschäftigt sich mit der Darstellung des menschlichen Körpers in den Medien. Dieses Thema ist in der Literatur bisher noch gar nicht s o explizit behandelt worden. Deshalb beinhaltet diese Arbeit eine
Zusammenstellung aller Aspekte, die in den verschieden Literaturquellen zu finden sind. Um so schwieriger war es allerdings, Verbindungen zwischen den einzelnen Schwerpunkten der jeweiligen Bücher herzustellen. Im folgenden wird die Körperdarstellung im Fernsehen (Kapitel 1) und in den Printmedien (Kapitel 2) erläutert. Schwerpunkt ist die Darstellung des menschlichen Körpers in der Werbung (Kapitel 3), sowohl im Fernsehen (3.1.) als auch in den Printmedien (3.2.). Kapitel 3.3. beschäftigt sich mit den Wirkungen der Körperdarstellung in der Werbung. Ein Thema was damit zusammenhängt, ist die Meinung (einiger) weiblicher Rezipientinnen, i m Zusammenhang mit der Körperdarstellung in den Medien mit Frauenfeindlichkeit konfrontiert zu sein. Damit befaßt sich Kapitel 4. Welche einzelnen Quellen herangezogen wurden und welche Methodik diese Primärliteratur gewählt hat, um das Thema einzufangen, wird in den jeweiligen Kapiteln aufgeführt sein.
Nun aber zum Einstieg in das Thema: In den von mir ermittelten Quellen steht das Thema Darstellung von Körpern in den Medien selten als solches im Zentrum. Vielmehr geht es um Geschlechterrollen, Stereotypenbildung, Frauenfeindlichkeit oder Sexismus. Nie geht es um Körperlichkeit an sich, sondern immer um das Bild von Männern und Frauen in den Medien. Damit hängt natürlich vielmehr zusammen, als nur der Körper. Trotzdem habe ich mich dem Seminarthema gemäß, Körperverständnis und Hygienevorstellungen, darauf konzentriert, weshalb manches ziemlich aus dem Kontext gerissen werden mußte.
Die Massenmedien beschreibt Monika Weiderer in ihrem Buch Das Frauen- und als Agenten der Männerbild im Deutschen Fernsehen
Geschlechtsrollenstereotypisierung. Später wird noch beschrieben, in welchem Zusammenhang das mit dem Körper steht (vgl. Weiderer 1995, S. 19). Sie nimmt also beide Geschlechter ins Blickfeld, wie es auch Gitta Mühlen Achs und Bernd Schrobe in ihrem Sammelband Geschlecht und Medien tun. Trotzdem tauchen i m Zusammenhang mit Körper doch hauptsächlich Bemerkungen zu Frauen auf: So
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wird schon in der Einleitung darauf hingewiesen, daß die Repräsentation von Männlichkeit selten ins Blickfeld gerät. Frauen hingegen werden von den Medien ständig mit dem von Barbie repräsentierten Schönheitsideal konfrontiert (vgl. Achs/Schorb 1995, S. 7). Die Frau ist zu femininer Attraktivität verpflichtet, während der Mann seinen Körper weitestgehend bedeckt hält. Den medialen Frauenbildern wird eine Enteignung und Vermarktung des weiblichen Körpers nachgesagt (vgl. Achs 1995, S. 14f, 22f). Außerdem wird die Inszenierung des weiblichen Körpers meist in Verbindung mit Sexualität und Erotik gebracht. In dem Buch Gender und Medien schreibt Marie-Luise Angerer, daß wir jeden Tag mit perfekten weiblichen Körpern von den Medien bombardiert werden (vgl. Angerer 1994, S. 88). Doch diese Medienbilder sind keine Abbilder, sondern stereotype Bilder, auch von Männern (vgl. Angerer/Dorer 1994, S. 113). Während der Mann hauptsächlich über bestimmte Persönlichkeitsmerkmale definiert wird, verlangt man von der Frau, jung, hübsch, modisch und charmant zu sein (Lalouschek/Wodak 1994, S. 217). Diese Dekorationsfunktion hängt laut Jutta Velte damit zusammen, daß der Blick auf die Frau männlich ist (vgl. Velte 1995, S. 181f). In Das Bild des Mannes von George L. Mosse wird auf das maskuline Stereotyp eingegangen. Die idealen männlichen Körperattribute zeigen sich seiner Meinung nach in Werbung, Film und Literatur: glattrasiert und durchtrainiert soll er sein. Ein Magazin stellte 1989 fest, daß die Werbung fast nur sehnige, sportliche, große Männer mit markanten Gesichtszügen zeige (vgl. Mosse 1996, S. 11f, 235).
Sich schon vom Titel her auf Frauen beziehend, ist das Buch von Romy Fröhlich und Christina Holtz-Bacha: Frauen und Medien. Auch sie begreifen die Medien als Konstrukteur der Geschlechterrollen.
„Sowohl als Spiegel wie auch als Produzenten von Realität zeigen sie, (...) welches
Aussehen (...) bei Frauen und Männern erwartet und akzeptiert bzw. nicht akzeptiert [wird]“
(Fröhlich/Holtz-Bacha 1995, S. 11).
Diese Zusammenstellung sollte den Einstieg in die Thematik erleichtern. Im folgenden werden sich viele der genannten Aspekte wiederholen, neue werden hinzukommen. Zunächst geht es im nächsten Kapitel um die Darstellung des Körpers im Fernsehen.
1. Darstellung des menschlichen Körpers im Fernsehen
Einen Überblick über Studien zum Frauen- und Männerbild im Fernsehen leistet das Buch von Monika Weiderer. Die Studien bestehen aus inhaltsanalytischen
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Untersuchungen von Aspekten der Geschlechtsrollendarstellung im Fernsehen. Untersucht wurden vorwiegend Sendungen mit Spielhandlungen (1.1.) und Werbespots (2.). Weiderer selbst untersuchte im Rahmen einer
Forschungsgruppe das Programmangebot der Sender ARD, ZDF und RTL i m 1 Die Resultate Jahr 1990 über drei Wochen hinweg (vgl. Velte 1995, S. 182-185). aus amerikanischen und englischen Studien zeigten, daß Frauen von vornherein quantitativ unterrepräsentiert waren. Zur Demographie fanden die verschiedenen Studien übereinstimmend heraus, daß vorwiegend junge Frauen unter 30 Jahre 2 auftraten . 70% waren zwischen 20 und 35 Jahre alt.
Zum äußeren Erscheinungsbild stellte Romm (1986) fest, daß alle Frauen schön und sexuell attraktiv waren. Long und Simon beschrieben schon 1974 das normierte Erscheinungsbild der schlanken, jungen, schönen, gut gekleideten Frau. Davis (1990) fand außerdem heraus, daß Frauen häufiger erotisch provozierend gekleidet waren als Männer. Der Aspekt der Kleidung wird übrigens zu jedem TV-Genre einzeln ausgewertet. Da er aber nur bedingt etwas mit der Körperdarstellung zu tun hat, werde ich ihn nicht jedesmal erwähnen. Generell gilt, daß Frauen besser gekleidet waren, wenn auch nicht unbedingt schick. Ihre Garderobe hatte tatsächlich in allen Genres einen erotischen Touch. Männer wirkten hingegen kleidungsmäßig auch mal nachlässig. Nur bei den Nachrichten konnten sich Frauen lockere und sportlichere Kleidung leisten als ihr Kollegen, die einen Anzug tragen mußten. Auch über Haarfarbe und Frisur wird jedes Mal ausführlich berichtet. Allgemein will ich festhalten, daß Frauen eher blond bzw. rothaarig waren als Männer, aber auch der Anteil dunkelhaariger Frauen zunahm. Deutlich seltener als Männer hatten sie graues Haar. Männer waren vorrangig braunhaarig. Meist waren die Frisuren von Frauen etwas aufwendiger gestylt. Durchschnittlich trugen Frauen ihre Haare halblang bis lang. Im Quiz- und Nachrichtenbereich hatten aber auffallend viele Frauen kurze Haare. Copeland (1989) berichtete außerdem darüber, daß Männer aus einer näheren Perspektive gefilmt wurden als Frauen, d.h. bei ihnen steht das Gesicht im Zentrum, während
1 Wenn ich im folgenden Bezug auf Jutta Velte nehme und keine andere Quelle angegeben ist, bezieht sie sich wiederum auf die Weiderer-Studie. Deshalb wird sie häufig Ergebnisgrundlage sein. 2 Ich erwähne das Alter immer wieder, weil es eng mit dem Äußeren einer Person
zusammenhängt und somit zumindest bedingt Aufschluß über die körperliche Verfassung geben kann.
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bei der Frau der Körper betont wurde. Zum Gesicht findet man bei Weiderer auch sehr spezielle Angaben. Verallgemeinernd soll hier nur gesagt sein, daß das Gesicht der Frauen gepflegter und makelloser wirkte und sehr selten Besonderheiten aufwies oder stark geschminkt war. Auch Falten oder Brille waren absolut untypisch für die Fernsehfrau, Merkmale, die der Mann durchaus aufwies. Sein Gesicht ist natürlicher (vgl. Weiderer 1995, S. 32-36, 40, 107-110, 113f, 198f, 211-215, 229f, 240-243, 247, 281-284). Die deutschen Studien verwendeten auch die Inhaltsanalyse als Methode. Die ausführlichste Studie ist die von Küchenhoff (1975). Sie basiert auf einer eineinhalb Monate langen Fernsehbeobachtung von ARD und ZDF und wurde übrigens im „Jahr der Frau“ (1975) durchgeführt. Ausgerechnet das Äußere bleibt recht undifferenziert. Inhaltlich ergab sich auch hier eine Unterrepräsentation von Frauen und bezüglich des Alters ergaben sich folgende Fakten: Küchenhoff ermittelt zwei Drittel der Frauen in der Kategorie der 19 bis 35jährigen. Ähnliches stellten sechs weitere Studien fest. Frauen waren jung, schlank, attraktiv und gut bis aufwendig gekleidet. Männer dagegen durften älter, beleibter und weniger attraktiv sein (vgl. Weiderer 1995, S. 40-43). Achs faßte die Ergebnisse der Küchenhoff-Studie, einer östereischischen Untersuchung (Leinfellner 1983) und der grauen Literatur folgendermaßen zusammen: „Frauen werden stereotyp dargestellt und einseitig auf Attribute äußerlicher „Attraktivität“ festgelegt (Schönheit, Jugendlichkeit, Schlankheit)“ (Achs 1995, S. 16). Es existierten zwei unterschiedliche Typen von Frauen: Die junge, schöne, unabhängige Frau bzw. die Hausfrau und Mutter ohne Sexappeal. Das geschlechtsstereotype, wenn auch etwas heterogener gewordene Bild der Frauen- und Männerdarstellungen zeigt, daß von den Frauen eine weitgehende Annäherung an das Ideal von uniformer Jugendlichkeit und Attraktivität verlangt wird, während Männern hinsichtlich des Alters und Aussehens ein größerer Spielraum zugesprochen wird (vgl. Achs 1995, S. 16, 18).
Auch Christiane Schmerl bezieht sich in ihrem Buch Das Frauen- und Mädchenbild in den Medien auf die Küchenhoff-Studie und die Ergebnisse von Christiane Leinefellner, die bezüglich der Attraktivität der Personen i m österreichischen Fernsehen ermittelte, daß die Hälfte der Männer unattraktiv war, aber nur ein Viertel der Frauen. Ein weiteres Viertel der Frauen konnte als schön bezeichnet werden, aber kaum ein Mann. Männer dürfen älter, häßlicher und nachlässiger sein als Frauen. Schmerl faßte die Resultate wie folgt zusammen:
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Arbeit zitieren:
Laura Dahm, 1999, Die Darstellung des menschlichen Körpers in den Medien, München, GRIN Verlag GmbH
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