Inhaltsverzeichnis:
0. EINLEITUNG 1
1. KONTINUITÄT UND DISKONTINUITÄT IM LEBENSLAUF 2
2. ÜBERGANGSPHASEN IM LEBENSLAUF 3
2.1. SOZIALE UND BIOLOGISCHE AUSLÖSER VON ÜBERGÄNGEN 4
2.2. ENTWICKLUNG IN DER ÜBERGANGSPHASE 5
3. EMPIRISCHE BEFUNDE ZUM ERLEBEN DES LEBENSLAUFS 5
4. DAS ERWACHSENENLEBEN 6
4.1. EPOCHEN IM ERWACHSENENALTER 7
4.2. AUFGABEN UND MÖGLICHKEITEN DER ENTWICKLUNG IM ERWACHSENENALTER 9
4.3. KRISEN DER LEBENSMITTE 10
5. SCHLUßBETRACHTUNG 11
6. LITERATURVERZEICHNIS 1 3
0. Einleitung
Im Rahmen des Seminars „Krisen im Erwachsenenalter“ wird sich diese Arbeit mit dem menschlichen Lebenslauf und seinen Übergangsphasen befassen. Dabei wird zu untersuchen sein, ob und wie der Lebenslauf zu ordnen ist. Bereits in der Antike entwickelte man ein Phasen- oder Stufenmodell des menschlichen Lebens, dem zusätzlich die „Funktion von normativen Vorgaben, von sozialen Orientierungen oder moralischen Verpflichtungen“ (Faltermaier 1992, S. 35) zukam.
Innerhalb der Grobgliederung in Kindheit, Jugend, Erwachsenenalter und Alter soll das Erwachsenenalter mit seinen internen Übergangsphasen und Krisen fokussiert werden, d.h. die Zeit zwischen 20 und 65 Jahren, zwischen Jugend und Alter steht im Mittelpunkt.
Dieser Lebensabschnitt sollte getrennt betrachtet werden, weil, wie Levinson e s in seinem Buch „Das Leben des Mannes“ belegt hat, die einzelnen Epochen des Lebens ihre jeweils eigenen charakteristischen Eigenschaften besitzen und innerhalb derer sich verschiedene Entwicklungsabschnitte auftun, die hier auch im Zusammenhang mit Krisen behandelt werden. Der Wandel im Lebensgefüge ergibt sich bei den Übergängen von einer Epoche zur nächsten (vgl. Levinson 1978, S. 40ff).
Die Kernfrage der Arbeit lautet: Wie verläuft das menschliche Leben? Welche Rolle spielen Übergangsphasen? Inwieweit läßt sich das Erwachsenenleben gliedern? Welche Übergänge, Aufgaben, Möglichkeiten aber auch Krisen ergeben sich während dieser Zeit?
Um eben diese Fragen zu beantworten, habe ich mich in einer Fülle von Literatur für einen Text von Ursula Lehr entschieden, der sich mit der Kontinuität bzw. Diskontinuität und den Übergangsphasen befaßt und außerdem empirisches Material liefert. Weiterhin werde ich mich auf Erhard Olbrich beziehen, der sich in seinem Text „Normative Übergänge im menschlichen Lebenslauf:
Entwicklungskrisen oder Herausforderungen“ noch etwas genauer den Übergangsphasen widmet. Zur Beschreibung des Erwachsenenlebens stütze ich mich auf Daniel J. Levinson und sein oben erwähntes Buch sowie auf Faltermaiers Kapitel zu Lebenslauf und Erwachsenenalter. Schließlich werde ich im Zusammenhang mit Krisen dieses Lebensabschnittes auf Tobias Brocher und sein Buch „Stufen des Lebens“ eingehen sowie auf das Kapitel „Krisen als Gelegenheiten zur Subjektentwicklung“ von Erhard Meueler. Die Arbeit beginnt mit einem Kapitel zu Kontinuität und Diskontinuität als zwei Grundkonzepten des Lebenslaufs (1. Kapitel). Das zweite Kapitel befaßt sich mit
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den Übergangsphasen (2.), ihren Auslösern (2.1.) und der möglichen Entwicklung (2.2.). Im dritten Kapitel sollen einige empirische Befunde zum Erleben des Lebenslaufs genannt werden. Das vierte Kapitel schließlich rückt das Erwachsenenleben ins Zentrum (4.). Es wird um die Epochen i m Erwachsenenalter gehen (4.1.) und um die Aufgaben und Möglichkeiten dieser Zeit (4.2.). Unter 4.3. werden Krisen der Lebensmitte thematisiert. Die Schlußbetrachtung rundet das gesamte Thema durch meine eigene Meinung und einen Ausblick ab.
Weniger konkret gehe ich auf die Entfaltung der Lebensstruktur ein, die mit dem Aspekt der Entwicklung zusammenhängt (s. Levinson 1978, S. 69-100). Außer acht lasse ich außerdem die verschiedenen Entwicklungsmodelle über die Lebensspanne (s. Levinson 1978, S. 20-25, Faltermaier 1992, S. 37-48). Zur genaueren Untersuchung der Krise hätte man noch den bereits erwähnten Text von Meueler und Auszüge aus dem Buch „“Krise und Entwicklung: Zur Psychologie der seelischen Gesundheit“ von Dieter Ulich einbeziehen können. Nun will ich aber mit dem eigentlichen Thema beginnen.
1. Kontinuität und Diskontinuität im Lebenslauf
Die Grundkonzepte der Kontinuität und Diskontinuität des Lebenslaufes existieren schon sehr lange. Das Wachstumsmodell (Kontinuität) bildete sich besonders in der Zeit der Aufklärung heraus und beschreibt die Entwicklung des Kindes als unvollkommenen Menschen hin zum ausgereiften Erwachsenen. Der quantitative Aspekt der Veränderung steht im Vordergrund, die Entwicklung der Persönlichkeit wird durch eine geradlinig ansteigende und später abfallende Kurve beschrieben. Die entwicklungspsychologische Forschung widerlegt jedoch diese Annahme und konstatiert, daß psychische Veränderungen von sozialpsychologischen, soziologischen und ökologischen Gegebenheiten beeinflußt werden. Selbst die biologische Entwicklung verläuft nicht derart kontinuierlich. Längsschnittdaten zeigen, daß diskontinuierliche Verlaufsformen weit häufiger sind. Die Gliederungsmodelle (Diskontinuität) der Antike gingen von qualitativ unterschiedlichen Stufen oder Phasen aus, deren Übergänge eine innere Wende bedeuteten. Die Abgrenzung der Altersstufen weist verschiedenen
Jahreseinteilungen auf (z.B. sieben Jahre). Die Veränderungen im psychischen Bereich folgen denen im körperlichen. Noch Anfang des Jahrhunderts glaubte man an regelmäßig wiederkehrende Krisenzeiten zwischen den Lebensaltern, die Zäsuren und Umwandlungen bedeuten. Man gestand dem Lebenslauf allerdings auch individuelle Verlaufsformen zu.
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Sowohl ein festes Gliederungsprinzip als auch die biologische Bedingtheit psychischer Abläufe muß aus heutiger Sicht zurückgewiesen werden. Kritisiert wird außerdem die Annahme einer inneren Gesetzmäßigkeit, des
Reifungsvorgangs als umweltunabhängig und der Synchronität der Entwicklung verschiedener Bereiche (vgl. Lehr 1978, S. 315-320).
2. Übergangsphasen im Lebenslauf
Olbrich befaßt sich mit den Übergängen und deren Erforschung. In den 60er Jahren begann man Phasen- und Stufenlehren der frühen Kinderpsychologie zu kritisieren, da sie die prozessuale Sicht von Entwicklung verhindern. Auch die Konzeption von Übergangsperioden legt es nahe, Abschnitte der Entwicklung voneinander abzuheben und suggeriert Diskontinuität, aber vielleicht kann durch sie ein prozessuales Verständnis von Übergängen erreicht werden. Der Übergang läßt sich an Änderungen der Verhaltensmerkmale festmachen. Vorläufer der Konzeption vom Übergang finden sich bereits in der Antike, als man schon nach Stadien oder Abschnitten den Lebenslauf gliederte. Auch die Stufenmodelle der frühen Entwicklungspsychologie verstehen Einschnitte nicht als prozessual. Die teilweise widersprüchlichen Stufenmodelle ignorieren allesamt die entwicklungsrelevanten Einzelphänomene. Nur sekundär untersuchen sie die Auslöser des Weitergangs (vgl. Olbrich 1981, S. 123ff). Nach Lehr erlebt die Stufentheorie aber ein Comeback, seit die Life-spanpsychology sich verstärkt den Krisenphasen zuwendet. Damit hängt das Interesse an Übergangsphasen zusammen, denn Stufen- und Phasenfolgen implizieren Übergänge, Krisen und Umorientierungen. Eine Orientierung an den einzelnen Stufen des Lebenszyklus macht nach Lehr die sozialpsychologisch orientierte Bedeutung des Lebenslaufs sinnvoller als eine nur biologisch orientierte. Allerdings bleibt für die empirischen Untersuchungen die Gefahr bestehen, anhand eines theoretischen Rasters nur bestimmte (Übergangs-) Stadien ins Blickfeld zu nehmen und so den gesamten Lebenslauf aus dem Auge verlieren. Zur Erfassung von Übergangsphasen empfiehlt Lehr die Longitudinal-Studien. Sie ermöglichen
verschiedenen Lebenslaufforschung an (vgl. Lehr 1978, S. 320-323). Olbrich schlägt stattdessen das Konzept des Übergangs vor, das den Veränderungsprozeß betont, der besonders in krisenhaft erlebten Übergängen zum Ausdruck kommt. Hier werden die Einflußfaktoren auf die Veränderung und den Verlauf besonders deutlich. Diese Konzeption von Entwicklung ist prozeßorientiert und am dynamischen Geschehen interessiert.
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Arbeit zitieren:
Laura Dahm, 1999, Lebenslauf, Übergänge und Erwachsenenentwicklung, München, GRIN Verlag GmbH
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