Inhalt
1. Ergebnisse der Unterrichtsforschung - 2 -
2. Modell der Organisation und Struktur von Unterricht - 3 -
2.1 Institutionelle Rahmenbedingungen des Unterrichts - 3 -
2.2 Thematische Struktur und kommunikative Ordnung im Unterricht - 4 -
2.2.1 Die thematische Struktur des Unterrichts - 4 -
2.2.2 Die kommunikative Ordnung des Unterrichts - 5 -
3. Didaktische Maximen und Schlussfolgerungen für den Unterricht - 7 -
4. Literatur - 9 -
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1. Ergebnisse der Unterrichtsforschung
Die Unterrichtsforschung - und mit ihr die Erforschung der Unterrichtssprache bzw. - kommunikation - erlebte seit Ende der 1960er einen großen Aufschwung. Die seitdem vorgelegten Ergebnisse machen aufmerksam auf einige problematische Aspekte, die in der Unterrichtskommunikation immer wieder auftreten.
Ein vielfach abgesichertes Ergebnis der Unterrichtsforschung ist die eindeutige Lehrerzentrierung bzw. Dominanz der Lehrperson in der unterrichtlichen Kommunikation. Übereinstimmend stellen verschiedene Autoren fest, dass Unterricht durch ein klares Gefälle der Redeanteile zwischen Lehrperson und SuS (Schülerinnen und Schülern) - durch eine über weite Strecken fast monologische Struktur - gekennzeichnet ist.
Da die Lehrenden darüber hinaus durch ihre Äußerungen weitgehend die Ziele und Inhalte des Unterrichts vorgeben, durch meist nicht sehr weitreichende Fragen oder Impulse das Denken und Handeln der SuS bestimmen, ist Unterrichtskommunikation m.E. auch als rigide und repressiv zu bezeichnen. Die SuS haben meist nur sehr begrenzte Spielräume und Möglichkeiten zur Eigeninitiative, da der Unterricht in großen Teilen eng am angestrebten Lehr- bzw. Unterrichtsziel ausrichtet wird.
Das die Unterrichtskommunikation im Wesentlichen durch die angestrebten Lehr-und Lernziele, sowie die Dominanz des Lehrers bestimmt wird, spiegelt sich auch in der Tatsache wieder, dass Rückmeldungen der Lehrenden an ihre SuS häufig nur sehr kurz ausfallen und das sich nur ein geringer Anteil von Lehreräußerungen auf die Beziehungsdimension bezieht. Die Einigung auf ein Ziel oder geregelte Beziehungen werden vom Lehrenden häufig einfach unterstellt und Verhaltens-normen ohne Berücksichtigung der Schülerinteressen festgesetzt. Motivierende oder emotionale, störende oder disziplinierende Äußerungen treten im Vergleich zu den Formen des inhalts- bzw. sachbezogenen Sprechens im Unterricht selten auf. Die in der Unterrichtsforschung immer wieder bestätigte Dominanz des Lehrers und v.a. auch die in der Lehrerzentrierung des Unterrichts enthaltene Ablehnung der
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SuS als kompetente (und gleichberechtigte) Kommunikationspartner ist vor dem Hintergrund des doppelten Auftrags von Schule nicht unproblematisch 1 .
Die oben angeführten Forschungsergebnisse bzw. die sich daran anschließenden Ansätze zu einer Theorie der Unterrichtskommunikation können wichtige Hinweise darauf geben, wie Unterricht möglicherweise zu verbessern ist. Einen Beitrag zur Evaluation und Qualitätssicherung von Unterricht leisten auch Becker-Mrotzek und Vogt, die sich u.a. damit beschäftigt haben bzw. aufdecken, wie Unterricht sowohl auf der thematischen, als auch auf der kommunikativen Ebene strukturiert ist, wie das Unterrichtsgeschehen v.a. vom Lehrer organisiert und bestimmt wird 2 .
2. Modell der Organisation und Struktur von Unterricht (Becker-Mrotzek/Vogt)
Das Modell der Organisation und Struktur von Unterricht, das Becker-Mrotzek und Vogt entwerfen, beinhaltet sowohl äußere (institutionelle) Rahmenbedingungen der Organisation und Struktur von Unterricht, als auch Aspekte, die sich innerhalb des Unterrichts bzw. der Phasen des Unterrichts finden lassen.
2.1 (Institutionelle) Rahmenbedingungen des Unterrichts
Zu den ( institutionellen) Rahmenbedingungen, die die Organisation und Struktur von Unterricht betreffen, zählen Becker-Mrotzek und Vogt z.B. den Stundenplan bzw. den Schulgong, der den Rhythmus des Schulalltages bestimmt. Auf solche äußeren Bedingungen der Unterrichtsorganisation wird im Rahmen dieser „Arbeit“ ebenso wenig eingegangen, wie auf die verschiedenen Möglichkeiten des Lehrers, seine SuS zu disziplinieren. Im Mittelpunkt stehen hier die thematische Struktur und die kommunikative Ordnung innerhalb des Unterrichts.
1 Es ist fraglich inwieweit ein solcher Unterricht z.B. den Auftrag der gymnasialen Oberstufe ernst
nimmt und neben der „wissenschaftspropädeutischen Ausbildung“ auch einen Beitrag leisten kann
zur „persönlichen Entfaltung [der SuS] in sozialer Verantwortlichkeit“ (vgl. Auftrag der gymnasialen
Obrstufe).
2 Vgl. Becker-Mrotzek, Michael; Vogt, Rüdiger: Unterrichtskommunikation. Niemeyer: Tübingen
2001. S.133-180.
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Arbeit zitieren:
Marius Diekmann, 2003, Thematische Strukturierungen und kommunikative Ordnungen im Unterricht, München, GRIN Verlag GmbH
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