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Inhalt
I. Einleitung 3
II. Politische Tugend , Dekadenz und Herrschertugend 5
III. Republik und Fürstentum im zyklischen Geschichtsbild 7
IV. Resümee. 9
Quellen - und Literaturverzeichnis: 10
3
I. Einleitung
In den 90-iger Jahren des vergangenen Jahrhunderts wurde in der Politik und in den Medien vielfach und immer wieder gerne von den Tugenden der Bürger gesprochen. Dabei wurde die Diskussion durch zwei Sichtweisen bestimmt. Konservative Politiker betonten mit Vorliebe das Element der Opferbereitschaft der Bürger für den Staat. Im Gegensatz dazu wiesen Politikwissenschaftler, wie Herfried Münkler 1 , auf das besondere Freiheitsverständnis der politischen Tugend in der Theoriegeschichte hin, nämlich Freiheit als gleichbedeutend mit dem Recht, ja beinah der Pflicht zur politischen Partizipation und öffentlichen Diskussion. Die Ausübung der Partizipationsrechte scheint dabei an keinen oder einen nur rudimentär vorhandenen institutionellen Rahmen gebunden zu sein 2 . Das beide Vorstellungen der gleichen Wurzel entspringen wird deutlich, wenn man die Elemente zusammenfaßt, die den Diskurs über die politische Tugend von der Antike bis zur Frühen Neuzeit bestimmt haben: Der Staat besteht aus der Gemeinschaft der Bürger. Diese Bürger setzen sich für ihren Staat ein. Sie opfern ihr Leben bei seiner Verteidigung und sie sind politisch aktiv. Sie überwinden ihre vitalen Interessen und Egoismen zu Gunsten des Gemeinwesens. Im Gegensatz zum Kontraktualismus, wo die Menschen durch Zwangsmittel dazu bewegt werden, ihre Egoismen zu begrenzen, handeln sie im Tugenddiskurs aus der Einsicht heraus, dass sie dem Gemeinwesen ihr Leben und ihr Hab und Gut verdanken . Durch diese Einsicht wird das Gemeinwesen stabilisiert. Gefährdet wird diese Stabilität durch die Dekadenz. Sie erwächst zwangsläufig aus der Ruhe eines nach innen und außen stabilen und sicheren Gemeinwesen. Diese Ruhe fördert Müßiggang, Luxus und Egoismus. Das Anwachsen dieser Kräfte, läßt die Opferbereitschaft der Bürger sinken. Damit der Verfall der Sitten nicht zur völligen Zerstörung des Staates führt, muß dem Treiben der Bürger mit staatlichem Zwang begegnet werden 3 . Diese Kehrseite des Tugenddiskurses wird jedoch meistens
1 Herfried Münkler, Die Idee der Tugend, in: Archiv für Kulturgeschichte 73 (1991), S.379-403. ders., Politische Tugend. Bedarf die Demokratie einer sozio-moralischen Grundlegung? in: ders. (Hrsg.),
Die Chancen der Freiheit - Grundprobleme der Demokratie, München 1992, S.26-46.
2 Daher kann die politische Tugend auch leicht als Gegenmodell zur Parteiendemokratie propagiert werden, wie z.B. im Spiegel-Spezial "Die Erde 2000 - Wohin sich die Menschheit entwickelt" (4/1993), S.128-137.
3 Münkler 1992, S.30.
Arbeit zitieren:
Dr. Phil Matthias Runge, 1997, Die zwei Tugenden des Niccolo Machiavelli, München, GRIN Verlag GmbH
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