I. Inhaltsverzeichnis
II. TABELLENVERZEICHNIS. III
III. ABBILDUNGSVERZEICHNIS III
1. EINLEITUNG 1
1.1. Problemstellung. 1
1.2. Ziel und Aufbau der Arbeit. 2
2. THEORIE DES MARKTVERSAGENS 3
2.1. Öffentliche Güter 3
2.1.1. Ausschluss- und Rivalitätsprinzip. 3
2.1.2. Ineffizienz und Free Rider - Problem. 6
2.1.5. Knappheit 9
2.2. Externalitäten 11
2.3. Open access resources. 15
2.4. Ausschließbare und nichtrivalisierende Güter 18
2.5. Fehlende Märkte 20
2.6. Staatliche Eingriffsmöglichkeiten bei Externalitäten. 21
2.6.1. Internalisierung mittels Steuern beziehungsweise Subventionen 23
2.6.2. Verhandlungen. 24
2.6.3. Schädigungsrechte (Zertifikate) 25
3. MARKTVERSAGEN UND ABIOTISCHE RESSOURCEN 26
3.1. Nicht-erneuerbare Rohstoffe 26
3.1.1. Fossile Brennstoffe. 26
3.1.1.1. Externalitäten. 27
3.1.1.2. User Costs. 28
I
3.1.2. Mineralstoffe 32
3.1.3. Wasser. 33
3.1.4. Preise als Indikator für Knappheit? 36
3.2. Beständige Rohstoffe. 39
3.2.1. Ricardian land. 39
3.2.2. Sonnenenergie 40
4. MARKTVERSARGEN UND BIOTISCHE RESSOURCEN 41
4.1. Renewable resource stocks and flows 41
4.1.1. Maximierung des Profits 43
4.1.2. Berücksichtigung von Investitionen - Kapitalwert. 45
4.2. Funds and Services. 47
4.3. Die natürliche Dividende aus erneuerbaren Ressourcen 49
4.4. Waste absorption capacity 50
5. FAZIT UND SCHLUSSFOLGERUNGEN. 53
VI. LITERATURVERZEICHNIS V
II
II. Tabellenverzeichnis
Tabelle 2.1.: Einteilung von Gütern bezüglich Ausschluss- und Rivalitätsprinzip 3
Tabelle 2.2.: Systematisierung externer Effekte 9
III. Abbildungsverzeichnis
Abbildung 2.1.: Öffentliche Güter und Ineffizienzen 5
Abbildung 2.2.: Externe Effekte am Beispiel der Stahlindustrie 11
Abbildung 2.3.: Open access resources und „tragedy of the commons“ 14
Abbildung 3.1.: Optimale Extraktion von fossilen Brennstoffen bei Abwesenheit von Knappheit und Marktversagen 21
Abbildung 3.2.: Optimale Extraktion von fossilen Brennstoffen mit negativen Externalitäten 22
Abbildung 3.3.: Optimale Extraktion von fossilen Brennstoffen bei Ressourcenknappheit und negativen Externalitäten 23
Abbildung 3.4.: Die Preiselastizität von Wasser 27
Abbildung 4.1.: Sustainable yield curve und catch-per-unit-effort curves 33
Abbildung 4.2.: Maximierung des jährlichen Gewinns aus erneuerbaren
Ressourcen 35
Abbildung 4.3.: Optimales Erntelevel unter Berücksichtigung von unter-
Abbildung 4.4.: Natürliche Dividende 39
Abbildung 4.5.: Waste absorption capacity 41
III
IV. Abkürzungsverzeichnis
AP = durchschnittliche Erlöse BW = Barwert EU = Europäische Union HIV = Humane Immundefizienz-Virus MC = Grenzkosten MEC = externe Grenzkosten MEX = Abbaugrenzkosten MP = Grenzprodukt MSY = Maximum sustainable yield MUC = Grenzkosten der Verbraucher TC = Total costs TR = Total revenue
UNCED = Konferenz der Vereinten Nationen über Umwelt und Entwicklung
IV
1. Einleitung
1.1. Problemstellung
In letzter Zeit haben die Anstrengungen um internationale Vereinbarungen zum Schutz der Umwelt an Bedeutung gewonnen. Die Konferenz der Vereinten Nationen (UNCED) in Rio de Janeiro 1992 war mit über 15.000 Delegierten aus insgesamt 178 Staaten und 115 teilnehmenden Staats- und Regierungschef eine der größten internationalen Konferenzen. Die Abschluss-Deklaration (Rio-Deklaration) macht deutlich, dass es sich nicht nur um eine Umweltkonferenz gehandelt hat, sondern eine Verknüpfung zwischen der ökologischen und sozialen Dimension von Entwicklung erreicht werden sollte. In einer Reihe darauf folgender Konferenzen wurde seit dem über die Minderung der Emission von Treibhausgasen auf internationaler Ebene verhandelt. In diesem Zusammenhang wurde in Kyoto auf der dritten Vertragsstaaten-Konferenz der
Klimakonvention der Vereinten Nationen am 11. Dezember 1997 das so genannte Kyoto-Protokoll einstimmig verabschiedet. Es sieht vor, dass die Industrieländer ihre Treibhausgasemissionen in der Periode 2008 bis 2012 in der Summe um 5,2 % gegenüber dem Niveau von 1990 reduzieren. 1
Es stellt sich somit die Frage, inwieweit durch staatliches Handeln diese Ziele erreicht werden können. Einen Grund für staatliches Handeln stellt dabei das Marktversagen dar. Unter bestimmten Bedingungen kann der Markt zu pareto-ineffizienten Lösungen führen, die Eingriffe des Staates bedingen. Dabei ist neben einer detaillierten Darstellung der Theorie des Marktversagens wichtig,
1 Vgl. Wiesmeth (2003), S. 8-19
1
genauer auf die spezifischen ökonomischen Bedingungen abiotischer und biotischer Güter beziehungsweise Ressourcen einzugehen.
1.2. Ziel und Aufbau der Arbeit
Das Ziel der vorliegenden Arbeit besteht darin, die ökonomischen Gründe für Marktversagen darzulegen. Dabei wird insbesondere darauf geachtet, dass spezielle umweltökonomische Bedingungen reflektiert werden. Um dieses Ziel zu erreichen, wird unter Kapitel zwei zunächst detailliert auf die theoretischen Gründe für das Versagen von Märkten eingegangen. Dabei werden insbesondere positive und negative externe Effekte sowie die Problematik öffentlicher Güter analysiert. Darüber hinaus erfolgt eine Darstellung der mit Open access resources, ausschließbaren und nichtrivalisierenden Gütern sowie fehlenden Märkten verbundenen ökonomischen Schwierigkeiten. Abgeschlossen wird dieses Kapital mit einer Darstellung der Eingriffsmöglichkeiten des Staates beim Vorliegen von Externalitäten.
Gegenstand des dritten Kapitels ist die Auseinandersetzung mit den ökonomischen Schwierigkeiten, die sich bei abiotischen Rohstoffen ergeben. Besonders Augenmerk wird dabei auf die Verknappung nichterneuerbarer Ressourcen und deren Auswirkungen auf die Preise gelegt. Zu den einmalig vorhandenen Rohstoffen zählen unter anderem fossile Brennstoffe, Mineralstoffe, Wasser. Des Weiteren befasst sich das Kapitel mit beständigen Rohstoffen wie Ricardian land und Sonnenenergie. Die sich aus dem Verbrauch der abiotischen Ressourcen ergebenden Externalitäten stehen dabei im Mittelpunkt der Betrachtung.
Das vierte Kapitel fokussiert die potentiellen Marktfehler von biotischen Ressourcen. Dabei werden erneuerbare stock and flow
2
Ressourcen zunächst für einen geschlossenen Markt, also mit nur einem Eigentümer der Zugang zu der Ressource hat, sowie für einen offenen Markt analysiert. Im Anschluss daran wird eine weitere Kategorie der biotischen Ressourcen, die funds and services, betrachtet. Hierbei wird insbesondere auf die waste absorption capacity eingegangen.
2. Theorie des Marktversagens
2.1. Öffentliche Güter
2.1.1. Ausschluss- und Rivalitätsprinzip
Ein öffentliches Gut hat zwei Merkmale: 1.) Nicht-Ausschließbarkeit und 2.) Nicht-Rivalität im Konsum. Ein Gut zeichnet sich durch Nicht-Rivalität im Konsum aus, wenn der Konsum einer Einheit dieses Gutes sich nicht negativ auf den Konsum dieses Gutes durch einen Dritten auswirkt. Nicht-Ausschließbarkeit bedeutet, dass sich kein Wirtschaftssubjekt von dem Konsum des betreffenden Gutes ausschließen lässt. Private Güter dagegen besitzen die Eigenschaften der Ausschließbarkeit und Rivalität im Konsum. Die folgende Abbildung gibt eine Übersicht über verschiedene Arten von Gütern hinsichtlich dieser genannten Merkmale.
Farley (2004), S. 160
3
Die Begriffe Ausschließbarkeit und Rivalität werden im Folgenden detailliert dargestellt, da so die Abgrenzung zwischen privaten und öffentlichen Gütern deutlich wird. 2
Ein ausschließbares Gut liegt dann vor, wenn eine Person oder eine Gemeinschaft konkrete Eigentumsrechte an diesem Gut geltend machen kann. Existieren diese Eigentumsrechte nicht, so ist eine effiziente Allokation über Marktmechanismen nicht möglich. Der Grund hierfür ist offensichtlich: Kann kein Marktteilnehmer vom Konsum ausgeschlossen werden, so wird kein Produzent dieses öffentliche Gut herstellen, da er keinen Gewinn damit machen kann. Können Konsumenten ein gut konsumieren unabhängig davon, ob sie dafür bezahlen oder nicht, so werden sie als rational und eigennützig handelnden Wirtschaftssubjekte kein Geld für dieses Gut ausgeben. Zahlreiche Umweltgüter sind öffentliche Güter und es wird aus der obigen Argumentation deutlich, weshalb keine privaten Produzenten für die Güter existieren. Viele öffentliche Güter werden wie aufgezeigt nicht von Menschen sondern von der Natur produziert. Ein in der einschlägigen Fachliteratur oft genanntes Beispiel bilden „Fische“. Die Investition in dieses öffentliche Gut stellt die Entscheidung dar, einen kleinen Fisch nicht zu fangen sondern ihn weiter wachsen zu lassen. Die Kosten dieser Investition sind Opportunitätskosten: der Erlös, der durch den Verkauf des kleinen Fisches erzielt werden könnte. Das Problem, das hier auftritt, ist die Unsicherheit der Zukunft. Entscheidet sich ein Fischer dafür, einen kleinen Fisch wachsen zu lassen - der Fischer investiert also- so ist nicht sicher, ob nicht ein anderer Fischer später den großen Fisch fangen und verkaufen wird. Und wer investiert schon, wenn sich
2 Vgl. Common / Stagl (2005), S. 325-326
4
diese Investition später für ihn nicht definitiv bezahlbar macht? 3 Aus
diesem kurzen Beispiel wird offensichtlich, welche ökonomischen Probleme mit öffentlichen Gütern verbunden sind. Das zweite Merkmal von öffentlichen Gütern ist die Nicht-Rivalität im Konsum. Rivalität im Konsum bedeutet, dass durch den Konsum einer Einheit des Gutes durch ein Wirtschaftssubjekt, der Konsum der gleichen Einheit durch ein anderes Wirtschaftssubjekt beeinflusst wird. Typische konkurrierende Güter sind aus der oben dargstellten Tabelle ersichtlich. Ergänzend können hier die Ozonschicht, das weltweite Klima und Sonnentage als Güter genannten werden, bei denen Nicht-Rivalität im Konsum vorliegt. Güter, die Nicht-Rivalität als Eigenschaft besitzen, können aufgrund der folgenden Argumentation nicht effizient durch Marktmechanismen verteilt werden. Bei privaten Gütern erfolgt der Konsum eines Gutes bis zu dem Zeitpunkt bei dem der Preis für das Gut gleich dem Grenznutzen für dieses Gut ist. Während der Preis für ein Gut definitionsgemäß größer als Null ist, sind die Grenzkosten für Nutzung einer zusätzlichen Einheit bei nicht-rivalen Gütern gleich null. Daher wird ein Markt keine effiziente Allokation eines Gutes mit der Eigenschaft der Nicht-Rivalität im Konsum erzielen können. Bei einem Gut muss Rivalität im Konsum vorliegen, um eine effiziente Allokation am Markt zu erreichen. 4 Aufgrund der genannten Merkmale versagen
Marktmechanismen bei der effizienten Verteilung von öffentlichen Gütern. Es ist daher zu analysieren, wie staatliche Institutionen und Mechanismen hier korrigierend eingreifen können.
3 Vgl. Daly / Farley (2004), S. 157-158
4 Vgl. Daly / Farley (2004), S. 159
5
2.1.2. Ineffizienz und Free Rider - Problem
Wie im vorausgegangenen Gliederungspunkt herausgestellt wurde, manifestieren die Nicht-Rivalität im Konsum und die Nicht-Ausschließbarkeit die Existenz von öffentlichen Gütern. Die folgende Abbildung verdeutlicht am Beispiel der ökologischen Vielfalt den Zusammenhang zwischen öffentlichen Gütern und auftretenden Ineffizienzen.
Abbildung 2.1.: Öffentliche Güter und Ineffizienzen
Quelle: Tietenberg (1996), S. 53
In dieser Abbildung werden die Nachfragekurven für ökologische Vielfalt dargestellt, die sich aus den Präferenzen der Konsumenten A und B ergeben. Da der Konsument A bereit ist, für ökologische Vielfalt mehr zu bezahlen als B, liegt seine Nachfragekurve über der von B. Die Marktnachfrage ergibt sich aus der vertikalen Addition der individuellen Nachfragekurven (D A und D B ) von A und B. Die vertikale Addition ist notwendig, da jede Person gleichzeitig die gleiche Menge an ökologischer Vielfalt konsumieren kann. Dies ist der Unterschied zu der Marktnachfrage-Kurve eines teilbaren Gutes, die sich aus der horizontalen Addition der individuellen
6
Nachfragekurven ergibt. Die konstanten Grenzkosten (MC) werden durch die MC-Kurve repräsentiert. Es stellt sich nun die Frage, was das effiziente Niveau von ökologischer Vielfalt darstellt? Eine effiziente Verteilung maximiert die Nettorente. Die Nettorente ergibt sich aus der Fläche zwischen der Marktnachfrage-Kurve und der Grenzkostenkurve. Die Menge an ökologischer Vielfalt, die die Nettorente maximiert, liegt bei Q*. Dort schneidet die Marktnachfragekurve die Grenzkostenkurve. Aber wird diese Netto-Rente auch wirklich erreicht? Angenommen, Person A tritt zuerst auf den Markt. Sie wird soviel konsumieren, dass ihre individuelle Netto-Rente maximiert wird. Die Menge, die sie konsumiert, ist q b. Jetzt erscheint Person B auf dem Markt und konsumiert die Menge, die sich aus der Differenz zwischen q a und q b ergibt, da die Menge q b bereits von Person B konsumiert wurde. Diese Differenz maximiert die Netto-Rente von Person A. Diese sich ergebende Verteilung ist nicht effizient, da sie geringer ist als die sich aus der Grenzkostenkurve und der Marktnachfragekurve ergebende Menge von Q*. Es wird also zu wenig von dem öffentlichen Gut ökologische Vielfalt konsumiert. Daher stellt sich die Frage, warum im Zusammenhang mit öffentlichen Gütern Ineffizienzen entstehen? Die Antwort liefert hier das aus der englischsprachigen Literatur als „Free Rider - Problem“ bekannte Phänomen, das im Folgenden näher dargestellt werden soll. 5
Aufgrund der Tatsache, dass ein Marktteilnehmer vom Konsum eines öffentlichen Gutes nicht ausgeschlossen werden kann, hat dieser den Anreiz, seine tatsächlichen Präferenzen bezüglich dieses Gutes zu verbergen. Der rational und eigennützig handelnde Marktteilnehmer weiß, dass er vom Konsum des öffentlichen Gutes bei dessen
5 Vgl. Tietenberg (1996), S. 51-53
7
Bereitstellung nicht ausgeschlossen werden kann und gibt seine Zahlungsbereitschaft für dieses Gut nicht oder nicht in korrekter Höhe an, sondern lässt andere Marktteilnehmer ihre Nachfrage und damit Zahlungsbereitschaft äußern und konsumiert dann einfach das Gut mit. Er verhält sich somit als Trittbrettfahrer. 6 Dieses Phänomen
wird im Folgenden anhand eines Beispiels konkretisiert. Angenommen eine öffentliche Körperschaft erbittet eine freiwillige Spende für die Errichtung eines öffentlichen Parks in der Nachbarschaft des Marktteilnehmers Z. Z steht somit vor der Frage, ob und wenn ja wie viel er bereit ist, für diesen Park zu spenden. Nach der neoklassischen Sichtweise hat Z das Ziel, seinen individuellen Nutzen zu maximieren. Er entscheidet sich dafür, dass er zwischen dem Park und der Zahlung von 500 € indifferent ist und den Park bei Kosten von unter 500 € präferiert. Der Marktteilnehmer nimmt an, dass sich die Größe des Parks um ein Zehntausendstel verringert, wenn er auf die Spende verzichtet und die anderen Marktteilnehmer bereit sind, ihren Beitrag zu leisten. Er präferiert also einen Park, der nur 99,99 % der geplanten Ausgangsgröße besitzt und er nicht für ihn zu bezahlen hat gegenüber einem Park mit Ausgangsgröße und seinem Beitrag von 500 €. Dagegen ergibt sich ein Problem bei folgender Annahme. Dem Marktteilnehmer ist der Park 500 € wert und andere verzichten dagegen auf Ihren Beitrag. Daraus ergibt sich, dass der Park erheblich kleiner ausfällt und Z nicht mehr bereit ist, 500 € zu zahlen. Aus dieser Sicht ist es nutzenmaximierend, dass Z auf seinen Beitrag für den Park vollständig verzichtet und dagegen auf die Zahlungsbereitschaft der anderen 9.999 Marktteilnehmer vertraut. Sollten sich alle 9.999 Marktteilnehmer so wie Z verhalten, wird der geplante Park nicht
6 Vgl. Common / Stagl (2005), 326
8
Arbeit zitieren:
Diplom-Handelslehrer S. Siegler, B. Bilgmann, K. Schölzel, 2007, Marktversagen im umweltökonomischen Kontext, München, GRIN Verlag GmbH
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