Inhaltsverzeichnis:
1. Einleitung Seite 2
2. Konjunkturzyklus und Produktivität Seite 2
3. Das Opportunitätskostenmodell Seite 4
4. Das Schätzmodell
4.1. Probleme des Schätzmodells Seite 9
4.2. Das Schätzmodell
4.2.1. Kurzfristiges Modell Seite 10
4.2.2. Langfristige Modell Seite 12
4.2.3. Einfluß der Varianz Seite 13
4.3. Die ökonometrische Schätzmethode Seite 14
5. Ergebnisse der Schätzungen
5.1. Test von Implikation 1 und 3 Seite 14
5.2. Test von Implikation 2 und 4 Seite 17
5.3. Test von Implikation 5 Seite 18
5.4. Die Variable R D Seite 18
6. Resumé und Kritikpunkte Seite 20
7. Literaturverzeichnis Seite 22
1
1. Einleitung :
Seitdem sich Ökonomen mit dem Wachstum von Volkswirtschaften beschäftigen, mussten sie feststellen, dass dieses Wachstum nicht gleichmäßig, sondern in Zyklen verläuft. Einerseits gibt es Phasen in denen eine Wirtschaft boomt, d.h. ein überdurchschnittliches Wachstum erreicht, und andererseits gibt es auch Phasen der Rezession, in denen die Wirtschaft stagniert oder gar schrumpft. Während man früher meistens davon ausging, dass die Konjunkturzyklen exogen gegeben sind und keinen Einfluß auf den Wachstumstrend haben, so hat sich in letzter Zeit die Theorie der realen Konjunkturzyklen durchgesetzt, die von einem Einfluß der Zyklen auf den Wachstumspfad ausgeht. Wichtig ist hier der
Zusammenhang zwischen Konjunkturzyklus, Produktivität und Wachstum. Beispielsweise passieren in einer Rezession Dinge, die die Produktivität und somit im Nachhinein auch das Wachstum beeinflussen.
Hauptbestandteil meiner Hausarbeit ist die theoretische Darstellung und die empirische Untersuchung des sogenannten Opportunitätskostenmodells des Produktivitätswachstums. Dieses Modell besagt, dass die Unternehmen zwischen der Produktion und den produktivitätsverbessernden Maßnahmen ( wie z.B. Mitarbeiterschulungen) substituieren. Somit würden beispielsweise in einer Rezession mehr produktivitätsverbessernde Maßnahmen stattfinden, da die Opportunitätskosten ( die verlorengegangene Produktion) in Rezessionen niedriger sind.
Bei der Vorstellung des Modells der Opportunitätskostentheorie im dritten Abschnitt halte ich mich an den Text „Virtues of bad times“ von Phillipe Aghion und Gilles Saint-Paul.
Die im vierten Abschnitt vorgestellten empirischen Ergebnisse basieren auf dem Text „Productivity growth and the structure of business cycle“ von Gilles Saint-Paul.
2. Konjunkturzyklen und Produktivität :
Wie oben bereits angesprochen ist erst durch die Theorie der realen Konjunkturzyklen die Idee aufgekommen, dass die Zyklen einen Einfluß auf den Wachstumstrend haben. Wie kann man sich diesen Einfluß vorstellen? Das
2
langfristige Wachstum einer Volkswirtschaft wird größtenteils vom Produktivitätswachstum, ausgelöst durch technischen Fortschritt und
Humankapitalwachstum, bestimmt. Nun verhalten sich die Unternehmen jedoch in einer Rezession anders als in einer Boomphase. Dieses je nach Zyklus unterschiedliche Verhalten bedingt dann unterschiedliche Wachstumsraten der Produktivität in naher Zukunft. So besagt zum Beispiel das Opportunitätskostenmodell, dass in einer Rezession mehr
produktivitätsverbessernde Maßnahmen stattfinden als in einer Boomphase. Somit wäre laut dieser Theorie eine Rezession gut für das zukünftige Produktivitätswachstum. ( näheres dazu aber erst im nächsten Abschnitt ) Also wird schon in der Krise durch produktivitätsverbessernde Maßnahmen der Grundstein für den nächsten Aufschwung gelegt. Die Tatsache, dass die Unternehmen die Produktivität in der Krise verbessern kann jedoch mehrere Ursachen haben 1 :
1: „Lahme Enten Effekt“ - Die unproduktivsten Firmen werden in Rezessionen schliessen müssen. Übrig bleiben nur die produktivsten Firmen. 2: „Disziplin Effekt“ - Die Wahrscheinlichkeit pleite zu gehen ist für die Firmen hoch. Deshalb strengen sie sich besonders an.
3: „Externalitäten“ - Unqualifizierte Arbeiter werden als erstes entlassen. Deshalb verbessern sich die durchschnittlichen Qualitäten der Übriggebliebenen. 4: „Opportunitätskosteneffekt“ - Produktivitätsverbessernde Aktivitäten sind währen Rezession wichtiger, da zwischen diesen Aktivitäten und direkten Produktions-Aktivitäten substituiert wird 2 .
Diese Effekte gehen alle in die gleiche Richtung, da sie besagen, dass in einer Rezession Dinge geschehen, die das zukünftige Produktivitätswachstum positiv beeinflussen. Genauso könnte man sich jedoch Effekte vorstellen, die eher prozyklisch wirken. Zum Beispiel wird in einer Boomphase der Effekt des Learningby-Doing wesentlich stärker zur Geltung kommen als in Rezessionen. So gesehen hätten also Boomphasen einen positiven Einfluß auf das Produktivitätswachstum. Im folgenden werde ich allerdings nur auf das Opportunitätskostenmodell eingehen. Wichtig ist es jedoch, den Unterschied zwischen Ursache, Wirkung und Messbarkeit
1 G. Saint - Paul , Productivity Growth... S. 865
3
der produktivitätsverbessernden Maßnahmen zu verstehen. So ist die Rezession die Ursache dafür, dass produktivitätsverbessernde Maßnahmen im Vergleich zur Produktion lohnender werden. Die Wirkung dieser Maßnahmen, nämlich ein höheres Produktivitätswachstum kann jedoch erst im nächsten Aufschwung richtig erfasst werden. Denn, wenn wir den Output pro Mitarbeiter als Produktivität ansehen, dann wird die Produktivität in der Rezession sinken, da der Output entsprechend fällt. Die volle Wirkung der produktivitätsverbessernden Maßnahmen wird also erst im nächsten Aufschwung entfaltet, wenn der Output ansteigt, ohne dass im gleichen Maße neue Mitarbeiter eingestellt werden müssen.
So kann man zusammenfassend sagen, dass zwar eine prozyklische Produktivität gemessen wird, diese aber durch antizyklisch bedingte Effekte erreicht wird. Etwas plastischer ausgedrückt kann man sagen, dass die Saat eines höheren Produktivitätswachstums schon in der Rezession gelegt wird, die Ernte jedoch erst im Aufschwung eingefahren wird.
Schauen wir uns im folgenden Abschnitt nun das Opportunitätskostenmodell etwas genauer an.
3. Das Opportunitätskostenmodell:
3.1. Beschreibung des Opportunitätskostenmodells:
Wie oben bereits angesprochen, ist das Opportunitätskostenmodell ein Erklärungsansatz dafür, dass Unternehmen in Rezessionen ihre Produktivität verbessern. Das Modell besagt, dass produktivitätsverbessernde Maßnahmen von den Unternehmen größtenteils in Rezessionen durchgeführt werden, da sich zu diesem Zeitpunkt andersartige Investitionen nicht so lohnen, und somit die Opportunitätskosten niedriger sind.
Dieser einfach klingende Zusammenhang wird von Aghion und Saint-Paul in einem relativ detaillierten Modell dargestellt. Grundlage des Modells ist hierbei eine offene Volkswirtschaft mit perfektem Wettbewerb auf dem Gütermarkt und rationalem Verhalten aller Beteiligten 3 .
2 G. Saint - Paul , Productivity Growth... S. 862
3 Virtues of Bad Times; Seite 324
4
Arbeit zitieren:
Tobias Menz, 2003, Produktivität und Konjunkturzyklus, München, GRIN Verlag GmbH
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:
Einbetten
DOI
Ursachen für Arbeitslosigkeit in Deutschland - Ansatzpunkte für eine R...
Hausarbeit, 23 Seiten
Zukunft planbar Machen: Die Szenario-Technik im Projektmanagement
BWL - Unternehmensführung, Management, Organisation
Hausarbeit, 21 Seiten
Aufgaben des Controlling vor Erwerb einer Beteiligung
Hausarbeit (Hauptseminar), 29 Seiten
Tobias Menz hat den Text Produktivität und Konjunkturzyklus veröffentlicht
Tobias Menz hat einen neuen Text hochgeladen
Metamagical Themas: Questing for the Essence of Mind and Pattern
Douglas R. Hofstadter, Hofstadter
MISCELLANEA - I LIBER DE CAUSI
A Pattin
Reading Seminar XI: Lacan's Four Fundamental Concepts of Psychoanalysi...
Richard Feldstein, Maire Jaanus, Bruce Fink
0 Kommentare