Inhaltsverzeichnis
Abk ürzungsverzeichnis III
1 Einleitung 1
2 Grundlagen des Behavioral Accounting 1
2.1 Definition, Ziele und Aufgaben des Behavioral Accounting 1
2.2 Notwendigkeit und Entwicklung des Behavioral Accounting 2
2.3 Die Bereiche des Behavioral Accounting 3
2.4 Ausgewählte Methoden der Behavioral Accounting Forschung 5
3 Ausgewählte Fragestellungen des Behavioral Accounting in der internen
Unternehmensrechnung 6
3.1 Problemstellungen für das Behavioral Management Accounting 6
3.1.1 Die Aufgabe bzw. das Problem der Verhaltenssteuerung 6
3.1.2 Principal-Agent-Theorie und Informationsasymmetrien 7
3.2 Instrumente der Verhaltenssteuerung und Erkenntnisse über diese aus dem Behavioral
Accounting 8
3.2.1 Budgetierung 8
3.2.2 Verhaltenswirkungen von Budgetvorgaben 9
3.2.3 Verhaltenswirkung von Partizipation am Budgetierungsprozess 10
4 Fazit 12
Anhang 14
Literaturverzeichnis 16
II
Abkürzungsverzeichnis A Agent B.A. Behavioral Accounting GST Goal-Setting-Theory JDM Judgement and Decision Making (deutsch: Urteils- und Entscheidungsfindung) P Principal PAT Principal-Agent-Theory VS Verhaltenssteuerung
III
1 Einleitung
Das Behavioral Accounting (B.A.) versucht verhaltenstheoretische Annahmen aus Nachbardisziplinen, wie der Soziologie und Psychologie, mit dem internen und externen Rechnungswesen zu verbinden. Das folgende Zitat des Sozialwissenschaftlers und Wirtschaftsnobelpreisträgers Herbert Alexander Simon aus dem Jahre 1986 zeigt wie wichtig die Beachtung anderer Disziplinen für die Wirtschaftswissenschaften ist:
“Economics without psychological and sociological research to determine the givens of the decision-making situation, the focus of attention, the problem representation, and the processes used to identify alternatives, estimate consequences, and choose among possibilities - such economics is a one-bladed scissors. Let us replace it with an instrument capable of cutting through our ignorance about rational human behavior.” 1
Eine weitere Motivation sich mit diesem Thema zu beschäftigen besteht in der Wichtigkeit der Mitarbeiter, weg von der der Definition als Produktionsfaktor, hin zum Menschen. Das Rechnungswesen sollte sich somit mehr mit dem individuellen Verhalten und den sozialen Aspekten beschäftigen. 2
In der folgenden Arbeit soll ein kurzer allgemeiner Überblick über die wesentliche Ziele, Aufgaben, Methoden und Erkenntnisse des B.A. gegeben werden, um anschließend auf ausgewählte Fragestellungen der internen Unternehmensrechnung einzugehen. In einem abschließenden Fazit erfolgen eine kurze Beurteilung der bisherigen Forschungen und ihrer Ergebnisse sowie ein Ausblick auf weitere mögliche Untersuchungen.
2 Grundlagen des Behavioral Accounting
2.1 Definition, Ziele und Aufgaben des Behavioral Accounting
Der aus dem englisch stammende Begriff des B.A. lässt sich nicht wörtlich ins Deutsche übersetzen. Am nächsten kommt ihm die Übersetzung von Yvette E. Hofmann im
1 Simon (1986), S.223f.
2 Vgl. Süßmair (2000), S.23.
Handwörterbuch der Betriebswirtschaft, in dem sie B.A. als „verhaltenswissenschaftlich orientiertes Rechnungswesen“ bezeichnet. 3
Im B.A. wird versucht „empirisch prüfbare und nach Möglichkeit bestätigte Erkenntnisse über die Beziehungen zwischen Unternehmensrechnung und menschlichem Verhalten zu gewinnen“ 4 , also die Zusammenhänge von den Verhaltenswissenschaften (Behavioral Sciences), wie Soziologie und Psychologie, und der Unternehmensrechnung (Accounting) zu erforschen. 5 Dieser Forschungszweig stellt somit einen „multidisziplinären Ansatz“ 6 dar. Er passt organisatorische oder soziologische Theorien an, um die Entwicklung, Wartung und Veränderungen von (internen) Rechnungslegungspraktiken zu prüfen, erkennt ausdrücklich die zentrale Bedeutung von Problemen der sozialen Kontrolle und Koordination in Organisationen an und beschäftigt sich mit Fragen des Rechnungswesens im organisatorischen und sozialen Kontext. 7
„Ziel des Behavioral Accounting ist es, die Auswirkungen der Ausgestaltungen des Rechnungswesens auf menschliches Verhalten zu erklären, vorherzusagen und darauf aufbauend Gestaltungsempfehlungen zu geben.“ 8 Ein weiterer Zweck der Untersuchungen liegt darin, dass wenn die Unternehmensleitung das Verhalten ihrer Mitarbeiter kennt, dieses auch einfacher beeinflussen kann. Somit kann sie für eine Übereinstimmung mit den oder zumindest einer Annährung an die Unternehmensziele sorgen.
Hieraus erwächst die Aufgabe des B.A. soziologische und psychologische Erkenntnisse auf das Rechnungswesen zu beziehen, um dieses darauf abzustimmen und schließlich zu verbessern und weiter zu entwickeln. 9
2.2 Notwendigkeit und Entwicklung des Behavioral Accounting
Seinen Ursprung hat das B.A. in den USA. Schon seit den frühen 1950er Jahren kamen einige Wissenschaftler zu dem Schluss, dass Ergebnisse aus den Verhaltenswissenschaften auf das
3 Hofmann (2007), S.77.
4 Küpper (2008), S.97.
5 Vgl. Schönbrunn (1988), S.1.
6 Schweitzer/Küpper (2008); S.590.
7 Vgl. Covaleski/Dirsmith/Samuel (1996), S.1.
8 Gillenkirch/Arnold (2008), S.128.
9 Vgl. Schönbrunn (1988), S.1.
2
Rechnungswesen übertragen werden sollten. Als einer der ersten untersuchte Argyris die Verhaltenswirkungen von Budgets. 10 Im Jahr 1967 veröffentlicht Andrew C. Stedry sein Buch “Budget control and cost behavior”, in dem er weitere Aspekte von Budgets und Verhalten untersucht. 11 Der Begriff des „Behavioral Accounting“ wurde im Jahre 1969 das erste Mal von Bruns und DeCoster verwendet und wie folgt definiert: „Behavioral Accounting considers the impact of the process of measuring and reporting on people and organizations.“ 12 Seitdem wurden unter diesem Begriff zahlreiche Arbeiten veröffentlicht, die allerdings durch dessen vage Definition sehr verschiedenen, spezifischen Fragestellungen nachgegangen sind und viele verschiedene Theorien verwendet haben. 13
Der Grund der schnellen Entwicklung dieses Forschungsbereichs, liegt u.a. in der immer seltener werdenden Anwendung der Annahmen des homo oeconomicus. Simon stellte in seinem “Models of Man” dar, dass der Grundgedanke zahlreicher Forschung über die Urteils-und Entscheidungsfindung, die beschränkte Rationalität der Akteure sei. 14 Entscheidungsträger verfügen oft nur über unvollständige Informationen, sowie beschränkte Möglichkeiten diese zu speichern und abzurufen. Auf Grundlage dieser muss er Entscheidungen und Urteile treffen. Dieses impliziert die Notwendigkeit das Handeln und die Entscheidungsgrundlagen der Akteure zu untersuchen. Studien der letzten 25 Jahre haben ihren Schwerpunkt darauf gelegt, wie unterschiedliche Wahrnehmungen dass Verhalten beeinflussen können. Viele dieser Erkenntnisse haben auch das Financial Accounting beeinflusst. 15
2.3 Die Bereiche des Behavioral Accounting
Das B.A. lässt sich nach Gillenkirch und Arnold, wie in Abbildung 1 dargestellt, in drei Kernbereiche unterteilen. Einen weiteren großen Bereich stellen die Forschungsmethoden (Research Methodology) dar. 16 Hier ist zu beachten, dass es neben dieser Aufteilung noch
10 Vgl. Argyris (1952).
11 Vgl. Stedry (1967), Einige Erkenntnisse aus diesem Buch folgen in Kapitel und 3.2.2.
12 Bruns/DeCoster (1969), S.5.
13 Vgl. Burkert (2008), S.53f.
14 Vgl. Simon (1957) zitiert nach Libby/Bloomfeld/Nelson (2002), S.778.
15 Vgl. Libby/Bloomfeld/Nelson (2002), S.778.
16 Vgl. Anhang.
3
Arbeit zitieren:
Lisa Burgdorff, 2009, Behavioral Accounting, München, GRIN Verlag GmbH
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