Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 4
2. Die Entstehung der New Public Management Bewegung 5
2.1 Bürokratie als Modell für die öffentliche Verwaltung 5
2.2 Warum ist Bürokratie nachteilig? 6
2.3 Ist New Public Management besser? 7
3. Rahmenbedingungen der Entwicklungsländer 8
4. Sollen NP-MIdeen in Entwicklungsländer transferiert werden? 10
5. Argumente gegen die Einführung von NPM in Entwicklungsländern 13
5.1 Generelle Thesen 13
5.2 Lösungsansätze für den öffentlichen Sektor 14
5.3 Anwendbarkeit von NP-MReformen 16
6. Die Rolle von Internationalen Organisation bei der Implementierung von NPM in
Entwicklungsl ändern 19
6.1 Quelle und Katalysator des Transfers 20
6.2 Policy Transfer by diffusion 21
6.3 Policy Transfer by convergence 21
6.4 Zwei Arten des „Policy Transfers“ 22
6.5 IMF „conditionality“ und Zuwendungskonditionen 22
6.6 NPM und Privatisierung 23
7. Schlussfolgerung 25
8. Referenzen 27
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1. Einleitung
Entwicklungsländer sind geprägt durch politische Instabilität, wirtschaftliche Abhängigkeit und soziales Ungleichgewicht. Entwickelte Staaten dagegen unterstützen Entwicklungsländer mit finanziellen Mitteln, personellem Einsatz, aber auch durch Wissenstransfer. Um politische Stabilität zu erreichen muss nicht nur eine demokratische Regierungsform eingeführt werden; sie muss auch von den Bürgern akzeptiert und vertreten werden. Die wirtschaftliche Unabhängigkeit kann durch die Übernahme westlicher marktwirtschaftlicher Methoden positiv beeinflusst werden. Vorrausetzung ist aber ein unterstützendes Regierungssystem und soziales Gleichgewicht. Dementsprechend muss jedes Entwicklungsland vor allem sein Bildungssystem ausbauen um professionell ausgebildete Arbeitskräfte aus der eigenen Bevölkerung beziehen zu können. Nur so kann eine langfristige wirtschaftliche Unabhängigkeit entstehen.
Gerade im Bereich der öffentlichen Verwaltungsreformen übernehmen bzw. orientieren sich viele Entwicklungsländer an westlichen Beispielen wie z.B. dem neuseeländischen New Public Management Modell (NPM). Um die Beziehung zu der Bevölkerung zu verbessern aber auch deren Vertrauen in die Regierung wiederzuerlangen, muss die öffentliche Verwaltung reformiert werden. Dies ist dringend notwendig da das Vertrauen der Bürger gerade in Entwicklungsländern durch Korruption, Willkür und Vetternwirtschaft in der Vergangenheit und auch gegenwärtig noch stark in Mitleidenschaft gezogen wurde und wird. Des Weiteren sind Entwicklungsländer besonders im Bereich des technischen Know-hows, durch Rückstände in der Mechanisierung und durch unproduktive Arbeitsweisen noch stark unterentwickelt. Um also einen effektiv und effizient arbeitenden öffentlichen Sektor zu schaffen müssen Mitarbeiter speziell ausgebildet, technische Innovationen implementiert und solide Handlungsgrundlagen geschaffen werden.
1 http://www.spes.co.at/spes/gemeinde/agenda.html
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Die folgende Seminararbeit wird das Thema Verwaltungsreformen in Entwicklungsländern behandeln und speziell auf die Fragestellung eingehen, ob westliche Reformmodelle zur Reformierung der Verwaltungsebene in Entwicklungsländern geeignet sind. Diesbezüglich werden die Vor- und Nachteile der westlichen Reformmodelle in Bezug auf Entwicklungsländer diskutiert. Des Weiteren wird die Rolle der Internationalen Organisationen bei der Verbreitung von NPM-Ideen besprochen.
2. Die Entstehung der New Public Management Bewegung
Die Grundlage, die zur Entstehung der New Public Management Bewegung führte, ist die Bürokratie. Bürokratie beinhaltet sowohl positive Seiten, kann sich aber auch nachteilig auf die Effizienz und Effektivität der Verwaltungsebene auswirken. Im folgenden Abschnitt wird auf die Beziehung zwischen Bürokratie und Verwaltungsreformen eingegangen.
2.1 Bürokratie als Modell für die öffentliche Verwaltung
Bürokratie ist im Wesentlichen im 20. Jahrhundert entstanden und bildet heutzutage die Grundlage vieler öffentlicher Verwaltungen. Bei der Entstehung von Bürokratie war man sich der Probleme, die es damit geben kann durchaus schon teilweise bewusst, aber man erachtete die Bürokratie auf Grund der zweifelsohne gegebenen Vorteile als die beste Herrschaftsform. Heutzutage ist Bürokratie eher ein negativ besetzter Begriff. Für die meisten ist Bürokratie als altmodisch und schwerfällig charakterisiert. Die Grundlagen der Bürokratie im öffentlichen Sektor machen jedoch durchaus Sinn.
Die Bürokratie in der öffentlichen Verwaltung setzt sich die folgenden Punkte zum Ziel 2 : Die Trennung der Verwaltung von der Politik. - Einebeständige, nachhaltige Verwaltung. - EineAuswahl des Verwaltungspersonals auf Grund der persönlichen Fähigkeiten. - DieOrganisation sollte in eine funktionale Einheit für Arbeit und eine hierarchische - Einheitfür Aufgaben und Personen gegliedert sein. Die Ressourcen sollen der Organisation gehören, nicht den Menschen. - DieMotivation der Mitarbeiter soll durch ein erhöhtes Pflichtbewusstsein und - öffentlichesInteresse getätigt sein.
2 Vgl. Minogue, M. (2001), S. 3
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2.2 Warum ist Bürokratie nachteilig?
Seit den 80er Jahren wurde das bürokratische System weltweit, vermehrt in Frage gestellt. Was sind jedoch die Kritikpunkte am bürokratischen Modell? 3 Der Vorteil der Trennung von Politik und Verwaltung scheint in vielen bürokratischen - Systemennicht zuzutreffen und entspricht deshalb nicht dem Ideal. Als Beispiel sind hier politische Sektionschefs in den österreichischen Ministerien zu nennen. Zusätzlich ist in einer bürokratischen Verwaltung der Begriff Effizienz nicht - berücksichtigt.Dies wäre jedoch ein wesentlicher Punkt zur Ausgabensenkung im öffentlichen Sektor.
Bürokratie ist durch Hierarchie und Zentralisation gekennzeichnet. Diese erzeugen im - bürokratischenSystem einen negativen Hang zu Regeln, wo nicht immer welche benötigt werden und führen somit zu einer größeren Schwerfälligkeit des Systems. Bürokratien sind eine Implementierung von oben nach unten und erzeugen deshalb - auchhäufig Fehler.
Durch die hohe Anzahl an Transaktionen im bürokratischen System wird eine - Komplexitäterzeugt, die viel höher ist, als im Modell eigentlich zu erkennen ist. Zusätzlich bestand das Problem, dass bürokratische Unternehmensformen in vielen Staaten ausgeufert sind und der Staat oft in zu viele Bereiche eingriff. Er erzeugte durch die Vielzahl an Interventionen oft Abhängigkeit und verletzte damit das in der Verfassung verankerte Subsidiaritätsprinzip, in dem steht, dass der Staat nur eingreifen soll, wenn der Einzelne eine Aufgabe nicht mehr selbst erledigen kann. Ein zu breit agierender Staat übernimmt Aufgaben höchstwahrscheinlich ineffizienter, als dies andere machen könnten. Zusätzlich besteht, wie in allen großen Organisationen, noch das Problem, dass die Eliten den Staat ausnutzen. All diese Nachteile vom bürokratischen System führten schließlich zur Entstehung eines Reformmodells, das in vielen Punkten sehr stark vom der traditionellen Machart abweicht. Dieses Reformmodell wurde unter dem Namen New Public Management (NPM) bekannt. Doch ist es wirklich die bessere Alternative zu einem bürokratischen System?
3 Vgl. Minogue, M. (2001), S. 5
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2.3 Ist New Public Management besser?
Das Warum bei der Einführung des New Public Management wurde im vorigen Kapitel klar. Es ist das Versagen des bürokratischen Systems. Ist New Public Management aber ein Geschenk des Himmels oder verbergen sich darin sowohl Licht, als auch Schatten? Was spricht also für die Einführung von New Public Management? 4 Es wird eine Alternative zum bürokratischen System benötigt, da dies im - Wesentlichenversagt hat.
Die Verwendung des Marktes im New Public Management eröffnet eine effizientere - Alternative,als das bürokratische System, das ja nicht wirklich auf effizienten Vorgehensweisen beruht. Zusätzlich hat es bereits in bestimmten Fällen klare Effizienzgewinne durch die Einführung von New Public Management gegeben. Öffentliche Manager tragen bei ihren Entscheidungen nicht mehr ein enges Korsett, - sondernerhalten durch die New Public Management Reformen mehr Autonomie und bessere Anreize, um zu entscheiden.
Die Bürger haben durch die Einbeziehung des Privatsektors eine größere Auswahl. - Effizienzgewinneführen zu einer Senkung der öffentlichen Ausgaben und im - Endeffektzu geringeren Steuerbelastungen für den Bürger. Durch New Public Management wird die öffentliche Verwaltung von einer - bürokratischenin eine unternehmerische Kultur transformiert. Was spricht gegen die Einführung von New Public Management? 5 Der Markt ist eine fehlerhafte Alternative zum bürokratischen Staat. - Esgibt im New Public Management keine direkten Beweise für gestiegene Effizienz. - DieSteigerung der Autonomie für die Manager brachte ein erhöhtes Fehlerrisiko und - eineverwässerte Zurechenbarkeit von Fehlern.
Die Einführung des Konkurrenzprinzips führte in öffentlichen Verwaltungen weg von - einerOrientierung in Richtung Zusammenarbeit und Konsens, hin zu einer Orientierung in Richtung Konflikt.
Durch die ständigen Kosten- und Personalkürzungen werden die öffentlichen - Arbeitskräftedemoralisiert.
4 Minogue, M. (2001), S. 8
5 Minogue, M. (2001), S. 8
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Arbeit zitieren:
Antje Artmann, Kirch, Gramm, Freudenthaler, 2003, Umsetzung der Prinzipien des New Public Management in Entwicklungsländern, München, GRIN Verlag GmbH
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