Relation welches ermöglicht nicht-göttlichen Seins und geschaffener Freiheit zu verstehen. Balthasar’s Erklärung des innertrinitarischen Ereignisses setzt nach Wallner „die Gültigkeit existentieller Differenzierung von der Welt her“ 4 voraus. In dieser Arbeit setze ich mich ausschliesslich um das Ringen zwischen Balthasar und Hegel auseinander. Dabei ziehe ich das Werk Gott als Eschaton von Wallner zur Seite.
2. Theodramatik - Ringen mit Hegel
Wie schon gesagt, problematisiert Hans Urs von Balthasar das Zueinander und Miteinander von Gott und Welt/Mensch. Dabei steht die Frage im Mittelpunkt, wie den der Übergang des immanent-trinitarischen Ereignis in die Geschichte Gottes mit und in der Welt gedacht werden kann. Die Theodramatische Theologie steht unter dem Transzendentale gut - bonum (daneben gibt es noch die zwei Anderen: Schön -Pulchrum und Wahr - Verum ). Wir können von einer „Theologie der Freiheit“ reden. Das bonum muss „als geschichtlich dramatische Zueinander der göttlich-dreieinigen und der sündig-erlösten menschlichen Freiheit bis in die letzten eschatologischen Aspekte durchdacht werden“ 5 . Im Zentrum der Theodramatik findet nun Balthasars Auseinandersetzung mit Hegel statt. Die Fragerichtung wird gemeinsam mit Hegel gestellt: „...in welchem Sinn ist das theologische Drama ein Drama Gottes selbst? Tritt Gott in die Handlung ein? Und wird er damit nicht zum Moment eines Umgerissenen degradiert?“ 6 Es geht Balthasar um Gegenposition zu Hegel zu beziehen, „denn es geht hier um Sein oder Nichtsein der von uns geplanten Theodramatik“ 7 . Nach Balthasar ist aber „zwischen immanenter Trinität und Welt, bzw. ökonomischer Trinität“ 8 immer zu beachten.
2.1. „Immanente Trinität“ bei Hegel
Nach Balthasar habe Hegel eine immanente Trinität, „aber so, dass sie die ökonomische in sich ‚aufhebt’, indem sie beim Durchgang durch die Zeit ‚die Zeit tilgt’“ 9 . Der hegelsche Prozess der „Aufhebung“ entwickelt sich nach Balthasar „einerseits von Gott aus, der in seinem abstrakten Begriff der Besonderung bedarf“,
4 K. J. Wallner, Gott als Eschaton, 224
5 Theologik I, XXI.
6 Theodramatik I (=TD I), 64. Die Auseinandersetzung mit Hegel beginnt bereits schon ab Seite 50.
7 TD I, 57.
8 Vgl. TDI 64. In Theologie der drei Tage, 28, wendet sich von Balthasar u. a. dezidiert gegen Karl Rahner.
9 Wallner, 229.
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andererseits „vom Menschen aus, der in seiner Besonderheit einer abschliessenden Versöhnung bedarf. Die daraus resultierende ‚Zweiseitigkeit des Systems’ wird nach Balthasar nicht weiter aufhebbar sein“ (Ebd.). Bei Hegel gebe es jedoch ein eindeutiges Übergewicht des zweiten Aspektes. Er setzte nämlich „das Andere“, dessen Gott in dem Prozess der Aufhebung zu seiner eigenen Konkretion zur absoluten Fülle erst bedarf, schon mit dem ‚Sohn’ in eins“ (230). Nach christlichem Verständnis ist jedoch der Sohn schon von Ewigkeit „der Andere“. Erst in der Fülle der Zeit trete er innerhalb der Andersheit der Welt als konkreter Mensch hervor. Dadurch kritisiert Balthasar Hegel, dass er nicht nur die schöpferische Freiheit Gottes in Frage stellt, „sondern zunächst vor allem die Konkretheit Jesu Christ, welche so in ihrem ‚Ernst’ durch eine absolute Geschichte der göttlichen Idee bedroht wird, weil in ihr das Konkrete immerdar nur ‚verklärt’ und ‚abgestreift’ Geltung haben darf“ (ebd.). Nach Hegel könne wie der Sohn auch der Geist nicht als „Person“ verstanden werden. Dieser sei bei ihm das sich im Prozess Durchhaltende, die Einheit in der Gegenseitigkeit; er sei aber nie „zu einer ‚konkreten’ dritten göttlichen Person konstituiert“ (230). Diese Tendenz zur „Versöhnung im absoluten Geist“ betrachtet Balthasar „als eine inadäquate Verschränkung von ‚Gott-in-sich’ und ‚Gott-für-uns’“ (231). Darin liege nämlich das Übel für den Begriff einer immanenten Trinität. Denn gerade weil es die Totalität des absoluten Geistes sei, die Differenz aufzuheben und als solche in sich zu haben, lasse sich die immanente Trinität bei Hegel bloss verstehen „als zunächst das dunkel-verborgene ‚Reich des Vaters’“ (ebd.).
2.2. Der richtige Blickwinkel
Nach Balthasar verschränkt Hegel Theologie und Philosophie, also Offenbarung von Gott her und Reflexion auf Gott hin. Dies führe zu einer „Totalreflexion der ‚Noosphäre’ in einer Art höherem Gesamtsubjekt“. Diese Anmassung von Totalität bei Hegel habe zur Folge, dass „man planen Fusses von der einen zur andern Ebene hinüberschreitet. (...) Totale Reflexion der Noosphäre: wie sollte diese nicht, falls sie gelänge, die Erreichung des göttlichen Subjekts sein?“ 10 . Die hegelsche Dialektik gibt nach Balthasar den Satz vom Nichtwiderspruch Luther simul iustus et peccator auf, wodurch „die Negativität, das Auseinanderklaffen der Gegensätze als ‚ein notwendiges Durchgangsmoment’ des Geistes betrachtet“ 11 werde. Solche Dialektik
10 Das ganze im Fragment, 202.
11 Zu Luther vgl. Wallner, Gott als Eschaton, 234, Anm. 49.
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Arbeit zitieren:
lic.theol. Daniel M. Bühlmann, 2005, Theologische Dramatik in Hans Urs von Balthasar, München, GRIN Verlag GmbH
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