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1. Vorwort 3
1.1 Gegenstand der Arbeit 3
1.2 Struktur der Hausarbeit 3
2. Funktionsweise und Struktur der Metapher 4
2.1 Definition der Metapher und ihrer Struktur 4
2.1 1 Analyse der Struktur von Metaphern nach Leech 7
2.1.2 Ähnlichkeit als Grundprinzip der Metapher nach Sapir 9
2.1.3 Interne und externe Metaphern 12
3. Die Metaphorik im JC unter Berücksichtigung der Idee der
Metaphernfamilie 12
3.1 Ausgewählte Belegstellen für die drei Hauptfamilien von
Metaphern im Julius Cäsar 12
3.1.1 Die erste Familie von Metaphern im JC: Blut und Körper (-Säfte) 14
3.1.2. Die zweite Metaphernfamilie im JC: Tier- und Jagdmetaphern 17
3.1.3 Die dritte Metaphernfamilie im JC: Metaphern der Bewegung, des Wandels und
des Aufruhrs 19
3.2 Verteilung der Metaphernfamilien im Text des JC 20
4. Analyse ausgewählter Metaphern auf Basis der Analysemodelle von Leech und
Sapir 20
4.1 JC I.3.104-6 21
4.1.1 Analyse nach Leech 21
4.1.2 Analyse nach Sapir 22
4.2. JC III.1.36-7 23
4.2.1 Analyse nach Leech 23
Bibliographie 25
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1. Vorwort
1.1 Gegenstand der Arbeit
Die vorliegende Arbeit befasst sich mit der in Shakespeares Julius Cäsar (im folgenden JC) vorliegenden Metaphorik und der Frage, in wie weit die von Shakespeare verwendeten Metaphern zu Gruppen oder Familien zusammengefasst werden können. Des weiteren wird untersucht, wie diese Metaphern eingesetzt werden und ob der Verwendung bestimmter Gruppen von Metaphern ein System zugrunde liegt. Ich beziehe mich in meiner Hausarbeit bei der Zeilenangabe und der Übersetzung von Textstellen auf die engl.dt. Studienausgabe des Julius Cäsar, erschienen bei Francke, 1986.
1.2 Struktur der Hausarbeit
Im ersten Teil dieser Arbeit gebe ich einen Überblick über die Theorien und Theorieansätze zur Funktion und Struktur von Metaphern. Dabei beziehe ich mich hauptsächlich auf den Aufsatz The Anatomy of Metaphor von J. David Sapir, auf Andrew Goatlys Werk The language of Metaphor und auf A linguistic guide to English poetry von Geoffrey N. Leech. Daneben sind auch die Thesen von George Lakoff und Mark Johnson in die Beantwortung der oben aufgestellten Fragen eingeflossen. Während Sapir, Lakoff und Johnson originär eigene Theorien bezüglich des Phänomens Metapher entwickeln, unternimmt Goatly den Versuch, die Theorien und Ansätze anderer Wissenschaftler zu vereinen und zu einer neuen, umfassenderen Darstellung der Metapher zu verschmelzen. Im zweiten Abschnitt dieses Teils meiner Hausarbeit untersuche ich die einzelnen Familien von Metaphern, die im JC eingesetzt werden. Dazu stelle ich eine Tabelle auf, in der in der Reihenfolge ihres Erscheinens im Text Metaphern diesen Familien
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zugeordnet werden. Diese Tabelle ist allerdings keine vollständige Auflistung aller Metaphern, sondern enthält ausgewählte
Textstellen, die ich für besonders deutlich halte, um das Prinzip der Metaphernfamilie zu erläutern. Daran schließt sich ein empirischer Teil an, in dem ich mehrere ausgewählte Metaphern hinsichtlich der im ersten Teil der Arbeit aufgestellten Theorien analysiere. Dabei beziehe ich mich in der Hauptsache auf Leech und Sapir.
2. Funktionsweise und Struktur der Metapher
2.1 Definition der Metapher und ihrer Struktur
Im folgenden soll zunächst der Begriff der Metapher näher definiert werden, wobei ich auf die Definitionen von Goatly und Sapir näher eingehen werde. Der Begriff „Metapher“ leitet sich etymologisch vom griechischen μεταϕερειν ab, was sich in etwa mit „(her)übertragen“ übersetzen lässt. Demnach ist eine Metapher die Übertragung von Bedeutung von einer Sache auf eine andere. Goatly definiert Metapher wie folgt: „ Metaphor occurs when a unit of discourse is used to refer unconventionally to an object, process or concept, or colligates in an unconventional way. And when this unconventional act of reference or colligation is understood on the basis of similarity, matching or analogy involving the conventional referent or colligates of the unit and the actual unconventional referent or colligates.“ (Goatly: 1997: 8) Das bedeutet, dass, wenn eine sprachlich darzustellende Sache in den Begrifflichkeiten einer anderen Sache dargestellt wird, und diese Darstellung auf Basis von Gleichheit oder Analogie verstanden wird, eine Metapher vorliegt. Es scheint also so zu sein, dass es nötig sein kann, für einen Sachverhalt, ein Ding oder eine andere Einheit der realen Welt andere Begriffe oder Ausdrücke zu verwenden, als
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gewöhnlicherweise dafür in der Sprache vorgesehen sind. Grundlage dieses Verständnisses von Metaphorik ist, dass nicht jede Proposition genau eine Entsprechung in der Sprache besitzt. Wäre dem so, so würde die Notwendigkeit von Vergleichen, sofern sie nicht ausschließlich der Abwägung und der Wertung dienen (besser als..., größer als...), nicht gegeben. Es ist aber ein reales Phänomen, dass nicht jeder über das gleich Lexikon und/oder Register verfügt. Es ist also möglich und sehr wahrscheinlich, dass sich zwei Sprecher nicht verständen, verzichteten sie auf Vergleiche. Andersherum gesagt, sie könnten ihre jeweiligen Konzepte von der Realität nicht miteinander abgleichen und sich darüber
verständigen. Dazu bedarf es der Fähigkeit des Rezipienten einer Botschaft, diese so zu entschlüsseln, wie sie codiert wurde. Goatly stellt dazu ein einfaches Modell der sprachlichen Kommunikation auf:
Das Modell sagt aus, dass ein Sprecher, der (A) ein Objekt der für ihn realen Welt wahrnimmt. Mit Mitteln der Wahrnehmung und des Bewusstmachens entwickelt er (B) einen Gedanken, der (C) in einer Proposition zusammengefasst wird. Diese Proposition, die immer noch nur im Kopf des Sprechers existent ist, muss nun in Text gefasst werden (D). Dieser Text muss vom Hörer genau auf gleichem Wege wieder rückgeführt werden, soll er sich am Ende auf das gleiche Phänomen der physikalischen Welt beziehen. Es gibt also keinen direkten Bezug zwischen einem wie auch immer gearteten sprachlichen Zeichen oder Symbol und seinem Referenten (State of affairs s.o.) In ihrem Reader Einführung in die
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Sprachwissenschaft verdeutlichen Boeder und Calbert diesen
Umstand mit dem „Semiotischen Dreieck“ von Ogden und Richards:
Wie aus der Graphik zu erkennen ist, muss quasi ein Umweg über ein im Bewusstsein des Sprechers verankertes Konzept, auf das sich sowohl das sprachliche Zeichen, als auch der durch dieses dargestellte Referent beziehen, gegangen werden. Das gilt sowohl für wörtliche, als auch für metaphorische Äußerungen. Wichtig ist nur, dass dieser „Umweg“ von Sprecher und Hörer gegangen wird. Hier liegt die Hauptschwierigkeit: Sprecher wie Hörer müssen sich über den Schritt von der Proposition zum Text und zurück einig sein, soll das Modell funktionieren. Eine der Hauptschwierigkeiten liegt aber schon in der Codierung des Gedanken in eine Proposition bzw. eine Behauptung: In den meisten Fällen sprachlicher Kommunikation nähern sich der Gedanke, den der Sprecher übermitteln will, und die darauf basierende Proposition einander in mehr oder minder großem Maße an. Je größer die Lücke zwischen der gemachten Proposition und der Bedeutung, die ausgedrückt werden soll, ist, desto höher wird der Grad der Metaphorik in der Äußerung sein. Im Gegenzug wird der Grad der Wörtlichkeit der Äußerung höher, je kleiner diese Lücke ist. Das rührt daher, dass es eine Eigenschaft des Menschen ist, sich beim Sprechen möglichst ökonomisch zu verhalten. Im Falle einer großen Lücke zwischen dem, was gesagt werden soll, und den dafür zur Verfügung stehenden sprachlichen Möglichkeiten, ist es im Sinne der Sprachökonomie von Vorteil, Metaphern zu verwenden, da der
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Schritt vom Text zurück zur Annahme/Proposition beschleunigt werden kann, wenn der Hörer die Metapher auf die gleiche Weise versteht, wie der Sprecher. (Goatly: 15).
2.1.1 Analyse der Struktur von Metaphern nach Leech
Geoffrey N. Leech stellt in seinem Buch A linguistic guide to English poetry ein Modell auf, mit dem es möglich ist, die Struktur
einer Metapher zu analysieren. Dieses Modell soll anhand folgender Metapher erläutert werden:
(1) These couchings [...] might fire the blood of ordinary men[...] Julius Caesar III.I.36-7
(Ausführliche Analyse siehe Analyse ausgewählter Metaphern)
Bei dieser Metapher handelt es sich um eine „compound metaphor“, da sie aus mehreren in verschiedenen Eben verschachtelten Metaphern konstruiert ist. Zunächst einmal ist es nötig, sich diese Ebenen zu verdeutlichen. Dazu stellt Leech (154) fest, dass eine Metapher sowohl aus wörtlich [im folgenden `L´ (= engl.`literal´)] zu verstehenden, als auch aus bildlich [im folgenden `F´ (= engl. `figurative´) zu verstehenden Teilen besteht. Diese können voneinander getrennt werden:
Arbeit zitieren:
Thomas Kämpfer, 1998, Die Sprache Shakespeares, München, GRIN Verlag GmbH
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