Inhaltsverzeichnis
I. Einführung S. 3- 4
II. Hauptteil 5-10
II.1. Aufbau 5
II.1.1. Die Große Frankfurter Straße bis zum Zweiten Weltkrieg S. 5- 6
II.1.2. Erst Neubebauung und Entstehung des Ausbaugesetzes S. 6- 8
II.1.3. Planung der Neubebauung 9
II.1.4. Aufbau 9-10
II.2.Symbolik und Propaganda 10-17
II.2.1. „Vom Volk für das Volk“ 10-12
II.2.2. Wirkung auf den Westen S.12-13
II.2.3. Leben in der Stalinallee S.13-14
II.2.4. Konsum und Vergnügen 15
III. Schluss 16
IV. Literatur 17
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I Einführung
Die Karl-Marx-Alle, vormals Stalinallee, davor Große Frankfurter Straße genannt, ist heute die imposanteste Allee in Berlin, nicht nur Ost-Berlins. Das Besondere der Straße ist deutlich im Vergleich mit anderen großen Straßenzügen in West- und Osteuropa zu erkennen. Die Westberliner Architektur wirkt kleinstädtisch im Gegensatz zu dem Stolz und der Siegesgewissheit der Anfangsjahre des Sozialismus, den die Allee ausstrahlt. In der Literatur zu sozialistischer Architektur beziehungsweise DDR- Architektur ist die Stalinallee ein häufig behandeltes Thema, das Historiker und Architekten von damals wie heute beschäftigt.
Es sind vor allem die Ausmaße der Magistrale, die die Stalinallee zum Vorbild und Sinnbild der sozialistischen Architektur machten. Eine Straßenbebauung von sieben- bis neungeschossigen Wohngebäuden mit homogenen Fassaden auf 1,8 Kilometer Länge, zwischen Straußberger Platz und Frankfurter Tor, dazu die schalenförmige Randbebauung am Straußberger Platz mit Punkthäusern von bis zu dreizehn Geschossen. Und das alles wurde in nur zweijähriger Bauzeit unter der Beteiligung des Ostberliner Bevölkerung errichtet. 1
Es ist auch die Idee des Neuen, die Neuformung der Gesellschaft, die dank der Restaurierung und des Denkmalschutzes wieder lebendig wurde. Es galt, „...die zerstörten Städte im Osten Deutschlands so schnell wie möglich wieder auf zu bauen und den Menschen wenige Jahre nach dem Inferno des Krieges eine Perspektive aufzuzeigen.“ 2
Die sozialistische Ideologie, die in der Sowjetunion so großes geschaffen hatte, sollte auch in Ostdeutschland ihre Spuren hinterlassen. Nach dem Ende des Dritten Reiches und den Jahren von Tod und Zerstörung war eine neue gemeinsame Perspektive das, was die Berliner zu einem solchen Projekt bewegte. Die rasche Fertigstellung der Magistrale sollte gleichzeitig den weiteren Weg des Sozialismus aufzeigen. „Die Vorzüge des Lebens im Sozialismus“ 3 waren hervorzuheben. Insofern ist die Stalinallee als Propagandabau zu verstehen.
Der Stalinallee ließ auch die Westmächte nicht unbeeindruckt. Die West-Berliner Stadtpolitik geriet in Zugzwang. Im zerstörten Deutschland wurde im Osten wie im Westen um die Überlegenheit einer Ideologie über die andere gekämpft. Wie in anderen Bereichen des täglichen Lebens, war besonders in den Fünfziger Jahren die Architektur ein Mittel des Machtgebahres der
1 Tscheschner, Dorothea: Stadtplanung und Städtebau, in: Karl-Marx-Allee - Magistrale in Berlin. Die
Wandlung der sozialistischen Prachtstraße zur Hauptstraße des Berliner Ostens, hg.v. Helmut Engel und Wolfgang
Ribbe, Berlin 1996, S.15.
2 Nikolaus, Herbert und Obeth, Alexander: Die Stalinallee. Geschichte eines deutschen Straße, Berlin 1997,
S.58.
3 Deiters, Ludwig; Butter, Andreas und Hartung, Ulrich: Begegnung mit der Architektur der Stalinallee, in:
Karl-Marx-Allee - Magistrale in Berlin. Die Wandlung der sozialistischen Prachtstraße zur Hauptstraße des Berliner
Ostens, hg.v. Helmut Engel und Wolfgang Ribbe, Berlin 1996, S.59.
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Besatzungsmächte. 4
In der folgenden Arbeit möchte ich die Entstehung der Stalinallee von der Ausfallstraße Richtung Frankfurt/Oder zur Repräsentation des Sozialismus und der DDR betrachten und dabei darstellen, inwiefern das Konzept des Baus „Vom Volk für das Volk“ tatsächlich umgesetzt wurde.
4 Bodenschatz, Harald: Antworten West-Berlins auf die Stalinallee, in: Karl-Marx-Allee - Magistrale in
Berlin. Die Wandlung der sozialistischen Prachtstraße zur Hauptstraße des Berliner Ostens, hg.v. Helmut Engel und
Wolfgang Ribbe, Berlin 1996, S.153.
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II.1. Der Aufbau
II.1.1. Die Große Frankfurter Straße bis zum Zweiten Weltkrieg
Bis ins 17. Jahrhundert bestand Berlin aus eigentlich zwei Städten, Berlin und Cölln, die durch eine gemeinsame Stadtmauer verbunden waren. Die Stadtmauer umfasste in etwa den heutigen Bezirk Mitte. Ende des 17. Jahrhunderts wurden zur Erweiterung des Siedlungsgebietes Vorstädte südlich und nördlich Berlin-Cöllns errichtet. Östlich davon, heute Friedrichshain/Prenzlauer Berg, waren Äcker und Wiesen. Nur eine Handelsstraße führte aus diesem Teil der Stadt Richtung Frankfurt an der Oder hinaus. 5 Mitte des 19. Jahrhunderts wurde dieses Areal mit Mietshäusern bebaut. In den 1870er Jahren entstand ein Nahverkehrssystem, das auch die Große Frankfurter Straße mit einschloss. Mit der Industrialisierung entwickelte sich zur Jahrhundertwende der Alexanderplatz vom einem Handelsplatz zu einem bedeutenden Verkehrsknotenpunkt. 6
Der Baustil der Häuser auf der Allee entsprach der damals typischen Berliner Bauart: die Fassade des mehrgeschossigen Vorderhauses der Straße zugewandt, hinter diesem noch ein oder zwei Hinterhäuser, die kleinen Innenhöfe waren durch eine breite Durchfahrt verbunden. Die Häuser waren keine reinen Wohnhäuser, sondern hatten meistens kleine Betriebe oder Werkstätten in den Hinterhöfen angesiedelt. 7 Die enge Bebauung und maximale Ausnutzung des Baugrunds und den daraus resultierenden günstigeren Mietpreisen machten aus dem Osten der Stadt ein Arbeiterviertel, in dem es kaum Grünfläche gab und das Elend wuchs.
1925 trat eine neue Bauordnung in Kraft, die den Bau von Bau vom Mietskasernen stoppen sollte. Unter Stadtbaurat Martin Wagner (1885-1957) wurde mit einem Umbau begonnen, der eine offenen Bauweise schaffen sollte. Dieses Vorhaben konnte nicht beendet werden, die Wirtschaftskrise ließ viele große Bauprojekte Berlins scheitern. 8
„Die alte Frankfurter Allee war bis zu ihrer Zerstörung somit eine enge (...) Korridorstraße mit lichtarmen Hinterhöfen und tristen Mietskasernen.“ 9 Und sie blieb trotz ihrer Funktion als wichtigste Ausfallstraße Richtung Osten vom Verkehr im Zentrum getrennt. Im Zweiten Weltkrieg wurde die Frankfurter Allee fast vollständig zerstört. Vom Alexanderplatz blieben der Bahnhof aus dem 19. Jahrhundert erhalten, ebenso wie zwei Bauten aus der Weimarer Republik: das Berolina-Haus und das Alexander-Haus. 10
5 Nikolaus, Herbert und Obeth, Alexander: Die Stalinallee. Geschichte eines deutschen Straße, Berlin 1997,
S.17.
6 Cuadra, Manuel: Berlin Karl-Marx-Allee. Eine Einführung, in: Berlin Karl-Marx-Allee. Hintergründe ihrer
Entstehung/Probleme/Visionen, hg.v.d. Architektenkammer Hessen, Hamburg 1997, S12.
7 Nikolaus und Obeth: Die Stalinallee, S.25.
8 Ebd., S.29.
9 Ebd., S.29.
10 Cuadra: Berlin Karl-Marx-Allee. Eine Einführung, S.12.
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Arbeit zitieren:
Katharina Hoffmann, 2009, "Vom Volk für das Volk", München, GRIN Verlag GmbH
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