Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung. 3
1.1 Vorwort. 3
1.2 Methodik. 4
1.3 Definitionen/Einordnung. 4
2. Das Jugendforum VOICE Leipzig. 6
2.1 Entstehung. 6
2.2 Aufbau. 7
2.3 Ziele. 9
2.4 Wie es weiterging. 9
3. Das Kinder- und Jugendparlament des Vogelsbergkreises. 11
3.1 Entstehung. 11
3.2 Aufbau. 12
3.3 Ziele. 13
3.4 Erfolgsmodell und hauptamtliche Unterstützung. 13
4. Vergleich. 15
4.1 Entstehung. 15
4.2 Aufbau. 15
4.3 Ziele. 16
4.4 Demographische Unterschiede. 17
5. Abschluss. 17
5.1 Fazit. 17
5.2 Ausblick. 20
Literaturverzeichnis. 21
2
1. Einleitung
1.1 Vorwort
Partizipation an politischen Entscheidungen und Jugendbeteiligung sind Themen, die in den letzten Jahrzehnten in Deutschland und Europa vorangetrieben worden sind. Insbesondere die politische Partitzipation von Jugendlichen wird, in einer Zeit in der immer größere Politikverdrossenheit in der breiten Bevölkerung festzustellen ist, zu einem wichtigen Kriterium für das Gelingen unseres demokratischen Systems. Je früher junge Menschen anfangen Verantwortung zu übernehmen und sich zu beteiligen, desto stärker tun sie das auch in ihrem späteren Leben. Partizipation von Jugendlichen kann an dieser Stelle zu einer Art präventiver Arbeit gegen Politikverdrossenheit werden.
In Deutschland gibt es viele verschiedene Arten der Partizipation. Die vorliegende Arbeit möchte zwei Beteiligungsmodelle exemplarisch herausgreifen, nämlich das Kinder- und Jugendparlament des Vogelsbergkreises (KJPVB) und das kommunale Jugendforum VOICE in Leipzig und hieran Gelingensbedingungen für erfolgreiche Partizipation von Jugendlichen unter dem Aspekt der Unterstützung durch eine hauptamtliche Betreuung untersuchen.
Die beiden Organisationen sind von ihrer Struktur grundsätzlich verschieden, haben jedoch beide Jugendbeteiligung als Existenzgrund. Außerdem stellt der Vergleich ein erfolgreiches Modell (das Kinder- und Jugendparlament des Vogelsbergkreises als das älteste seiner Art auf Landkreisebene 1 ), einem erfolglosen Modell (VOICE hat im Dezember 2005 die Arbeit eingestellt) gegenüber.
Die Arbeit soll hierbei folgende Fragen beantworten:
Welche Rolle spielt hauptamtliche Unterstützung für solche Beteiligungsmodelle? Welche Probleme können entstehen?
1 Vgl. http://www.vogelsbergkreis.de/Kinder-und-Jugendparlament.337.0.html; 6.10.09
3
1.2 Methodik
Als Grundlage für meine Untersuchung dient eine Vergleichsstudie zwischen dem Jugendforum VOICE in Leipzig und einem Jugendgremium in Lyon, welches unserem Vergleichsgegenstand, dem Kinder- und Jugendparlament des Vogelsbergkreises ähnlich ist. Da ich selbst in letzterem eine zweieinhalb jährige Legislaturperiode verbracht habe und so einen guten Zugang zu diesem Jugendgremium existiert, werde ich Experteninterviews 2 mit Jugendlichen und erwachsenen Begleitpersonen durchführen. Aufgrund des Umfangs der Hausarbeit werden es zwischen drei und fünf Interviews sein. Neben den Interviews sollen noch Originaldokumente (Sitzungs- und Gesprächsprotokolle, Jahresberichte) der beiden Vergleichsobjekte herangezogen und hermeneutisch ausgewertet werden. Außerdem wird ein Fragebogen für die Teilnehmer des KJPVB erstellt 3 . Das Ganze wird ergänzt durch Fachliteratur.
Die Arbeit soll eine Mischung aus Retrospektive und Erfolgsbewertung unter dem Aspekt der hauptamtlichen Betreuung solcher Gremien werden. Hierbei wird der Hauptfokus auf der Entstehungsgeschichte liegen, dem Aufbau der Jugendgremien, ihren Ziele und wie sie sich in der Folgezeit entwickelt haben.
1.3 Definitionen/Einordnung
Als zentraler Begriff unserer Thematik steht die politische Partizipation von Jugendlichen.
An dieser Stelle werden wir uns daher zunächst dem Begriff "politische Partizipation" annähern. Kaase begreift diesen als "all voluntary activities by individual citizens intended to influence either directly or indirectly political choices at various levels of the political system" 4 . Er betrifft also alle Handlungen die mit dem Ziel eine politische Entscheidung zu beeinflussen getroffen werden. Es existieren natürlich unintendierte Handlungen die politischen Einfluss haben, diese schließen wir aber an dieser Stelle aus.
2 Bei den Interviewpartnern handelt es sich um eine "Auswahl nach Gutdünken". Vgl. KROMNEY, Helmut: Empirische Sozialforschung - Modelle und Methoden der Datenerhebung. Fernuniversität Hagen, Hagen, 2007, S. 208
3 Letztendlich kamen die Ergebnisse aber wegen der thematischen Fokussierung kaum zur Geltung.
4 Vgl: KAASE, Max und MARSH Alan: Political Action. A Theoretical Perspective, in: BARNES, Samuel H. und KAASE Max et al. (Hrsg.): Political Action: Mass Participation in Five Western Democracies. Sage Beverly Hills, 1979 S.27
4
Generell ist dies eine sehr weitläufige Definition und um die Untersuchungsthematik auszudifferenzieren unterscheiden wir zusätzlich, wie in der Forschung weitgehend Konsens, zwischen konventioneller und unkonventioneller 5 Partizipation. Erstere betrifft bspw. Wahlen, oder Parteispenden und letztere zum Beispiel Demonstrationen. Desweiteren wird zwischen direkter (unmittelbare Einflussnahme: Bürgermeisterwahl) und indirekter 6 (mittelbare Einflussnahme: Petitionen) Partizipation unterschieden sowie zwischen legalen und illegalen Aktivitäten.
Teilweise findet auch eine Unterscheidung zwischen legitimer und illegitimer Partizipation statt. Da aber auf einem subjektiven Urteil beruht, was für legitim und was für illegitim erachtet wird, möchte ich diese Ebene in der Begriffsbestimmung ausblenden.
Politische Partizipation in unserem Fall innerhalb der Jugendgremien wird also folgendermaßen verstanden:
"Eine Handlung, die auf konventionelle, direkte und legale Art und Weise das Ziel hat politische Entscheidungen zu beeinflussen."
5 Vgl. HANSEN, Emanuel: Politische Partizipation in Europa : Erklärungsfaktoren und ihr Zusammenwirken. Tectum Verlag, Marburg, 2009, S.11
6 Vgl. STEINBRECHER, Markus: Politische Partizipation in Deutschland, Nomos, Baden-Baden, 2009, S.41
5
2. Das Jugendforum VOICE Leipzig
2.1 Entstehung
Die Enstehung von VOICE lässt sich in 5 verschiedene Phasen unterteilen, Thematisierungs-, Findungs-, Strukturierungs-, Konzeptionalisierungs-und
Institutionalisierungsphase 7 . Die Thematisierungsphase fand während der Kinderrechtetagung in Leipzig im September 2000 statt. Die Tagung hatte das Ziel, Kinder und Jugendliche in "themenspezifischen Arbeitsgruppen mit lokalen und globalen Fragestellungen der Durchsetzung von Kinderrechten" 8 auseinander zu setzen. Auf dieser Tagung wurde in zwei verschiedenen Workshops die Idee für eine neue Beteiligungsstruktur für Kinder und Jugendliche in Leipzig geboren. Die Findungsphase begann während der zweiten Kinderrechtetagung im November 2001. Im Workshop "Wenn ich was zu sagen hätte..." setzten sich die Teilnehmer erstmals mit einer möglichen Struktur, Aufgaben und Zielen der Jugendvertretung auseinander. Eine Gruppe von Jugendlichen setzte sich für die Realisierung dieser Idee ein. Von Seiten des Bürgermeisters wurde angeregt die Gründung der Initiative durch die Leipziger AGENDA 21 9 begleiten zu lassen.
Die Strukturierungsphase begann im April 2002, als sich die Jugendlichen mit Vertretern der freien Träger, der Kommunalverwaltung und Mitgliedern der AGENDA 21 zusammensetzten, um erste Grundsätze für die Jugendvertretung festzulegen. Ab Mai bezeichneten sich die Jugendlichen als "Vorbereitungsgruppe Jugendparlament" 10 und trafen sich von nun an regelmäßig in den Räumen der AGENDA 21, diese moderierte auch die Treffen.
Die Konzeptionierungsphase dauerte ca. 14 Monate, in der sich die Jugendlichen mit der Erarbeitung einer Konzeption beschäftigten. Mitglieder der Vorbereitungsgruppe erstellten ein Diskussionspapier mit Zielstellungen für ein Leipziger Jugendparlament, waren in die Vorbereitung des Workshops "Einmischen, statt wegschauen" im Vorfeld der dritten Kinderrechtetagung im November 2002 eingebunden, auf der auch der Name
7 Vgl. KRÜGER, Hans Peter: Politische Partizipation Jugendlicher in der Gemeinde: ein internationaler Vergleich: Leipzig - Lyon, Lang, Frankfurt, M. ; Berlin ; Bern ; Bruxelles ; New York, NY ; Oxford ; Wien, 2008, S.130ff
8 Ebenda
9 Bewegung aus Leipziger Bürgern, sowie privaten und öffentlichen Institutionen die sich für eine "lebenswerte Zukunft" einsetzen. http://www.leipzigeragenda21.de/civixx/agenda_leitsaetze.asp 5.10.09
10 Ebenda
6
Arbeit zitieren:
Stefan Korn, 2009, Jugendparlamente im Vergleich: Das Kinder- und Jugendparlament des Vogelsbergkreises und das kommunale Jugendforum VOICE in Leipzig, München, GRIN Verlag GmbH
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