A. Krause: Schulische Leistungsangst
Inhaltsverzeichnis
1. VORSTELLUNG DER UNTERSUCHUNG 4
1.1. Theoretischer Hintergrund und Grundlagen 4
1.2. Fragestellung der Untersuchung 6
1.3. Methode der Untersuchung 7
2. ZUR OPERATIONALISIERUNG VON ERFOLGS- UND
MI ßERFOLGSMOTIVATION 8
2.1. Attributionsfragebogen für Erfolg und Mißerfolg für die 5.-7. Schulstufe (AEM 5-7) 8
2.2. Exkurs: Fragebogen zur Erfassung der Erfolgs- und Mißerfolgsattribuierung EMA 11
3. EXKURS: EFFEKTGRÖßE 13
3.1. Signifikanzniveau und Effektgröße 13
3.2. Zur Bestimmung der Effektgröße 14
4. ERGEBNISSE 14
5. DISKUSSION 17
6. LITERATUR 19
7. ANHANG: PRÄSENTATIONSMATERIAL 19
Anmerkung : Da es für das Problem der Gleichbehandlung weiblicher und männlicher Formen von
Substantiven , Adjektiven und Pronomen bis heute keine stilistisch und ökonomisch überzeugende
L ösung gibt, wurde nach 'alter' Konvention - jedoch im vollen Bewußtsein um diese Problematik - je-
weils die männliche Form gewählt.
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A. Krause: Schulische Leistungsangst
1. Vorstellung der Untersuchung
Ziel dieser Untersuchung von Karl Kirschmann & Andrea Röhm war es die Rolle von Geschlecht und Schultyp im Hinblick auf Leistungsangst, Leistung und Attribution insgesamt sowie innerhalb der Subgruppe von erfolgs- und mißerfolgsmotivierten Schülern zu erfassen.
1.1. Theoretischer Hintergrund und Grundlagen
Bei anderen Untersuchungen der schulischen Leistungsangst-Forschung gab es häufig ein übereinstimmendes Ergebnis. Es zeigte sich, daß Mädchen generell höhere Angstscores erzielen als Jungs. Die meisten Autoren warnen jedoch davor dieses Resultat kritiklos zu interpretieren, da es sich dabei nicht einfach um reale Angstunterschiede handle. Vielmehr seien diese höheren Angstscores auf andere Determinanten zurückzuführen. Kirschmann & Röhm nennen folgende mögliche Einflußfaktoren:
Angstunterschiede als Folge geschlechtsrollenspezifischer Erziehung - d.h. Mädchen können eher Angst zugeben
Herkömmliche Angstfragebögen enthalten teilweise geschlechtsspezifische Items
Bei anderen Untersuchungen wurden sehr große Stichproben verwendet - d.h. be
reits geringfügige und möglicherweise praktisch wenig relevante Abweichungen wurden statistisch signifikant
Somit stellte sich für die Untersucher also die Frage, inwieweit den gefundenen Geschlechtsdifferenzen "wahre Angstunterschiede" zugrunde liegen. Als weitere Frage wollte man untersuchen, ob diese Unterschiede überhaupt von praktischer Bedeutung sind. Als theoretische Grundlage zog man einerseits Arbeiten von Helmke und andererseits Ergebnisse von Untersuchungen der Forschergruppe um den Psychologen C.S. Dweck heran. Als Gründe warum sich die Autoren dieser Studie gerade auf die Arbeiten von Helmke und den daraus resultierenden Fragebogen für ihre Untersuchung stützten, können folgende genannt werden:
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A. Krause: Schulische Leistungsangst
Helmke entwickelte im Rahmen einer seiner Studien den KFS den sog. Konstanzer Fragebogen zur Schulangst
Der Fragebogen soll (laut eigenen Angaben) frei von nicht erwünschten ge schlechtsspezifischen Items [siehe Kritik oben] sein und überdies auch noch zufriedenstellende Gütekriterien aufweisen Fragebogen erlaubt die Berechnung eines "Gesamtangstscores" Fragebogen erlaubt weiters die Berechnung von Scores für 2 unterschiedliche Angstkomponenten:
Helmke verwendete als erster die "Effektgröße" (statistisches Verfahren) zur Beur teilung seiner Daten - d.h. er konnte damit unabhängig vom Stichprobenumfang die praktische Relevanz seiner Ergebnisse beurteilen Helmke konnte beweisen, daß mit seinem Fragebogen die geschlechtsspezifischen Unterschiede geringer ausfallen
Helmke konnte auch zeigen, daß mittels Verwendung der Effektgröße diese Unter schiede in den Angstwerten auch praktisch weniger relevant sind Die Untersuchungen und Ergebnisse von Dweck et.al. zog man aus völlig anderen Gründen heran:
Die Gruppe zeigte, daß in Leistungssituationen Merkmale wie z.B. Leistungsmotivation, Kausalattribution und Hilflosigkeit eine nicht unwesentliche Rolle spielen Dweck beschrieb in einer seiner früheren Arbeiten 2 für die Fragestellung nicht unwesentliche und auffällige Personengruppen, die sich hinsichtlich ihrer Kausalattribution, Leistungsmotivation und ihres Leistungsniveaus unterscheiden:
Mädchen hätten demnach ungünstigere Attributionstendenzen als Jungen. Sie würden ihre Mißerfolge auch eher auf mangelnde Begabung zurückführen.
1.2. Fragestellung der Untersuchung
Aus den dargelegten theoretischen Grundlagen leiteten nun die Autoren ihre genaue(n) Fragestellung(en) ab. Sie wollten mittels den Methoden von Helmke die Ergebnisse von Dweck bestätigen/widerlegen.
Kirschmann & Röhm wollten untersuchen, ob sich hilflose Personen und beherrschte Personen hinsichtlich schulischer Leistungsangst und schulischer Leistung unterscheiden. Weiters sollte geprüft werden, ob es bei der Zusammensetzung der Gruppen (hilflose/beherrschte Pers.) einen Geschlechtsunterschied gibt.
Die Autoren wollten weiters untersuchen, inwieweit dieser Geschlechtsunterschied eine Entsprechung in der Gesamtstichprobe findet, d.h. ob sich Mädchen und Jungen hinsichtlich Schulleistung, Leistungsangst und Attributionstendenzen unterscheiden. Die letzte Frage sollte klären, ob neben dem Geschlecht auch der jeweilige Schultyp eine gewisse Rolle spielt (Bezugsgruppenthoerie).
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1.3. Methode der Untersuchung
Versuchspersonen, Stichprobe & Durchführung:
Durchführung der Untersuchung während des regulären Unterrichts mit Genehmigung der Eltern, der Lehrer, des Direktor und der Schulbehörde. Es wurden jeweils 2 Parallelklassen gemeinsam untersucht (ca. 50 Personen). Benötigte Zeit für das Ausfüllen der Fragebögen: ca. 4 Schulstunden (2 Termine je 2 Std.) Statistische Analysen:
Übliche statistische Analysen wurden mittels SPSS-PC+ durchgeführt (Irrtumswahrscheinlichkeiten, Varianzanalysen, etc.)
Zusätzlich wendeten die Autoren noch die "Effektgröße" (Siehe Punkt "Theoretische Grundlagen") zur Beurteilung der praktischen Relevanz der gefundenen geschlechtsspezifischen Unterschiede. Datenerhebung:
Schulische Leistungsangst wurde erhoben mittels Helmke´s KFS [ Konstanzer Fragebogen zur Schulangst] erhoben. Aus testökonomischen Gründen wurde die verkürzte Form KFS-I (21 Items) gewählt. Die innere Konsistenz erwies sich als zufriedenstellend. Leistungsindikator Durchschnitt der letzten Zeugnisnoten in den Hauptfächern (Deutsch, Mathematik, Englisch, ...)
Zur Operationalisierung des Beherrschungs- und Hilflosigkeits-Konzeptes (Dweck) verwendeten die beiden Autoren das Konzept der Erfolgs- und Mißerfolgsmotivation (EM/MM) von Weiner. Die Erhebung der Attributionsmuster (EM/MM) setzten Kirschmann & Röhm den
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Arbeit zitieren:
Mag. Arno Krause, 2002, Schulische Leistungsangst, Attribution & Leistung, München, GRIN Verlag GmbH
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