A Inhaltsverzeichnis
A Inhaltsverzeichnis. 2
B Einleitung 3
C Hauptteil 4
1. Der Text. 4
1.1. Die Übersetzung. 4
1.2 Textkritik 5
2. Textanalyse 7
2.1. Kontextanalyse. 7
2.2. Linguistische Analyse. 10
2.3. Literarkritik. 14
3. Formgeschichte 18
4. Traditions-/Motivgeschichte. 20
5. Redaktionsgeschichte 22
6. Auswertung und Zusammenfassung 25
D Literaturverzeichnis 26
2
B Einleitung
Die vorliegende Seminararbeit befasst sich mit der Exegese der Perikope 1 Lukas 5, Vers 12-16. Diese, nach der Berufung Simons stehende Perikope handelt von der Heilung eines Aussätzigen durch Jesus. Als Textgrundlage für die Exegese dient die griechische Übersetzung von K. und B. Aland, da sich diese am ehesten in Wortwahl und Satzbau dem anzunehmenden Original nähert. Zuerst wird die Perikope übersetzt und mit Hilfe des kritischen Apparats ausgelegt und beurteilt. Das weitere Hauptaugenmerk der vorliegenden Exegese liegt dann auf der synchronen und diachronen Analyse der Perikope. Die synchrone Analyse beschäftigt sich einerseits mit der Kontext- und der linguistischen Analyse und andererseits mit dem synoptischen Vergleich. Arbeitsschritte in der diachronen Analyse sind die Untersuchung der Form- und der Traditionsgeschichte, sowie der religionsgeschichtliche Vergleich. Zum Schluss wird die Perikope redaktionsgeschichtlich analysiert, um die Ergebnisse im letzten Schritt noch einmal hervorzuheben und begründen zu können.
1 Im weiteren Verlauf der Arbeit ist mit Perikope, sofern nichts anderes benannt ist, immer die Perikope Lk 5,12-16 gemeint.
3
C Hauptteil
1. Der Text
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1.1. Die Übersetzung
12 Und es geschah, als er in einer der Städte war, siehe, da war ein Mann voll von Aussatz. Als er aber Jesus sah, fiel er nieder auf sein Angesicht, bat ihn und sprach: Herr, wenn du willst, so kannst du mich reinigen!
13 Und er streckte die Hand aus, rührte ihn an und sprach: Ich will, werde rein! Und sogleich wich der Aussatz von ihm.
14 Und er befahl ihm, niemand davon zu erzählen, sondern: Gehe hin, zeige dich dem Priester und opfere für deine Reinigung, wie Mose festgesetzt hat, ihnen zum Zeugnis!
15 Aber die Kunde von ihm breitete sich immer mehr aus; und viele Menschen kamen zusammen, zu hören und von ihren Krankheiten geheilt zu werden.
16 Er aber zog sich zurück an einsame Orte und betete.
2 Aland, K. u.a. (Hg.)., Novum Testamentum Greace.
4
1.2 Textkritik
„Die neutestamentliche Textkritik versucht, durch kritische Sichtung der überlieferten Handschriften dem nicht mehr vorhandenen Textbestand des Autographen (der originalen vom jeweiligen Verfasser autorisierten Textfassung) der neutestamentlichen Schriften rekonstruierend möglichst nahezu-kommen.“ 3 Kurzgesagt versucht sie die Schreibweise und den Wortlaut eines Textes, die für den ursprünglichen Autor anzunehmen sind, festzustellen. Die Texterforschung erfolgt dabei über zwei Schritte, die äußere und innere Textkritik.
1.2.1. Äußere Textkritik
Die Aufgabe der äußeren Textkritik ist die Entschlüsselung des Apparats und die Beurteilung der verschiedenen Lesarten. 4 Die Dechiffrierung der zu bearbeitenden Perikope ist vollständig in der Anlage 1 am Ende dieser Arbeit beigefügt. Im Folgenden werden jedoch nur exemplarisch zwei Ergebnisse der äußeren Textkritik bewertet. Hierfür wird zuerst die Lesart „|&“ und ihre Variante „| “ in Vers 13 verwendet. Da es sich dabei um eine positive Lesart handelt, werden sowohl Zeugen des Textes aufgeführt, als auch Zeugen der Variantenlesart. „| “ wird überliefert von den Majuskeln Codex Alexandrinus (A 02), 044, von der Minuskelfamilie f1, sowie dem Mehrheitstext(M). Dem gegenüber steht die Textlesart „|&“ mit den Majuskeln Codex Sinaiticus ( 01), Vaticanus (B 03), Ephraemi Syri (C 04), Bezea Cantabrigiensis (D 05), L 019, Codex Freerianus (W 032), Codex Coridethianus (, 038), sowie der Minuskelfamilie f13 und den einzelnen Minuskeln 33, 579, 892, 1241. Auf den ersten Blick fällt sofort auf, dass die Textlesart mehr und qualitativ bessere Zeugen vorweist. Sie hat mit 01, B 03, C 04, W 032 sowohl die ältesten Zeugen auf seiner Seite, als auch, die an unterschiedlichen Orten (Alexandria, Cäsarea und der Westen) verteiltesten. Im Gegensatz zur Variante „| “ mit den schwachen Kategorien drei (A 02, f1) bis fünf (M) und nur einer guten ( 044) Ausnahme, weist „|&“ viele starken Zeugen mit sehr guten ( 01, B 03, 33) bis guten (C 04, L 019, , 038, 579, 892) Kategorien auf. Allein schon wegen der Qualität der Zeugen fällt hier die Entscheidung auf die Variante, die der Text verwendet. Als zweites Beispiel wird
ebenfalls in Vers 15 ein positiver Apparat ausgewertet. Hier gestaltet sich die Entscheidung schon schwieriger, da sowohl die Textlesart „Auslassung von ^Ã .]2 è“, als auch die Variantenlesart „^Ã .]2 è“ viele unterschiedliche Zeugen aufweisen können. Deshalb wird
3 Roloff, Neues Testament, §1.
4 Roloff, Neues Testament, §1.
5
der Blick ins Detail geworfen und die Varianten genau auf Alter, Kategorie und Ursprungsort untersucht. 5 „^Ã .]2 è“ hat nicht nur eher jüngere Zeugen (4.-9.Jh), sondern auch viele Textzeugen, die an unterschiedlichen Orten vorhanden waren (Cäsarea, Byzanz und
044
,
038) und sehr guten (33) Kategorien. Auf der anderen Seite kann die Textlesart ebenfalls all diese Merkmale vorweisen und sie sogar noch „überbieten“. Bei den Textzeugen hat sie erstens mehrere, an unterschiedlichen Orten (Alexandria, Cäsarea und im Westen), zweitens mehrere, die sehr alt sind ( 01, B 03, C04, D05) und drittens viele
verschiedene Zeugen, d.h. nicht nur Majuskeln und Minuskeln, sondern auch lateinische und koptische Textzeugen. Am auffälligsten sind jedoch die guten Kategorien der Textzeugen 6 , die diese Lesart vorweisen kann. Somit ist die Textlesart auch in diesem Fall besser belegt als die Variantenlesart und die Entscheidung kann nur auf die Auslassung von „^Ã .]2 è“ fallen.
1.2.2. Innere Textkritik
„Bei diesem Schritt geht es um die Frage, welche Lesart aufgrund innerer Kriterien die ursprüng-lichere ist.“ 7 Dabei wird versucht den vorliegenden Text inhaltlich zu bewerten und die gegenseitige Abhängigkeit der einzelnen Varianten voneinander zu erklären. Für diese Untersuchung wird die Textlesart „A/ /{“ in Vers 12 herangenommen, da sie die meisten Varianten aufweist. Deutlich ist, dass auch hier die Textlesart die ältesten Zeugen besitzt und darüber hinaus zwei Zeugen der Kategorie 1 ( 01, B 03). Das bedeutet, dass gemessen an äußeren Kriterien die Textlesart auch die ursprünglichere ist. Geht man nun weiter und fragt nach den inneren Kriterien, richtet man seinen Blick zuerst auf die kürzeste Lesart, weil man davon ausgeht, dass die Texte im Laufe der Zeit eher erweitert als gekürzt worden sind. Hier ist dies sowohl die Textlesart „A/ /{“, als auch die 1. Variante „/{ A/ “ gleich lang, da es sich ja nur um eine Umstellung der Wörter handelt. In diesem Fall kann vermutet werden, dass den Abschreibern des ursprünglichen Textes die Wortstellung wohl nicht gefallen hat. Die zweite Lesart „. A/ “ weist zudem noch eine weitere Veränderung auf, statt „/{“ steht „.“. Da man am Anfang bei der äußeren Textkritik davon ausgegangen ist, dass die Textlesart die älteste ist, stellt diese Variante wiederum eine absichtliche Änderung dar. Der Autor benutzt hier nicht „aber“, sonder „und“ mit der Absicht dem Text einen harmonischeren Fluss zu geben. Syntaktisch gesehen deutet „aber“ immer auf einen kleinen Bruch oder
5 Die genaue Auswertung des Apparats befindet sich in Anlage 1.
6 siehe Anlage 1, S.2.
7 Schnelle/Strecker, Einführung, S.38.
6
Einschnitt im Text, diesen der Autor hier wohl vermeiden wollte. Am außergewöhnlichsten ist jedoch die dritte Variante, da sie sowohl auf der zweiten Lesart aufbaut, als auch ein neues Wort „!10 “ hinzufügt. Blickt man auf die Entstehungszeit der zweiten (5.-9.Jh.) und dritten (9./10.Jh) Variantenlesart, kann es gut sein, dass der Autor der dritten Variante die zweite „. A/ “ verwendet und darüber hinaus noch ausgebaut hat. Er verwendet, wie der Verfasser des Matthäusevangeliums in Mt 8,2, „!10 “ als Streckung des verkürzten Satzbaues. Nach dem Erkennen Jesus geht der Aussätzige auf ihn zu und fällt nicht an Ort und Stelle auf sein Angesicht. Die Erzählung wird mit dem Verb „!10 “ logischer und einfacher dargestellt. Zusammenfassend lässt sich nun sagen, dass man bei diesem Vers auf Grund von äußeren und inneren Textkriterien von der lectio brevior ausgehen kann und alle nachfolgenden Varianten auf dieser aufbauen.
2. Textanalyse
2.1. Kontextanalyse
Bei der exegetischen Betrachtung von Perikopen ist es wichtig, eine eigenständige Sinneinheit innerhalb des Gesamttextes zu finden und diese zu den vorangehenden und nachfolgenden Einheiten abzugrenzen. Hierbei ist jedoch darauf zu achten, dass die ausgewählte Textstelle immer ein Bestandteil der Gesamtkomposition Bibel ist und daher immer nur von der Struktur des Gesamt-textes her gesehen und gedeutet werden darf. 8 Um dieser Prämisse gerecht zu werden, wird die Textpassage im Folgenden in einem ersten Schritt als eigenständige Sinneinheit herausgestellt und in einem zweiten Schritt dann in den Gesamtkontext eingeordnet.
Kontextabgrenzung
Die betrachtete Perikope umfasst die Verse 12-16 des Fünften Kapitels des Lukasevangeliums. In den vorangehenden Teilen dieses Evangeliums wird beschrieben, wie Jesus in den Synagoge in Kapernaum und in den umliegenden Gebieten Galiläas lehrt und heilt (vgl. Lk, 4,16-44). Im Unterschied zu Markus fügt Lukas jedoch vor der Heilung des Aussätzigen noch die Berufung des Levi ein (vgl. Lk 5,1-11). Die Perikope selbst beginnt mit einer eher unkonkreten Ortsangabe, daher ist es nicht sicher an welchem Ort des See
8 Strecker/Schnelle, Einführung, Kap.4.
7
Arbeit zitieren:
Julia Gleich, 2009, Heilung eines Aussätzigen, Exeges Lk 5,12-16, München, GRIN Verlag GmbH
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