In der vorliegenden Arbeit habe ich zuerst die Geschichte und Entwicklung des Klaviers im Zusammenhang mit der Begründung oder Notwendigkeit der Entstehung des Pedals untersucht.
Danach habe ich mich der Geschichte und der Funktion des Pedals zugewendet. Besonderen Wert habe ich allerdings vor allem auf Beethovens Pedalisierung gelegt, der in diesem Zusammenhang als sehr neugieriger Komponist bezeichnet werden kann.
Abschließend habe ich in diesem Zusammenhang untersucht, wie verschiedene Pianisten die vorgegebenen Pedalanweisungen interpretiert haben.
Inhaltsverzeichnis
1. Geschichte des Klaviers
1.1. Entstehung des Klaviers
1.1.1. Clavichord
1.1.2. Kielklaviere
1.2. Entwicklung des Klaviers
1.2.1. Vom Hammerklavier zum modernen Flügel
1.2.2. Entwicklung des Pedals
2. Funktion und Anwendung des Pedals
2.1. Definition des Pedals
2.1.1. Die verschiedenen Arten des Pedals
2.1.2. Pedalanweisungen in den Noten
2.2. Anwendung des rechten Pedals
2.2.1. Der Zeitpunkt
2.2.2. Niederdrücken des Pedals
2.2.3. Die Geschwindigkeit des Niederdrückens
3. Zur Pedalisierung von Beethoven-Sonaten
3.1. Beethoven und seine Instrumente
3.2. Beethoven und seine Pedalisierung
3.3. Pianistische Interpretationen im Vergleich
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht das Prinzip der Pedalisierung unter besonderer Berücksichtigung der Klaviersonaten von Beethoven. Ziel ist es, den historischen Kontext der Pedalentwicklung aufzuzeigen und Strategien zu entwickeln, wie die kompositorischen Absichten bei der Interpretation auf dem modernen Flügel sinnvoll umgesetzt werden können.
- Historische Entwicklung der Tonerzeugung und Tonveränderung bei Tasteninstrumenten
- Funktionsweise und fachgerechte Anwendung der drei Klavierpedale
- Analyse von Beethovens spezifischen Pedalanweisungen und deren historische Einordnung
- Vergleich pianistischer Interpretationsansätze zur Pedalisierung
Auszug aus dem Buch
2.2. Anwendung des rechten Pedals
Über die Funktion des rechten Pedals hat Neuhaus sich so geäußert: "Mir scheint, dass es eine der Hauptaufgaben des Pedals ist, das Klavier von einem Teil der Trockenheit und der kurzen Dauer des Klanges zu befreien, welche es so unvorteilhaft von allen anderen Instrumenten unerscheiden."
Dieser Meinung würden alle Spieler zustimmen, wenn sie daran denken, dass sie das Pedal beim Spielen instinktiv anwenden. Selbst wenn das Ohr eine vernünftige und geeignete klangliche Sichtweise angeben könnte, würde das noch keine allgemeine Regel für die Pedalisierung bedeuten. Darum ist es – je nach der Meinung des Pianisten – unterschiedlich, wie das Pedal angewendet wird; Neuhaus z.B. hat eine ganz einzigartige und manchmal "ketzerische Meinung" über das Pedal: "Man halte mich nicht für einen "Ritter des Pedals, der ihm bedingungslos ergeben ist". Ich versichere, dass ich es ebenso viel benutze, wie ich es nicht benutze, dass ich 80% der von mir mit Pedal gespielten Musik mit halbem (oder mit Viertel-) Pedal spiele und nur 20% oder noch weniger mit vollem Pedal. (Beispiel: Das ganze "Capriccio" h-moll op. 76, Nr.2 von Brahms spiele ich völlig ohne Pedal außer den beiden Schlusstakten, die nur so als "Abschluss" klingen. Dies ist mein Pedal-Alibi.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Geschichte des Klaviers: Untersuchung der technischen Evolution der Tasteninstrumente von der Tonerzeugung hin zur Notwendigkeit der Tonveränderung durch das Pedal.
2. Funktion und Anwendung des Pedals: Detaillierte Erläuterung der technischen Funktionsweisen der drei Pedale sowie pädagogische Leitlinien für deren Einsatz in verschiedenen musikalischen Kontexten.
3. Zur Pedalisierung von Beethoven-Sonaten: Spezifische Analyse der Pedalanweisungen Beethovens im Kontext seiner Instrumente und der unterschiedlichen pianistischen Interpretationsansätze.
Schlüsselwörter
Beethoven, Pedalisierung, Hammerklavier, Dämpferpedal, Sostenuto-Pedal, Una Corda, Klangfarbe, Klaviersonaten, Anschlagstechnik, Musikpädagogik, Instrumentenkunde, Interpretation, Klavierspiel, Pedalanweisungen, historische Aufführungspraxis.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Diplomarbeit grundlegend?
Die Arbeit analysiert das Prinzip der Pedalisierung und vergleicht pianistische Interpretationen unter dem speziellen Aspekt der Sonaten von Ludwig van Beethoven.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die zentralen Felder umfassen die Geschichte der Tasteninstrumente, die Funktion der Pedale (Dämpfer, Sostenuto, Verschiebung) sowie die praxisnahe Umsetzung historischer Pedalangaben auf modernen Instrumenten.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das primäre Ziel ist es, zu verstehen, wie das Pedal als Gestaltungsmittel eingesetzt werden kann, um Beethovens musikalische Absichten trotz der baulichen Unterschiede zwischen historischen Hammerflügeln und modernen Instrumenten zu wahren.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es werden musikwissenschaftliche Quellen, Notentexte, Skizzen und historische Briefe analysiert, kombiniert mit pädagogischen Erkenntnissen bedeutender Klavierpädagogen und Pianisten.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine technische Abhandlung über die Entwicklung und Funktion des Pedals sowie eine spezifische Analyse von Beethovens Notation in seinen Sonaten und den Interpretationsansätzen bekannter Pianisten.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Die wichtigsten Begriffe sind Pedalisierung, Klangfarbe, Historische Instrumente, Beethoven-Sonaten und die Interpretation durch unterschiedliche pianistische Schulen.
Warum ist eine "sklavische" Befolgung von Pedalangaben laut Autorin problematisch?
Da sich die Instrumente seit Beethovens Zeit technisch stark verändert haben (vor allem die Dämpfersysteme), würde eine exakte Befolgung der alten Angaben auf einem modernen Flügel oft zu unsauberen und "schmutzigen" Klangergebnissen führen.
Wie unterscheidet sich laut der Arbeit die Pedalisierung im klassischen und romantischen Bereich?
Die Arbeit verweist auf Helmut Brauss, wonach man im klassischen Bereich grundsätzlich ohne Pedal beginnt und dieses nur bei Bedarf "addiert", während im romantischen Bereich grundsätzlich mit Pedal gespielt und dieses bei Bedarf "subtrahiert" wird.
- Quote paper
- Diplomatistin Jee-Young Kim (Author), 2007, Prinzip der Pedalisierung , Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/147930