Inhaltsverzeichnis
1. Tourismus in Deutschland 3
2. Die Entwicklung des Kulturtourismus 4
3. Kulturtourismus - eine Begriffsbestimmung 6
4. Kochkunst als touristische Attraktion 7
5. Deutschland kulinarisch 10
5.1 Kernprodukt 10
5.2 Preispolitik 11
5.3 Distributionspolitik 11
5.4 Kommunikationspolitik 12
6. Weintourismus 13
6.1 Definition Weinstrasse 14
6.2 Vorraussetzungen für Weinstrassen 14
6.3 Die Entstehung der Weinstrasse 15
7. Tourismus an der Weinstrasse 16
8. Das touristische Angebot 17
9. Die Zielgruppenansprache 19
10. Zusammenfassung 21
Literaturverzeichnis 21
2
1 Tourismus in Deutschland
Die Wachstumsphase des Tourismus scheint seit einigen Jahren unaufhörlich zu expandieren und wird seinen Trend auch in Zukunft fortsetzen. Nach wie vor ist der Tourismus in Deutschland ein wichtiger Wirtschaftsfaktor. Er stellt neben dem Handel den wichtigsten Dienstleistungssektor in der Bundesrepublik dar. Die Zahl der Reisenden übersteigt schon seit langem die der Daheimgebliebenen. Bereits über 70 Prozent der Deutschen verbringen Ihren Urlaub nicht am eigenen Wohnort. Die Haupturlaubssehnsüchte sind immer noch Sonne, See und Strand. So gehört Deutschland auch zu den Top Outgoing Ländern der Welt. Ihren Urlaub im Ausland verbringen 75 Prozent. Dieses Potential wird auch weiterhin bestehen und sich sogar noch ausweiten. 1
Als positiv ist auch die Entwicklung des Deutschland-Incoming in den letzten Jahren zu sehen. Die Zahl der Übernachtungen ausländischer Gäste in Deutschland lag 1999 nach Angaben des statistischen Bundesamtes bei
35,7 Millionen. Dies entspricht einem Plus von 3,7 Prozent im Vergleich zu 1998. 2 Doch trotz allem muss sich der Tourismus in der Bundesrepublik einem Strukturwandel unterziehen. Die zunehmende Zahl der Fernreisen und der Preisverfall im Flugverkehr bringen die inländischen Destinationen in eine globale Konkurrenz, zu dem zum Teil erheblich billigeren europäischen und außereuropäischen Zielen. Der Anteil der Urlauber, die im eigenen Land auf der Suche nach Erholung und Entspannung sind, verläuft reziprok zum Auslandstourismus. Nur etwa 30 Prozent der Deutschen verbringen Ihren Haupturlaub im eigenen Land. Trotzdem sehen sich die Meisten als Deutschlandurlauber. Grund dafür ist der immer beliebter werdende Kurzurlaub. Heutzutage ist der Tourismus wesentlich vielseitiger geworden. Neben dem Haupturlaub im Sommer zeichnet sich ein Trend zu zusätzlichen Kurzreisen im verbleibenden Saisonverlauf des Jahres ab. Eine zunehmende Erlebnis- und Genussgesellschaft und zunehmende Konsumentenwünsche verlangen nach mehr Abwechslung. Hier stellt sich besonders der Freizeitsektor in den Vordergrund. Hervorzuheben ist die Entwicklung in den Segmenten Kulturtourismus und Eventreisen. Innerhalb des deutschen Marktes nimmt der Kultururlaub eine immer bedeutendere Rolle ein. So ergab eine Umfrage folgende Reihenfolge bei den Reisearten: Ausruhurlaub, Aktivitäten und Erlebnischarakter des Urlaubes, Sun & Beach, Verwandten- und Bekanntenbesuch und an fünfter Stelle der Kultururlaub 3 . Das Erleben von Natur und Landschaft, verbunden mit Kultur wird für den Urlaub immer wichtiger. In den folgenden Kapiteln soll der Schwerpunkt auf den Kulturtourismus, anhand eines Beispieles, gelegt werden.
2 Die Entwicklung des Kulturtourismus
Es gibt also eine Vielzahl von Ausprägungen im Tourismus. Somit stellt auch der Kulturtourismus einen Teilmarkt des gesamten Reisemarktes dar. Claude Caspar z.B. unterteilt die Tourismusarten nach Reisemotiven. Demnach gibt es Geschäftsreisen (Kongresstourismus, Seminartourismus, Messetourismus) und den Freizeittourismus (Sporttourismus,
Erholungstourismus, Gesellschaftsorientierten-, Wirtschaftsorientierten- und Politikorientierten Tourismus und schließlich auch den Kulturorientierten Tourismus) 4 .
Bevor der Begriff Kulturtourismus hier dargestellt werden soll, stellt sich die Frage, wie es zu diesem Trend kam. Wie alle wirtschaftlichen Aspekte kann man auch hier in Angebot und Nachfrage differenzieren. Zum Einen gibt es die verstärkte Nachfrage innerhalb der Gesellschaft nach Kultur und zum Anderen versuchen sich Fremdenverkehrsregionen auf eigene Kultur und Traditionen zurückzubesinnen und diese anzubieten. Die Ursprünge des Kulturtourismus in Deutschland liegen unter anderem in der politischen Änderung der deutschen Geschichte Ende der achtziger Jahre 5 . Die jahrzehntelange Trennung der beiden deutschen Staaten, hinterlies auch in den Köpfen einige Wissenslücken im Bezug auf die deutsche Kultur. Dieses Defizit an Wissen sollte gestillt werden und löste eine Reisewelle auf beiden Seiten aus. In der heutigen Gesellschaft ist, wie bereits erwähnt, ein Bedeutungszuwachs des Freizeitbereiches gegenüber der Arbeitszeit festzustellen. Der Faktor Arbeit steht trotz der arbeitsmarktpolitischen Situation, nicht unbedingt an erster Stelle, sondern Erleben und Genießen gehören heute zur Lebensqualität der Menschen. Diese Entwicklung wird vor allem gefördert durch die Verfügbarkeit von mehr Zeit, Geld, Bildung und Wohlstand, die man in diesem Umfang nie zuvor genoss. Aber auch die Nachfrage nach „der guten alten Zeit“ 6 sowie eine Art Heimweh und Sehnsucht, wird sich zu Eigen gemacht. Heute, in jener Zeit in der sich alles so schnell entwickelt, in einer anonymen Gesellschaft, versucht man sich in Nostalgie zu versetzen. Ein Beispiel dafür sind die sogenannten „Ritterspiele“ die es fast in jeder ländlichen Region gibt. Natürlich sei auch erwähnt, dass der Kulturtourismus der Bundesrepublik durch internationale Verbände und Organisationen gefördert wird. So ernennt die UNESCO Regionen und Denkmäler zum „Kulturerben“, in Deutschland gibt es 24 solcher „Erben“, um auf die Einmaligkeit dieser Denkmäler und Stätten aufmerksam zu machen. Auch die EU fördert den
Arbeit zitieren:
Alexander Pachmann, 2002, Kochkunst als touristische Attraktion, München, GRIN Verlag GmbH
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