Im Folgenden soll nicht darauf eingegangen werden, was sich in den letzen dreißig Jahren noch immer nicht verändert hat, dies kann immer wieder in Berichten nachgelesen werden, in denen über die Nachteile der Frauen im Berufsleben und im Alltag gesprochen werden . Die Frauenbewegung hat viel erreicht, doch einige Ziele wie z.B. gleicher Lohn für die gleiche Arbeit, gleichberechtigte Berufschancen, mehr Frauen in Führungspositionen, sind noch nicht erreicht, bis dahin müssen noch einige Veränderungen geschehen. Hierbei werden immer auch die Männer und ihre Rollen beeinflusst werden. Eine Veränderung nur auf einer Seite ist nicht möglich, da es sonst keine Veränderung gäbe. Die Grundpfeiler sind gelegt, jetzt muss das Fundament fest werden und Stein für Stein aufgebaut werden. In den folgenden Kapiteln soll es vielmehr einmal darum gehen, welche Veränderungen es gegeben hat, z.B. auf dem Arbeitsmarkt, auf der Beziehungsebene, bei der Arbeitsteilung sowohl im häuslichen als auch im wirtschaftlichen Bereich. Und es sollen Trends präsentiert werden, die in Zukunft dazu führen könnten, dass der Prozess der männlichen Emanzipation schneller als bisher vorangeht. Hierzu sind jedoch Hilfestellungen und Unterstützung der Politik und Gesellschaft notwendig. Diese Unterstützung gab und gibt man den Frauen, es ist jedoch an der Zeit auch den Männer bei Ihrer neuen Identitätssuche beratende und helfende Mittel zur Verfügung zu stellen. Die größte Veränderung muss in den Köpfen von Männern und Frauen stattfinden. Auch und gerade Frauen müssen sich hierauf einstellen: So wie man den Männern noch vor ein paar Jahren vorwerfen konnte, dass sie sich zuwenig für die Gleichberechtigung der Frau einsetzten und engagierten, so ist umgekehrt von weiblicher Unterstützung bei der Veränderung des männlichen Rollenbildes kaum auszugehen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Gender- Die Konstruktion einer sozialen Wirklichkeit
3. Familienväter in der Arbeitswelt
4. Ernährer und Erzieher
5. Männer im Haushalt
6. Resümee
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht den gesellschaftlichen Wandel von Geschlechterrollen und die damit einhergehende Notwendigkeit einer Neudefinition von Männlichkeit, insbesondere im Kontext von Familie, Kindererziehung und Arbeitswelt.
- Die Veränderung der männlichen Rolle vom traditionellen Ernährer hin zu einer aktiven Beteiligung an Haushalt und Erziehung.
- Die Auswirkungen der Arbeitsmarktsituation und des demografischen Wandels auf die Rollenverteilung.
- Die Bedeutung von Gender-Mainstreaming und die Notwendigkeit unterstützender Strukturen für Väter.
- Die Analyse von Barrieren, die Männer bei der Übernahme von Erziehungsurlaub und Familienverantwortung behindern.
- Die Suche nach einer neuen geschlechterübergreifenden Partnerschaftskultur jenseits klassischer Abhängigkeiten.
Auszug aus dem Buch
3. Familienväter in der Arbeitswelt
Die Menschen gehen heute nicht mehr so schnell eine feste Bindung ein. Um Kinder zu haben, muss nicht mehr geheiratet werden. Dennoch wird jede vierte Ehe heute in Deutschland geschieden. All diese Faktoren tragen dazu bei, dass sich das Bild der Gesellschaft auf Partnerschaft, Beziehung und Kinder verändert hat. Man könnte meinen, dass solche intimen Fragen eigentlich nur die Paare etwas angingen. Seit jedoch feststeht, dass die Bevölkerung schrumpfen wird, dass die Renten nicht gesichert sind und Arbeitskräfte fehlen werden, sind diese Fragen politisch geworden.
Hatte man zunächst die Frauen in Verdacht in eine Art Gebärstreik gegangen zu sein, so meint man inzwischen die Ursache bei den Männern gefunden zu haben, die sich einfach nicht dazu durchringen können Verantwortung für Kinder zu übernehmen. Es gibt viele Faktoren die dazu führen, dass Männer bei Befragungen zwar angeben, gerne die Erziehungsarbeit zu erledigen, es in der Praxis dann aber nicht tun. Das erste Hindernis ist oft der Arbeitgeber, der signalisiert, dass eine Entscheidung dieser Art von ihnen nicht unterstützt werde. Selbst im Vorbildsland Schweden, wo die Familienpolitik sich schon lange bemüht, beiden Eltern die selben Möglichkeiten zu schaffen, ergab eine Studie, das von 200 untersuchten Unternehmen nur 3 Prozent aktiv ihre Arbeitnehmer in der Entscheidung, ob sie den Erziehungsurlaub in Anspruch nehmen sollten, unterstützen. Immerhin ein Drittel der Betriebe leistete gar passive Opposition hiergegen. Das zweite Hindernis sind oft instabile Beziehungen. Viele Ehen werden nach kurzer Zeit wieder geschieden. Sind Kinder beteiligt, erschwert das die Trennung. Oft verlieren Väter bereits nach kurzer Zeit den Kontakt zu ihren Kindern, da es noch immer in der Mehrzahl so ist, dass die Kinder bei ihren Müttern bleiben. Viele Väter wollen jedoch nach einer Scheidung nicht nur die ‚Bezahlväter’ sein, sondern an der Erziehungsarbeit beteiligt sein.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet den gesellschaftlichen Umbruch durch die Frauenbewegung und die daraus resultierende Notwendigkeit, auch das männliche Rollenbild neu zu definieren.
2. Gender- Die Konstruktion einer sozialen Wirklichkeit: Dieses Kapitel analysiert die soziale Zuschreibung von Geschlechtsmerkmalen und wie diese Rollenmuster bis heute das Verständnis von Männlichkeit und Weiblichkeit prägen.
3. Familienväter in der Arbeitswelt: Hier wird die Rolle des Vaters im Kontext von Politik, Arbeitsmarkt und Familienplanung kritisch hinterfragt, wobei insbesondere Barrieren wie die Erwerbsorientierung und instabile Partnerschaften thematisiert werden.
4. Ernährer und Erzieher: Das Kapitel befasst sich mit der frühkindlichen Sozialisation und der Schwierigkeit, Jungen in einer primär weiblich geprägten Erziehungsumgebung männliche Vorbilder zu bieten.
5. Männer im Haushalt: Der Fokus liegt auf der innerfamiliären Arbeitsteilung und der Feststellung, dass trotz steigender Emanzipation die Hausarbeit oftmals weiterhin als Domäne der Frau angesehen wird.
6. Resümee: Das Resümee fordert eine gesellschaftliche Unterstützung für Männer bei ihrer Identitätssuche und betont die Notwendigkeit eines partnerschaftlichen Miteinanders statt eines gegeneinander gerichteten Geschlechterkampfes.
Schlüsselwörter
Emanzipation, Männlichkeit, Gender, Arbeitsteilung, Erziehungsurlaub, Familienväter, Rollenbilder, Sozialisation, Arbeitsmarkt, Demografischer Wandel, Geschlechtergerechtigkeit, Elternurlaub, Partnerschaft, Identität, Hausarbeit.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert den Transformationsprozess männlicher Rollenbilder im Kontext moderner Familienstrukturen und einer sich wandelnden Erwerbsgesellschaft.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind die Arbeitsteilung in Paarbeziehungen, die Rolle von Vätern in der Erziehung, der Einfluss des Arbeitsmarktes auf die Familienplanung sowie die gesellschaftliche Konstruktion von Gender.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es aufzuzeigen, dass die Emanzipation des Mannes notwendig ist, um eine gerechte Arbeitsteilung zwischen den Geschlechtern zu ermöglichen und Männer bei der Suche nach einer neuen Identität zu unterstützen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine literaturbasierte Analyse soziologischer und geschichtswissenschaftlicher Quellen, um den Wandel von Geschlechterverhältnissen zu untersuchen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil behandelt die Konstruktion sozialer Geschlechterrollen, die spezifischen Herausforderungen für Väter in der heutigen Arbeitswelt und die Realität der innerfamiliären Arbeitsteilung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Emanzipation, Männlichkeit, Gender, Arbeitsteilung und moderne Vaterschaft geprägt.
Wie bewertet die Autorin die Rolle des Vaters bei der Geburt?
Sie betont, dass der soziale Druck zur Teilnahme hoch ist, Väter dabei jedoch häufig nur als Statisten wahrgenommen werden und selbst wenig emotionale Unterstützung für ihre hormonellen und psychischen Veränderungen erhalten.
Welches Fazit zieht die Autorin bezüglich der Rolle von Frauen?
Sie kommt zu dem Schluss, dass Frauen ihre Partner bei der Übernahme neuer Rollen unterstützen müssen, anstatt sich bei einem Einbruch der Männer in traditionelle Frauendomänen bedroht zu fühlen.
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- Bettina Engster (Author), 2006, Die Emanzipation des Mannes, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/147987