7.3 Vom Mitmachen, Nachmachen und Selbermachen - 26 -
7.4 Die Spieregel als soziale Herausforderung - 27 -
7.5 Vom Hören, Zuhören und Horchen - 28 -
7.6 Vom Sehen, Hinschauen und Denken - 29 -
8. Ziele und Methoden der pädagogischen Arbeit im Kindergarten - 30 -
9. Ästhetische Erfahrungen - 39 -
10. Kita macht Musik - 39 -
10.1 Singen und Musizieren in Kindertageseinrichtungen - 39 -
Schlusswort - 41 -
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Einleitung
Das gemeinsame Musizieren sowie das gemeinsame Entdecken von Musik mit Kindern stellt einen wichtigen Teil der zeitgemäßen elementarpädagogischen Erziehungs- und Bildungsarbeit dar. So sollte Musik und das Musizieren in jeder Kindertagesstätte nicht fehlen und dort einen festen Platz einnehmen. (vgl. Beck-Neckermann 2008, S. 6)
Zu der Wahl des Themas dieser Arbeit „Sozialpädagogische Aspekte der musikalischen Früherziehung im Kindergarten“ wurde ich von meinem mittlerweile zehn Monate alten Sohn inspiriert. Seit seinem vierten Monat sitzt er gemeinsam mit mir am Klavier und freut sich, dass er, wenn er mit seinen kleinen Händchen „in die Tasten haut“, so viele verschiedene, schöne Töne erzeugen kann. Aufgrund seiner positiven Reaktion auf die Musik, entschloss ich mich, mich erst einmal in der Diplomarbeit mit diesem Thema zu beschäftigen.
Als erstes werde ich auf die Schlüsselqualifikationen - Musik und Kommunikation sowie der Musik als Ausdrucksmedium eingehen. Anschließend folgt eine Ausführung zur Musik in der Sozialen Arbeit als ein eigenständiger Zugang sowie der Definition Friedrich Fröbel´s zur Pädagogik im Kindergarten. Ich werde die einschlägigen gesetzlichen Grundlagen des SGB VIII zu diesem Thema wortgetreu und kommentarlos aufzeigen, da diese für mich und vor allem für die Arbeit mit den Kindergartenkindern von großer Bedeutung sind. Danach folgen die Arbeitsbereiche der Sozialpädagogik im Kindergarten. Im Anschluss daran komme ich dann auf die Methoden zu sprechen, die im Umgang mit der Musik auf die Arbeit mit Kindern angewandt werden. Ich werde näher auf die aktive Gestaltung der kindlichen Entwicklung von Geburt an eingehen, werde beschreiben, wie die kleinen Wahrnehmungskünstler am besten begleitet werden und wie Klangobjekte aus den einfachsten Materialien gefertigt werden können. Die didaktischen Grundgedanken Manuela Widmer´s folgen auf dem Fuß. So wird der elementare Zusammenhang von Musik, Sprache und Bewegung beschrieben, das kindliche Leben im Hier und Jetzt verdeutlicht, vom Mitmachen, Nachmachen und Selbermachen berichtet, die Spielregen als soziale Herausforderung aufgezeigt und
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danach vom Hören, Zuhören, Horchen, Sehen, Hinschauen und Denken berichtet. Zu den Zielen und Methoden der pädagogischen Arbeit im Kindergarten habe ich ein sehr schönes Konzept eines Kindergartens in Moitzfeld gefunden, das, meiner Meinung nach, ein schönes Beispiel dafür darstellt, wie ein Kindergarten meines Erachtens nach arbeiten sollte, und welches an dieser Stelle angebracht ist und nicht fehlen darf. Auch dürfen die ästhetischen Erfahrungen, die mit der Musik gemacht werden können, nicht fehlen. Zu guter Letzt stelle ich das Projekt „KiTa macht Musik“ vor, vom Singen und Musizieren in Kindertageseinrichtungen.
Bevor ich jedoch mit meinen Ausführungen beginne, möchte ich hier noch zwei Zitate sowie einen Auszug aus dem Jahresbericht 2007 der Bertelsmann-Stiftung anbringen, die ich an dieser Stelle für angemessen halte:
So ist, nach Hartogh und Wickel „Musik ein nicht wegzudenkender Bestandteil der menschlichen Kultur unseres Alltags. (…) Die beträchtliche emotionale Wirkung der Musik sichert ihr die Bedeutung als Gegenstand der Betrachtung und des praktischen Ausübens, gleichermaßen aber auch als Medium des Beziehungsaufbaus sowie der Kommunikation, des Ausdrucks und der Bewegung. Speziell in dieser letzten Bedeutung spielt sie eine wichtige Rolle in der Sozialen Arbeit: In einer vorzugsweise auf verbaler Kommunikation basierenden Profession kann Musik als nonverbales Medium dazu beitragen, den Methodenkanon der Sozialen Arbeit um effektive Verfahren zu bereichern.“
(Hartogh, / Wickel (Hrsg.) 2004, S.5)
In zahlreichen Studien wird darauf verwiesen, dass Musik gut tut. Nicht nur allein deswegen, dass sie das Denkvermögen und die Kreativität der Kinder stärkt sowie die Bewegungskoordination fördert, nein, in erster Linie macht Musik fröhlich!
Außerdem wird durch Musik beziehungsweise das gemeinsame Musizieren die Motivation zum Lernen und die Leistung jedes einzelnen Kindes sowie die Integration von Kindern unterschiedlicher sozialer Schichten und unterschiedlicher Nationalitäten angeregt und gefördert. Kurz gesagt: Musik tut gut!
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Aufgrund dieser Tatsachen ist es deshalb wichtig, Kinder so früh wie möglich an die Musik heran zu führen und sie mit ihr vertraut zu machen. Denn genau wie bei der sprachlichen Entwicklung steht auch für die Entwicklung des musikalischen Selbstausdruckes nur ein begrenztes Zeitfenster bereit.
(vgl. Jahresbericht 2007 der Bertelsmann-Stiftung, S. 24)
(vgl. Bericht von Anette Stein der Bertelsmann-Stiftung)
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1. Schlüsselqualifikationen - Musik und Kommunikation
Nach Finkel sollen die für die Sozialpädagogik relevanten Aspekte zuerst bei den Studierenden entwickelt werden und später deren beruflichen Klientel, im Falle dieser Arbeit für die Kinder im Kindergarten, zu Gute kommen. Dabei handelt es sich um
die Entwicklung der Wahrnehmungsfähigkeit,
die Entwicklung von Kritikfähigkeit sowie
die Entwicklung der Äußerungsfähigkeit.
(vgl. Finkel 1979, S. 17 in Jäger / Kuckhermann (Hrsg.) 2004, S. 122)
Diese Ziele der Sozialen Arbeit werden somit zuerst auf gleicher Ebene für StudentInnen sowie für die Kinder im Kindergarten formuliert. Im Vordergrund stehen die folgenden Schlüsselqualifikationen:
die Fähigkeit zur Kommunikation,
die Fähigkeit zur Wahrnehmung sowie
die Kraft, Urteile zu fällen.
Mit diesen Zielen können, mit Musik als Medium, Lernprozesse transportiert werden. Diese Kommunikation geschieht nonverbal, die auf den Kontext bezogenen Wirkungen können reflektiert werden, da neue Möglichkeiten des Ausdrucks erschlossen werden. Die Zielorientierungen Finkel´s können demnach etwas konkreter dargestellt werden:
die Fähigkeit zur Wahrnehmung wächst, wenn bewusst hingehört wird, durch das Wahrnehmen von Hörgewohnheiten und durch das Beschäftigen mit der
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Hörphysiologie bis hin zu den Auswirkungen von Musik im sozialen und individuellen Kontext. Das Hören muss gelernt sein, um bewusst mit den Wertungen umgehen zu können, die, auf die Musik bezogen, subjektiv erfolgen.
Die Fähigkeit, über die Musik zu urteilen, wächst, wenn sich mit geschichtlichen, kulturellen und sozialen Bezügen auseinandergesetzt wird. Das bedeutet: Musik als ein auf Werte bezogenes Medium.
Die Fähigkeit des Ausdrucks wächst, wenn sich der Musik angeeignet wird. Dieses geschieht, wenn der kreative Umgang gefördert sowie die vermehrt vorhandenen Blockaden und Nachwirkungen von misslungenen musikalischen Bildungsprozessen beseitigt werden.
Durch Musik kann die Förderung von Schlüsselqualifikationen sehr oft besser erfolgen als durch den Versuch, sprachlich etwas zu bewirken. Die Musik lässt viele Spielräume zur Interpretation offen, sie fordert zum Spielen auf, fordert auf, sich seinem Gegenüber beziehungsweise dessen Perspektive zu stellen und zu interagieren und lässt viele Formen der Improvisation zu. Musik kann auch bei Sprachbarrieren eingesetzt werden, diese zu überwinden, dazu zählt die psychische Blockade, die am Aussprechen hindert sowie wenn verschiedene Sprachen aufeinander treffen. (vgl. Hill 2004 in Jäger / Kuckhermann (Hrsg.) 2004, S. 122, 123)
1.1 Musik als Ausdrucksmedium
Die Fähigkeit zur Äußerung ist in der Praxis, im kreativen Umgang mit Musik, sehr vielfältig. Als eine weitere Schlüsselqualifikation kann an dieser Stelle die Fähigkeit, kreativ zu handeln, genannt werden. Diese Fähigkeit kann von großem Nutzen sein, und das in allen Lebenslagen, da sie in ihrer Kompetenz flexibel ist. Somit kann auf Situationen, die nicht vorhersehbar sind, reagiert und diese individuell gestaltet werden. Die Fähigkeit, kreativ zu handeln, kann im Laufe der Entwicklung der eigenen Identität,
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gelernt, erworben und ausgebaut werden. Da sie als eine eigenständige Kompetenz zu betrachten ist, werde ich hier kurz etwas näher auf sie eingehen. Um Kreativität zu erfahren, ist es wichtig zu wissen, dass es Interaktionen, Probleme und Gegenstände gibt, die veränderbar sind. Demnach kann mit diesen Dingen gespielt werden, und es ist dabei zu beobachten, dass daraus etwas Neues und sogar etwas Unvorhersehbares entstehen kann. Die Kreativität ist also von der Situation und der Lebenswelt abhängig, um das Denken anzuregen oder zu bremsen. Sie braucht anregende Umgebungen, damit sie erlernt beziehungsweise gefördert werden kann. Sobald eine Atmosphäre geschaffen ist, in der nicht unbedingt Ergebnisse abverlangt werden, ist es leichter zu erfahren, wie sich Klänge verändern lassen, wie diejenigen, die mit einem musizieren und die Zuhörer darauf reagieren, und wie sich das eigene Handeln verändern lässt.
Voraussetzung dafür ist, dass zumindest ein kleines Verständnis für den Umgang mit der Musik und deren Instrumente vorhanden ist. Das bedeutet, dass zumindest so viel Musikverständnis vorhanden sein sollte, seien es die Spieltechniken eines Instrumentes oder die eigene Stimme, dass die Möglichkeit, etwas zu gestalten, überhaupt möglich und gegeben ist. Um diese Voraussetzungen zu erreichen, ist viel Training und Lernen erforderlich. Carl Orff, Komponist und Musikpädagoge, wusste bereits in den dreißiger Jahren um dieses Problem. In seinem „Schulwerk“ von 1950 brachte er seine eigenen selbstkomponierten Stücke zu Papier. Diese waren ausgelegt auf Pauken, Xylophone, Glockenspiele, Rasseln und Trommeln und brachte vor allem Kindern den Zugang zur Musik schnell nahe. Auch die Stimme spielt im „Schulwerk“ von Off eine wichtige Rolle. Sie zählt als ergänzendes Instrument. Orff macht in seinem Werk einige Vorschläge, um mit einem geringen Einsatz von Mitteln eine Orchestrierung einfacher Lieder hinzubekommen. Für die Musikpädagogik hat Orff somit einen Weg geschaffen, dass das Musizieren für die Menschen keine großen Voraussetzungen erfordert, und sie somit ihre Erfahrungen im aktiven Musizieren sammeln können. Dieses Instrumentarium findet sich zur musikalischen Frühförderung in den Musikschulen, in den Schulen, den Kindertagesstätten sowie in Behinderteneinrichtungen als Basisausstattung wieder. Wie man in der heutigen Zeit so schön sagt, verlangt dieser
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„niedrigschwellige Zugang“ zur Musik kein bestimmtes Leistungsniveau, sodass es für jeden Menschen machbar ist, seine eigenen Erfahrungen mit der Musik zu erleben und zu sammeln.
Für die sozialpädagogische Arbeit ist das Orff´sche Schulwerk demnach wichtig, da das musikalische Anspruchsniveau eher niedrig gehalten wird und somit den Einstieg in das Musizieren erleichtert und ermöglicht. Die ästhetische Qualität leidet jedoch nicht, da es auch möglich ist, mit den einfachsten Mitteln ein schönes Musikerlebnis zu schaffen und zu gestalten. Dieses gilt nicht nur für die Instrumente aus dem „Schulwerk“, sondern auch für alle anderen, wie zum Beispiel das Keyboard, die Gitarre, dem Bass, dem Schlagzeug und vieles mehr. Was bei der ganzen Sache nicht zu kurz kommen sondern mehr in den Vordergrund rücken sollte, ist der Spaß am Musizieren. Aufgrund dessen gibt es heutzutage viele einschlägige Vorlagen, mit denen in Gruppen bedürfnisorientiert gearbeitet werden kann, ohne zu hohe musikalische Ansprüche anzusetzen.
Deshalb ist es gut, so früh wie möglich mit den Gestaltungsmöglichkeiten, die die Musik bietet, anzufangen, um die Veränderungen der einfachsten Klangstrukturen zu verdeutlichen. Dieses kann durch folgende Elemente der Gestaltung umgesetzt werden:
laut oder leise spielen beziehungsweise die Lautstärke auf oder ab zu regulieren,
langsam oder schnell zu spielen, um die Veränderung des Rhythmus und der Melodie zu verdeutlichen,
Improvisationen einrichten, beispielsweise als Frage-Antwort-Spiel,
Pausen einfügen und beobachten, wie sie sich auf den Spannungsaufbau auswirken und so weiter.
Dieses sind einfache Mittel, die in der sozialpädagogischen Arbeit angewandt werden und ermutigen, das aktive Musizieren und das kreative Gestalten zu praktizieren. Die
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Arbeit zitieren:
Birte Brackmann, 2009, Sozialpädagogische Aspekte der musikalischen Früherziehung im Kindergarten, München, GRIN Verlag GmbH
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DOI
Körper & Rhythmik - Rhythmische Erziehung in verschiedenen Einsatz...
Sozialpädagogik / Sozialarbeit
Referat (Ausarbeitung), 26 Seiten
Die anschauliche Zentrierung in der musikalischen Entwicklung
Hausarbeit (Hauptseminar), 21 Seiten
Rhythmisch-musikalische-Erziehung in der Sprachbehindertenpädagogik
Sprachwissenschaft / Sprachforschung (fachübergreifend)
Hausarbeit, 22 Seiten
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