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Die Tobin-Steuer

Titel: Die Tobin-Steuer

Seminararbeit , 2009 , 25 Seiten , Note: 2,3

Autor:in: Miriam Moch (Autor:in)

VWL - Geldtheorie, Geldpolitik
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Zusammenfassung Leseprobe Details

„Investmentbanker und Börsianer haben sich in einen besinnungslosen Rausch getrunken. Jetzt ist es an der Zeit, das Komasaufen auf den Finanzmärkten zu beenden.“
Die internationale Finanzwelt hat sich zu einem großen Spielkasino entwickelt, in dem sich große Banken, Investmentfondsgesellschaften und andere vermögende Finanzmarktakteure tummeln, um durch gezielte Geldeinsätze
an den Spieltischen - den weltweiten Finanzmärkten - möglichst
hohe Gewinne zu erzielen. Spekulanten investieren nicht mehr in die „Realwirtschaft“, was Arbeitsplätze schafft, Güter produziert und Dienstleistungen hervorbringt, sondern in die „Kasinowirtschaft“, bestehend aus Devisengeschäften, Anleihen
und weiteren komplexen Finanzkonstrukten. Während die Finanzmarktakteure die großen Gewinner dieses Spieles sind, kann es jedoch verheerende Folgen für die Weltwirtschaft haben. So besteht die Gefahr, dass Finanzmärkte weltweit instabil werden, Währungen kollabieren und im schlimmsten Fall Finanzkrisen globalen Ausmaßes folgen.
Im Interesse, eine stabile Weltwirtschaft zu schaffen, kommen immer wieder Ansätze zur Regulierung der Finanzmärkte auf. Einer dieser Ansätze ist der 1972 formulierte Vorschlag von James Tobin, eine Steuer auf internationale Devisengeschäfte zu erheben. Erklärtes Ziel der Steuer ist die Verringerung der Devisenflüsse. In dieser Arbeit soll dargelegt werden, ob
eine Devisenumsatzsteuer nach dem Modell von Tobin den in sie gelegten Erwartungen gerecht werden kann, oder ob es anderer bzw. zusätzlicher Mittel bedarf, um die Wirtschaft und Finanzmärkte in Zeiten der Globalisierung weltweit zu stabilisieren.
Das erste einleitende Kapitel beschreibt zunächst, wie spekulative Devisengeschäfte an den Finanzmärkten ablaufen und welche Konsequenzen sie für den Finanzsektor nach sich ziehen. In den nächsten Abschnitten werden die Funktionsweise und Ziele der Tobin-Steuer als regulierende Maßnahme erklärt. Darauf folgend werden ihre möglichen Auswirkungen kritisch analysiert, was mittels eines abschließenden Resümees abgerundet wird.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Spekulative Devisengeschäfte an den Finanzmärkten

2.1 Wie Devisen gehandelt werden

2.2 Destabilisierende Wirkung von Spekulationsgeschäften

2.3 Auswirkungen der kurzfristigen Devisentransaktionen auf die Wirtschaft

2.3.1 Hot Money

2.3.2 Überliquidität

3 Die Grundidee Tobins einer Devisenumsatzsteuer

3.1 Geschichtliche Einordnung

3.2 Funktionsweise der Tobin-Steuer

3.3 Die Ziele der Tobin-Steuer

3.3.1 Lenkungsziele

3.3.2 Fiskalziele

4 Effektivität der Tobin-Steuer

4.1 Allgemeine Wirkung von Steuererhebungen

4.2 Auswirkungen einer Tobin-Steuer auf die Devisenmärkte

4.3 Probleme bei der Realisierung der Tobin-Steuer

5 Ansätze zur Weiterentwicklung Tobins Idee

6 Kritische Betrachtung der Tobin-Steuer

7 Die Tobin-Steuer aktuell in Bezug auf die Wirtschaftkrise

8 Schlussbetrachtung

Zielsetzung & Themen der Arbeit

Diese Arbeit untersucht den von James Tobin entwickelten Vorschlag einer Devisenumsatzsteuer, um deren Potenzial zur Stabilisierung internationaler Finanzmärkte gegenüber kurzfristigen spekulativen Kapitalströmen zu analysieren und kritisch zu bewerten.

  • Grundlagen und Funktionsweise spekulativer Devisengeschäfte
  • Die historische Genese und Konzeption der Tobin-Steuer
  • Lenkungs- und Fiskalziele des Steuerkonzepts
  • Effektivität der Steuer und Herausforderungen bei der Umsetzung
  • Weiterentwicklungen und aktuelle Relevanz vor dem Hintergrund globaler Finanzkrisen

Auszug aus dem Buch

2.2 Destabilisierende Wirkung von Spekulationsgeschäften

Bei einer Spekulation ist mit einer zukünftigen Preisentwicklung, durch die man infolge eines bestimmten Handelns Profit erzielen kann, zu rechnen. Beispielsweise wird auf zukünftige Wechselkursentwicklungen zwischen zwei Währungen, wie etwa Dollar und Euro spekuliert, um durch die Veräußerung der zuvor gekauften fremden Währung von dem zwischenzeitlich entstandenen Wechselkursunterschied zu profitieren.

Ein weiteres Beispiel, das bereits des öfteren zur Anwendung kam, ist, dass auf eine bevorstehende Währungskrise in einem Land spekuliert wird. In diesem Szenario nehmen Spekulanten im jeweiligen Land hohe Kredite auf, um das Geld gleich darauf in eine stabile Währung zu tauschen. Wird die Kredittilgung dann fällig und hat zwischenzeitlich die Landeswährung in dem Land, in dem der Kredit aufgenommen wurde, einen Einbruch erlitten, so müssen die Spekulanten weniger Geld zur Kredittilgung aufwenden. Durch die Wechselkursänderung erhalten sie beim Umtausch des Geldes mehr von der abgewerteten Währung. Somit kann auch nach Abzug von Zinszahlungen und Bearbeitungsgebühren des Kredites binnen kürzester Zeit ein lukrativer Gewinn durch den Spekulanten erzielt werden. Dieses Ereignis lässt sich bei vielen Währungskrisen in der Vergangenheit immer wieder mehrfach beobachten. Wenn auch heuzutage solche Spekulationsgeschäfte nicht so renditenreich ausfallen wie in diesen Beispielen dargestellt, sondern alltägliche kleine Spekulationen vorherrschen, so lassen sich mit dem Einsatz von großen Summen dennoch rentable Einkünfte erzielen.

Um die Spekulationen auf den Devisenmärkten jedoch vollständig verstehen zu können, ist das sogenannte „prozyklische Verhalten“ zu berücksichtigen. Darunter ist zu verstehen, dass es nicht der einzelne Spekulant allein ist, der durch seine risikoreichen Einsätze das System ins Wanken bringt. Genauso gut kann er durch Fehlspekulationen auch erhebliche Verluste erleiden. Das Kollektiv der Spekulanten ist mit ihrem Herdentrieb ähnlichen Verhalten für das Ergebnis auf den Devisenmärkten verantwortlich. Deswegen tätigt ein Spekulant seine Investitionen nicht einfach auf gut Glück, sondern trifft seine Entscheidung basierend auf seinen Erwartungen darüber, wie sich die anderen Marktteilnehmer zukünftig verhalten werden.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die problematische Entwicklung der Finanzmärkte zur „Kasinowirtschaft“ und führt den Vorschlag von James Tobin als stabilisierendes Regulierungsinstrument ein.

2 Spekulative Devisengeschäfte an den Finanzmärkten: Dieses Kapitel erläutert die Mechanismen spekulativer Devisenmärkte, das Phänomen „Hot Money“ sowie die Problematik der Überliquidität.

3 Die Grundidee Tobins einer Devisenumsatzsteuer: Das Kapitel behandelt die historische Entstehung der Idee im Kontext von Bretton Woods und beschreibt die Funktionsweise sowie die angestrebten Lenkungs- und Fiskalziele der Steuer.

4 Effektivität der Tobin-Steuer: Hier werden die Wirkungsweise von Steuererhebungen, die Auswirkungen auf Devisenmärkte und die praktischen Probleme bei der Realisierung analysiert.

5 Ansätze zur Weiterentwicklung Tobins Idee: Es werden Modifikationen des Grundkonzepts wie die „Zwei-Stufen-Steuer“ (ERND) und regionale Umsetzungsmodelle vorgestellt.

6 Kritische Betrachtung der Tobin-Steuer: Das Kapitel setzt sich mit Argumenten von Globalisierungskritikern und Gegnern auseinander und beleuchtet die Auswirkungen auf langfristige Kredite sowie den internationalen Handel.

7 Die Tobin-Steuer aktuell in Bezug auf die Wirtschaftkrise: Die Debatte wird im Kontext der jüngsten Weltwirtschaftskrise neu bewertet und das gestiegene Interesse führender Politiker und Institutionen aufgezeigt.

8 Schlussbetrachtung: Das Fazit fasst die Relevanz der Tobin-Steuer als Teil eines Regulierungs-Mix zusammen und betont die Notwendigkeit internationaler Steuern zur Krisenprävention.

Schlüsselwörter

Tobin-Steuer, Devisenmarkt, Spekulation, Finanzmarktstabilität, Hot Money, Überliquidität, Devisenumsatzsteuer, Regulierung, Globalisierung, Währungskrise, Finanztransaktionssteuer, Lenkungsziele, Fiskalziele, internationale Finanzordnung, Weltwirtschaft.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit dem Konzept einer Devisenumsatzsteuer nach James Tobin und untersucht deren Eignung als Instrument zur Regulierung und Stabilisierung internationaler Finanzmärkte.

Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?

Zu den Schwerpunkten gehören das Wesen spekulativer Devisengeschäfte, die theoretische Konzeption der Tobin-Steuer, ihre ökonomischen Ziele sowie die kritische Analyse ihrer praktischen Realisierbarkeit.

Welches primäre Ziel verfolgt die Forschungsfrage?

Die Arbeit analysiert, ob eine Devisenumsatzsteuer die in sie gesetzten Erwartungen hinsichtlich der Marktstabilisierung erfüllen kann oder ob ergänzende Maßnahmen erforderlich sind.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit stützt sich auf eine theoretische Analyse bestehender ökonomischer Modelle, den Abgleich mit historischen Entwicklungen sowie die kritische Auswertung aktueller wirtschaftspolitischer Debatten.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der Funktionsweise von Spekulationen, die Erläuterung des Tobin-Modells inklusive seiner Ziele, die Untersuchung der Effektivität sowie die kritische Auseinandersetzung mit verschiedenen Modifikationsansätzen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Tobin-Steuer, Spekulation, Überliquidität, Finanzmarktstabilität und internationale Regulierung charakterisiert.

Warum wird im Kontext der Tobin-Steuer oft von „Sand im Getriebe“ gesprochen?

Dies ist ein Zitat von James Tobin selbst, das verdeutlicht, dass die Steuer nicht den Zweck hat, den Finanzhandel zu stoppen, sondern lediglich durch eine geringe Belastung die exzessive kurzfristige Spekulation zu entschleunigen.

Welche Rolle spielt der IWF bei der Umsetzung dieses Steuerkonzepts?

Nach dem Vorschlag von Tobin könnte der IWF oder eine ähnliche internationale Institution die Rolle einer Kontrollinstanz übernehmen, die für die Überwachung der Einhaltung sowie die Verwaltung der Steuereinnahmen zuständig wäre.

Wie reagiert die Politik aktuell auf die Idee der Tobin-Steuer?

In Folge der Weltwirtschaftskrise hat die Debatte eine Renaissance erfahren, wobei prominente Vertreter und Organisationen die Einführung einer solchen Steuer als „fair“ und notwendig im Sinne des Verursacherprinzips diskutieren.

Ende der Leseprobe aus 25 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Die Tobin-Steuer
Hochschule
Hochschule Aschaffenburg
Veranstaltung
VWL
Note
2,3
Autor
Miriam Moch (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2009
Seiten
25
Katalognummer
V148124
ISBN (eBook)
9783640580743
ISBN (Buch)
9783640580972
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Tobin-Steuer Tobin Steuer Devisenumsatzsteuer Devisen James Tobin VWL Spekulation Attac ERND Finanzkrise Wechselkurse Hot Money John Maynard Keynes Fiskalziele
Produktsicherheit
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Arbeit zitieren
Miriam Moch (Autor:in), 2009, Die Tobin-Steuer, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/148124
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Leseprobe aus  25  Seiten
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