Inhaltsangabe
Einleitung Seite 3 - 4
Hauptteil Seite 4 - 9
1. Entwicklung der Mehrsprachigkeit in Katalonien
1.2. Warum entstehen Sprachkonflikte in mehrsprachigen Gesellschaften?
2. Muttersprache
2.1. Wie ist Mehrsprachigkeit definiert?
3. Ein Gehirn - mehrere Sprachen
3.1. Altersgrenze
Schluss Seite 9 - 10
Quellenangabe Seite 10
Einleitung
Spanien ist geprägt durch seine Sprachenvielfalt. Obwohl im ganzen Land das Kastilisch als Staatssprache verwendet wird, werden in einigen Gebiete zusätzlich folgende Sprachen als Amtssprachen gebraucht: Galizisch, Asturleonesisch, Baskisch, Aragonesich, Aranesisch und Katalanisch.
Das katalanische Sprachgebiet umfasst auf spanischem Territorium die Autonome Region Katalonien, weite Teile des País Valencià die dortige Variante des Katalanischen heißt auch Valencianisch (valencià) und die Balearischen Inseln wobei die Varianten des Katalanischen auf Mallorca: Mallorquinisch (mallorquí), auf Menorca: Menorquinisch (menorquí) und auf Eivissa: Ibizenkisch (eivissenc) heißen. In diesen Gebieten hat das Katalanisch neben dem Kastilischen einen offiziellen Status als Amtssprache. Auf dem Staatsgebiet Andorras gilt das Katalanisch als alleinige offizielle Landessprache. Keinen offiziellen Status hat das Katalanisch in dem östlichen Randgebiet Aragons, auf französischem Territorium in Département Pyrénées Orientales (auch Nordkatalonien genannt) und auf italienischem Territorium in der auf Sardinien gelegene Stadt L'Alguer / Alghero. Entgegen der herrschenden Meinung in der
Allgemeinheit ist Katalanisch kein Dialekt des Spanischen sondern ein primärer Dialekt des sogenannten Vulgärlateins. Das bedeutet das Katalanisch existierte schon vor der endgültigen Installation der Gemeinsprache, welche im Falle von Spanien wie bereits erwähnt das Kastilische ist. Verfolgt man die Geschichte des Katalanischen, wird man feststellen, dass kaum eine Sprache sich so sehr behaupten musste. Die Ausmerzung der katalanischen Sprache und Kultur wurde in den Dreißiger Jahren vom damaligen Diktator drastisch vorangetrieben, so dass das Katalanisch systematisch aus der Öffentlichkeit verbannt wurde: Z.B. wurden katalanische Straßenbilder , Zeitungen, Firmenpapiere vernichtet, Bibliotheken geschlossen. Auf Meldebehörden bekamen Katalanen kastilische Vornamensformen. Das Gesprochene Katalanisch wurde aus der Öffentlichkeit z.B. Schule, Universität, Radio abgeschafft. Katalanen hatten keine Möglichkeit ihre eigene
Muttersprache zu hören oder zu lesen. Den Nachkommen haben sie ihre Sprache heimlich zu Hause weitergegeben. Entgegen aller
Hindernisse erlangte Katalanisch durch das vom 1979 erlassenen Statut die Autonomie, ist
aber noch heute mit unauflöslichen Konflikten konfrontiert. Eine nun folgende
naturwissenschaftliche Ausarbeitung soll Vorteile der Mehrsprachigkeit aufdecken um einem interkulturellen Zusammenleben Raum zu geben.
Hauptteil
1. Entwicklung der Mehrsprachigkeit in Katalonien
Katalonien blickt auf eine mehr als 1000 jährige Geschichte zurück. Seit dem 18. Jh. zählt diese Region zu den wirtschaftlich bedeutendsten Regionen Spaniens. Noch heute zählt Katalonien als Spaniens Wirtschafszentrum und Touristenmagnet. Ursprünglich umfasste Katalonien die Ostpyrenäen und deren nördliches und südliches Vorland. Darin begründet sich auch die Nähe der beiden romanischen Sprachen Katalanisch und Okzitanisch. Bereits vom 11. Jh. sind katalanische Texte bekannt, die der heutigen Sprachform sehr nahe sind. Die frühe Normierung des Schriftkatalanischen im 13. Jh. trägt unter anderem dazu bei, dass Katalanisch bis heute nur geringfügige dialektale Unterschiede aufweist. Der Konflikt zwischen den beiden Sprachen Katalanisch und Kastilisch zeichnet sich schon früh ab: Ab dem 15. Jh. wird den Katalanen das Kastilisch aufgezwungen. Allerdings setzt es sich nicht als Mutter- und Umgangssprache durch. Es finden zahlreiche Machtkämpfe bezüglich der Sprachen auch heute noch statt.
1.2. Warum entstehen Sprachkonflikte in mehrsprachigen Gesellschaften?
Der katalanische Sprachkonflikt äußert sich in verschiedenen Entwicklungsstufen von Duldung bis zur Förderung der katalanischen Identität, aber auch bis zur Verfolgung wie z.B. unter der Diktatur Francos.
" Ein Sprachkonflikt liegt dann vor, wenn 2 deutlich voneinander verschiedene Sprachen sich gegenüberstehen, wobei die eine politisch dominiert und die andere politisch unterworfen ist. Die Formen der Dominanz sind vielfältig und gehen von den eindeutig repressiven bis zu den politisch toleranten, deren repressive Kraft v.a. ideologischer Natur ist. Ein Sprachkonflikt kann latent oder akut sein, je nach den sozialen, kulturellen und politischen
1 Gegebenheiten der Gesellschaft, in der er auftritt."
1 Kremnitz (1979), S.60.
Arbeit zitieren:
Ferda Cav, 2009, Mehrsprachigkeit in Katalonien - als Chance?, München, GRIN Verlag GmbH
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