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INHALTSVERZEICHNIS
1 EINLEITUNG 2
2 VORBEMERKUNGEN 2
3 DIE ROLLE DER DEUTSCHEN SPRACHE BEI DER INTEGRATION
VON MENSCHEN MIT MIGRATIONSHINTERGRUND 4
3.1 SPRACHE ALS IDENTITÄTSGEBER. 4
3.2 DEUTSCHE SPRACHE, SCHWERE SPRACHE 5
3.3 ZAHLEN UND FAKTEN: BESTANDSAUFNAHME DER
DEUTSCHEN SPRACHE BEI MIGRANTEN
UNTER ANDEREM AM BEISPIEL DER FREIEN UND
HANSESTADT HAMBURG. 8
3.4 BILINGUALE SPRACHKOMPETENZ 10
3.5 ALLTAGSGESTALTUNG TROTZ SPRACHHEMMNISSEN 13
4 ZUSAMMENFASSUNG. 16
5 LITERATURVERZEICHNIS 18
MICHEL BEGER
DIE ROLLE DER DEUTSCHEN SPRACHE BEI DER INTEGRATION VON MENSCHEN MIT MIGRATIONSHINTERGRUND
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1 EINLEITUNG
Abhängig von Herkunft und Abstammung werden der Sprache verschiedene Wichtigkeiten zugeordnet. Ganz besonders wenn es dabei um das Ablegen der eigenen Muttersprache geht, entstehen oft Konflikte und Konfrontationen zwischen Tradition, Identität und Anpassung. Zu diesem Problem erschien am 16.01.2007 in der Onlineausgabe der Zeitschrift SPIEGEL (Reimann/ Ataman 2009) ein Artikel. Dieser beschreibt den Streit des Gemeinderates der baden-württembergischen Kleinstadt Rastatt mit ausländischen Zeitschriften, Konsulaten und der Bevölkerung, die mit einem Migrationshintergrund in Rastatt lebt. Der Gemeinderat sorgte bislang dafür, dass der Muttersprachenunterricht in von ihm gestellten Räumen stattfinden durfte. Nun beschloss er aber diesem Angebot nicht mehr nachzukommen. Er argumentierte damit, dass der Unterricht das Erlernen der deutschen Sprache behindert und damit auch die Integration hemmt, wodurch es zur Entstehung von Parallelgesellschaften kommt. Die Opposition dieses Streites hielt dies für Unsinn und betitelte diese Vorgehensweise als einen „Schlag gegen Integration und Harmonie in einer multikulturellen Gesellschaft" (ebd.). Diese Muttersprachenunterrichte stellen ihrer Meinung nach Vorraussetzungen für eine positive Identität, ein ausgeprägtes Selbstvertrauen und die Möglichkeit einer Rückkehr in die Heimat dar.
Wie man es auch sieht, beide Positionen vertreten durchaus sinnvolle Argumente. Um diese allerdings zu verstehen, genügt es nicht einer der beiden Fraktionen anzugehören, sondern seinen Blick auf die eigentliche Rolle der Sprache zu richten. Diese Arbeit soll dabei helfen, grundsätzliche Funktionen der Sprache in Abhängigkeit von Integration in einer Gesellschaft darzulegen. Dabei soll auch mit einem Blick auf die Freie und Hansestadt Hamburg eine Bestandsaufnahme empirischer Daten mit Bezug auf die deutsche Sprache bei Menschen mit Migrationshintergrund geworfen werden um anschließend Auswirkungen und Folgen einer vorhandenen oder nicht vorhandenen Sprachkompetenz zu diskutieren. Zunächst gilt jedoch die Aufmerksamkeit der Klärung von Begriffen, die für das Verständnis der Arbeit wichtig sind. Dazu werden in den folgenden Vorbemerkungen die Begriffe „Sprache“, „Integration“ und „Migrationshintergrund“ näher betrachtet.
2 VORBEMERKUNGEN
Die Betrachtung des Begriffes „Sprache“ hat in diesem Sinne bereits etwas doppelt metasprachliches, da hier nicht nur mit der Sprache über die Sprache im Allgemeinen, sondern genau über den Begriff „Sprache“ geredet wird. Um diesen komplexen philosophischen Ansatz abzuschwächen, wird zur Klärung des Begriffes die Auslegung Niklas Luhmanns in Augenschein genommen. Niklas Luhmann geht in seinem Buch „Die Gesellschaft der Gesellschaft“ (Luhmann 1998, S.205 ff.) auf die Sprache ein. Er sieht in ihr das „Kommunikations-
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medium, das die reguläre, mit Fortsetzung rechnende Autopoiesis der Gesellschaft garantiert“ (ebd., S.205). Das heißt, dass ein soziales System, wie es die Gesellschaft ist, „selbst die Elemente [erzeugt], aus denen es besteht“ (Krause 2005, S.26 f.). Diese Elemente werden durch die Sprache und weiterführend durch Kommunikationen dargestellt, welche die Gesellschaft oder andere soziale Systeme erst möglich machen und ständig aktualisieren. Die Sprache ist also in Form einer Kommunikation grundlegend für ein gesellschaftliches System und Vorraussetzung für die Individuen die daran partizipieren. Jene Kommunikationen sind dabei nur kleine Bestandteile eines Kommunikationssystems, das autopoietisch betrachtet Aussicht auf weitere Kommunikationen voraussetzt und somit ohne Sprache nicht möglich wäre. (vgl. Luhmann 1998, S.206) Diese Definition von Sprache stellt zwar keine Begriffserklärung dar, bildet aber als Erklärung des Zusammenspiels von Sprache und Gesellschaft eine wichtige Erkenntnis für die weitere Abhandlung. Sie besagt nämlich, dass ein einheitliches Kommunikationsmedium benötigt wird, um mit anderen Individuen gesellschaftlich zu handeln und zu leben.
Beim Begriff der „Integration“ wird ein Ansatz von Utz Maas gewählt. Für ihn steht „Integration“ für „das gesellschaftliche Projekt, an dem die Migranten (und ihre Nachkommen) wie die Einheimischen partizipieren“ (Maas 2005, S.119). Sie hat das Ziel alle sozial bedingten Schranken zu überwinden, wobei dies speziell mit den vorhandenen Ressourcen, wie den kulturellen Gepflogenheiten, stattfinden soll. Dabei tritt das Phänomen hervor, dass Angehörige der Mittel- und Oberschicht, bedingt durch ein vorhandenes soziales Netz, zumindest definitionsgemäß bereits integriert sind. Die Probleme sind damit hauptsächlich für die Unterschicht definiert. Das Ziel der integrativen Maßnahmen, und dies beinhaltet nach Maas ausnahmslos alle Maßnahmen, ist die soziale, berufliche, wirtschaftliche und rechtliche Gleichstellung der Migranten mit den Einheimischen. (vgl. ebd., S.119 f.) Dies ist eine Definition, die kürzer und doch erschöpfender nicht sein könnte. Besonders der Bezug auf verschiedene Bereiche wie die Sozialisation, den Beruf und das Gesetz eignet sich für diese Arbeit sehr gut, da auf diese im späteren Verlauf noch expliziter eingegangen wird. Der letzte Begriff, welcher zu klären notwendig ist, ist der „Migrationshintergrund“. Statistisch gesehen gibt es die Unterscheidung zwischen „ohne Migrationshintergrund“ und „mit Migrati-onshintergrund“ erst seit der Aufnahme des Themenkomplexes „Migration und Integration“ in das Erhebungsprogramm des Mikrozensus im Jahr 2005. Das Statistische Bundesamt veröffentlicht dazu eine Definition, die allen Statistiken, die diesen Themenkomplex bearbeiten, zu Grunde liegt.
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Diese Definition ist die handelsüblichste und umfasst alle Aspekte, die auch für die weiteren Darstellungen entscheidend sind. Hinzuzufügen ist allerdings, dass unter Personen mit Migrationshintergrund nicht nur diejenige Bevölkerung verstanden wird, die bereits einen deutschen Pass hat, sondern auch jene, die zumindest administrativ noch integriert werden muss.
Die oben formulierten Definitionen stellen die Grundlage für diese Arbeit dar. Aufbauend auf diesen soll im Folgenden das Verhältnis von Sprache und Integration betrachtet werden. Dazu ist es vorher notwendig, die Funktionen der Sprache herauszufiltern. In diesem Fall beschränkt sich die Arbeit auf eine Funktion, die dem Autor als wichtigste erschien und besonders in Bezug auf die Persönlichkeit von Migrantinnen und Migranten eine elementare Rolle spielt.
3 DIE ROLLE DER DEUTSCHEN SPRACHE BEI DER INTEGRATION
VON MENSCHEN MIT MIGRATIONSHINTERGRUND
3.1 SPRACHE ALS IDENTITÄTSGEBER
Obwohl die oben angeführte Definition des Begriffes „Sprache“ bereits von großer Tragweite ist und die Funktion in der und für die Gesellschaft deutlich macht, lässt sie jedoch die Erwartungen auf der Mikroebene offen. Als Teil des Ganzen stellt jeder Mensch mit seiner Sprache und dem Bedürfnis der Kommunikation ein winziges Zahnrad der Gesellschaft dar. Um diesem Zahnrad eine notwendige Form zu geben, muss betrachtet werden, welchen Einfluss die Sprache auf das Individuum besitzt.
Die Persönlichkeit des Einzelnen wird prägend durch die Sprache bestimmt. Ob es nun die Haltung gegenüber anderen Menschen ist oder ob jemand extrovertiert oder introvertiert ist, der Auslöser für solche Charaktermerkmale ist meist die Sprache. All diese Eigenschaften, die beeinflusst werden können, werden unter dem Überbegriff der Identität einer Person zusammengefasst. Die „Sprache ist ein konstitutiver Teil der Identität eines jeden Menschen“ (Khanide 2006, S.35), stellt auch Marina Khanide fest. Besonders in den frühen Jahren wirkt sich die Sprache nachhaltig auf die Identität aus, da diese in der Kindheit „stark emotional besetzt“ (ebd.) ist.
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Vor allem in der Äußerung durch Sprache bildet sich die Identität ab, da für den Einzelnen die Möglichkeit besteht, seine eigene Persönlichkeit zum Ausdruck zu bringen. (vgl. ebd.) Dabei geht es nicht vorrangig darum dieselbe Sprache zu sprechen. Eine „andere Sprache oder Sprachvariante zu sprechen ist eine […] wirkungsvolle Art, sich von anderen Individuen oder Gruppen zu unterscheiden“ (Burke 1994, S.12). Wird dagegen dieselbe Sprache gesprochen, „ist [dies oft] eine einfache und wirkungsvolle Art, Solidarität zu zeigen“ (ebd.). Aus welchen Gründen Sprache auch gebraucht wird, so ist sie stets ein Spiegel der Seele. Sie ist das Instrument, das es einer Person ermöglicht Wünsche, Bedürfnisse, Liebe, Hilfe, Wut oder ähnliches auszudrücken. Ein individueller Ausdruck durch die Sprache „besitzt für den Einzelnen persönlich einen hohen Stellenwert“ (Khanide 2006, S.35). Die Identität beruht auf zwei Richtungen. Zum einen gibt sie „nach innen das Gefühl der Sicherheit, des Geborgenseins, der Heimat“ (Kielhöfer/ Jonekeit 2006, S.100). Zum anderen grenzt sie sich vom Fremden ab und distanziert sich in unsicheren Zeiten von diesem. (vgl. ebd.) Die eigene Identität hat auch immer etwas mit der sozialen, kulturellen oder wirtschaftlichen Rolle zu tun, in der wir gerade stecken. Grundlegend wird sowohl die Identität als auch die jeweilige Rolle von der Sprache bestimmt und geleitet.
Bei keiner anderen Kunst grenzen sich die Besonderheiten so sehr ab, wie bei der Sprache. Einst abstammend von wenigen Geburtssprachen, zerstreuten sie sich in aller Welt Länder und bildeten die verschiedensten Formen und Farben aus. Ein Blick auf die deutsche Sprache soll dazu im Folgenden Besonderheiten und Schwierigkeiten verdeutlichen.
3.2 DEUTSCHE SPRACHE, SCHWERE SPRACHE
So beschrieb Mark Twain im „Bummel durch Europa“ seine Gedanken über die deutsche Sprache und geht dabei hart mit dieser ins Gericht. Diese Ansicht ist damals wie heute nicht _________________________________________________________________________________ MICHEL BEGER
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Arbeit zitieren:
Michel Beger, 2009, Die Rolle der deutschen Sprache bei der Integration von Menschen mit Migrationshintergrund, München, GRIN Verlag GmbH
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