Inhaltsverzeichnis
Einleitung 2
1. Das Bild als das Hauptmerkmal des Schulwandbildes 3
1.1. Eignung des Bildes als Unterrichtsgegenstand. 3
1.2. Pädagogisch relevante Bildformen 3
1.3. Kritische Auseinandersetzung mit den Bildinhalten 5
2. Geschichte der Schulwandbilder. 6
2.1. Begründung des schulischen Wandbildes durch Basedows Elementarwerk. 6
2.2. Anfänge des großflächigen Einsatzes der Wandbilder im Schulunterricht 6
2.3. Die Hauptblütezeit der Schulwandbilder. 7
2.4. Schulwandbilder als Zeitzeugen 9
3. Verwendung der Schulwandbilder 9
3.1. Themenvielfalt der Schulwandbilder. 9
3.2. Nachhaltige Wirkung. 10
3.3. Schulwandbilder im Nationalsozialismus. 10
4. Kategorisierung der Schulwandbilder. 11
4.1. Das episch-informierende Schulwandbild. 11
4.2. Das systematisch-strukturierende Wandbild 12
4.3. Das ästhetisch-idyllische Wandbild. 12
4.4. Das Wandbild mit der didaktische Zweckgestalt 13
5. Herstellung der Schulwandbilder 13
5.1. Umsetzung der Inhalte auf den Wandbildern 13
5.2. Erscheinungsformen 14
5.3. Herstellungsverfahren. 14
6. Fazit. 15
Quellenverzeichnis 16
1
Einleitung
Die Schulwandbilder wurden von ca. 1880 bis 1980, also ein gutes Jahrhundert lang, in der Schule als didaktisches Material verwendet. Jede auch noch so kleine Schule besaß einige Exemplare davon, welche gerne für Veranschaulichungs- aber auch für Dekorationszwecke verwendet wurden. Im Unterricht bestimmten sie lange Zeit sowohl den Unterrichtsgegenstand als auch die Unterrichtsmethode. Historische Quellen wie z.B. alte Unterrichtsvorbereitungen und Handreichungen zeugen davon, wie sehr die Schulwandbilder in die Unterrichtsplanung integriert wurden. Die Schulwandbilder wurden vor allem als Veranschaulichungsobjekte im Unterricht eingesetzt und ersetzten damit zum Teil den Unterrichtsgang. Bunte Wandbilder müssen damals eine magische Wirkung auf Schulkinder ausgeübt haben, da sie in ihrem Alltag sonst wenigen Abbildungen begegneten. Verständlich ist daher auch, warum sich viele Schüler die alten Wandbilder so gut merken konnten. Bilder wurden in der Geschichte schon immer für Bildungszwecke benötigt. Leider war die Bildherstellung lange Zeit zu teuer für einen flächendeckenden Einsatz an Schulen. Da kam die Erfindung eines neuartigen Flächendruckverfahrens, der Lithographie, gerade rechtzeitig zu der Durchsetzung der allgemeinen Schulpflicht im deutschen Kaiserreich. Alte Schulwandbilder können heute in Museen und Ausstellungen besichtigt werden. Zum Teil können sie aber auch noch an manchen Schulwänden entdeckt werden, wo sie allerdings nur noch den Dekorationszwecken dienen. Im modernen Unterricht kommen sie nicht mehr zum Einsatz. Einige Gründe dafür werden unter anderem in dieser Arbeit genannt. Nachdem die meist aufwendig gestalteten Wandbilder ca. 1980 von den Overhead- und den Diaprojektoren abgelöst wurden, wurden sie von den meisten Schulen entsorgt. Einige Exemplare landeten aber in Schulmuseen und in privaten Sammlungen. Sie bieten eine gute Grundlage für die kulturwissenschaftlichen Forschungen, da sie den Zeitgeist ihrer Herstellungszeit ideal wiedergeben. Das spiegelt sich unter anderem in der grafischen Ausarbeitung, in der technologischen Verarbeitung und in den abgebildeten Gegenständen wider. Schulwandbilder sind sowohl als Produkte als auch Faktoren der in vielen Lebensbereichen anzutreffenden durchschnittlichen Meinung, Gesinnung und Gefühlslage einer Epoche zu verstehen (vgl. STACH, R./ MÜLLER, W. 1988 S. 20).
[2]
1. Das Bild als das Hauptmerkmal des Schulwandbildes
1.1. Eignung des Bildes als Unterrichtsgegenstand
Es gab eine Vielzahl an Schulwandbildern, welche in ihren Eigenschaften sehr unterschiedlich waren. Sie verband jedoch eine Gemeinsamkeit: das Bild. Das Bild war das charakteristische Merkmal jedes Schulwandbildes. Ob es ein Diagramm oder eine Zeichnung oder eine Landkarte war - das Bild hatte die Funktion, Informationen auf der visuellen Ebene zu vermitteln.
Frühzeitig wurde erkannt, dass nicht nur Texte, sondern auch Bilder gewinnbringend für Bildungszwecke eingesetzt werden können, und zwar nicht nur für die schriftunkundige Zielgruppe. Im schulischen Kontext übernahm das Bild eine Assistenz- bzw. eine Hilfsfunktion. Seine Aufgabe war, Sachverhalte zu verdeutlichen oder Texte zu illustrieren, soweit das mit visuellen Mitteln möglich ist. Das dominierende Medium um Unterricht war allerdings die Schrift (vgl. PÖGGELER, F., 1992, S. 331-332). In vielen schulischen Situationen ist allerdings ein Verzicht auf Bilder unvorstellbar. Seit Jahrzehnten werden Bilder im Unterricht sowohl als Unterrichtsimpuls als auch Unterrichtsgegenstand eingesetzt. Im Geografieunterricht beispielsweise kann eine Landschaft besser mit Bildern als mit Worten erklärt werden. In diesem Fall ist ein Verzicht auf das Bild sogar unvorstellbar (vgl. PÖGGELER, F., 1992, S. 336).
Doch nicht nur im naturwissenschaftlichen Unterricht sondern auch im Anfangsunterricht der Grundschule ist das Bild oft der wichtigste Unterrichtsgegenstand. Vor allem bei den Fibelillustrationen steht das Bild im gleichwertigen Verhältnis zum Text (vgl. PÖGGELER, F., 1992, S. 35), was den Kinder der ersten Klassen, die die Schrift erst noch erlernen müssen, zugute kommt, da sie noch stark auf die bildliche Aufbereitung von Lerninhalten angewiesen sind.
1.2. Pädagogisch relevante Bildformen
Bilder sind mittlerweile aus dem Schulalltag nicht mehr wegzudenken. Das liegt unter anderem daran, dass es Bildern viel besser gelingt als dem Text, die Lebenswirklichkeit zu transportieren. Für pädagogische Zwecke sind laut F. Pöggeler hauptsächlich folgende Bildformen geeignet: Vor-Bilder, Erinnerungsbilder, Milieubilder, Lehr-, und Lernbilder, Karikaturen, Symbole und Allegorien (vgl. PÖGGELER, F., 1992, S. 20). Unter Vor-Bildern werden Bilder verstanden, die einen Nachahmverhalten beim Betrachter initiieren sollen. Sie stellen die nachahmenswerte Handlung attraktiv dar „um beim
[3]
Betrachter ein möglichst hohes Maß an Zustimmung herzustellen“ (PÖGGELER, F., 1992, S. 25). Dabei dürfen die Vor-Bilder nicht mit dem Vorbild-Begriff verwechselt werden. „Oft haben Vor-Bilder den Charakter von Muster- und Idealbildern, von denen man eine normierende Wirkung erhofft“ (PÖGGELER, F., 1992, S. 21). Beispiele dazu wären u.a. Heldenabbildungen, Mütterdarstellungen, Herrscherdarstellungen. Erinnerungsbilder gehören zu einer weiteren, wenn auch für den pädagogischen Zweck
weniger bedeutenden Kategorie. Mit diesem Oberbegriff werden Bilder zusammengefasst, die bestimmte biografische Ereignisse visuell festhalten, um sie so vor dem Vergessen zu bewahren. Dazu gehören Fotos, Bilder und Zeichnungen, welche speziell zur Kommunion, Konfirmation, Taufe, Hochzeit etc. angefertigt wurden (vgl. PÖGGELER, F., 1992, S. 26). Milieu- und Situationsbilder sind dagegen für den schulischen Kontext interessanter, da sie
weniger die persönlichen Erinnerungen, sondern Lebenszusammenhänge dokumentieren. „Uns würden heute in der bildungsgeschichtlichen Forschung und Lehre konkrete Einblicke in den Geist einer Epoche oder Einrichtung fehlen, wenn es nicht entsprechende Milieu- und Situationsbilder geben würde, die mitunter einige Zeit nach der Entstehung bereits dokumentarischen Wert erlangten (so z.B. Bilder von Kindern, die im Krieg sehr früh Soldat werden mußten (sic!) )“ (PÖGGELER, F., 1992, S. 27).
Eine speziell für den Unterricht entwickelte Bildkategorie sind die Lehr- und Lernbilder. Dazu gehören Bilder, „mit deren Hilfe ein bestimmter Vorgang, eine bestimmte Sache optisch gelehrt und visuell gelernt werden soll“ (PÖGGELER, F., 1992, S. 32). Lehr- und Lernbilder wurden hauptsächlich in Lehr- und Lernbüchern und auf Schulwandbildern verwendet. Charakteristisch für diese Bildkategorie ist, dass Bildinhalte speziell für die Entwicklungsstufe der Kinder aufbereitet sind. „Alles, was Kindern und Jugendlichen bei optischer Darstellung schaden könnte (z.B. Darstellungen von Gewalt, Schmutz und Schund) ist bei Lehr- und Lernbildern von vornhinein ausgeschaltet“ (PÖGGELER, F., 1992, S. 33). Auch Karikaturen können zum Teil für den Unterricht verwendet werden, vor allem wenn es
darum gehen soll, im Unterricht über politische Entscheidungen oder Notwendigkeiten von Reformen zu diskutieren (vgl. PÖGGELER, F., 1992, S. 42). Karikaturen tragen auch eine historisch wichtige Bedeutung, da sie stets den Ist-Zustand in der Gesellschaft wiedergeben, und gleichzeitig Stellung beziehen und einen Sachverhalt übertrieben darstellen und kritisieren (vgl. PÖGGELER, F., 1992, S. 35).
Weniger verbreitet im schulischen Kontext sind dagegen die Symbole und Allegorien, dennoch müssen sie an dieser Stelle erwähnt werden, da sie bildungsgeschichtlich zum Teil
[4]
Arbeit zitieren:
Anna Schröder, 2009, Schulwandbilder – Entwicklung und Themen, München, GRIN Verlag GmbH
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