Inhaltsverzeichnis
Inhaltsverzeichnis I
Abk ürzungsverzeichnis II
1. Einleitung 1
2. Fachwissenschaftlicher Bereich 2
2.1. Nutzung der Ressource Wasser in Deutschland 2
2.1.1. Verwaltungsrechtliche Aufgabenverteilung der deutschen
Wasserwirtschaft 2
2.1.2. Differenzierung und Abgrenzung von Wasserarten in Deutschland 3
2.1.3. Öffentliche Wasserversorgung in Deutschland 3
2.2. Anthropogene Belastungen des Grundwassers in Deutschland 4
2.3. Nachhaltige Wasserwirtschaft in Deutschland 5
3. Didaktischer Bereich 6
3.1. Umweltpolitik als Aufgabe der Schule 6
3.2. Lehrplanverankerung der Unterrichtseinheit 7
3.3. Aufbau der Unterrichtseinheit 7
3.3.1. Didaktische Zugangsweise und methodische Umsetzungsvorschläge zur
Unterrichtseinheit 8
3.3.2. Unterrichtsbeispiel 10
Glossar 16
Anhang: 17
I
Abkürzungsverzeichnis Abb. Abbildung BRD Bundesrepublik ca. circa EG Europäische Gemeinschaft EU Europäische Union GWRL Grundwasser-Tochterrichtlinie l. Liter max. Maximal Mrd. Milliarden S. Seite SuS Schüler und Schülerinnen vgl. vergleiche WHG Wasserhaushaltsgesetz WRRL EG-Wasserrahmenrichtlinie
II
1. Einleitung
Wasser ist der bedeutendste Rohstoff der Erde. Ohne Wasser ist kein organisches Leben auf dieser Erde möglich. Aber es bildet nicht nur die Basis für die menschliche Gesundheit, sondern ist auch Fundament für die wirtschaftliche Entwicklung und den Wohlstand unserer heutigen Gesellschaft.
Mit einer zunehmenden globalen Urbanisierung und Industrialisierung hat sich jedoch ein immer größerer Wassermangel eingestellt. Damit rückt sauberes Trinkwasser in der Welt immer mehr unter dem sozialen und politischen Blickfeld in den Mittelpunkt. Denn Süßwasser ist nicht nur als eigentliches Nahrungsmittel für Flora und Fauna überlebenswichtig, sondern spielt ebenfalls in der Erzeugung von Nahrungsmitteln eine wichtige Rolle und ist ein wesentlicher Bestandteil in der Industrie (vgl. Hopp 2004, S. xix). Dennoch ist in Deutschland seit den letzten Jahrzehnten eine flächendeckende Verschlechterung der Grundwasserqualität festzustellen. Dies ist vor allem auf Schadstoffbelastungen durch Pestizide und Düngemitteln in der Landwirtschaft zurückzuführen. Daher wird der Ruf nach mehr Nachhaltigkeit auch in den gemäßigten Klimazonen wie Deutschland immer lauter.
Auf diese Entwicklung muss auch das Fach Politik reagieren, welches die Aufgabe hat, die Schüler und Schülerinnen (im Folgenden SuS) zu befähigen, relevante ökonomische Entwicklungen zu analysieren, zu beurteilen und gegebenenfalls aktiv für seine Interessen einzutreten (vgl. Niedersächsisches Kerncurriculum 2008). Die Legitimation des Themas im schulischen Kontext ist damit im Fach Politik, durch die Aktualität und wachsende Zukunftsbedeutung, mehr als gegeben.
In der folgenden Arbeit soll daher die (Trink-) Wasserversorgung in Deutschland unter den Aspekten „Umweltpolitik als Herausforderung“ nach dem niedersächsischen Kerncurriculum der Hauptschule 5-10 im Fach Politik betrachtet werden (vgl. Niedersächsisches Kerncurriculum 2008).
Dafür wird im ersten Teil dieser Ausarbeitung fachwissenschaftlich auf das Verwaltungssystem der Trinkwasserversorgung in Deutschland eingegangen. Anschließend erfolgt eine kritische Betrachtung der deutschen Wasserqualität sowie eine Untersuchung bereits bestehender Nachhaltigkeitskonzepte.
Im zweiten Teil der Hausarbeit wird anschließend eine didaktische Aufbereitung der vorher erarbeiteten Inhalte vorgenommen. Nach der Verankerung der Thematik in den Lehrplan und nach Festlegung der Rahmenbedingungen erfolgt der Aufbau einer Unterrichtseinheit. Diese
1
wird durch mögliche didaktische Zugangsweisen und methodische Umsetzungsvorschläge anschließend präzisiert. Am Ende der Arbeit wird ein ausführliches Unterrichtsbeispiel präsentiert.
Die rechtlichen Rahmenbedingungen der deutschen Wasserversorgung werden aufgrund der didaktischen Relevanz und der vorgegebenen Seitenzahlbeschränkung im fachwissenschaftlichen Teil nicht weiter behandelt. Eine Kurzzusammenfassung kann jedoch für ein besseres Verständnis im Anhang eingesehen werden.
2. Fachwissenschaftlicher Bereich
2.1. Nutzung der Ressource Wasser in Deutschland
2.1.1. Verwaltungsrechtliche Aufgabenverteilung der deutschen Wasserwirtschaft
Wie die meisten gemeinwohlorientierten Leistungen wirtschaftlicher und nichtwirtschaftlicher Art fällt in Deutschland auch die öffentliche Versorgung mit Trinkwasser unter die Da-seinsvorsorge und stellt damit eine verwaltungsrechtliche Aufgabe des Staates dar (vgl. Mombaur 2009, S. 2). Dadurch ist die Wasserwirtschaft in Deutschland der letzte klassische Infrastrukturbereich, in dem kein direkter Wettbewerb zugelassen ist (vgl. Grobosch 2003, S. 3 f.).
Damit nimmt die deutsche Wasser- und Abwasserversorgung im europäischen Kontext einen besonderen Stellenwert ein. Denn im Gegensatz zu anderen Ländern der europäischen Union erfolgt die deutsche Wasserverwaltung durch eher kleinere, zumeist öffentliche Unternehmen, die sich im kommunalen Besitz befinden und dezentral organisiert sind. Zudem kommt der kommunalen Wasserversorgung eine Art Monopolstellung zu, da Einzugsgebiete sowie Anschluss- und Benutzungszwänge staatlich verwaltet werden. Aufgrund des § 28 Abs. 2 GG, welcher die deutsche Trinkwasserversorgung den Gemeinden zuschreibt, finden ebenfalls Gesetze wie das allgemeine Kartellverbot (§ 1 GWB), das Preisbindungsverbot (§ 15 GWB) oder das Verbot von Ausschließlichkeitsbindungen (§ 18 GWB) bisher keine Anwendung (vgl. Wackerbaucher 2007, S. 14 f.).
2
2.1.2. Differenzierung und Abgrenzung von Wasserarten in Deutschland
In Deutschland wird nach der öffentlichen Wasserversorgung zwischen drei Wasserarten unterschieden. Die Kategorisierung erfolgt in Grund- und Quellwasser, Uferfiltrat und angereichertem Grundwasser sowie Oberflächenwasser. Die deutsche Trinkwasserversorgung basiert dabei primär auf Grund- und Quellwasser (vgl. BMU 2007), wobei bundesländerspezifische Abweichungen existieren (vgl. BMU 2008, S. 25).
Eine weitere Kategorisierung kann zwischen Trink- und Brauchwasser vorgenommen werden. Brauchwasser besitzt keine Trinkwasserqualität (vgl. Mosig, Böhlau 2004, S. 1) und genügt damit nicht der Trinkwasserverordnung (TrinkwV 2001) (siehe Anhang), welche 1998 im nationalen Recht verankert wurde. Trinkwasser in Deutschland muss unter anderem den Kriterien der Reinheit und „Genusstauglichkeit“ entsprechen, als auch frei von Krankheitserregern oder Giftstoffen sein (vgl. Bundesministerium für Gesundheit 2009). Brauchwasser hingegen besitzt keine Trinkwasserqualität und findet Anwendung vorzugsweise in der Industrie und der Landwirtschaft. Eine chemische Reinigung von Brauchwasser erfolgt im Normalfall nicht vor der Verwendung. Vielmehr resultiert eine natürliche Filterung des Wassers bei der Rückführung in den Wasserkreislauf durch die Erdschichten (vgl. Mosig, Böhlau 2004, S. 2).
2.1.3. Öffentliche Wasserversorgung in Deutschland
Aktuell wird die öffentliche Wasserversorgung von ca. 6.211 Unternehmen getragen, welche überwiegend direkt oder indirekt staatlich geführt werden (vgl. Umweltbundesamt 2009). Hauptaufgabe der öffentlichen Wasserversorgung stellt dabei die Versorgung aller Haushalte in Deutschland mit Trinkwasser dar sowie kommunaler Einrichtungen wie Schulen, Krankenhäuser oder kleinere Unternehmen (vgl. BMU 2008, S. 24).
Das benötigte Trinkwasser in Deutschland wird größtenteils aus Grund- und Quellwasser bezogen (ca. 69,8 Prozent) und zu ca. einem Drittel aus Oberflächenwasser und Uferfiltrat gedeckt (vgl. Umweltbundesamt 2009). Der genaue Anteil der unterschiedlichen Wasserarten kann von Bundesland zu Bundesland abweichen (siehe Anhang, Abb. 1) (vgl. BMU 2008, S. 25).
Insgesamt ist die Wasserentnahme aus der Natur seit Anfang der 1990 Jahre rückläufig. Dies liegt vor allem an einer effizienteren Nutzung der Ressource Wasser begründet, vorwiegend durch Einsatz von Wasser sparenden Produktionsverfahren (Industrie) und Haushaltsgeräten (private Haushalte) (vgl. Statistisches Bundesamt Wiesbaden 2008, S. 35). So ging der
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Arbeit zitieren:
Hauke Tongers, 2009, Die Ressource Wasser im Politikunterricht, München, GRIN Verlag GmbH
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