Abteilung für Neuere Geschichte, Universität Bern Proseminararbeit
Übung Sklavenhandel in der Atlantischen Welt Februar-Juli 2007
Gregory Brown
1. Einleitung 3
2. Die soziodemographische Situation in Saint-Domingue vor dem Aufstand 5
2.1 Die weissen Plantagenbesitzer und die grands blancs. 5
2.2 Die petits blancs 5
2.3 Die freien Schwarzen und die Mulattos (gens de couleur) 5
2.4 Die schwarzen Sklaven. 6
2.5 Die Maroons. 6
3. Haupteil 8
3.1 Der abolitionistische Diskurs in Frankreich und sein Einfluss auf die Emanzipation der
gens de coleur. 8
3.2 Der Einfluss der Aufklärung auf Toussaint Louverture 10
3.3 Wertvorstellungen der Plantagenarbeiter und Gründe für den Erfolg des Aufstands. 12
4. Fazit 18
5. Bibliographie. 19
Anhang 20
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1. Einleitung
Am 22. August 1791 kam es in der französischen Kolonie Saint-Domingue, dem heutigen Haiti, zu einem Sklavenaufstand. Es war der einzige Sklavenaufstand in der Geschichte, dem längerfristig Erfolg gegönnt war. In dieser Proseminararbeit möchte ich ergründen, wie gross der Einfluss der Französischen Revolution auf diesen Aufstand war. Insbesondere interessiert mich die Fragestellung, ob die schwarzen Plantagenarbeiter sich den Menschenrechtsdiskurs aneigneten. Die in populärwissenschaftlichen Texten vertretene Ansicht, dass die Sklaven sich nach den Ereignissen in Frankreich in Massen erhoben, ist stark vereinfacht. 1 Die gegenwärtige Forschung geht eher davon aus, dass die Französische Revolution in erster Linie die freien, oft selber plantagenbesitzenden Schwarzen und die Mulattos beeinflusste. Sie versuchten, politische Gleichberechtigung mit den Weissen zu erlangen und beriefen sich dabei auf die Ideale der Französischen Revolution und auf die Menschenrechtserklärung. Die schwarzen Sklaven hingegen rebellierten lediglich gegen ihre unmenschlichen Lebensbedingungen auf den Plantagen. Jean Philippe Garran-Coulon schrieb in seinem offiziellen Bericht über die Situation in Saint-Domingue, dass „Slaves are in a permanent state of war with their masters and the government that maintains slavery“. 2 Sklaven brauchen keinen externen Anreiz um zu rebellieren, es hat schon immer Sklavenaufstände gegeben, auch in Saint-Domingue. Neu war nur, dass diesmal die äusseren Umstände den Erfolg des Aufstandes begünstigten. Ich schliesse mich dieser gängigen Forschungsmeinung an. Das Ziel dieser Arbeit ist es herauszufinden, welche Ziele die Sklaven verfolgten, ob sie mit den Menschenrechten argumentierten und ob sie sich als französische Bürger betrachteten. Bekannt ist, dass zumindest Toussaint Louverture die Werke Raynals las und, wenn man seinen eigenen Aussagen Glauben schenkt, an die Werte der Aufklärung glaubte und sich als französischer Bürger betrachtete. Wieweit das auf die gewöhnlichen Plantagenarbeiter zutrifft, wird sich erweisen. Ich stütze meine Arbeit auf einige aktuelle Monografien, insbesondere auf das Werk von Laurent Dubois, aber auch auf die zahlreichen in diesen Büchern zitierten Originalquellen.
1 Auch seriöse Werke sind nicht gegen sensationslustige Verleger gefeit. Auf dem Klappentext von C.L.R. James „The Black Jacobins“, erschienen im Penguin Verlag, steht zum Beispiel „In 1791, inspired by the ideals of the French Revolution, the slaves of San Domingo rose in revolt“.
2 Garran-Coulon, Jean Philippe, Rapport sur les troubles de Saint-Domingue, in: Dubois, Laurent, Avengers of the New World, Cambridge 2004, S. 105
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Meine Arbeit wird die weiteren Antillen-Inseln Martinique und Guadeloupe ausser Acht lassen, einerseits weil der grösste Teil der Literatur auf Saint-Domingue beschränkt ist, andererseits weil der Sklavenaufstand auf Saint-Domingue der einzige war, der längerfristig Erfolg hatte. Heute gehört Haiti leider zu den ärmsten Ländern der Welt. Die Insel ist aber seit 1804 unabhängig, abgesehen von der amerikanischen Besatzung von 1915 bis 1934. Das Papier wird die folgende Gliederung aufweisen: Zuerst skizziere ich die soziodemographische Situation in Saint-Domingue. Anschliessend werde ich im ersten Kapitel des Hauptteils den Menschenrechtsdiskurs in Frankreich unter die Lupe nehmen. Dieser hatte ohne Zweifel einen grossen Einfluss auf die Emanzipationsbestrebungen der Mulattos und der freien Schwarzen. Interessanterweise haben diese dabei nie die Möglichkeit in Betracht gezogen, dass die Menschenrechte auch für die Sklaven gelten sollten. Im Kapitel 3.2 beschäftige ich mich mit der Person des Toussaint Louverture. Toussaint ist der bekannteste und auch der umstrittenste Protagonist des Aufstandes. Ich möchte seine Motive ergründen. Kapitel 3.3 ist das Kernstück der Arbeit. Es handelt von den gewöhnlichen Plantagenarbeitern, von ihren Gedanken, Zielen und Wertvorstellungen. Ich werde in meiner Arbeit des öfteren den Begriff gens de couleur verwenden. Darunter sind sowohl die Mulattos als auch die freigelassenen oder freigeborenen Schwarzen zu verstehen.
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2. Die soziodemographische Situation in Saint-Domingue vor dem Aufstand
Zur Zeit des Ausbruchs der Französischen Revolution gab es in Saint-Domingue fünf Bevölkerungsgruppen mit unterschiedlichen Interessen. Für das Verständnis dieser Arbeit ist es unabdingbar sie kurz zu erläutern, vor allem weil die Spannungen zwischen den Bevölkerungsschichten den Aufstand begünstigten.
2.1 Die weissen Plantagenbesitzer und die grands blancs.
Viele Plantagenbesitzer lebten in Frankreich und kamen selten auf die Insel. Sie wurden durch ihre Agenten, genannt procureurs, ersetzt. Natürlich waren sie Sklavereibefürworter, da ihr ganzes Vermögen auf der Plantagenwirtschaft basierte.
Die Plantagenbesitzer waren unzufrieden mit Frankreich, weil der Insel nur Handel mit diesem Land gestattet war. Sie unterstützten den Schmuggel mit den USA und strebten die Unabhängigkeit der Insel als weisse, sklavenhaltende Nation an. Zu der Oberschicht zählten auch vermögende Kaufleute, welche das Monopol im Handel mit Frankreich hatten und die Unabhängigkeit ablehnten, sowie der Gouverneur und höhere Verwaltungsbeamte.
2.2 Die petits blancs
Die petits blancs waren die Weissen der Mittel- und Unterschicht. Zu ihnen zählten die procureurs und Plantagenverwalter, Ladenbesitzer, Händler, sowie Handwerker wie Schreiner und Maurer. Dazu kamen auch viele Vagabunden, Kleinkriminelle, Tagelöhner und Taugenichtse. Die petits blancs standen rechtlich gesehen über den freien Schwarzen. In der Praxis besassen die gens de couleur jedoch mehr Eigentum. Deshalb sahen viele petits blancs die freien Schwarzen als Rivalen und versuchten, ihnen die Bürgerrechte zu verweigern. Die petits blancs standen mehrheitlich loyal zu Frankreich und lehnten die Unabhängigkeit ab. Sie befürworteten aber den politischen Wandel in Frankreich, da sie auch in Saint-Domingue mehr politische Repräsentation wünschten.
2.3 Die freien Schwarzen und die Mulattos (gens de couleur)
Die freien Schwarzen waren zu einem grossen Teil gens de couleur und entstammten den Verbindungen zwischen weissen Herren und schwarzen Sklavinnen. 1789 gab es nach
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offiziellen Angaben 28'000 3 von ihnen. Viele von ihnen waren selber Plantagenbesitzer. Sie hatten, laut Laurent Dubois 4 , zu Anfang des 18. Jh. mehr Rechte. Viele Mischlinge wurden damals ganz selbstverständlich als Weisse akzeptiert. Der Code Noir von 1685 enthielt im Prinzip keine Diskrimination aufgrund von Hautfarbe oder Abstammung. Freie Schwarze konnten Land und Sklaven kaufen, zur Schule gehen und jeden Beruf ausüben. Als die gens de couleur immer zahlreicher und mächtiger wurden, verschärften sich auch die rassistischen Gesetze gegen sie. Ab den 60er Jahren durften sie z.B. nicht mehr als Ärzte oder Juristen tätig sein. Dass sie reicher als viele Weisse waren, verschärfte die Spannungen zusätzlich. Die gens de couleur waren gebildet, kleideten sich europäisch und leugneten ihre afrikanischen Wurzeln. Sie versuchten sich von den Sklaven abzugrenzen und befürworteten deshalb die Sklaverei. Wie die grands blancs waren sie für eine unabhängige Sklavenhalternation Saint-Domingue nach dem Muster der USA.
2.4 Die schwarzen Sklaven
Es gab etwa 500'000 Sklaven im Jahr 1791, von denen 4/5 Plantagenarbeiter waren. 5 Die restlichen arbeiteten als Haussklaven. Die Haussklaven hatten bessere Lebensbedingungen, waren loyaler zu den Weissen und schlossen sich nur zögerlich dem Aufstand an. Die Plantagensklaven arbeiteten 16 Stunden am Tag auf den Feldern, erhielten kaum zu Essen und medizinische Versorgung. Sie wurden in der Regel schlechter als Tiere behandelt. Es war billiger, neue Sklaven zu kaufen, als sich richtig um sie zu kümmern. 1787 wurden über 40'000 neue Sklaven importiert. Von der halben Million Sklaven vor dem Aufstand waren die meisten in Afrika geboren worden. Sie waren schwieriger zu disziplinieren, als Menschen die schon in die Sklaverei geboren wurden.
2.5 Die Maroons
Die Maroons waren entlaufene Sklaven, die sich in den Bergen versteckt hielten. Sie lebten von Subsistenzwirtschaft und hielten die afrikanischen Bräuche am Leben. Es gab mehrere Zehntausend von ihnen. Sie wurden geduldet, da sie, abgesehen von einigen Raubüberfällen,
3 Dubois, Laurent, Avengers of the New World, Cambridge 2004, S. 30
4 Ebd. S. 61-62
5 Corbett, Bob, The Haitian Revolution of 1791-1803, Part One
http://www.webster.edu/~corbetre/haiti/history/revolution/revolution1.htm
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die Weissen in Ruhe liessen. Doch als der Aufstand ausbrach, schlossen sich ihm viele Maroons an .
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3. Haupteil
3.1 Der abolitionistische Diskurs in Frankreich und sein Einfluss auf die Emanzipation der gens de coleur
Die weissen Pflanzer waren überzeugt, dass die Propaganda der Aufklärer und der Menschenrechtsdiskurs die treibende Kraft hinter dem Aufstand waren. Sie hielten die Schwarzen intellektuell gar nicht für fähig, aus eigener Kraft Begriffe wie Freiheit zu entwickeln und zu begreifen.
In Wirklichkeit hatten die Sklaven eigene Ideologien, ihre eigene Geschichte und ihre eigenen Hoffnungen für die Zukunft. Ihre Lebensbedingungen waren so unmenschlich, dass sie gar keine Anreize brauchten, um zu rebellieren. Im Kapitel 3.3 werde ich genauer auf die Plantagenarbeiter eingehen.
Unter den Aufklärern setzten sich u.a. Raynal, Mercier, Abbé Gregoire und Condorcet für die Abolition der Sklaverei ein. Abbé Raynal beschrieb in seinem Buch l’Histoire philosophique et politique des établissements et du commerce des Européens dans les Deux Indes die Geschichte des europäischen Kolonialismus. So schilderte er die Gräueltaten der Sklaverei und prophezeite, dass die Sklaven nicht auf die Wohltätigkeit ihrer Herren angewiesen wären, sondern sich selber vom Joch der Unterdrückung befreien würden. Es käme ein Führer, der das heilige Banner der Freiheit erheben, die Sklaven befreien und sich an den Weissen rächen würde.
Ein ebenfalls wichtiges Werk war L’An 2440 von Louis Sébastien Mercier. Geschrieben im Jahre 1771 schildert es einen Mann, der nach 672-jährigem Schlaf aufwacht und sich in einer utopischen Welt wiederfindet. Es gibt keine Armee und keine Religion ausser der Wissenschaft, alle Menschen verhalten sich gesittet. Auf einem Platz entdeckt der Protagonist die Statue eines Schwarzen mit der Inschrift „aux vengeur du nouveau monde“.
Je sortois de cette place, lorsque vers la droite j'apperçus sur un magnifique piedestal un negre, la tête nuë, le bras tendu, l'oeil fier, l'attitude noble, imposante. Autour de lui étoient les débris de vingt sceptres. à ses pieds on lisoit ces mots : au vengeur du nouveau monde ! je jettai un cri de surprise et de joie. - oui, me répondit-on avec une chaleur égale à mes transports ; la nature a enfin créé cet homme étonnant, cet homme immortel, qui devoit délivrer un monde de la tyrannie la plus atroce, la plus longue, la plus insultante. Son génie, son audace, sa patience, sa
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fermeté, sa vertueuse vengeance ont été récompensés : il a brisé les fers de ses compatriotes. Tant d'esclaves opprimés sous le plus odieux esclavage, sembloient n'attendre que son signal pour former autant de héros.[…] Ce héroïque vengeur a rendu libre un monde dont il est le dieu, et l'autre lui a décerné des hommages et des couronnes. […] il a donné l'exemple que tôt ou tard la cruauté sera punie, et que la providence tient en réserve de ces ames fortes qu'elle déchaîne sur la terre pour rétablir l'équilibre que l'iniquité de la féroce ambition a sû détruire. 6
1788 wurde in Paris die Société des Amis des Noirs gegründet. Sie hatte eine generelle Abolition der Sklaverei zum Ziel. Im Gegensatz zu England entwickelte sich nie eine Massenbewegung. Die Société konnte aber auf viele namhafte Mitglieder wie Condorcet, de Lafayette, Mirabeau und Abbé Gregoire zählen. Zuerst wurde die Gesellschaft wenig beachtet. Als aber 1789 die Generalstände einberufen wurden, nutzte die Société des Amis des Noirs die Gelegenheit, um für ihr Anliegen zu lobbyieren. Doch auch die Befürworter der Sklaverei konnten sich organisieren und erlangten einen zeitweiligen Sieg. Sie warfen der Gesellschaft vor, durch ihre Aktivitäten eine Revolte in Saint-Domingue zu begünstigen. Im Herbst 1789 reiste eine Delegation der freien Schwarzen nach Paris. Sie forderten gleiche politische Rechte wie die Weissen in den lokalen Parlamenten. Die Abolitionisten der Société des Amis des Noirs beschlossen schrittweise vorzugehen. Sie verbündeten sich mit den gens de couleur und versuchten, ihnen zu mehr Rechten zu verhelfen. Die gens de couleur argumentierten mit den Menschenrechten, meinten aber nicht die Sklaven. Sie hassten die Sklaven und unterstützten die Sklaverei ebenso wie die Weissen. Die Weissen aber befürchteten, dass die Emanzipierung der gens de couleur Aufstände unter den Sklaven ermutigen könnte .
Am 15. Mai 1791 entschied die Nationalversammlung, denjenigen gens de couleur, deren Eltern beide schon frei gewesen waren, volle Bürgerrechte zu geben. Nur wenige hundert gens de couleur und freie Schwarze waren betroffen. Doch wenig später begann der Sklavenaufstand.
Dass jedoch dieses Dekret vom 15. Mai, wie die Weissen behaupteten, wirklich den Sklavenaufstand auslöste, ist eher zu bezweifeln. Die Plantagenarbeiter hatten schon Monate vor dem Beginn ihrer Rebellion im August mit der Planung angefangen. Sie waren keineswegs vom Erfolg oder Misserfolg der gens de couleur abhängig.
6 Mercier, Louis-Sébastien, L’an deux mille quatre cente quarente, http://fr.wikisource.org/wiki/L%E2%80%99An_deux_mille_quatre_cent_quarante, Kapitel 22
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3.2 Der Einfluss der Aufklärung auf Toussaint Louverture
Toussaint Louverture, der grosse Führer des Sklavenaufstandes, ist eine sehr umstrittene Figur. Zuerst kämpfte er für den spanischen Monarchen gegen die Republik. Er glaubte, dass dieser den Schwarzen die Freiheit gewähren würde. Erst als er von Etienne Laveaux erfuhr, dass Sonthonax die Sklaverei abschaffen wollte, wechselte er die Seiten. 7 Er benützte oft die Begriffe der Freiheit, Gleichheit und der Menschenrechte, entwickelte sich aber im Laufe seiner Machtausübung immer mehr zu einem despotischen Alleinherrscher, der die ehemaligen Sklaven wie Leibeigene an die Plantagen band. Damit widersprach er dem Bild des grossen Befreiers.
Natürlich war Toussaint Politiker und Opportunist. Seine wahren Ziele sind schwer fassbar, waren vielleicht ihm selber nicht bekannt. Bekannt ist, dass er Abbé Raynal las und sich als den grossen Führer sah, den Raynal prophezeite.
All that the negroes lack is a leader courageous enough to carry them to vengeance and carnage. Where is he, this great man, that nature owes to its vexed, oppressed, tormented children? Where is he? He will appear, do not doubt it. He will show himself and will raise the sacred banner of liberty. This venerable leader will gather around him his comrades in misfortune. More impetuous than torrents, they will leave everywhere ineffaceable traces of their just anger. 8
A courageous chief only is wanted. Where is he? He will appear, doubt it not; he will come forth and raise the sacred standard of liberty. […] Everywhere people will bless the name of the hero who shall have re-established the rights of the human race; everywhere will they raise trophies in his honour. 9
Mit der folgenden Erklärung trat Toussaint öffentlich in Erscheinung. Er rief die aufständischen Sklaven dazu auf, sich ihm anzuschliessen. Damals kämpfte er noch für Spanien ohne zu wissen, dass Sonthonax bereits die Freilassung aller Sklaven in der Nordprovinz beschlossen hatte.
7 Geggus, David, From his most Catholic Majesty to the godless Republic, in : Cauna, Jacques de (Hg) , Toussaint Louverture et l’indépendance d’Haïti, Paris 2004, S. 144
8 Raynal, Guillaume-Thomas, L’Histoire philosophique et politique des établissements et du commerce des Européens dans les Deux Indes, in : Dubois, Avengers, S. 55-56
9 Raynal, Deux Indes, in: James, Cyril Lionel Robert, The Black Jacobins, London 2001, S. 20
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Frères et amis. Je suis Toussaint Louverture; mon nom s’est peut-être fait connaître jusqu’à vous. J’ai entrepris la vengeance de ma race. Je veux que la liberté et l’égalité règnent à Saint-Domingue. Je travaille à les faire exister. Unissez-vous, frères, et combattez avec moi pour la même cause. Déracinez avec moi l’arbre de l’esclavage.
Ich bin der Ansicht, dass Toussaint aufrichtig war in seinem Streben nach der Freiheit seiner Mitsklaven. Er bezog sich auch durchaus auf die Menschenrechte und die Werte der Aufklärung. Er sympathisierte mit der Revolution in Frankreich, sah sich aber nicht als Franzose und Republikaner. Die französische Sprache lernte er nie perfekt. Er war Frankreich nur so lange treu, wie Frankreich seine Ziele unterstützte.
Ce n’est pas une liberté de circonstance concédée à nous seuls que nous voulons, c’est l’adoption absolue du principe que tout homme né rouge, noir ou blanc ne peut être la propriété de son semblable. Nous sommes libres aujourd’hui parce que nous sommes les plus forts. Le Consul maintient l’esclavage à la Martinique et à Bourbon ; nous serons donc esclaves quand il sera le plus fort. 11
Er war auch nicht der Ansicht, dass die Republik ihnen die Freiheit gewährt hatte. Freiheit ist nicht etwas, das man einem Menschen gewähren kann. Jeder Mensch hat durch das Naturrecht von Geburt an das Recht frei zu sein. „We are Republicans and therefore free by natural laws” 12 , sagte Toussaint. Doch die Freiheit unter der Herrschaft Toussaints war eine bittere Freiheit. Die Schwarzen waren an ihre Plantagen gebunden. Viele warfen im vor, die Sklaverei wieder einführen zu wollen. Dabei wollte er nur Haitis Freiheit wahren. Dazu nahm er in Kauf, dass die Freiheit weniger perfekt war, als es sich viele gewünscht hatten. Laurent Dubois schildert das folgendermassen:
Committed to defending liberty at all costs, Louverture had turned himself into a dictator, and the colony he ruled over into a society based on social hierarchy forced labor, and violent repression. […] When, a few months later, ships arrived from France to crush Louverture, he would find that among his officers and soldiers, not to mention the cultivators and city-dwellers
10 Blancpain, François, La colonie française de Saint-Domingue, Paris 2004, S. 128
11 Ebd. S. 195-196
12 Dubois, Avengers, S. 182
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of Saint-Domingue, there were many who were unwilling to fight to save him. But those French who confused Louverture’s regime with slavery were also in for a rude awakening. Despite the many limits he had placed in freedom, the ex-slaves clearly saw the difference between the present and the past. And they were willing to lay down their lives rather than go back. 13
3.3 Wertvorstellungen der Plantagenarbeiter und Gründe für den Erfolg des Aufstands
In diesem Kapitel befasse ich mich mit den Gedanken, Werten und Ideologien der schwarzen Plantagenarbeiter. Ich möchte herausfinden, ob sie mit den Menschenrechten argumentieren und ob sie sich als citoyens, als französische Bürger betrachten. Leider befasst sich die Sekundärliteratur nur wenig mit diesem Thema und die Primärquellen stammen von den schriftkundigen Eliten. Die meisten Forscher konzentrieren sich auf die Führer des Aufstands wie Toussaint, Dessalines, Biassou oder Jean-François oder auf andere wichtigen Personen wie Sonthonax, Polverel oder Laveaux. Die einzigen Historiker, die sich vor allem mit den Unterschichten, in diesem Fall mit den Plantagenarbeitern befasst haben, waren die Marxisten. Ihren Ansatz, der sich vor allem mit den wirtschaftlichen Gründen befasst, werde ich weiter unten genauer erläutern. Für ideelle Motive interessierten sie sich so gut wie nicht. Sklavereibefürworter befürchteten, dass die Emanzipationsbestrebungen der Mulattos und die Propaganda der Société des Amis des Noirs die Sklaven zum Aufstand anstacheln könnte. In Wirklichkeit waren die Sklaven durchaus in der Lage, selbstständig zu agieren. Sie waren keineswegs vom Erfolg oder Misserfolg der Emanzipationsbestrebungen der gens de couleur abhängig. Drei Jahre lang hatten sie die politischen Debatten in Frankreich und in den Kolonien beobachtet. Als die Französische Revolution ausbrach, hörten sie von Freiheit und Gleichheit und interpretierten sie auf ihre eigene Weise. Viele Pflanzer waren zu sehr mit sich selbst beschäftig, um überhaupt zu realisieren, welchen Einfluss ihre Worte auf die Sklaven hatten. Die Sklaverei bestand immerhin trotz einiger Aufstände seit zweihundert Jahren und die Aufstände konnten immer niedergeworfen werden. Einige wenige warnende Stimmen gingen ungehört unter.
Nous agissons en présence de 450'000 esclaves qui n’attendent pour être que le premier signe de division entre les Blancs pour se livrer au plus terrible soulèvement. Il n’y a pas ici, comme en France, une masse de citoyens intéressée à maintenir la paix et la tranquillité publique. 14
13 Dubois, Avengers, S. 250
14 Blancpain, Saint-Domingue, S. 74
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Der Autor dieses Zitates, Barbé de Marbois, musste eine Woche später im Oktober 1789 fliehen aus Angst, von den anderen Weissen gelyncht zu werden. Doch die Sklaven warteten nur auf die richtige Gelegenheit zuzuschlagen. Der Aufstand vom 22. August 1791 war keineswegs spontan. Er war seit Monaten vorbereitet worden und wurde durch den Bois Caïman Voodoo-Gottesdienst eingeläutet. Ein schwarzes Schwein wurde geopfert und Boukman hielt eine Rede, in der er die Rache an den Weissen beschwor und sich explizit auf die Freiheit bezog. Couté la liberté li palé coeur nous tous wurde zum Kampfspruch der Sklaven in der Frühphase des Aufstandes. Auch der Einfluss des Voodoo-Kultes war sehr bedeutsam. Die Sklaven legitimierten den Aufstand in dem sie sich auf Gott beriefen.
Wichtig für den Erfolg des Aufstandes waren auch charismatische und messianische Führer wie Boukman und später Toussaint. Die spirituelle Macht der Religion gab den Sklaven die innere Kraft, die sie benötigten, um ihre Freiheit zu erringen. Gefangene Aufständische waren ohne Furcht, da sie glaubten, ihre Seelen kehrten nach Afrika zurück. Die Sklaven hatten von den Idealen der Aufklärung gehört, doch sie interpretierten sie selbstständig, deuteten sie um und passten sie ihrer Situation an. Sie sprachen von Freiheit, aber das ist kein Begriff, den es erst seit der Französischen Revolution gibt. Ansonsten argumentierten die meisten Sklaven nicht mit den Menschenrechten. Sie wollten lediglich von der unmenschlichen Sklaverei befreit sein. Es gab aber auch einige Fälle, von denen man weiss, dass sich Aufständische explizit auf die französische Menschenrechtserklärung beriefen.
15 N’Diaye, Tidiane, La Formation de la Diaspora Noire dans le Monde, http://www.tidiane.net/diaspora/diaspora-histoire.htm, Übersetzung aus Platzgründen im Anhang.
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1793 zeichnete sich ein Krieg mit Grossbritannien ab. General Galbaud, ein erklärter Befürworter der Sklaverei und Gegner der Emanzipation der gens de couleur, konspirierte mit den Briten, um das ancien régime wieder herzustellen. Im Juni kam es zu einer bewaffneten Auseinandersetzung mit Sonthonax und Poverel. Zuerst sah es nach einem Sieg für Galbaud aus. Dann schlossen sich 15'000 aufständische Sklaven Sonthonax an, da er ihnen und ihren Familien die Freiheit gewährte. Auf diese Weise konnten Sonthonax und Polverel den Sieg erringen. Doch die Freilassung dieser Sklaven führte zu einer Kettenbewegung. Immer mehr Sklaven verlangten die Freiheit. Der Druck auf Sonthonax stieg. Die französischen Bürger wussten, dass nur die 500'000 Sklaven die Insel vor der britischen Okkupation retten konnten. Die Weissen und die gens de couleur, die eben noch die aufständischen Sklaven vehement bekämpft hatten, machten eine Kehrtwende und begrüssten die Emanzipation der Plantagenarbeiter enthusiastisch. Plötzlich war überall von Freiheit, Gleichheit und den Menschenrechten die Rede. Regionale und kommunale Regierungen beschlossen die Freilassung der Sklaven in ihren Gebieten. Im August 1793 erliess Sonthonax ein Dekret, das allen Sklaven in der Nordprovinz die Freiheit gewährte.
Nous, Léger-Félicité Sonthonax, commissaire de la République aux îles françaises de l’Amérique sous le vent, pour y rétablir l’ordre et la tranquillité : Les hommes naissent et demeurent libres et égaux en droits : voilà, citoyens, l’Evangile de la France ; il est plus que temps qu’il soit proclamé dans les départements de la République. […] La République française veut la liberté et l’égalité entre tous les hommes sans distinction de couleur. 16
Wenig später erhielten alle Sklaven in der Kolonie ihre Freiheit. Sie wurden als vollwertige französische Bürger anerkannt. Laurent Dubois zitiert Bramante Lazarry, einen der Sklavenführer, der sich folgendermassen äusserte.
„Our flag makes clear that our liberty depends on three colors: black, mulatto, and white; we are fighting for these three colours”. All the races of Saint-Domingue were to form “one family” and fight those who “are against our liberty”. Against the “aristocrats and the Spanish” who flew the white flag of royalism, who wanted “only the white”, and who hoped for a return to the
16 Blancpain, Saint-Domingue, S. 123-124
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“old order”, all should rally and proclaim: “No, we are French”, and “we want to live free or die”. 17
Die ehemaligen Sklaven identifizierten sich also anscheinend mit Frankreich und der Republik, die ihnen die Freiheit gab. In ihrem Bericht an den Wohlfahrtsausschuss zeigten Sonthonax und Polverel, dass die schwarzen Ex-Sklaven der Republik treu waren. „Elle [la République, G.B.] a pour amis et pour défenseurs tous les Noirs nouveaux libres“. 18 Viele Exsklaven traten der Armee bei und kämpften für die Republik. Anscheinend fühlten sie sich tatsächlich als Republikaner und Franzosen. Das folgende Beispiel stammt zwar aus Guadeloupe, sollte aber auch auf die haitischen Sklaven zutreffen. Es handelt von der Begegnung zwischen weissen Soldaten und aufständischen Sklaven. Es zeigt, dass auch viele gewöhnliche Schwarze sich als Bürger der Republik sahen.
Un des esclaves prend la parole et demande si nous sommes des citoyens, des patriotes: on répond qu’oui: en ce cas, dit-il, nous sommes amis, nous venons à votre secours et n’en voulons qu’aux aristocrates qui veulent vous faire égorger. Nous n’avons point de mauvaises intentions ; nous voulons combattre pour la république, la loi, la patrie, l’ordre. (Ce sont leurs propres expressions.) Nous leurs demandons à notre tour s’ils ont à leur tête quelques blancs ou hommes libres ; ils nous répondent que non, et qu’ils n’ont agi que de leur propre mouvement. 19
Später würde sich allerdings weisen, dass die Schwarzen sich sofort gegen Frankreich wendeten, als die „Grand Nation“ die Sklaverei wieder einführen wollte. Dabei beriefen sie sich immer noch auf die Menschenrechtserklärung. Laut Laveux wollten sie lieber sterben, als auf einen einzigen Artikel der Menschenrechtserklärung zu verzichten. 20 Sicher waren die Plantagenarbeiter dankbar gegenüber der Republik, die sie frei machte. Doch die Republik setzte nur das Dekret von Sonthonax um. Es blieb ihr auch kaum eine andere Wahl, konfrontiert mit hunderttausenden befreiten Sklaven, als die Entscheidung von Sonthonax zu bestätigen. Und dieser reagierte nur auf Druck der Aufständischen. Sie waren Frankreich nichts schuldig.
17 Dubois, Avengers, S. 163
18 Blancpain, Saint-Domingue, S. 141
19 Dubois, Laurent, Citoyens et amis!, in : Annales : Histoire, Sciences Sociales 58, 2 (März-April) S. 282
20 Dubois, Avengers , S. 213
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Als Jean-Baptiste Belley, Louis Dufay und Jean-Baptiste Mills nach Paris reisten, um die Nationalversammlung über die Freilassung der Sklaven zu informieren, richteten sie folgende Worte an die Versammlung:
Nous sommes nègres, Français […] nous allons combattre pour la France, mais pour récompense nous demandons la liberté. 21
Sie bezeichneten sich selber als Franzosen. Sie setzten Frankreich aber mit den Menschenrechten gleich. Sie sahen sich eher als Brüder der „weissen Sklaven in Frankreich“ und wendeten sich von der Republik ab, als diese sie verriet. Es gibt mehrere Faktoren, die zum Aufstand führten, wobei der Menschenrechtsdiskurs keineswegs ausschlaggebend war. Ich möchte nun einige aufführen. Anschliessend komme ich zu einem Fazit.
- Das unmenschliche System der Sklaverei führt zwangsläufig zu Aufständen. Es gab schon früher Revolten in Haiti. Auch ohne die Ereignisse in Frankreich wäre es meiner Ansicht nach früher oder später zu einem erfolgreichen Aufstand gekommen.
- Andererseits legitimierten die Menschenrechte den Aufstand. Die Sklaven hörten von den Menschenrechten und interpretierten sie auf ihre Weise. Viele Menschen in Frankreich sahen ein, dass sie den Sklaven nicht vorenthalten konnten, was sie selber für sich in Frankreich forderten. Wenn die Republik von Anfang an entschlossen militärisch vorgegangen wäre, hätte man den Aufstand möglicherweise niederschlagen können.
- Wie bereits erwähnt spielte der Voodoo-Glaube mit seinen messianischen Führern ebenfalls eine wichtige Rolle für den Erfolg des Aufstandes. Die Schwarzen glaubten, ihre Seelen kehren bei ihrem Tod nach Afrika zurück.
- Marxistisch orientierte Historiker wie Carolyn Fick und C. L. R. James halten die wirtschaftlichen und demographischen Veränderungen für ausschlaggebend für den Aufstand. Laut Fick hatte die Ideologie der Französischen Revolution zwar einen Einfluss, aber Ideen alleine können keine Revolution hervorrufen. Das wirtschaftliche und demographische Wachstum hingegen war viel stärker als anderswo in der Karibik. 1789 war das ganze soziale Gefüge des kolonialen Regimes am Auseinanderbrechen.
21 Dubois, Citoyens, S. 294
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Es entstand ein fruchtbarer Nährboden für revolutionäre Bewegungen. Jede soziale Gruppe, von den reichen Plantagenbesitzern bis hin zu den Sklaven, hatten gegensätzliche Klasseninteressen. Man darf nicht vergessen, das der ganze Tumult mit Konflikten unter den Weissen anfing, nicht mit dem Sklavenaufstand.
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4. Fazit
In der Einleitung habe ich folgende Forschungsfrage formuliert: „Das Ziel dieser Arbeit ist es herauszufinden, welche Ziele die Sklaven verfolgten, ob sie mit den Menschenrechten argumentierten, und ob sie sich als französische Bürger betrachteten“. Ich bin zum Schluss gekommen, dass das Wirken der Aufklärer in Frankreich einen eher geringen Einfluss auf die Sklaven gehabt zu haben scheint. Die Société des Amis des Noirs konnte lediglich mehr Rechte für die Sklavenbesitzenden gens de couleur erreichen. Hingegen hatte die Figur des Toussaint Louverture eine prägende Rolle im Freiheitskampf der Schwarzen. Er gilt auch heute noch als Nationalheld Haitis, trotz seines umstrittenen Zwangsarbeitsregimes. Seine Macht beruhte auf charismatische Herrschaft. Er galt als der von Gott geschickte Befreier der, wie von Raynal prophezeit, die Sklaven in die Freiheit führen würde.
Meiner Meinung nach hatte die Revolution einen direkten Einfluss auf die formelle Abschaffung der Sklaverei durch Sonthonax im Jahre 1794. Zu einem Aufstand wäre es aber auch ohne die Französische Revolution gekommen. Auch das Konzept der Freiheit wurde natürlich nicht von den Aufklärern erfunden. Es existiert seit es Menschen gibt. Umstritten ist jedoch, ob der Aufstand ebenso erfolgreich gewesen wäre ohne die Ereignisse in Frankreich. Die Zerstrittenheit unter petits und grands blancs in Saint-Domingue erleichterte den Aufstand sicherlich beträchtlich. Zudem hatte nach der Französischen Revolution die Öffentlichkeit in Frankreich Sympathien für den Freiheitswunsch der Schwarzen. Die Politik der Regierung war hingegen vor allem von wirtschaftlichen und militärischen Richtlinien bestimmt. Die Schwarzen unterstützten Frankreich im Kampf gegen die Briten. Sie waren durchaus bereit, in der republikanischen Armee zu dienen und zu sterben, weil sie befürchteten, dass die Kolonialmächte sie wieder in die Sklaverei führen würden. Als Frankreich 1802 versuchte, die Kontrolle über die reichen Zuckervorräte wiederzuerlangen und die Bevölkerung zurück in die Sklaverei zu führen, wendeten sie sich gegen die Republik. Da Frankreich den „Vertrag“ gebrochen hatte, band die Schwarzen nichts mehr an Frankreich. Die Schwarzen sahen sich als Brüder der Franzosen, nicht aber als ihre Untertanen. Freiheit ist nicht etwas, das man einem Menschen gewähren kann. Jeder Mensch ist durch das Naturrecht von Geburt an frei.
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Abteilung für Neuere Geschichte, Universität Bern
Übung Sklavenhandel in der Atlantischen Welt
5. Bibliographie
Monographien:
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Bénot, Yves, La révolution française et la fin des colonies, Paris 1988 - Blancpain,François, La colonie française de Saint-Domingue, Paris 2004 - Brown,Gordon, Toussaint’s Clause : The Founding fathers and the Haitian - Revolution,Jackson 2005
Bruley, Georges, Les Antilles pendant la Révolution Française, Paris 1989 - Cauna,Jacques de (Hg) , Toussaint Louverture et l’indépendance d’Haïti, Paris 2004 - Cooper,Anna Julia, Slavery and the French Revolutionists (1788-1805), New York - 1988
Dubois, Laurent, Avengers of the New World, Cambridge 2004 - Fick,Carolyn, The Making of Haiti, Knoxville 1990 - Martin,Michel & Yacou, Alain (Hg), Mourir pour les Antilles, Paris 1991 - James,Cyril Lionel Robert, The Black Jacobins, London 2001 - Aufsätze:
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Internet:
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N’Diaye, Tidiane, La Formation de la Diaspora Noire dans le Monde, - http://www.tidiane.net/diaspora/diaspora-histoire.htm ,aufgerufen am 26.5.07
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Anhang
Dies ist die Übersetzung der haitisch-kreolischen Ansprache, die Boukman an der Bois Caïman Zeremonie hielt.
Französisch : Le bon dieu qui fait le soleil qui nous éclaire d’en haut, Qui soulève la mer, qui fait gronder l’orage, Entendez-vous, vous autres, le Bon Dieu est caché dans un nuage, Et là il nous regarde et voit tout ce que font les Blancs, Le Bon Dieu des Blancs. Par nous il bénit les bienfaits, Mais Dieu qui est bon, nous ordonne la vengeance ; Il va conduire nos bras, nous donner assistance. Renversez l’image du Dieu des Blancs qui fait venir de l’eau dans nos yeux, Ecoutez la liberté, elle parle au coeur de nous tous. 22
Englisch: The Good Lord who created the sun which gives us light from above, who rouses the sea and makes the thunder roar - listen well, all of you - this god, hidden in the clouds, watches us. He sees all that the white man does. The god of the white man calls him to commit crimes; our god asks only good work of us. But this god who is so good orders revenge! He will direct our hands; he will aid us. Throw away the image of the god of the whites who thirsts for our tears and listen to the voice of liberty which speaks in the hearts of us all. 23
22 N’Diaye, Tidiane, La Formation de la Diaspora Noire dans le Monde, http://www.tidiane.net/diaspora/diaspora-histoire.htm
23 Fick, Carolyn, The Making of Haiti, Knoxville 1990, S. 93
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Arbeit zitieren:
Gregory Brown, 2007, Der Einfluss der Werte der Aufklärung auf den Sklavenaufstand in Saint-Domingue 1791, München, GRIN Verlag GmbH
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