INHALT
1. EINLEITUNG 1
2. DAS BÖSE BEI PLOTIN. 2
2.1 WAS IST DAS ùõ? 2
2.2 WIE KANN MAN DEM ùõ ENTFLIEHEN? 4
2.3 PLOTINS WELTVORSTELLUNG 4
3. DAS BÖSE BEI AUGUSTINUS 5
3.1 WAS IST DAS MALUM? 5
3.2 WIE ERKENNEN WIR DAS MALUM? 5
3.3 DIE STUFENORDNUNG DER SCHÖPFUNGEN GOTTES NACH AUGUSTINUS 6
3.4 IST GOTT FÜR DAS MALUM VERANTWORTLICH? 8
3.5 VIER THEORIEN DER SEELENENTSTEHUNG. 9
3.6 WIE KOMMT DER MENSCH AUS DEM UNGLÜCK WIEDER RAUS? 10
4. GEMEINSAMKEITEN UND UNTERSCHIEDE BEI DER AUSLEGUNG DES BÖSEN BEI PLOTIN
UND AUGUSTINUS. 11
5. FAZIT 12
6. LITERATURVERZEICHNIS 14
1. Einleitung
Plotin ist um 204 geboren. Er war ein griechischer Philosoph und machte sich an die Interpretation Platons und Aristoteles Werke und ist Heute bekannt als der Hauptvertreter des Neuplatonismus, welcher die Gedanken Platons und Aristoteles zusammenfasst. 1 Seine 54 Schriften werden nach seinem Tod veröffentlicht. 2
Plotin stirbt zirka 84 Jahre vor der Geburt von Augustinus. Augustinus versucht „plotinisches Denken“ zu christianisieren 3 .
Anhand des fünften Bandes seiner Schriften 4 und mit Hilfe des neunten Band der Werke Augustinus 5 beschäftigt sich die hier vorliegende Hausarbeit mit dem Übel und dem Bösen in der Welt nach Plotin und Augustinus. Weitere Werke der Autoren können im Umfang dieser Arbeit nicht berücksichtigt werden.
Die Frage nach dem woher des Bösen ist von besonderen Interesse für alle Philosophen und besonders schwierig, da es in diesem Bereich keine klaren und bewiesene Aufklärungen gibt und geben kann. So sind sich die Philosophen uneinig und die Beantwortung dieser Frage bleibt hypothetisch.
Dennoch ist die Beschäftigung mit diesem Thema nicht unwichtig, sie hilft uns ungefähre Anhaltspunkte zur Orientierung im Leben zu haben und unsere Unwissenheit zu mildern. Anfang soll Plotins Vorstellung von dem Bösen machen, da er seine Schriften vor Augustinus verfasst hat.
In seinen Schriften benutzt Plotin das Wort: .). Man kann dieses Wort ins Deutsche mit das Böse, das Übel übersetzen. Die Wörter, welche mit .) anfangen, haben eine negative Bedeutung. 6 Im Rahmen dieses Kapitels werden folgende Fragen anhand der vorliegenden Texte beantwortet: Was versteht Plotin unter dem Begriff des .)? Wie kann man ihm entfliehen? und zum Schluss wird eine Abbildung zur Veranschaulichung des Weltbildes Plotins beigefügt.
Im dritten Kapitel wird die Sichtweise Augustinus über das Böse behandelt. Augustinus benutzt in seiner Niederschrift das lateinische Wort malum, welches mit „Übel, Unglück, Leiden, Not, Unfall, Gebrechen, Fehler, […] der zugefügte Schaden, die Straffe,
1 vgl. Handbuch der Philosophie (1931), S. 190 Z.18-20
2 vgl. Metzlers Philosophen Lexikon (2003), S. 562
3 vgl. Metzlers Philosophen Lexikon (2003), S. 39
4 Plotin, Schriften, Band V. a
5 Aurelius (2006)
6 siehe Greek -Englisch Oxford Lexicon (1968)
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Schläge, Beleidigung“ übersetzt wird. 7 Es beschreibt dasjenige, dass uns Schaden zuführt und das was „Unlust und Abscheu in uns erregt“. 8
Es wird in diesem Kapitel auf Fragen eingegangen, wie: was das malum ist, wie man es erkennt und ob man Gott dafür verantwortlich machen kann.
Die Weltvorstellung Plotins und die Stufenordnung der Schöpfungen Gottes nach Augustinus würden den Spielraum dieser Arbeit sprengen und können somit nicht tiefgründig erforscht sondern nur Oberflächlich zum allgemeinen Verständnis dargestellt werden. Es wird auch kurz auf Augustinus vier Theorien der Seelenentstehung eingegangen um deutlich zu machen wie wichtig Augustinus die Feststellung ist, dass Gott keine Schuld an unseren Sünden trifft, wie auch immer die Seele entstanden ist. Des Weiteren sollen die Thesen der beiden Philosophen verglichen werden.
2. Das Böse bei Plotin
2.1 Was ist das .)?
Als erstes versucht Plotin die Frage zu klären was den das .) ist. Hierbei stellt sich das Problem, dass „jegliches Ding nur durch Gleichheit erkannt werden kann“. 9 Geist und Seele sind Gestalten und können solche auch erkennen. Doch das Böse kann man sich nicht als Gestalt vorstellen, da es nichts Gutes an sich hat 10 . Wir erkennen das Böse durch den Gegensatz zu unserer Gestalt. Denn das .) ist die Beraubung des Guten (der Gestalt). Als nächstes stellt Plotin fest „was das Wesen des Guten ist“. 11 Das Gute ist das mit dem alles verbunden ist, wonach alles strebt. Es ist vollkommen und ihm fehlt nichts. Es gibt nichts darüber hinaus. 12 Das .) kann somit nur unter den nichtseienden Dingen sein also so etwas wie ein „Schattenbild vom Seienden“, 13 oder ein Schatten des Guten. 14 Plotin nennt es Materie.
7 Heinichen Lateinisch-Deutsches Schulwörterbuch (1909)
8 Wörterbuch der Philosophischen Grundbegriffe (1886)
9 Plotin, These 2
10 vgl. Plotin, These 2
11 Plotin, These 5
12 vgl. Plotin, These 10
13 Plotin, These 14
14 vgl. Handbuch der Philosophie (1931), S. 196 Z. 27f.
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Es gibt ein erstes Böses und ein zweites Böses. Das Erste Böse vergleicht Plotin mit der Finsternis und das Zweite mit dem was durch das Erste sich verfinstert hat. 15 Analog der Tugend, die sich dem „Ersten Guten“ nur angleicht. 16 Alles was nur an der Materie teilhat oder sich ihr angleicht ist von sich aus nicht böse. 17 Den menschlichen Körper bezeichnet Plotin als „das zweite Böse“, den dieser Körper stört die Seele dabei wahrhaft zu „sein“, 18 da der Körper nur vorübergehen ist. Die Seele aber welche das .) nicht sieht und sich davon abwendet es zu sehen ist vollkommen.
Das Urteilsbewusstsein der Seele kann geschwächt werden, „weil sie infolge der Zusammensetzung des Leibes kalten, gehemmten Wesens“ ist. 19 Jeder weiß wie unterschiedlich wir uns zum Beispiel verhalten und fühlen bei Hunger und bei Sättigung. 20
Mann sollte das .) nicht als etwas „seiendes“ verstehen, denn es existiert Plotin nach nicht. Es ist das „Fehlen, Beraubung des Guten“, 21 also das was bleibt, wenn man das Guten wegnimmt. Somit kann es ein reines .) nicht geben, es ist praktisch Nichts. Würde es nämlich existieren hätte es Teil am Guten, 22 denn alles was existiert geht von dem „Einen“ aus und was von dem „Einen“ ausgeht, ist gut. So ist .) dem guten nicht wirklich entgegengesetzt, Plotin nennt es nur zur Veranschaulichung Materie. Es ist aber einfach ausgedrückt nur der Mangel am Guten.
Das .) können wir nicht sehen, wir erkennen es nur wenn wir bemerken, dass das Gute oder ein Teil des Guten fehlt oder aus der Form gebracht ist. 23
Materie nämlich hat keine Form. 24 „Sie ist immer nur an etwas Anderem und hat an sich selber kein Dasein“. 25 Das vollkommen Gute oder wie es Plotin nennt „das Eine“ (siehe Abbildung 2) ist das, mit dem alles verbunden ist, wonach alles existierende strebt. Es ist vollkommen und ihm fehlt nichts und über das „Eine“ geht nichts hinaus. Einheit ist die Struktur des Guten. Das .) ist genau das Gegenteil des „Einen“. So stellt sich die Frage: Kann man dem Bösen und dem Übel entkommen?
15 Plotin, These 65
16 Plotin, These 66
17 vgl. Plotin, These 16
18 vgl. Plotin, These 21
19 Plotin, These 63
20 vgl. Plotin, These 64
21 Simonis (2001), S. 111
22 Plotin, These 42-48
23 Plotin, These 68
24 Plotin, These 77
25 Plotin, These 78
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Arbeit zitieren:
Swetlana Sautner, 2010, Das Böse bei Plotin und Augustinus, München, GRIN Verlag GmbH
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