Seminararbeit | Kuttner
S Persönliche Erklärung
Ich erkläre hiermit, dass ich die vorliegende schriftiche Arbeit selbständig verfertigt habe und dass die verwendete Literatur bzw. die verwendeten Quellen von mir korrekt und in nachprüfbarer Weise zitiert worden ist. Mir ist bewusst, dass ich bei einem Verstoß gegen diese Regeln mit Konsequenzen zu rechnen habe (negative Beurteilung bzw. spätere Aberkennung der Lehrveranstaltung und ev. auch des akademischen Grades).
Diese Erklärung ist im elektronischen Versand auch ohne Originalunterschrift gültig.
Salzburg, 16. Jänner 2010 Mag. Stephan R. Kuttner
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Seminararbeit Kuttner
2.] Inhaltsverzeichnis
S 1. Plagiatserklärung 2
S 2. Inhaltsverzeichnis 3
S 3. Einleitung 4
3.1. Themenstellung und forschungsleitende Fragestellung 4
3.2. Fragestellungen 4
3.3. Hypothese 6
3.4. methodische Umsetzung 6
S 4. Interessensdurchsetzung 7
4.1. Interesse der Begriff 7
4.2. Interessenspolitik 9
4.3. Einzelinteressen vs. Gemeinwohl 11
4.4. Interessenkanalisierung 12
4.5. Probleme pluralistischer Interessenvermittlung 13
S 5. Das Interesse im Handlungskonzept der österreichischen
Verkehrsclubs 16
5.1. Österreichischer Automobil-, Motorrad- und Touring
Club (ÖAMT)C 16
5.2. Auto-, Motor- und Radfahrerbund Österreichs (ARBÖ) 21
5.3. Verkehrsclub Österreich (VCÖ) 27
S 6. Resümee. 32
S 7. Literatur 39
S ämtliche Bezeichnungen sind selbstverständlich, wenn im Kontext nicht dezidiert auf ein
Geschlecht eingegangen wird, geschlechtsneutral zu lesen.
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S 3.1. | Themenstellung und forschungsleitende Fragestellung In der vorliegenden Arbeit soll die Frage nach Möglichkeiten für eine Durchsetzung von Interessen im politischen Willensbildungsprozess zunächst theoretisch an Hand einer detaillierten Darstellung des Begriffes Interesse sowie im Anschluss im praktischen Beispiel an der Interessensarbeit der Verkehrsclubs ÖAMTC, ARBÖ und VCÖ untersucht werden.
Die gegenständliche Analyse untersteht folgender forschungsleitender Fragestellung: Was versteht man unter Interesse und inwiefern ist die Durchsetzbarkeit von Interessen in einer Gesellschaft eine politisch zentrale und entscheidende Frage? Welche entscheidenden Faktoren sind bei einer Betrachtung des Begriffes Interesse zu beachten?
Die anschließende praktische Auseinandersetzung mit dem Thema beleuchtet die Frage: Wie setzen österreichische Verkehrsclubs ihre Interessen durch?
Zu diesem Zweck wird zunächst der Begriff des Interesses in seinen verschiedenen Ausprägungen untersucht, sowie in weiterer Folge auf die entsprechenden Auswirkungen auf einzelne Personen sowie auf eine Gesellschaft als gesamte Einheit eingegangen. Das Verhalten Einzelner, jene darauf basierende entsprechende Auswirkung, sowie mögliche Beeinflussungen des politischen Willensbildungsprozesses sollen ebenfalls Erwähnung finden. Die theoretische Problemstellung wird anschließend anhand dreier ausgewählter österreichischer Verkehrsclubs praktisch veranschaulicht.
S 3.2. | Fragestellungen
Zur Interessensdurchsetzung
o Wie kann der Begriff Interesse definiert werden?
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o Wie ist mit individuellen Bedürfnissen in einer freien Gesellschaft umzugehen?
o Wie wird das Wohlergehen der Allgemeinheit sichergestellt? S Auf welche Aspekte wird dabei abgestellt?
o Wodurch können diverse Organisationsstrukturen den politischen Willensbildungsprozess beeinflussen?
o Was ist Pluralismus?
Zu den österreichischen Verkehrsclubs ÖAMTC, ARBÖ und VCÖ
o Welchen geschichtlichen Hintergrund haben die gegenständlichen Verkehrsclubs?
o Welche Orientierung, Ziele und Aufgaben haben sich diese Verkehrsclubs gegeben?
o Wie viele Personen sind in diesen Clubs Mitglied?
o Wie wird das Club-Geschehen finanziert?
o Mit welchen Methoden artikulieren sich diese Clubs?
o Wessen Interessen werden durch die Verkehrsclubs vertreten?
o Auf welchen Bereich wird derzeit besonders Wert gelegt? S Mit welchen Mitteln wird dieses Interesse erreicht?
o Mit welchen Instrumenten können ÖAMTC, ARBÖ und VCÖ in das Allgemeininteresse im Bereich Verkehr einwirken?
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S 3.3. | Hypothese
Hypothese: Aufgrund der Anzahl der Mitglieder ist es den beiden Autofahrerclubs ÖAMTC und ARBÖ sowie dem VCÖ möglich deren Interessen in das Allgemeininteresse einfließen zu lassen
Begründung: Ca. 2,35 Millionen Personen, also etwa ein Viertel aller Österreicherinnen und Österreicher, sind in den beiden Autofahrerclubs ÖAMTC und ARBÖ sowie im VCÖ eingetragene Mitglieder. Über spezielle Familienpakete werden sogar noch mehr Personen zumindest indirekt vertreten. Diese große Anzahl an Mitgliedern kann bei der Erreichung eines Zieles, der Durchsetzung eines den Verkehrsclubs wichtigen Interesses, durchaus entscheidend sein, weswegen in dieser Arbeit behauptet wird, das Allgemeininteresse in Hinsicht auf das Verkehrswesen wird in Österreich von den Begehren, Forderungen und Initiativen der Verkehrsclubs ÖAMTC und ARBÖ im Schwergewicht und ergänzend vom VCÖ geprägt.
S 3.4. | methodische Umsetzung
Die in dieser Seminararbeit aufgeworfenen Fragestellungen werden vor allem unter Zuhilfenahme jener Literatur bearbeitet, welche in der Universitätsbibliothek Salzburg zum gegenständlichen Thema verfügbar ist. Ebenso von Bedeutung sind im Internet veröffentlichte Quellen: Während sich die Erläuterungen zur Interessensdurchsetzung allgemein vor allem auf die Bibliotheksliteratur stützt, ist der Hintergrund zu den konkret betrachteten Verkehrsclubs sowohl in Texten der einschlägigen Vereinszeitschriften, als auch topaktuell auf den Online-Präsenzen der Vereine im Internet verfügbar.
Da diese Seminararbeit ganz generell eine Vertiefung bzw. Fortführung jenes Referats bildet, welches der Autor im gegenständlichen Seminar gehalten hat, wird der wichtigste Ausgangspunkt der folgenden Darstellungen ]XU7KHPDWLNÄ,QWHUHVVH³ sicherlich das Skriptum zu dieser Lehrveranstaltung sein.
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S 4.1. | Interesse ± der Begriff
Der Mensch in der sozialwissenschaftlichen Forschung ist ein Mängelwesen, welches ständig nach einer individuellen Bedürfnisbefriedigung sowie einer einzutreffenden Erwartungserfüllung sucht. Er hat bei diesem Streben nach Sättigung immer den Drang diese Zufriedenstellung mit für ihn wert- und bedeutungsvollen Utensilien zu erreichen.
Nohlen definiert daher das Interesse als eine Sammelbezeichnung für eine 9LHO]DKO DQ Ä1HLJXQJHQ =LHOH>Q@ XQG $EVLFKWHQ YRQ LQGLYLGXHOOHQ RGHU NROOHNWLYHQ $NWHXUHQ³ 1 . $XFKGLH%H]HLFKQXQJHQÄ6WUHEHQ>«@/XVW$XIPHUNVDPNHLW:LOOHXQG :RKOJHIDOOHQ³ 2 können gleichbedeutend für diese Verlangen eingesetzt werden. Jenen Synonymen gemeinsam ist jedenfalls der Umstand, dass sie allesamt auf das Erreichen bestimmter Vorteile in wirtschaftlichen oder politischen Belangen ausgerichtet sind. 3
Interessen bestimmen sohin also im Kleinen das Handeln einer Person bzw. im GrRHQ GDV HLQHU JDQ]HQ *HVHOOVFKDIW +ROWPDQQ VLHKW KLHUEHL VRJDU ÄHLQH $UW unsichtbares Kräftefeld [entfaltet], in dem Wünsche und Ziele, aber auch Ideen in Konkurrenz zueinander treten oder sich wechselseitLJYHUVWlUNHQ³ 4
Um menschliches Handeln genauer zu erklären kann durchaus zwischen ÄREMHNWLYHQXQGVXEMHNWLYHQHYHQWXHOOXQEHZXVVWHQ³ 5 E]ZÄPDQLIHVWHQXQGODWHQWHQ ,QWHUHVVHQ³ 6 unterschieden werden.
'LH $XVSUlJXQJHQ GHU JHVHOOVFKDIWOLFKHQ ,QWHUHVVHQ VLQG ÄQLFKW VWDWLVFK sondern verändern sich im historischen Kontext und nach der gesellschaftlichen
1 Nohlen, Dieter [Hrsg.] (1998): Lexikon der Politik, Bd. 7, München, S. 280
2 Holtmann, Everhard [Hrsg.] (1994): Politik-Lexikon, 2. Aufl., München/Wien: Odlenboug-Verlag, S. 259
3 vgl. Nohlen, Dieter [Hrsg.] (1998): Lexikon der Politik, Bd. 7, München, S. 280
4 Holtmann, Everhard [Hrsg.] (1994): Politik-Lexikon, 2. Aufl., München/Wien: Odlenboug-Verlag, S. 259
5 Nohlen, Dieter [Hrsg.] (1998): Lexikon der Politik, Bd. 7, München, S. 280
6 Nohlen, Dieter [Hrsg.] (1998): Lexikon der Politik, Bd. 7, München, S. 280 - Seite [7] -
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6WHOOXQJGHU,QGLYLGXHQ³ 7 , passen sich also den jeweiligen persönlichen Werten und Bedürfnissen an und können sich in weiterer Folge durchaus überschneiden oder gar verdrängen. Selbstredend, dass bei jener Vielfalt an Tugenden und Forderungen natürlich auch die jeweilige Lebenssituation eines Menschen starken Einfluss auf dessen aktuelle Interessen nimmt. 8
Die Artikulierung von Interessen basiert stets auf ÄGHU %DVLV YRQ $QQDKPHQ über Bedürfnisse und %HGUIQLVKLHUDUFKLHQ³ 9 bzw. auf aktuell präsenten Problemstellungen. Durch diese konkreten realen Probleme innerhalb einer Gesellschaft wird die jeweilige Interessenslage sämtlicher Akteure bestimmt, entsprechend gestaltet und herausgearbeitet. In der Folge ergibt sich auf diese Weise eine entsprechende spezielle Strategie auf deren Basis das folgende Handeln basiert sowie eine spezifische Problemlösung entwickelt wird. Hinzukommt nun als weitere Komponente, quasi als Intensitätsfaktor, die jeweilige Bedeutung des Problems für die Gesellschaft und der damit einhergehenden angestrengten bzw. weniger angestrengten Auseinandersetzung mit Selbigem. 10
Der Sinn, seinen Blick auf ein konkretes Interesse zu richten, besteht darin, einen persönlichen Vorteil zu zieheQ Ä,QWHUHVVHQ ]LHOHQ >«@ LP ZHLWHVWHQ 6LQQ DXI materielle oder immaterielle Nutzen- und Vorteilsmehrung, auf Erhaltung oder Verbesserung einer Vorteils- RGHU :HUWSRVLWLRQ³ 11 . Wenn allerdings jede Person in einer Gruppe oder Gesellschaft danach trachtet so viel Vorteil wie möglich aus einer Situation zu ziehen, ist ein gewisses Konfliktpotential durchaus gegenwärtig. Bei diesen Konflikten geht es einerseits darum, wie viel Verteilbares auf wie viele Begehrer dividiert werden kann bzw. andererseits darum, in welcher Intensität und an welcher Stelle die unterschiedlich ausgeprägten (oben dargestellten) Handlungsstrategien aufeinander treffen. 12
7 Himmelmann, Gerhard (1983): Interesse als Paradigma der sozialwissenschaftlichen Lehre: Didaktisches Modell und Fallstudie, S. 13
8 vgl. Himmelmann, Gerhard (1983): Interesse als Paradigma der sozialwissenschaftlichen Lehre: Didaktisches Modell und Fallstudie, S. 13
9 Nohlen, Dieter [Hrsg.] (1998): Lexikon der Politik, Bd. 7, München, S. 280
10 vgl. Himmelmann, Gerhard (1983): Interesse als Paradigma der sozialwissenschaftlichen Lehre: Didaktisches Modell und Fallstudie, S. 14
11 Himmelmann, Gerhard (1983): Interesse als Paradigma der sozialwissenschaftlichen Lehre: Didaktisches Modell und Fallstudie, S. 14
12 vgl. Himmelmann, Gerhard (1983): Interesse als Paradigma der sozialwissenschaftlichen Lehre: Didaktisches Modell und Fallstudie, S. 14 - Seite [8] -
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Mag. Stephan R. Kuttner, 2010, Interessensdurchsetzung in Österreich am Beispiel der Verkehrsclubs ÖAMTC, ARBÖ und VCÖ, München, GRIN Verlag GmbH
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