Inhaltsverzeichnis
I. Einleitung 3
II. Verfassungssystem im antiken Sparta 3
1) Doppelkönigtum 3
2) Die Könige im Verfassungssystem 4
3) Königtum in Sparta 4
4) Aufgaben und Privilegien der Könige 5
5) Organe der spartanischen Verfassung 6
III. Ephoroi 7
IV. Apella 8
V. Fazit 9
VI. Literatur- und Quellenverzeichnis 11
2
I. Einleitung
Die vorliegende Arbeit hat das Verfassungssystem des antiken Spartas zum Thema. Im Zentrum steht hierbei das sog. Doppelkönigtum, das eine einzigartige, singuläre Erscheinungsform in der griechischen Welt war. 1
Ich werde die Position und die Funktionen dieses spartanischen Königtums innerhalb der spartanischen Verfassung und des Staates näher erläutern,
ich werde die einzelnen Organe und Institutionen der spartanischen Verfassung aufführen, gerusía, apélla und ephoroi, und das Ineinanderwirken und Interaktionen zwischen den Königen und den anderen Institutionen Spartas darlegen. Hierbei richte ich meine Aufmerksamkeit besonders auf die Rechte, Kompetenzen und Befugnisse der Könige, stelle ihre Herrschaft in Sparta dar, sofern in Falle Spartas überhaupt von einer Königsherrschaft die Rede sein kann, wie noch näher zu erläutern sein wird.
Den Abschluss dieser Arbeit bildet ein Fazit, in dem ich die während meiner Arbeit gewonnenen Kenntnisse noch einmal kurz zusammenfasse und eine persönliche Einschätzung des Doppelkönigtums in Sparta abgebe.
II. Verfassungssystem im antiken Sparta
1) Doppelkönigtum
Wie in vielen antiken Themenbereichen ist auch bezüglich des Königtums in Sparta die Quellenlage dünn gestreut und ganz allgemein Wissen über die Könige vor 600 v. Chr. nur spärlich vorhanden. Herodot liefert einige Informationen, die vor allem die Aufgaben und Privilegien der Könige beschreiben. Jedoch entspricht seine Schilderung, neueren Forschungen nach zu urteilen, in mancher Hinsicht nicht den tatsächlichen Gegebenheiten. Die ausführlichsten Beschreibungen des spartanischen Doppelkönigtums finden sich in den Werken Xenophons, die bei der Anfertigung dieser Arbeit auch Verwendung fanden. 2
1 Klaus Bringmann: Die soziale und politische Verfassung Spartas. Ein Sonderfall der griechischen
Verfassungsgeschichte?, in: (Hrsg.) Karl Christ: Wege der Forschung, Bd. 622, Darmstadt 1986, S. 449.
2 1. Xenophon: Hellenika, übers. von Gisela Straßburger, München 1970; 2. Xenophon: Die Verfassung der
Spartaner, hrsg. u. übers. von Stefan Rebenich, in: Texte zur Forschung, Bd. 70, Darmstadt 1998, S. 50ff.
3
2) Die Könige im Verfassungssystem
Lykurg gibt in der Eunomia eine bestimmte Herrschaftsfolge vor, wonach (in dieser Reihenfolge) die Könige (archagetai) 3 , Gerontés und Spartiátai 4 herrschen sollten. Diese Ordnungsvorstellung war auch in der Großen Rhetra zu finden, welche unter anderem das Königtum absicherte. Das spartanische Verfassungssystem sah im Wesentlichen das Ineinanderwirken verschiedener Organe vor. Neben den Königen und der Gerusia 5 gab es fünf Ephoren, die die Beschlüsse der Könige zwar kontrollierten, jedoch deren Macht und Vorrangstellung akzeptierten. Das Verhältnis zwischen Königen und Ephorat war stets von Unstimmigkeiten geprägt. Ein monatlicher Schwur sollte die Könige darauf verpflichten, ihre Herrschaft nach den Gesetzen auszurichten, während die Ephoren im Gegenzug schworen, die Königsherrschaft zu bewahren. Die Könige waren gleichzeitig Mitglieder der Gerusia. Konnten sie bei Versammlungen nicht anwesend sein, wurden ihre Stimmen auf Verwandte innerhalb dieses Rates übertragen. 6 Die Gerusia kontrollierte die Könige und stellte den höchsten Gerichtshof dar, vor welchem jene angeklagt werden konnten. Den Königen unterstand zudem das Heer, über welches sie als Feldherren die Befehlsgewalt innehatten.
3) Königtum in Sparta
Wichtigstes Merkmal des Königtums in Sparta war das so genannte Doppelkönigtum. Dessen Sinn lag unter anderem darin, die königliche Macht zu beschränken. Die beiden Geschlechter der Agiadai 7 und Eurypontidai 8 stellten jeweils einen König, welche zusammen in Form einer Doppelherrschaft auf Lebenszeit regieren konnten, wobei die Agiadai das höhere Ansehen genossen. 9
Die beiden Könige waren theoretisch gleichrangig und besaßen den gleichen Machtspielraum. In der Praxis jedoch wechselten die Machtverhältnisse oft und wurden nicht selten auf die jeweiligen Nachkommen übertragen.
Stets hatte einer der Könige die alleinige Gewalt, der andere konnte immer nur versuchen, Ausgleich zu schaffen. Eine Heirat zwischen den beiden Königshäusern, welche einen
3 Karl-Wilhelm Welwei: Sparta. Aufstieg und Niedergang einer antiken Großmacht, Stuttgart 2004, S. 60.
4 Karl Wilhelm Welwei: Art. Sparta, in: DNP, Bd. 15(2003) Sp. 153-180.
5 Karl Wilhelm Welwei: Art. Gerusia, in: DNP, Bd. 4(1998) Sp. 979-980.
6 Stefan Link: Der Kosmos Sparta. Recht und Sitte in klassischer Zeit, S. 54ff.
7 Karl-Wilhelm Welwei: Art. Agiadai, in: DNP, Bd. 1(1996), Sp. 256- 257.
8 Stefan Link: Der Kosmos Sparta. Recht und Sitte in klassischer Zeit, Darmstadt 1994.
9 Klaus Bringmann: Die soziale und politische Verfassung Spartas. Ein Sonderfall der griechischen
Verfassungsgeschichte?, in: (Hrsg.): Karl Christ: Wege der Forschung, Bd. 622, Darmstadt 1986, S. 449ff.
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Arbeit zitieren:
Alexander Dumitru, 2010, Das Verfassungssystem im antiken Sparta , München, GRIN Verlag GmbH
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