INHALTSVERZEICHNIS
I VORBEMERKUNG 3
II ENTSTEHUNG UND BEGRÜNDUNG DES HAUSFRAUENBILDES IM 19.
JAHRHUNDERTS 5
1. Geschichtliche Entwicklung 5
2. Begründung der Hausfrauenrolle in der Literatur 6
3. Aufgaben der bürgerlichen Hausfrau vor und hinter den Kulissen 7
a) Versorgung des physischen Bedarfs der Familie 7
b) Festigung des Familiensinns 9
c) Darstellung der Familie nach außen Repräsentation 10
d) Verschleierung - zwischen Müßiggang und Arbeit 11
III EXKURS: FRAUENBEWEGUNG 13
IV ZUSAMMENFASSUNG 14
1. Die Frau zwischen Ausbeutung und Verantwortung 14
V BIBLIOGRAPHIE 14
2
I. VORBEMERKUNG
Im Laufe des 19. Jahrhunderts gewann die Bürgerliche Gesellschaft stark an Einfluss. Der Verlust der Vormachtstellung des Adels, die Einführung der Gewerbefreiheit und die Ausbreitung mechani- sierter Produktionsmethoden veränderte das soziale und wirtschaftliche Leben. Für die Bürger wurde neben einem ökonomischen Machtzuwachs auch wirtschaftlicher und wirtschaftspolitischer Einfluss möglich.
Allerdings galt dies nur für einen Teil der Bevölkerung. Der ganze Mensch als Bürger scheint auf- gespalten zu sein in zwei konkurrierende Ideale, das Ideal der männlichen Stärke und Rücksichtslo- sigkeit und das Ideal der weiblichen Schwäche und Nachgiebigkeit.“ Die Aufgaben der Frau waren sogar im „Preußischen Allgemeinen Landrecht“ (ALR) festgehalten, „Sie (die Frau) ist schuldig, dem Hauswesen des Mannes nach dessen Stand und Range vorzustehen“ 1 Politisch erhielt die Frau dafür
keinerlei Rechte.
Auch im „Bürgerlichen Gesetzbuch“ von 1900 blieb die schlechte rechtliche Lage für die Frau erhal- ten. Sie war entmündigt und ökonomisch abhängig. Erst 1957 wurde schließlich der Gleichheits- grundsatz eingeführt.
J.S. Mill brachte 1869 den Widerspruch zwischen der freien Bürgerlichen Gesellschaft und der Rolle der Frau als Hausfrau und Mutter auf den Punkt. „The law of servitude is a monstrous contradiction to all the principles of the modern world. ...There remain no legal slaves except the mistress of every house.“ 2
Die bürgerliche Hausfrau war allerdings, im Gegensatz zur „Hausmutter“ vergangener Zeiten und zur Hausfrau in Arbeiterfamilien, fast reine Konsumentin. Während in Arbeiterfamilien und am Land die Güter für den täglichen Bedarf und Kleidung noch selbst produziert wurden, erwarb die bürgerliche Hausfrau diese auf Märkten, im Laden um die Ecke oder später im Kaufhaus. „’Nur’-Konsumentin sein zu können, geriet zum Prestigeindiz und zur Definitionskomponente der Bürgerfrau.“ 3
Obwohl die Rolle der Bürgerlichen Frau als Hausfrau und Mutter als wichtig für die Familie und den Staat (vgl. Campe in Schlegel-Matthies, S. 14) angesehen wurde, erhielt die Arbeit der Hausfrau an 1 ALR in Rapin, Hildegard, S.126 2 Vogel, Ursula, in Kocka, Vorwort von J.S. Mill 3 Budde, Gunilla-Friederike, in Siegrist, Kaelble, Kocka, S. 412
3
sich durch den Verlust der produktiven Funktionen eine Abwertung. Konsum galt, im Gegensatz zur Produktion, nicht als Arbeit.
Im folgenden wird die Entstehung des bürgerlichen Hausfrauenbildes, seine Bewertung in der Litera- tur und anschließend einige Aufgaben der bürgerlichen Hausfrau, u.a. als Konsumexpertin, beschrie- ben, wobei auch die Verschleierung der Arbeit und der schleppende Beginn der Frauenbewegung eine Rolle spielen wird.
4
II. ENTSTEHUNG UND BEGRÜNDUNG DES HAUSFRAU- ENBILDES IM 19. JAHRHUNDERTS
1. Geschichtliche Entwicklung
Im Laufe des 19. Jahrhunderts begann die Trennung von Wohn- und Arbeitsbereich und zudem ent- wickelte sich eine Tendenz, Waren großteils am Markt zu erwerben statt diese selber zu produzie- ren. Das Haus wurde zum reinen Wohnhaus, das „ganze Haus“, wie es bis dorthin üblich war, löste sich auf.
Im „ganzen Haus“ war jede Arbeit der „Hausmutter“ sichtbar für die ganze Familie und unverzichtbar für die Entwicklung der Wirtschaft. Ihre Arbeit wurde als gleichwertig mit der des „Hausvaters“ an- gesehen. Mann und Frau arbeiteten Hand in Hand.
Durch die Auflösung der familialen Wirtschaftseinheit wurde das Haus zum reinen Wohnhaus. Der Mann verdiente das Geld außerhalb, und auch die Produktion von Nahrungsmitteln und Gebrauchs- gegenständen wie Kleidung fand oft nicht mehr im Haus statt. Aus dem Subsistenzhaushalt wurde ein Konsumhaushalt, aus dem Herrschaftsverband des „ganzen Hauses“ wurde die bürgerliche Kleinfa- milie. Die „Hausmutter“ als Leiterin einer produktiven Vorratswirtschaft wurde zur „Hausfrau“ und hatte damit die Verantwortung für die Konsumtionswirtschaft.
Durch den Verlust der produktiven Arbeiten erhielt der Begriff der Hausfrau eine Abwertung. „Der rastlose Hausfleiß sollte deshalb die Zweitrangigkeit ihrer Arbeit aufwiegen.“ 4
Der Einkauf als neue Form der Frauenarbeit wurde eher der Freizeit und dem Vergnügen zugeord- net. Der Arbeitsbereich der Frau enthielt keine Sicherung der Lebensgrundlagen mehr, nur der Mann galt als Ernährer. Die Frau sollte zu Hause für Geborgenheit sorgen und die Hauswirtschaft mit wenig Aufwand an Geld und Zeit gestalten. Hausarbeit war zwar unverzichtbar, galt aber nicht als Arbeit, sondern wurde aus Liebe erledigt.
4 Schlegel-Matthies, Kirsten, S.27
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Arbeit zitieren:
M.A. Annett Rischbieter, 2003, Die Frau im Bürgertum, München, GRIN Verlag GmbH
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