I
Inhaltsverzeichnis
Abk ürzungsverzeichnis II
1 Einleitung 1
2 Macht und Kontrolle im Betrieb 3
2.1 Das Konzept der Arbeitspolitik 3
2.2 Besonderheiten der Ware Arbeitskraft 4
2.3 Das Transformationsproblem 5
2.4 Macht 5
2.4.1 Zonen der Ungewissheit 5
2.4.2 Primär- und Sekundärmacht 6
2.5 Kontrolle 7
3 Wandel von Arbeit durch Informatisierung und Wandel der Kontrolle 9
3.1 Informatisierung der Gesellschaft 10
3.2 Taylorismus und neue Produktionskonzepte 10
3.3 Neue Technologien und Kontrolle 11
3.3.1 Optimisten Kern und Schumann: Requalizierung der Arbeit 12
3.3.2 Pessimisten im Anschluss an Braverman: Formwandel der Kontrolle 12
3.3.3 Neuere Entwicklungen der Informatisierung der Arbeit 14
3.4 Kontrolle der Wissensarbeit 15
4 Zusammenfassung 17
Literaturverzeichnis III
II
Abkürzungsverzeichnis
BDE
Betriebsdatenerfassung CAD
Computer-aided design I+K Technologien
Informations- und Kommunikationstechnologien PPS
Produktionsplanung- und Steuerungsysteme WZB
Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung
1
1 Einleitung
Das Arbeitsleben in den modernen Industriegesellschaften hat sich in den letzten Jahrzehnten stark gewandelt. Neue Informationstechnologien und eine computergesteuerte Produktionsweise sowie das heute allgegenwärtige Internet haben die Ausgestaltung von Arbeit maÿgeblich beeinusst.
Noch vor einem halben Jahrhundert war die manuelle Flieÿbandarbeit eine der bestimmenden Produktionsweisen in den Industrienationen. Arbeiterinnen 1 schraubten, schweiÿten, feilten und stellten in Akkordarbeit Produkte für den Massenmarkt her. Dieses Bild hat sich heute vielfach gewandelt. So werden Fabriken der Automobilindustrie heute von einer steril sauberen Produktionsstraÿe dominiert. Maschinen übernehmen die vormals körperliche Arbeit während Fachkräfte die Steuerung der automatisierten Produktion über Computerbildschirme durchführen. Hinter den Kulissen der Produktion arbeiten Ingenieure in weltweit vernetzten Projektgruppen mit Programmen wie computer-aided design (CAD) in einer virtuellen Arbeitsumgebung an ständig neuen Modellen. Der Computer ist zu dem dominierenden Arbeitsmittel in vielen Bereichen geworden.
Die Vermutung liegt nahe, dass dieser Prozess der Informatisierung 2 der Arbeit auch die Machtkonstellationen und Kontrollstrukturen in den Betrieben beeinusst hat. Die Fragestellung dieser Arbeit lautet daher, ob die fortschreitende Verbreitung von I+K Technologien in den letzten 30 Jahren in der Arbeitswelt zu neuen Machtkonstellationen zwischen Kapital und Arbeit geführt hat.
Diese Frage wurde im Rahmen der Forschungsarbeit am Wissenschaftszentrum Berlins für Sozialforschung (WZB) in den späten 1980er und 1990er Jahren ausführlich behandelt, geriet dann aber weitestgehend aus dem Blickwinkel der Arbeitsforschung. Diese Arbeit versucht, Anregungen für eine Erneuerung der machttheoretischen Diskussion in Zusammenhang mit neuen Informationstechnologien zu geben.
1 Zur besseren Lesbarkeit wird auf eine generelle Nennung beider Geschlechter verzichtet. Ihre Nennung
erfolgt abwechseln, gemeint sind beide Geschlechter, soweit nicht anders vermerkt.
2 Das Terminus Informatisierung hat sich in der wissenschaftlichen Debatte etabliert. Unter ihm wird die
fortschreitende Verbreitung von I+K Technologien (Informations- und Kommunikationstechnologien)
verstanden. Die damit einhergehenden Veränderungen werden im dritten Kapitel weiter ausgeführt
werden.
1 Einleitung 2
Es wird die These vertreten, dass sich durch den Prozess der Informatisierung der Arbeitswelt in der postindustriellen Gesellschaften der Bundesrepublik ein Formwandel der Kontrolle von Arbeit vollzogen hat. Weiter lautet die zu überprüfende These, dass sich hierbei trotz einer erforderlich gewordenen Flexibilisierung der Arbeit und eine Abkehr vom fordistisch-tayloristischen Produktionssystem keine Machtverschiebung hin zu den Beschäftigten vollzogen hat.
Die Untersuchung dieser These erfolgt in zwei Schritten. Im ersten Teil setzte ich mich mit den in der Arbeitssoziologie traditionsreichen Begrien Macht und Kontrolle aus-einander. Hierbei werde ich die Besonderheiten der Ware Arbeitskraft und das daraus resultierende Transformationsproblem darstellen. Ich werde argumentieren, dass die Kontrolle über Arbeitsabläufe den wichtigsten Faktor für die Macht in einem Unternehmen darstellt. Im Anschluss arbeite ich den Begri der Kontrolle genauer heraus. Im zweiten Teil dieser Arbeit stelle ich zunächst deskriptiv die gegenüberstehenden Positionen zur Änderungen der Kontrolle durch neue Informationstechnologien vor, wie sie in der arbeitssoziologischen Debatte bis zum Anfang der 90er Jahre artikuliert wurden. Auf Basis der entwickelten Konzepte von Macht und Kontrolle wird eine Analyse der Veränderungen der betrieblichen Kontrollmechanismen skizziert. Hierbei gehe ich in Anlehnung an Pfeier (2004) auf neuere Entwicklungen in der Informationstechnologie ein und zeige mögliche Auswirkungen auf betriebliche Kontrollstrukturen.
3
2 Macht und Kontrolle im Betrieb
In diesem Kapitel werden theoretische Überlegungen über die soziologischen Grundbe-
grie Macht und Kontrolle ausgeführt. Zunächst wird auf die Ursprünge des Theo-
riekonzepts der Arbeitspolitik eingegangen, das in den zurückliegenden zwei Jahrzehn-ten am WZB entwickelt wurde. Folgend wird erläutert, welche Besonderheiten die Ware Arbeitskraft von gewöhnlichen Waren unterscheiden und das daraus resultierende
Transformationsproblem aufgezeigt. Daran schlieÿt sich eine Diskussion des von Crozier/Friedberg gewählten Begris der Macht und des von Ulrich Jürgens entwickelten Konzepts von Primär- und Sekundärmacht an.
2.1 Das Konzept der Arbeitspolitik
Die am WZB beschäftigten Forscherinnen um Frieder Naschold entwickelten Mitte der
1980er Jahre mit der Arbeitspolitik ein Konzept, in dem davon ausgegangen wird, dass
Probleme und Entwicklungstendenzen sowohl auf der Mikroebene des Betriebes wie auf der Makroebene sozialer und staatlicher Prozesse politisch bestimmt [werden] (Jürgens 2007: S. 23). Die Forscher des WZB folgerten daraus, dass die betrieblichen Prozesse der Arbeitsgestaltung in hohem Maÿe politisch gestaltbar seien. Das Forschungsprogramm hat sich mit Folgewirkungen der Arbeit hinsichtlich Belastung, Qualikation und Kontrolle der Beschäftigten befasst. Insbesondere die Auswirkungen neuer computerbasierten Technologien und neuer Organisationskonzepte sowie deren Folgen für die sozialen Beziehungen im Betrieb haben die Hauptaspekte der Forschungsprojekte in der Arbeitspolitik gebildet. Aufbauend auf den Gedanken Bravermans (1974) ist die zentrale Frage gewesen, welche Auswirkungen Macht, Herrschaft und Kontrolle im
Betrieb haben. Hinsichtlich der Kontrolle wurde ein Formwandel diagnostiziert worden
(vgl. zu diesem Abschnitt Jürgens 2007: S. 22.). Auf diesen wird im folgenden Kapitel näher eingegangen.
Arbeit zitieren:
Christopher Maier, 2009, Die Informatisierung der Arbeit und ihre Auswirkungen auf Macht und Kontrolle im Betrieb, München, GRIN Verlag GmbH
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