I
Inhaltsverzeichnis
Abbildungsverzeichnis II
1 Einleitung 1
2 Gegenstand: Expertenkommissionen der Bundesregierung 3
2.1 Typologie und Denition 3
2.2 Forschungsstand 3
3 Probleme und Funktionen der Kommissionsarbeit 5
3.1 Probleme und Hindernisse 5
3.1.1 Fehlende Anschluÿfähigkeit der Politik 5
3.1.2 Konsensfähigkeit 6
3.1.3 Interessenkonikte mit anderen Institutionen 7
3.1.4 Fehlende Legitimation 8
3.2 Kommissionen aus politisch-funktionalistischer Sicht 8
3.2.1 Sachbezogene Funktionen 8
3.2.2 Politische Funktionen 9
4 Kriterien erfolgreicher Politikberatung 11
4.1 Konkurrenzvermeidung 11
4.2 Überwindung von Handlungsblockaden 11
4.3 Konsens und eindeutige Handlungsanweisungen an die Politik 12
4.4 Anschlussmöglichkeiten durch die Politik 12
4.5 Öentlichkeitsarbeit 13
5 Die Arbeit der Hartz-Kommission und Anwendung der Erfolgskriterien 14
5.1 Der Policy Cycle 14
5.2 Agenda Setting 14
5.3 Politikformulierung 16
5.3.1 Zusammensetzung und Konstituierung 16
Inhaltsverzeichnis II
5.3.2 Arbeitsweise der Kommission 18
5.3.3 Ergebnisse und Präsentation 19
5.3.4 Medien 20
5.3.5 Gesetzgebungsverfahren 21
5.3.6 Proteste 21
5.4 Evaluierung 22
6 Zusammenfassung 23
Literaturverzeichnis IV
III
Abbildungsverzeichnis
5.1 Der Policy Cycle 15
5.2 Mitglieder der Hartz Kommission 17
5.3 Medienberichte zur Hartz Kommission 20
1
1 Einleitung
Expertenkommissionen unter der Kanzlerschaft von Gerhard Schröder, beispielsweise die Hartz-, Rürup- oder Süssmuth-Kommission, erregten groÿes öentliches Aufsehen. 1 Die Verabschiedung der sogenannten Hartz-Gesetze waren von groÿen Protesten begleitet und auch heute noch sind viele der in dieser Zeit angestoÿenen Reformen Inhalt breiter Debatten in der Öentlichkeit. Die Aktualität dieser Arbeit ergibt sich auch aus der wachsenden Bedeutung, die Expertenkommissionen in den letzten Jahren in der Debatte um die Umsetzung von Reformvorhaben gespielt haben und vermutlich auch in der Zukunft weiter spielen werden. Viele Kommissionen scheiterten, und auch wenn diese zu einem Konsens kamen und einen Abschlussbericht vorlegten, so fanden ihre Vorschläge vielfach kaum Resonanz in der Politik und blieben daher folgenlos. Daher ist es das Ziel dieser Arbeit herauszuarbeiten, welchen Problemen Expertenkommissionen gegenüberstehen. Die zu überprüfende These dieser Hausarbeit ist, dass die Hartz-Kommission aus Sicht der Politik als ein Beispiel gelungener Politikberatung durch Expertengremien zu sehen ist, da sie viele der in sie gesetzten Erwartungen erfüllte und dabei viele allgemeine Probleme der Politikberatung umgehen konnte. Hierbei soll es keineswegs um eine normative Betrachtung der Kommissionsarbeit gehen, sondern vielmehr soll anhand festgelegter Kriterien eine Untersuchung der Kommissionsarbeit vorgenommen werden. Zwar wurden umfangreiche Fallstudien zu verschiedenen Kommissionen vorgelegt und Probleme der Politikberatung sowie die politischen Funktionen der Beratung im demokratischen Prozess erarbeitet. Eine systematische und zusammenführende Erarbeitung von Bewertungskriterien fehlt jedoch bisher. Diese Lücke soll mit der vorliegenden Arbeit geschlossen werden.
In dieser Arbeit wird zunächst der Forschungsstand zu Expertenkommissionen in Deutsch-land dargestellt. Da keine Einigkeit über die Begriichkeit herrscht, wird folgend eine allgemeine Denition erarbeitet. Das Hauptaugenmerk dieser Arbeit liegen darin, allgemeine Probleme und Funktionen der Politikberatung durch Expertenkommissionen aufzuzeigen und aus diesen Kriterien abzuleiten, unter welchen Rahmenbedingungen eine Die Kommissionen werden oft in der öentlichen Debatte und der Wissenschaft aus Gründen der Prak- 1
tikabilität nach ihrem Vorsitzenden benannt. Zur besseren Lesbarkeit wird auf eine Formulierung des oziellen Kommissionsnamen verzichtet und ihre allgemein gebrauchten Bezeichnungen verwendet.
1 Einleitung 2
Kommission aus der Perspektive der Politik als erfolgreich anzusehen ist. Diese Kriterien beschränken sich jedoch nicht auf die inhaltliche Arbeit der Kommission sondern sind zu einem groÿen Teil politischer Natur. Ein besonderer Augenmerk liegt hierbei auf der Vermeidung von Konkurrenzsituationen mit anderen Institutionen und der Legitimitätssteigerung durch den vorgeblich neutralen Sachverstand der Kommission. Zudem wird die Hartz-Kommission auf ihre Fähigkeit zum Konsens, ihre Darstellung in den Medien und auf ihre Öentlichkeitsarbeit hin untersucht.
3
2 Gegenstand: Expertenkommissionen
der Bundesregierung
2.1 Typologie und Denition
Der Begri Expertenkommission wird in der Wissenschaft uneinheitlich gebraucht und
meist unsystematisch neben anderen Begrien wie Beirat, Sachverständigenkommission, Gremium oder Ausschuss verwendet. Dabei kann von der Selbstbezeichnung des Gremiums nicht auf dessen Arbeitsweise und Aufgabe geschlossen werden, da dieser keinen Aufschluss über die Struktur und Arbeitsweise des Gremiums gibt (vgl. Siefken 2007: S. 17). Daher besteht zunächst die Notwendigkeit einer systematischen Einordnung der Institution Expertenkommission.
Zu unterscheiden ist zwischen Beratungs- und Entscheidungsgremien wobei zu untersuchen ist, ob die von dem Gremium getroenen Entscheidungen Bindungswirkung gegenüber Dritten entfalten (vgl. Unkelbach 2001: S. 20). Expertengremien sind in der Regel den Beratungsgremien zuzurechnen, da ihre Ergebnisse den Auftraggeber nicht an eine Entscheidung binden, sondern rein informeller Natur sind. Siefken (2006, S. 215) schlägt zur weiteren Systematisierung zwei Kriterien vor, die ein Expertengremium kennzeichnen: Erstens die Einsetzung mit dem spezischen Auftrag, zu einer Fragestellung beratend Stellung zu nehmen und zweitens die Besetzung mit Personen aus verschiedenen
gesellschafts-politischen und fachlichen Hintergründen.
Unter einer Expertenkommission soll daher verstanden werden: Ein plural zusammengesetztes Gremium ohne gesetzgeberische Kompetenzen, welches den Auftrag erhält zu einem spezischen Problem Lösungsvorschläge zu erarbeiten.
2.2 Forschungsstand
Das allgemeine Feld der Politikberatung ist aus politikwissenschaftlicher Perspektive gut erforscht. Eine systematische Untersuchung von Expertenkommissionen liegt seit kurzen in Form einer Dissertation von Sven Siefken vor. In dieser untersucht der Autor verglei-
2 Gegenstand: Expertenkommissionen der Bundesregierung 4
chend die Kommissionen unter der Schröder Regierung 1998 bis 2006. In den letzten Jahren wurden zum Teil umfangreiche politikwissenschaftliche Fallstudien zu verschiedenen Expertengremien durchgeführt. Insbesondere die Hartz Kommission war, wahrscheinlich auch in Folge der groÿen medialen Aufmerksamkeit und der Auswirkungen der Reformen, Gegenstand vieler Studien aus unterschiedlicher Perspektive und darf sieben Jahre nach ihrer Einberufung als das am besten erforschte Expertengremium gelten. 2 Jedoch wurden auch andere Kommissionen wie die Rürup-Kommission, die sich mit einem Umbau der sozialen Sicherungssysteme beschäftigte, sowie die Süssmuth-Kommission in teilweise aufwendigen Studien untersucht. 3
Auch wenn das Thema Beratung aus politikwissenschaftlicher Perspektive in letzter Zeit groÿe Aufmerksamkeit erfuhr, fand eine spezische Auseinandersetzung mit dem Thema Kommissionen aus soziologischer Sicht jedoch bisher kaum statt. Zwar wurden grundlegende theoretische Überlegungen angestellt, 4 eine weitere Analyse des Themas blieb der Politikwissenschaften überlassen. Hier könnten sich zukünftig interessante Fragestellungen insbesondere unter wissens- und machtsoziologischer Perspektive erönen.
Verwiesen sei hier auf einige exemplarische Studien: Siefken (2006), Weimar (2004) und Lamping 2 (2006).
Zur Rürup-Kommission siehe (Krick 2006) und zur Süssmuth-Kommission (Zinterer 2004). 3
Hier kann auf grundlegende Werke verwiesen werden: (Luhmann 2004), (Weingart 2001) und (Haber- 4 mas 1989).
Arbeit zitieren:
Christopher Maier, 2009, Kriterien wirksamer Beratung durch Expertenkommissionen am Beispiel der Hartz-Kommission, München, GRIN Verlag GmbH
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