I. Einleitung 3 - 5
II. Die Vernichtungsmaschinerie des Nationalsozialismus
1. Der nationalsozialistische Terror 6
2. Der Weg zum KZ-System 6 - 7
III. Das Konzentrationslager Buchenwald
1. Aufbau und Anfänge des Lagers 7 - 9
2. Aufbau- und Arbeitslager 9 - 11
3. Strukturveränderung und Funktionserweiterung 11- 15
IV. Schluss 15 - 17
V. Anmerkungsverzeichnis 18 - 21
VI. Literaturverzeichnis 22 - 24
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I. Einleitung
Die Ernennung Hitlers zum Reichskanzler am 30.01.1933 leitete den 18-monatigen Prozess der nationalsozialistischen „Machtergreifung“ ein. 1 Dieser Prozess war auch geprägt durch systematische Verfolgung derjenigen, die sich der drohenden Veränderung im Deutschen Reich entgegenstellten. Zu Beginn war es der Terror und die Verfolgung des politischen Feindes, der von 1933-1945 mit dem Tod von Millionen Menschen endete. Wie ein Wirbelsturm wütete ein Regime, das zuvor an die Macht gelangt war. Jeder, der nicht die Meinungen und Anschauungen des Regimes teilte oder sogar wagte sich ihm entgegenzustellen, wurde auf das Schärfste verfolgt. Doch als sämtliche Gegner ausgeschaltet waren, ging diese Verfolgungs- und Vernichtungsmaschinerie noch einen Schritt weiter. Dieser sah die systematische Zerstörung durch Gewalt, Hunger und Arbeit vor. 2 Das fand anfangs in den 59 frühen Konzentrationslagern, späteren 23 Stammlagern, den über 1200 Nebenanlagen und zahlreichen Lagern anderer Art statt. 3 Das Vorgehen in den Lagern und das Ziel, das durch diese Stätten des Ter-rors und der Vernichtung verfolgt wurde, scheint oberflächlich betrachtet gleich. Jedoch bei genauerer Untersuchung der Aufgaben und Zielstellungen der Konzentrationslager stellt man fest, dass es durchaus Unterschiede gab. Im Rahmen dieser Hausarbeit im Fach Militärgeschichte geht es um die angesprochene Vernichtungspolitik des NS-Regimes und speziell um die Aufgabe des Konzentrationslagers und heutigen Mahnmals und Gedenkstätte Buchenwald auf dem Weimarer Ettersberg. Welche Rolle spielte das Konzentrationslager, in welchem die ersten Häftlinge am 16. Juli 1937 eintrafen 4 , in dieser organisierten Vernichtungspolitik? Welchen Änderungen im Aufgabenspektrum unterlag das KL Buchenwald? War es ein Arbeitslager oder gar eines der Lager, dem nur das Ziel der totalen menschlichen Vernichtung zu Grunde lag? Ziel der Arbeit soll es sein einen Einblick in genau diese Problematik zu geben. Welche Aufgabe erfüllte das Konzentrationslager Buchenwald? Die Rolle des KL Buchenwald in der Vernichtungsmaschinerie des NS-Regimes wird in dieser Arbeit untersucht. Die literarischen Gegebenheiten und Felder zu dem Thema Nationalsozialistische Vernichtungspolitik in Konzentrationslagern und speziell zu Buchenwald sind weit
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ausgedehnt. Der Untersuchungsgegenstand wie das Konzentrationslager Buchenwald erweist sich sehr schnell als ein komplexes Bündel einzelner Themen. Forschung und Öffentlichkeit bietet sich ein kaum noch überschaubares Feld an Beschreibungen, Berichten und Studien. Kurz nach der Befreiung des Konzentrationslagers Buchenwalds am 11. April 1945 5 waren es meist umfassende Berichte und Sammlungen von Aussagen von Inhaftierten, die erste Einblicke in die Zustände und das Vorgehen im Lager gaben. Diese waren anfangs jedoch meist nur für die Ermittlungen und Forschungen alliierter Streitkräfte von Bedeutung. 6 Es wurden aber auch erste Berichte von Inhaftierten zusammengetragen, die detaillierte Einblicke in Themen wie Lagerleben, Organisation und Widerstand in den Lagern gaben. Diese wurden dann in umfassenden Werken zu den Konzentrationslagern allgemein und speziell zu Buchenwald verarbeitet und für die breite Gesellschaft zugänglich gemacht. Drei von mir verwendete Quellen sind: Broszat, Martin: Nationalsozialistische Konzentrationslager 1933-1945, 4. Auflage, München 1984; Hackett, David A.: Der Buchenwald-Report: Bericht über das Konzentrationslager Buchenwald bei Weimar, 2. Auflage, München 1997; Sofsky, Wolfgang: Die Ordnung des Terrors: Das Konzentrationslager, 4. Auflage, Frankfurt/M. 1993. Die Gefahr einer einseitigen Darstellung in diesen Werken erscheint ausgeschlossen, da die beinhalteten Berichte im Einvernehmen mit zuverlässigen Vertretern aller beteiligten Nationen abgefasst wurden. Diese Werke ordnen sich schon in die literarische Wissenslandschaft ein, wobei jedoch ein Großteil der auffindbaren Literatur auf Erfahrungsberichten beruht. Doch auch mehr und mehr Interesse an diesen Themen zeigt die Wissenschaft. Die drei eben genannten Werke gehören dazu. Auch die von der Gedenkstätte Buchenwald veröffentlichten Bücher und Materialien, welche ich ebenso zu meinen Quellen zähle, sind aktuell und wissenschaftlich recherchiert.
Nach Ende des Krieges wurde die Geschichte der Konzentrationslager, des Symbols nationalsozialistischen Terrors schlechthin, jahrzehntelang von ehemaligen Häftlingen und nicht von Historikern geschrieben. Nicht immer galt das Hauptaugenmerk dem Geschehen selbst. 7 Die Bearbeitung dieses in vielerlei Hinsicht schwierigen Themas der NS-Vernichtungspolitik ist im letzten halben Jahrhundert jedoch großen Schwankungen unterworfen gewesen. 8 Neben einigen recht sub-
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jektiven Werken diverser Literaten, welche ausschließlich zur Gewinnung von hi-storischen Daten und Fakten dienen sollen, wird von mir hauptsächlich nur wissenschaftliche Literatur herangezogen. Hierzu zählt: Gedenkstätte Buchenwald (Hg.): Konzentrationslager Buchenwald 1937-1945 - Begleitband zur ständigen historischen Ausstellung, Göttingen 1999; Gedenkstätte Buchenwald (Hg.): Juden in Buchenwald 1937 - 1942, Weimar 1992 und andere Werke. Wenn man auf die gesamte Geschichtsschreibung zum Nationalsozialismus zurückblickt, so macht die Erforschung der nationalsozialistischen Vernichtungspolitik doch einen wesentlichen Anteil aus. 9 Die Verfolgung und Vernichtung tausender Menschen in Buchenwald ist lediglich ein winziger Teil der Vernichtungspolitik des NS-Regimes. Zuerst soll in dieser Arbeit kurz und allgemein die Vernichtungsmaschinerie des NS-Staates erläutert werden. Hierbei geht es um die Anfänge und den Verlauf des nationalsozialistischen Terrors und den Weg zum KZ-System. Diese Erläuterungen bilden die unerlässliche geschichtliche Grundlage für spätere Ausführungen. Es folgt die Beschreibung des Konzentrationslagers Buchenwalds von den Anfängen und des Aufbaus, bis zur Auftragserweiterung zu Beginn und Ende des Zweiten Weltkrieges. Diese Ausführungen stehen immer im engen Zusammenhang mit dem zu bearbeiteten Thema. Die Bedeutung und Rolle des KL Buchenwald in der Vernichtungsmaschinerie des NS-Regimes soll auf diese Weise mit Beispielen und den historischen Entwicklungen des Lagers belegt werden.
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II. Die Vernichtungsmaschinerie des Nationalsozialismus
1. Der nationalsozialistische Terror
Der nationalsozialistische Terror begann nicht erst mit der Ernennung Hitlers zum Reichkanzler und damit der Machtübertragung auf den deutschen Faschismus. Bereits zu Zeiten der Weimarer Republik, begünstigt durch die wankende soziale Stabilität der Republik, versuchten rassistische Kräfte der reaktionären Freikorps und die Sturmabteilung durch Formen des offenen Terrors den Machtanspruch der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei vorzutragen. 10 Zur Errichtung der terroristischen Herrschaft in Deutschland bedurfte es auch einflussreicher Helfer aus Wirtschaft und Politik. Die Großindustrie unterstützte schon erste Unternehmungen und Bestrebungen des Terrors nach der Machtübernahme Hitlers. Von Beginn an gehörte für Hitler der Terror zu den Instrumenten seines Regimes. Mit unvorstellbarer Grausamkeit gingen SA-Kommandos gegen politische Gegner vor, zerstörten, folterten und mordeten bereits in den ersten Tagen nach der Machtergreifung. Durch die Gewalt sollte jede Form von Widerstand im Keim erstickt werden. Ziel des Terrors waren nicht nur politische Gegner, sondern später auch Kriminelle, Homosexuelle, Sinti und Roma und nicht zuletzt die Juden. 11 Ein zentraler Begriff der politischen Gegnerbekämpfung im „Dritten Reich“ sollte die Schutzhaft sein. Dabei handelte es sich nicht um eine kurze polizeiliche Verwahrung zum Schutz der eigenen Person, wie vor 1914 üblich, sondern um eine vorbeugende Polizeimaßnahme zur Ausschaltung von angeblichen staatsfeindlichen Elementen. 12
2. Der Weg zum KZ-System
Nunmehr konnten, nach der „Verordnung zum Schutz des Deutschen Volkes“ am 28. Februar 1933, die willkürlichen Verhaftungen durch die Schutzhaft legitimiert werden. 13 Von nun an wurde der Terror staatlich und offiziell organisiert. Unter der Leitung der Schutzstaffel, dem Hauptinstrument des politischen Terrors, kam es ab Februar 1933 zu einer systematisierten Konzentrationslagereinrichtung 14 , die anstelle der „wilden Folterkeller“ 15 traten, welche die SA, die uniformierte und bewaffnete Kampf-, Schutz- und Propagandatruppe der NSDAP, zuvor eingerichtet
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Arbeit zitieren:
Diplom-Kaufmann Sebastian Wagner, 2003, Die Rolle des Konzentrationslagers Buchenwald in der Vernichtungsmaschinerie des NS-Regimes, München, GRIN Verlag GmbH
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