Inhaltsverzeichnis:
1. Einleitung. 2
2. Definition des Begriffes „Massenmedien“ nach Luhmann 3
3. Massenmedien als Soziales System 3
3.1 Von der Allgemeinen Systemtheorie zum Sozialen System 3
3.2 Sinn 4
3.3 Kommunikation und Operation 5
3.4 Autopoiesis 6
3.5 Beobachtung 7
4. Funktionsweise des Systems der Massenmedien 9
4.1 Entstehung des Systems Massenmedien 10
4.2 Systemgedächtnis 11
4.3 Themen 11
4.4 Programmbereiche 12
4.4.1 Nachrichten/Berichte 12
4.4.1.1 Nachrichten 13
4.4.1.2 Berichte 15
4.4.2 Werbung 15
4.4.3 Unterhaltung 16
5. Massenmedien in der gesellschaftlichen Funktion 16
5.1 Öffentlichkeit und gesellschaftliche Akzeptanz 16
5.2 Hintergrundwissen 17
5.3 Selbstbeobachtung 17
6. Zusammenfassung und Ausblick 18
7. Literaturverzeichnis 20
II
1. Einleitung
Als Niklas Luhmann 1996 seine „Realität der Massenmedien“ veröffentlicht, versucht er den Bereich der Massenmedien in Anlehnung an seine Theorie soziale Systeme näher zu beschreiben. Dies geschieht auf der Basis seiner funktional-strukturellen Allgemeinen Systemtheorie. Dabei geht es ihm weder um die Wahrhaftigkeit der Inhalte der Massenmedien, noch um die Manipulation oder Nichtmanipulation der Gesellschaft durch die Massenmedien, wie man durch den Titel der Arbeit vielleicht zunächst annehmen könnte.
„[Es] geht […] nicht mehr um die alte ontologische Dualität von Sein und Schein, […] Sondern es geht um ein Realitätsverständnis, das Realität als eine Zwei-Seiten-Form des „Was“ und „Wie“ annimmt - des, was beobachtet wird, und des, wie es beobachtet wird. Und das entspricht genau der Beobachtung von Kommunikation […].“ (Luhmann, S. 59) 1
Zunächst werden grundlegende Begriffe und Konzepte der Theorie sozialer Systeme erläutert und dann jeweils spezifisch auf das soziale System der Massenmedien angewandt. Anschließend wird auf die luhmannsche Gesellschaftstheorie und auf die sich jeweils für die Massenmedien ergebende Bedeutung präziser eingegangen.
„Auf der Ebene der Gesellschaftstheorie akzentuiert Luhmann die Notwendigkeit, sich theoretisch von „Ganzheitsideen“, also Vorstellungen einer harmonischen Ordnung zueinander passender Teile, zu distanzieren. An deren Stelle tritt eine Analyse der Ausdifferenzierung eigengesetzlicher Funktionssysteme, [wie] des Wirtschaftssystems, des politischen Systems, des Wissenschaftssystems, des Rechtssystems, des Erziehungssystems, der Massenmedien, des Leistungssports sowie der Familien, die füreinander Umwelten bilden und die in keinem hierarchischen Verhältnis zueinander stehen.“(Papcke, S. 286) 2
Daraus ergibt sich die Frage nach der gesellschaftlichen Funktion der Massenmedien, auf die zum Schluss Bezug genommen wird.
1 Luhmann, Niklas: Die Realität der Massenmedien, Opladen, Westdt. Verlag Wiesbaden 1996 % Papcke / Oesterdiekhoff (Hrsg.): Schlüsselwerke der Soziologie, Westdt. Verlag Wiesbaden 2001
2
2. Definition des Begriffes „Massenmedien“ nach Luhmann
Luhmann definiert die Massenmedien als "[…] alle Einrichtungen der Gesellschaft […], die sich zur Verbreitung von Kommunikation technischer Mittel der Vervielfältigung bedienen." (Luhmann, S. 6)
Die Erzeugung und Verwendung von Manuskripten in großer Zahl, welche zum Beispiel Mönche durch Abschriften im Mittelalter produzierten, bezeichnet Luhmann genauso wenig als Massenmedium wie Versammlungen oder Aufführungen, die sozusagen „live“ vor großem Publikum stattfinden. Erst "[…] die maschinelle Herstellung eines Produktes als Träger der Kommunikation - aber nicht schon Schrift als solche […]" (Luhmann, S. 6) stellt für Luhmann den Einsatz von Massenmedien dar.
Massenmedien als Soziales System 3 3.
3.1 Von der Allgemeinen Systemtheorie zum Sozialen System
Die Theorie die Luhmann als Soziologen so wichtig und berühmt gemacht hat, wird als „Systemtheorie“ bezeichnet. Er lehnt sich dabei an die „Allgemeine Systemtheorie“ an, welche sich nach 1945 vor allem in den Naturwissenschaften interdisziplinär etabliert hat.
„Systemtheorie betreibt Luhmann immer als Theorie sozialer Systeme“ (Kaesler S. 209).
Den Mittelpunkt seiner Theorie bilden eine Reihe von Begriffen und Konzepte, die grundlegende Eigenschaften sozialer Systeme darstellen, z.B.: Sinn, Kommunikation, Autopoiesis und Beobachtung. Bei sozialen Systemen handelt es sich demnach unter anderem um autopoietische, beobachtende Sinnsysteme. Jede dieser Eigenschaften wird im Folgenden noch einmal kurz erläutert und jeweils die Anwendung auf die Massenmedien untersucht. Als Gerüst und Stütze dient mir dabei das Standardwerk „Klassiker der Soziologie“ von Dirk Kaesler.
3 Sinngemäß nach Kaesler, Dirk (Hrsg.): Klassiker der Soziologie Bd. 2, Verlag C.H. Beck 1999, S. 206 ff
3
3.2 Sinn
Im Rahmen der Theorie sozialer Systeme erhält der Begriff des Sinns eine wichtige Bedeutung. Laut Luhmann liegt die Besonderheit der sozialen Systeme in eben ihrer Sinnhaftigkeit.
„Sinn beschreibt die Spezifik der Operationsweise sozialer Systeme im Unterschied zu biologischen Systemen, physikalischen Systemen und Maschinen“ (Kaesler S. 210).
Das Paradigma Sinn bietet jedoch keine ausreichende Abgrenzungsmöglichkeit. Neben den sozialen Systemen operieren auch die psychischen Systeme mit Sinn und sind von dem her mit sozialen Systemen gekoppelt, obwohl die zwei Systeme als eigenständig und voneinander getrennt gelten.
Eine Unterscheidung zwischen psychischen und sozialen Systemen findet Luhmann indem er sich einer Methode aus der Physik bedient. Er zerlegt die Systeme in ihre einzelnen Elemente. Diese Zerlegung wird dann „[…] als Selbstspezifikation seiner Elemente durch das System beschrieben, die im Konstitutionsprozess des Systems erfolgt“ (Kaesler S. 211).
Luhmann bezeichnet diesen Prozess auch als Emergenz. Emergenz bezeichnet das Auftreten einer qualitativ neuen Ordnungsebene. Im konkreten Fall bezogen auf die Massenmedien ist diese neue Ordnungsebene die durch die Massenmedien selbst konstruierte Realität. Diese Realität der Massenmedien kann nicht allein aus den Umwelteinflüssen, die das System reizen, begründet werden.
Doch zurück zu dem Ergebnis der Abgrenzungsfrage zwischen sozialen und psychischen Systemen. Luhmann entwickelt die Theorie, dass das „[…] Prozessieren von Gedanken das elementare Geschehen in psychischen Systemen“ (Kaesler S. 211) ist. Er beschreibt diese Systeme deswegen eher als Bewusstseinssysteme. Als Elemente der Sozialsysteme bezeichnet Luhmann zunächst Handlung und das Erleben. Das Handeln wird dabei dem jeweiligen System zugerechnet, das man für diese Handlungen verantwortlich machen will. Das Erleben rechnet Luhmann der Welt zu und spricht in diesem Zusammenhang eher von Informationen über objektive Weltzustände. Um diese zwei Elemente zu trennen müsste allerdings eine Art
4
Arbeit zitieren:
Oliver Schill, 2003, Die Realität der Massenmedien als Soziales System nach Niklas Luhmann, München, GRIN Verlag GmbH
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:
Einbetten
DOI
Wahrheit / Unwahrheit und Journalismus in Niklas Luhmanns 'Die Rea...
Medien / Kommunikation - Massenmedien allgemein
Hausarbeit (Hauptseminar), 17 Seiten
Das Wesen des Dokumentarfilms - Möglichkeiten der Dramaturgie und Gest...
Diplomarbeit, 162 Seiten
Wie eine Filmanalyse Emotionen sichtbar machen kann
Über den Mythos "Szafari&...
Hausarbeit (Hauptseminar), 42 Seiten
Die Umformung desintegrativer Elemente zur Integration in die Theorie ...
Soziologie - Individuum, Gruppe, Gesellschaft
Seminararbeit, 15 Seiten
Der Horrorfilm - Monster, Mythen und Mutanten
Medien / Kommunikation - Film und Fernsehen
Seminararbeit, 21 Seiten
Der Code des Systems der Massenmedien bei Niklas Luhmann
Soziologie - Medien, Kunst, Musik
Hausarbeit, 18 Seiten
Handlungstheorie vs. Systemtheorie - ein kommunikationstheoretischer V...
Medien / Kommunikation - Theorien, Modelle, Begriffe
Seminararbeit, 17 Seiten
Die Shakespeare-Rezeption in Deutschland - Von der Aufklärung bis zur ...
Deutsch - Pädagogik, Didaktik, Sprachwissenschaft
Hausarbeit (Hauptseminar), 25 Seiten
Die Konstruktion der Wirklichkeit durch die Massenmedien
Soziologie - Medien, Kunst, Musik
Hausarbeit, 26 Seiten
Die theoretische Konzeption der Massenmedien bei Niklas Luhmann und ih...
Soziologie - Medien, Kunst, Musik
Hausarbeit (Hauptseminar), 43 Seiten
Positivismusstreit in der deutschen Soziologie
Soziologie - Kultur, Technik und Völker
Vordiplomarbeit, 28 Seiten
Autonomie und Freiheit in der "Grundlegung zur Metaphysik der Sit...
Philosophie - Philosophie des 17. und 18. Jahrhunderts
Seminararbeit, 15 Seiten
Luhmanns Theorie der Globalisi...
Soziologie - Klassiker und Theorierichtungen
Seminararbeit, 33 Seiten
Soziologie - Klassiker und Theorierichtungen
Hausarbeit (Hauptseminar), 27 Seiten
Niklas Luhmanns Behandlung des Problems der Unwahrscheinlichkeit der K...
Soziologie - Klassiker und Theorierichtungen
Hausarbeit, 20 Seiten
Oliver Schill's Text Die Realität der Massenmedien als Soziales System nach Niklas Luhmann ist nun auf dem Buchmarkt erhältlich
Oliver Schill hat den Text Die Realität der Massenmedien als Soziales System nach Niklas Luhmann veröffentlicht
Oliver Schill hat einen neuen Text hochgeladen
Autopoietic Organization Theory: Drawing on Niklas Luhmann's Social Sy...
Tore Bakken, Tor Hernes
Observing International Relations: Niklas Luhmann and World Politics
Mathias Albert, Lena Hilkermeier
0 Kommentare