Inhaltsverzeichnis
Einleitung S. 3
Der Kontext 3
Das Meinen 5
Die Bedeutung der Bedeutungslosigkeit 5
Fazit S. 7
Literaturverzeichnis S. 9
2
Wenn man aber sagt: „Wie soll ich wissen,
was er meint, ich sehe ja nur seine Zeichen“,
so sage ich: „Wie soll er wissen, was er meint,
er hat ja auch nur seine Zeichen.“
Ludwig Wittgenstein, Philosophische Untersuchungen § 504
Die Bedeutungslosigkeit der Bedeutung
Einleitung
In dieser Arbeit möchte ich mich mit Wittgensteins Gedanken aus den „Philosophischen Untersuchungen“, wie etwas in der Sprache zu seiner Bedeutung kommt, beschäftigen. Zu diesem Zweck, betrachte ich im ersten Kapitel Wittgensteins Begriffe des Sprachspiels und der Lebensform. Anschließend gehe ich auf das Meinen ein und versuche zu klären, in welchem Zusammenhang es zur Verwendung von Ausdrücken steht. Im darauf folgenden Kapitel werde ich den „therapeutischen“ Aspekt von Wittgensteins Sichtweise auf die Bedeutung darstellen. Zuletzt ziehe ich ein Fazit und erläutere noch meine eigenen Überlegungen zu Wittgensteins Gedanken.
Der Kontext
Wenn man die „Philosophischen Untersuchungen“ liest, dann stößt man immer wieder auf Formulierungen, die nahe legen, dass Wittgenstein davon ausgeht, die Bedeutung eines Wortes sei sein Gebrauch in der Sprache.
Die Verwendung eines Ausdrucks wäre somit seine „Rolle im Sprachspiel“, und der Sinn würde sich nur aus dieser und nicht etwa aus der Absicht des Sprechers ergeben. Sprachspiele sind bei Wittgenstein Situationen, in denen Sprechen und Handeln eine Verbindung eingegangen sind. Hierbei müssen außerdem bestimmte Regelmäßigkeiten
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gegeben sein, die festlegen, in welchen Fällen das gleiche Sprachspiel stattfindet (vgl. von Savigny 1998: 9-10).
Solche Regelmäßigkeiten sind nötig, damit es überhaupt so etwas wie eine Sprache gibt. In § 207 verdeutlicht Wittgenstein das, indem er als Beispiel die hypothetische Situation anführt, dass in einem unbekannten Land die Menschen zwar Laute ausstoßen könnten und bei Unterdrückung dieser „ihre Handlungen in Verwirrung“ geraten würden, aber es keine Gesetzmäßigkeiten gäbe, nach denen die Töne von sich gegeben werden. In einem solchen Fall wären die Regelmäßigkeiten also nicht reich genug, um zu ermöglicht, dass Laute Bedeutung erlangen, so wie dies in unserer Sprache geschieht. Solche sprachlichen Regeln weisen Gemeinsamkeiten mit Rechtsgeschäften auf, welche ihre Bedeutung aus einem ähnlichen Grund haben wie Äußerungen, nämlich dadurch, dass die von den Beteiligten anerkannten Konsequenzen aus bestimmten Handlungen gezogen werden. Es ist vor allem wichtig, dass es sich bei diesen Konventionen, um etwas Erlernbares handelt. Abweichungen werden zu Fehlern, die von anderen korrigiert werden und aus denen man dadurch Schlüsse ziehen kann (vgl. ebd.: 15-17).
Nun ist es allerdings für Außenstehende durchaus nicht so, als ob man einfach einen Dechiffrierungscode erstellen und so aus der Sprache eines fremden Landes Satz für Satz in eine bekannte Sprache übersetzen könnte. Hier kommt nämlich noch die so genannte Lebensform ins Spiel. Diese bettet die Sprache sozusagen ein. Sie ist ein soziales System, das wie die Sprache bestimmten Regeln folgt und Voraussetzung dafür ist, die Sprache benutzen zu können (vgl. ebd.: 21-29). In § 19 schreibt Wittgenstein beispielsweise „Und eine Sprache vorstellen heißt, sich eine Lebensform vorstellen“ und weiter in § 23 „Wieviele Arten der Sätze gibt es aber? […] Es gibt unzählige solcher Arten […] Und diese Mannigfaltigkeit ist nichts Festes, ein für allemal Gegebenes; sondern neue Typen der Sprache, neue Sprachspiele, wie wir sagen können, entstehen und andre veralten und werden vergessen. […] Das Wort ‚Sprachspiel’ soll hier hervorheben, daß das Sprechen der Sprache ein Teil ist einer Tätigkeit, oder einer Lebensform“. Die Lebensform ist also für das Verständnis von außerordentlicher Wichtigkeit: in einer Gesellschaft ohne Autoritätsverhältnisse gibt es keine Befehle, in einer Gesellschaft ohne Eigentum keine Geschenke etc. (vgl. ebd.: 32-34).
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Arbeit zitieren:
Patrick Zimmerschied, 2010, Die Bedeutungslosigkeit der Bedeutung, München, GRIN Verlag GmbH
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