Inhaltsverzeichnis
1. Sachanalyse 3
1.1 Das Mittelalter 3
1.2 Die Burg. 3
1.2.1 Burgtypen. 4
1.2.2 Funktionen der Burg. 5
1.2.3 Aufbau einer „ Ritterburg“ 5
2 Didaktische Analyse 6
2.1 Begründung der Lernaufgabe 6
2.2 Bedeutsamkeit des Unterrichtsinhaltes 7
2.3 Einbettung der Stunde in die Unterrichtseinheit 9
3. Voraussetzungen für den Unterricht 10
3.1 Äußere Lernvoraussetzungen 10
3.2 Innerer Lernvoraussetzungen. 10
4. Lernziele. 11
4.1 Richtziel 11
4.2 Grobziel. 11
4.3 Feinziele: 11
5 Methodische Überlegungen 11
5.1 Einstiegsmöglichkeiten 11
5.2 Artikulation. 12
5.3 Sozial- und Aktionsformen 14
5.4 Medien und Materialien. 14
5.5 Mögliche Schwierigkeiten. 15
5.6 Unterrichtsprinzipien 15
6 Verlaufsplanung. 17
7. Literatur 19
8. Anhang. 21
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1. Sachanalyse
1.1 Das Mittelalter
Das Mittelalter im kulturgeschichtlichen Sinne beschreibt eine geschichtliche Epoche in Europa und ist ein Teil der abendländischen Kultur. Diese geschichtliche Periode des Abendlandes fällt zwischen den Untergang des Römischen Reiches und die Wiederbelebung des klassischen Altertums (Renaissance) und erstreckte sich zeitlich von ca. 400n.Chr. bis ca.1500 n.Chr. (vgl. Grosses Universallexikon,S.1383)
In der Zeit des Mittelalters vermischten sich romanische Völker mit den germanischen Volksstämmen und bildeten somit den abendländischen Kulturkreis, trotz Bildung verschiedenster und zahlreicher Nationalstaaten. Wesentliche Merkmale der mittelalterlichen Kultur sind die Synthese der Antike und dem Christentum zu einer einheitlichen, religiösen Grundhaltung christlichen Glaubens, welcher sowohl das Privatleben der Menschen, sowie auch alle öffentlichen Belange stark prägte. In der Zeit des Mittelalters beherrschte das Lehnswesen, (Feudalismus) als gültige Rechtsform alle Schichten und Stände und regelte das Wirtschafts-, Kriegs- und Rechtswesen. Die Epoche des Mittelalters lässt sich in drei Abschnitte unterteilen:
Das Frühmittelalter (5.-10. Jahrhundert), dessen Politik vorwiegend versuchte ein abendländisches Universalreich zu schaffen (Fränkisches Reich). Im Hochmittelalter (11.Jh.- Mitte 13.Jh) rangen Kaisertum und Papsttum um die Oberherrschaft. Das Spätmittelalter (Mitte 13. Jh.- 15.Jh.) ist wiederum von nationalen Monarchien und Landesfürstentümern geprägt.
Das Gesellschaftssystem im Mittelalter war, wie schon oben erwähnt, von Ständen und Schichten geprägt. Die Stände und Schichten stellten ein geschlossenes System dar, in dem der Klerus eine wichtige Rolle bei Religion, Kultur und Politik spielte. Der Adel (Rittertum, Kreuzzüge) galt als Träger der höfischen Kultur. Das Bürgertum entstand erst ab dem 12./13.Jh. Das Bauerntum blieb während der gesamten mittelalterlichen Epoche abhängig und politisch unfrei. (vgl. Grosses Universallexikon, S. 1384)
1.2 Die Burg
Eindrucksvolle Zeitzeugen jener Kulturepoche sind ohne Zweifel die noch existierenden Burgen in Europa. Heute findet man allein im deutschsprachigen Raum noch ca. 3000 der
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ursprünglich ca. 10 000 Burgen, mehr oder minder gut erhalten. (vgl. Grosses Universallexikon, S.335)
Burgen waren befestigte Wohnsitze, die vornehmlich zwischen dem 9. und 16. Jh. gebaut wurden, als sich die Landesfürsten fast ständig untereinander in Krieg befanden. Durch das Mittelalter herrschende Feudalsystem waren die ansässigen Bauern ihrem Lehnsherrn, also dem Burgherrn unterstellt. Sie bestellten das um die Burg liegende Land in Form eines Lehens, d.h. das Land wurde ihnen geliehen und die Miete
mussten sie durch Abgabe eines Teils ihrer Ernte an den Lehnsherrn begleichen. Des weiteren waren sie zu sogenannten Frondiensten verpflichtet, was bedeutet, dass die Bauern auch ihre körperliche Arbeitskraft unentgeltlich zur Verfügung stellen mussten. Diese Frondienste wurden auch zum Bau und Erweiterungen der Burgen genutzt. Im Falle von feindlichen Übergriffen flüchteten sich die Bauern in das Burginnere. Aus diesem Grund entstanden rund um Burgen zahlreiche Ansiedlungen. (vgl. Was ist Was- Burgen, S.11) Die Entwicklung dieser befestigten Wohnsitze des Mittelalters verlief von der ursprünglichen Fliehburg (Fluchtburg, Motte) über die Ritterburg bis hin zu Schlössern. Im Folgenden möchten wir diese verschiedenen Burgformen kurz erklären: Die Fliehburg bestand zumeist nur aus einem Turm, der oft auf einem künstlichen Hügel errichtet und durch einen Wall oder Wassergraben geschützt wurde. Im Laufe der Zeit entstand dann die sogenannte Ritterburg. Kennzeichen der Ritterburgen ist ihre Erweiterung um Wohn- und Wirtschaftsgebäude, sowie vielfältige Schutzmaßnahmen zur Verteidigung der Burg und ihrer Bewohner. (vgl. Was ist Was- Burgen, S.7 ff)
Mit Einführung der Feuerwaffen im 15.Jh. wurden viele Ritterburgen durch Abrüstung der Verteidigungsanlagen zu Schlössern umgebaut oder durch zusätzliche bauliche Verteidigungsmaßnahmen zu Festungen aufgerüstet.
Innerhalb der vorliegenden Stunde als auch in der gesamten Einheit werden wir uns vorwiegend mit den sogenannten Ritterburgen beschäftigen, die sich nach ihrer landschaftlichen Lage in zwei Burgtypen unterscheiden lassen.
1.2.1 Burgtypen =>Höhenburg
Diese Burgart wurde auf Bergkuppen oder Hügeln gebaut, deren Abhänge möglichst auf allen Seiten steil abfielen und einen guten Überblick über das Land boten. Die Belagerung
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oder Einnahme einer solchen Burg sollte sich möglichst mühsam gestalten. Allerdings war auch der Bau solcher Höhenburgen sehr problematisch.
=>Wasserburg
Wasserburgen wurden häufig auf Inseln, Halbinseln, in Sumpfgelände oder an Küsten gebaut. Teilweise wurden Wasserwege künstlich umgeleitet, sodass die Burgen von breiten Wassergräben geschützt wurden. (vgl. Grosses Universallexikon, S.335 und Was ist Was-Burgen, S.8)
1.2.2 Funktionen der Burg
Burgen hatten zur damaligen Zeit neben ihrer Wohn- Verwaltungs- und Schutzfunktion auch die Aufgabe wichtige Handelswege zu sichern und zu kontrollieren.
1.2.3 Aufbau einer „ Ritterburg“
Da die mittelalterliche Burg neben ihrer Wohnfunktion auch eine Wehrfunktion zu erfüllen hatte, musste sie sich aus verschiedenen Wohn- und Wirtschaftsanlagen, sowie Wehranlagen zusammensetzen. Im 12. Jahrhundert wurde es im deutschen Sprachraum üblich, zwei voneinander getrennte Baukörper zu errichten. Man errichtete den Bergfried mit dem Burgverlies und den Palas. Beide Gebäude wurden durch die dem Gelände angepassten Befestigungsanlagen umgeben. Die beiden zentralen Bauten Bergfried und Palas wurden in der Regel durch weitere Wirtschafts- und Wohnbauten (zum Beispiel: die Kemenate) ergänzt. Meistens wurden die Gebäude geometrisch angeordnet und ergaben dadurch einen dreieckigen oder viereckigen Grundriss. Große Burganlagen bestanden zumeist aus einem Kernbereich der aus Palas, Kemenate, Bergfried, Kapelle, Wohn- und Wirtschaftsgebäuden und Burghof bestand, der durch eine Mauer und Toranlage geschützt wurde (Hauptburg). Dem Kernbereich vorgelagert war die sogenannte Vorburg, die aus weiteren Wohn- und Wirtschaftsgebäuden, Ställen Vorratskammern und Brunnen bestand. Auch die Vorburg wurde durch Mauern und Falltore vor Eindringlingen geschützt. (Brockhaus Enzyklopädie, Band 4, S.193ff.)
Im Mittelpunkt der ritterlichen Burg steht der Palas, das Herrenhaus mit Wohnräumen und dem Rittersaal. Die Burgherrin und ihr Gefolge bewohnten die Kemenate (das Frauenhaus), das beheizt war. Die Ställe befanden sich meist in Nähe der Zugbrücke, um die Burg
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schnellstmöglichst zu verlassen. Die Zugbrücke führte über den Burggraben und konnte zum Schutz des Gebäudes hochgeklappt werden. Zusätzlichen Schutz bot das Fallgitter, welches das Burgtor bei Gefahr verschloss. Oft befand sich über dem Burgtor die Pechnase, ein kleiner Erker, der wenig gefährlich anmutete. Von hier aus versuchten die Verteidiger der Burg Angreifer durch das Herabgießen von siedend heißem Pech, Öl oder anderen heißen Flüssigkeiten in die Flucht zu schlagen und das gewaltsame Öffnen des Burgtors zu verhindern. Die Wachleute patrouillierten auf den Wehrgängen rund um die Burg, die im Falle einer Belagerung immer besetzt waren.
Des weiteren beherbergten Burgen noch Gesindehäuser, Scheunen und Zwinger, in denen Hunde lebten, die darauf abgerichtet wurden Eindringlinge anzugreifen. Letzte Rückzugsmöglichkeit bei einem Überfall bot der Bergfried, der höchste Turm der Burg. Im Keller des Bergfrieds befanden sich zumeist Kerkeranlagen. Außerdem dienten die unteren Stockwerke der Lagerung von Munition und Waffen. Umgeben wurden alle Teile der Burg von der sogenannten Ringmauer, in der sich die Schießscharten befanden, von denen aus die Angreifer einigermaßen geschützt beschossen werden konnten. Die Wirtschaftsgebäude mit den Stallungen und der Brunnen dienten der Versorgung der Burgbewohner im Falle lang anhaltender Belagerungen. Bei großen Burganlagen befinden sich diese innerhalb der Vorburg. Die meisten Burgen verfügten über eine Kapelle, da der Glaube wichtiger Bestandteil im Leben der mittelalterlichen Bevölkerung war und der Klerus großen Einfluss hatte. (Vgl. Praxis Grundschule, Heft 6, 1994, S.1 1ff und Brockhaus Enzyklopädie, Band 4, S.194)
2. Didaktische Analyse
2.1 Begründung der Lernaufgabe
Grundlegendes Ziel des Stundenthemas „Die Ritterburg“ ist, das Zeitverständnis Schüler über die gegenwärtige, unmittelbare Zeit hinaus zu fördern und erste historische Vorstellungen anzubahnen sowie ein Gefühl für zeitliche Distanz und Entwicklung durch Auseinandersetzung mit der heimatlichen Vergangenheit zu schaffen. (Lehrplan Sachunterricht, S.61)
Die vorliegende Unterrichtssequenz gliedert sich in den Erfahrungsbereich „Zeit“ des Lehrplans Sachunterricht für die Grundschule (Rheinland-Pfalz) ein. Im vierten Schuljahr sieht der Lehrplan eine Auseinandersetzung mit historischen Zeugnissen des kindlichen
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Arbeit zitieren:
Florian Schwarze, 2007, "Die Ritterburg - Wir lernen die Teile der Burg kennen" als Thema einer Unterrichtsstunde für die 4. Klassenstufe, München, GRIN Verlag GmbH
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