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Geschwisterbeziehungen

Der Einfluss des elterlichen Erziehungsverhaltens auf die Beziehung der Kinder untereinander

Title: Geschwisterbeziehungen

Research Paper (postgraduate) , 2006 , 32 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: MA Jasmin Rödig (Author)

Pedagogy - Family Education
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Summary Excerpt Details

Von allen Beziehungen, die wir in unserem Leben eingehen, ist die Geschwisterbeziehung meist die längste und gleichzeitig die widersprüchlichste. Unsere Eltern verlangen, dass wir den kleinen Bruder lieben, obwohl er doch die Aufmerksamkeit zu bekommen scheint, die vor seiner Existenz noch uns gehörte. Die große Schwester sollen wir uns als Vorbild nehmen, obwohl sie erst kürzlich unserem Teddy den Kopf abgerissen hat. Im Grunde wollen wir unsere Geschwister meist weder lieben noch akzeptieren, es sei denn, man kann sich gegen den noch größeren Feind, die Eltern, verbünden. Aber selbst dieser Bund ist oft nicht von großer Dauer und zerbricht sobald man sein Ziel erreicht hat.
Unsere Geschwister sind die ersten Rivalen, die wir kennen lernen. Sie spornen uns im Kampf um die Anerkennung unserer Eltern zu Höchstleistungen an. Wir betrachten sie oft als Feinde, gleichzeitig sind wir mit ihnen auf Lebzeiten durch die gemeinsame Familie verbunden.
Welche Faktoren darüber entscheiden, ob wir unsere Geschwister lieben oder hassen, welche Umstände uns auf ewig zusammenschweißen und welche uns nach der Trennung vom elterlichen Heim zu bloßen Bekannten werden lassen, diesen Fragen gehen seit geraumer Zeit Psychologen, Soziologen und Genforscher auf den Grund.
Ist es die Geburtenreihenfolge, die unsere Persönlichkeiten formt und uns zu ebenbürtigen Verbündeten macht? Oder sind es allein die Gene, die uns bei großer Ähnlichkeit, wie etwa bei Zwillingen, emotional verbinden?
Einige Psychologen gehen davon aus, dass die Geschwisterbeziehung in hohem Maße von der elterliche Erziehung abhängt und davon, wie Eltern mit Neid, Eifersucht und Konkurrenz ihrer Sprösslinge umgehen (Wegner, 2001).
Ziel dieser Arbeit ist es, die Geschwisterbeziehung in Hinblick auf elterliche Einflussfaktoren zu untersuchen. Dazu wird im Theorieteil zunächst auf einzelne Aspekte der aktuellen Geschwisterforschung eingegangen. Besonderes Augenmerk wird dabei auf die einzelnen Geschwisterbeziehungen sowie auf verschiedene Studien, die ihr Zustandekommen erklären sollen, gelegt.
Im Weiteren wird der Forschungsablauf, der dieser Arbeit zugrunde liegt und die daraus gewonnen Ergebnisse, beschrieben.
Schließlich werden im Diskussionsteil die erlangten Erkenntnisse erörtert und mögliche Ursachen für ihr Zustandekommen gesucht.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

I. Einleitung

II. Theorie

1. 5 Geschwisterbeziehungen

2. Das Zustandekommen der Geschwisterbeziehung

2.1 Genetische Komponente

2.2 Geburtenreihenfolge

2.3 Eltern als Konfliktauslöser

3. Forschungsfrage

III. Methode

1. Design und Untersuchungsablauf

2. Stichprobe

3. Instrumente der Materialgewinnung

3.1 Fragebögen

3.2 Interview

4. Aufbereitung und Auswertung des Materials

4.1 Fallzusammenfassung - wichtige Eckpunkte

4.2 Fallstrukturierung

4.2.1 Persönlichkeiten – Geschwisterbeurteilung und Selbsteinschätzung

4.2.2 Erziehung

4.2.3 Besondere Veränderungen

IV. Ergebnisse

1. Das theoretische Konstrukt

2. Datenanalyse

2.1 Genetische Komponente

2.2 Geburtenreihenfolge

2.3 Weitere Komponenten

2.4 Elterliche Erziehung

3. Einordnung des Einzelfalls

V. Diskussion

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht den Einfluss des elterlichen Erziehungsverhaltens auf die Qualität der Beziehung zwischen Geschwistern. Die zentrale Forschungsfrage lautet, inwieweit elterliche Erziehungsmethoden die Bindung und das Miteinander von Geschwistern nachhaltig prägen können.

  • Psychologische Typologie von Geschwisterbeziehungen nach Gold und Cicirelli
  • Einflussfaktoren wie Genetik, Geburtenreihenfolge und elterliches Erziehungsverhalten
  • Empirische Untersuchung mittels Fragebögen und leitfadengestützten Interviews
  • Analyse eines Einzelfalls zur Illustration der theoretischen Konzepte

Auszug aus dem Buch

2. Das Zustandekommen der Geschwisterbeziehung

Über das Zustandekommen der unterschiedlichen geschwisterlichen Beziehung berichten andere Studien, wie z.B. diejenige von Neyer (2002).

Neyer wollte die genetische Komponente von Beziehungen untersuchen und verglich hierzu eineiige und zweieiige Zwillingspaare miteinander. Er kam zu dem Ergebnis, dass eineiige Geschwisterpaare eine intensivere und engere Beziehung zueinander hatten, als ihre zweieiigen Mitprobanden und folgerte daraus, dass ein Verhältnis umso inniger sei, je näher sich die Menschen genetisch stünden (Neyer & Lang, 2004).

Zu demselben Ergebnis kamen 1992 bereits White und Riedman, die in ihrer Studie zeigten, dass Stief- und Halbgeschwister eine weniger intensive Beziehung zueinander hatten als leibliche Geschwister (Neyer & Lang, 2004).

Allgemein werden Verwandtschaftsbeziehungen „als Quelle emotionaler und sozialer Unterstützung genutzt“ (Neyer & Lang, 2004, S. 117), während Nichtverwandte wie Freunde oder Kollegen ihre Beziehung stärker auf wechselseitiger Kooperation aufbauen. Bei einem Ungleichgewicht zwischen Geben und Nehmen werden Beziehungen zu Verwandten eher aufrecht erhalten als die zu Nichtverwandten (Neyer & Lang, 2004). Aber liegt dieser Umstand tatsächlich an den Genen?

Beide Studien sowohl die von Neyer als auch die von White und Riedman kommen zu dem Ergebnis, dass zwischen dem Grad der genetischen Verwandtschaft zweier Personen und der Qualität ihrer Beziehung ein direkter Zusammenhang besteht.

Doch warum gibt es auch unter Geschwistern, die zu einer Wahrscheinlichkeit von 50% genetisch miteinander verwandt sind, bei eineiigen Zwillingen sogar mit einer Wahrscheinlichkeit von 100% (Broadstone, 2004) Ausreißer, die einander teilnahmslos oder gar feindselig gegenüberstehen?

Zusammenfassung der Kapitel

I. Einleitung: Einführung in das Thema der Geschwisterbeziehungen als widersprüchliche Verbindung und Hinführung zur Fragestellung.

II. Theorie: Überblick über die psychologischen Grundlagen, insbesondere Typologien von Geschwisterbeziehungen und Einflussfaktoren wie Genetik und Erziehung.

III. Methode: Erläuterung des Forschungsdesigns, der Stichprobenauswahl sowie der verwendeten Instrumente (Fragebögen und Interviews) zur Datenerhebung.

IV. Ergebnisse: Darstellung und Auswertung der erhobenen Daten, inklusive einer Einzelfallanalyse und Überprüfung der aufgestellten Hypothesen.

V. Diskussion: Kritische Reflexion der Ergebnisse und Einordnung der Bedeutung des elterlichen Erziehungsverhaltens im Kontext weiterer Einflussfaktoren.

Schlüsselwörter

Geschwisterbeziehung, Erziehungsverhalten, Geschwisterrivalität, Psychologie, Genetik, Geburtenreihenfolge, Familienkonstellationen, Fragebogen, Interview, Einzelfallanalyse, Elternhaus, Bindungsqualität, Erziehungsstil, Sozialpsychologie, Geschwisterbindung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die Faktoren, welche die Beziehungsqualität zwischen Geschwistern beeinflussen, mit einem spezifischen Fokus auf das elterliche Erziehungsverhalten.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Felder umfassen die psychologische Typologisierung von Geschwisterbeziehungen sowie den Einfluss von Genetik, Geburtenfolge und elterlichen Einflüssen.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Ziel ist es zu klären, inwieweit das elterliche Erziehungsverhalten die Dynamik und Qualität der Beziehung zwischen den Geschwistern bestimmt.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin kombiniert ein quantitatives Design (Fragebögen) mit einer qualitativen Einzelfallanalyse (leitfadengestützte Interviews), um ein ganzheitliches Bild zu gewinnen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil deckt die theoretische Fundierung, die methodische Vorgehensweise, die Analyse der erhobenen Daten sowie die Einordnung der Ergebnisse in den theoretischen Kontext ab.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wesentliche Begriffe sind unter anderem Geschwisterrivalität, Erziehungsstil, Bindungsqualität, Familienkonstellationen und Sozialpsychologie.

Warum spielt die genetische Komponente laut der Arbeit nur eine untergeordnete Rolle?

Obwohl genetische Verwandtschaft einen Einfluss auf die Beziehungsqualität nahelegt, zeigen die Ergebnisse, dass diese nicht allein für die Ausprägung der Beziehung verantwortlich gemacht werden kann.

Welche Rolle spielt die Einzelfallanalyse für die Gesamtschlussfolgerung?

Die Einzelfallanalyse verdeutlicht, dass individuelle erzieherische Faktoren und eine bewusste Förderung durch die Eltern das Potenzial haben, die Geschwisterbeziehung positiv zu formen, selbst wenn äußere Umstände existieren.

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Details

Title
Geschwisterbeziehungen
Subtitle
Der Einfluss des elterlichen Erziehungsverhaltens auf die Beziehung der Kinder untereinander
College
LMU Munich
Course
qualitative Forschungsmethoden
Grade
2,0
Author
MA Jasmin Rödig (Author)
Publication Year
2006
Pages
32
Catalog Number
V149222
ISBN (eBook)
9783640601059
ISBN (Book)
9783640601219
Language
German
Tags
Geschwisterbeziehungen Einfluss Erziehungsverhaltens Beziehung Kinder
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
MA Jasmin Rödig (Author), 2006, Geschwisterbeziehungen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/149222
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