Psychologische Arbeit - Ein Fachbuch der Partikulogie-Reihe, Band 10
Mimik und Gestik bei kreativen Menschen
Inhalt :
1. Mimik und Gestik als Dimensionen zur Messung der Kreativität von
Pers önlichkeitstypen sozialer Ausrichtung
1.1. „Kreativität“ als Idee für das Positive, das mit Mimik und Gestik ausgedrückt
werden will Seite 4
1.2. „Schönheit“ als Idee für das Positive, das mit Mimik und Gestik ausgedrückt
werden will Seite 8
1.3. Mimik und Gestik in der klinischen Psychotherapieforschung von Beginn der 90er
bis heute Seite 18
2. Messung von sozialen „Typen“ mittels PKS (Persönlichkeitsskalen)
2.1. Die verschiedenen sozialen Ausrichtungen von testbaren
Pers önlichkeitskonstellationen (/-typen) Seite 22
2.2. Antwort-Tendenzen der verschiedenen Persönlichkeits-Typen anhand der PKS
(Persönlichkeitsskalen) Seite 23
3. Fragestellung, wie sehr die soziale Ausrichtung eines 40-60 jährigen Menschen
mit der Mimik und Gestik dieses Menschen übereinstimmt.
3.1. Bereitstellung von Beobachtung und Befragung Seite 28
3.2. Angestrebte Untersuchung Seite 28
4. Vorauswahl der Untersuchungsinstrumente
4.1. Planung der Untersuchung und Screening Seite 29
2
4.2. Mimisch-gestischer Beobachtungsfragebogen Seite 30
5. Die Ergebnisse des Screenings und Ausblick auf die Untersuchung Seite 31
6. Literaturverzeichnis Seite 34
7. Abbildungsverzeichnis Seite 36
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1. Mimik und Gestik als Dimensionen zur Messung der Kreativität von Menschen
mit unterschiedlich sozialer Persönlichkeitsausrichtung
Mimik und Gestik sind Darstellungsformen, denen kreative Prozesse des sich darstellenden Indiviuums zugrunde liegen. Unter „kreativer Prozess“ ist deshalb hier der Vorgang der Darstellung der eigenen Persönlichkeit auf ganz eigene Weise zu verstehen.
1.1. „Kreativität“ als Idee für das Positive, das mit Mimik und Gestik ausgedrückt werden will
Csikszentmihalyi (1996) schreibt über „kreative“ Menschen:
They [creative people] show tendencies of thought and action that in most people are segregated. They contain contradictory extremes; instead of being an “individual,” each of them is a “multitude.
(1996)
Jochen Mai (2008) faßt die Charakterisierung Csikszentmihalyis wie folgt zusammen:
In 8 von 10 Charakteristika zeichnet sich der kreative Mensch als von einem Pol zum anderen reichend ab. In den Charakteristika 9 und 10 heißt es:
„9. Kreative Menschen… sind oft leidenschaftlich bei der Sache. Sie bewerten ihr Tun aber auch objektiv. Ohne Leidenschaft, verlieren wir irgendwann die Lust an der Sache und geben auf. Erst recht, wenn sich der Erfolg nicht sofort einstellt. Deshalb brauchen Innovatoren Leidenschaft. Blinde Leidenschaft kann allerdings ruinös oder gar zerstörerisch wirken. Deshalb brauchen sie ab und an auch einen selbstkritischen Blick. 10. Kreative Menschen… sind offen und sensibel. Das lässt sie aber auch darunter
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leiden. Denken Sie an großartige Schriftsteller: Die meisten leiden regelrecht körperlich, wenn sie schlechte Texte lesen. Gleichzeitig nehmen sie jede Nuance, jede feine Botschaft - auch die zwischen den Zeilen - in sich auf. Kreative sind aufgeschlossen und neugierig, sie hungern nach neuen Erfahrungen und Impulsen. Das bedeutet aber auch, dass Sie dabei manchmal mehr Dinge erleben, als ihnen lieb ist.“
Mai (2008)
Wir interessieren uns dafür, ob deshalb diese Eigenschaften „leidenschaftlich, sensibel, offen“ mit dem Typus einer humanistisch-idealistischen Persönlichkeit entsprechen könnte. Wenn ja, dann neigen wir zu der Annahme, dass diese humanistisch-idealisitischen Menschen, die als „kreativ“ hingestellt werden, auch mimisch-gestisch kreativer als andere Menschen sind.
Das soll in vorliegender Arbeit unsere Forschungsfrage werden.
Nach Klaus Marwitz (Online-Artikel: Kreative Kommunikation. Wie man in der Lernenden Organisation miteinander umgeht) gibt es auf der interpersonalen, bewußt erreichbaren, Ebene der Kommunikation (im Gegenstück die unbewußt erreichbare Kommunikation) die verbale und nonverbale Kommunikation. In seinem Artikel schreibt er nachdem er sich auf Watzlawik (Anleitung zum Unglücklichsein) bezogen hat, über diese Ebene der Kommunikation:
„Die nonverbale Kommunikation hat zwei Aufgaben: sie unterstreicht das Sprechen mimisch (Gesicht) und gestisch (»Hände und Füße«) im Normalfall eines Gesprächs. Im Konfliktfall pointiert und verstärkt die nonverbale Kommunikation das Gesagte mit dem Ziel, dem Gesprächsgegener zu meiner Meinung zu verhelfen. Sie wird abgestuft eingesetzt und beginnt mit Nuancierungen der Stimme (hoch, tief, schnell, langsam, Pausen), geht über Gesichtsbewegungen (Mund, Wangen, Augen) und Kopfbewegungen über zur Gestik (zunächst Finger, Hände, dann Arme) bis hin zur Ganzkörperbewegung, und ist durchaus als archaische Vorstufe eines körperlichen Angriffs zu bewerten.
Dies ist ein ganz natürliches Repertoire, das je nach Temperament und Nationalität stark variiert. Es gibt weitere Varianten, die als »Körpersprache« durch die unterhaltende Managementliteratur geistern. Es handelt sich um eine »vereinbarte
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Sprache«, das bedeutet, daß nur derjenige die Körperbewegungen und -stellungen »richtig« deuten kann, der genau diese Erklärungen kennt, ein unerschöpfliches Thema für die aufklärende Illustriertenlandschaft. Eigentlich handelt es sich um eine Bühnensprache, die auch weiterwegsitzenden Zuschauern den Sinn des Gesagten nonverbal mimisch-gestisch das vor Augen führen sollte, was vielleicht das Ohr nicht erreichen kann. Diese Sprache ist von Pantomimen, wie Samy Molcho zur Kunstform erhoben worden. Sie hat aber im Alltag keine Bedeutung, auch wenn das immer wieder behauptet wird; wenn Nichtkünstler sie verwenden, wirkt es aufgesetzt und führt meistens dazu, daß die Kommunikationspartner sich veralbert fühlen. Die nonverbale Kommunikation hat nicht nur dann ihren Sinn, wenn die Partner »anwesend« sind. Sie wirkt auch, wenn die Partner nicht gleichzeitig anwesend sind. Man spricht dann von der sogenannten emotionalen Kopplung. Dies ist die Form der Kommunikation auf der dritten Ebene. Jeder weiß, daß es diese Kopplung gibt - man denke nur an das Charisma einer »guten« Lehrerin oder eines »guten« Lehrers; das Zugehörigkeitsgefühl hielt auch in den Ferien an. Von einer solchen Person nahm man Strafen oder Strenge anders an als von den andern; die Worte Gerechtigkeit, Engagement, Vertrauen spielen dabei eine Rolle — dennoch konnte erst in jüngster Zeit nachgewiesen werden, wie wichtig sie ist. Für die menschlichste Form der Kommunikation, die kreative Kommunikation ist sie die wichtigste.“
Der Mensch kann sich also mit kreativer Kommunikation vorteilhaft darstellen.
Wenn ein Mensch sich darstellen möchte, so möchte er in 90 % aller Fälle, dass man ihn hernach positiver bewertet als zuvor. Diese positive Bewertung ist somit Motivator für die kreative Darstellung.
Unbedingte Voraussetzung, dass sich ein Mensch positiv präsentieren und darstellen kann, ist das Vorhandensein einer Idee, was „positiv“ ist. Da Mimik und Gestik sichtbare Darstellungsformen sind, nicht hörbare wie die Sprache oder die gesungene Melodie, liegt der Idee des Positiven eine Idee von Schönheit zugrunde.
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Arbeit zitieren:
David Leitha, 2010, Mimik und Gestik bei kreativen Menschen, München, GRIN Verlag GmbH
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