Tilly und Wallenstein
Gliederung
I. Einleitung Seite 3
II. Vom Elternhaus bis zum Beginn der militärischen Laufbahn
1. Herkunft und Elternhaus Seite 3
2. Erziehung und Ausbildung Seite 4
3. Körperliche Verfassung Seite 4
4. Glaubensrichtung Seite 4
5. Familienstand Seite 4
III. Vom einfachen Soldat zum General
1. Entscheidung zum Soldatenberuf Seite 5
2. Persönliche Bindung an den Kriegsherrn Seite 5
3. Vom Pikenier zum General Seite 6
IV. Tilly und Wallenstein als Generale Seite 7
1. Kriegswesen und Politik Seite 7
2. Das Verständnis beider Feldherrn von Kriegführung Seite 7
3. Der Schlachterfolg beider Generale in der Bilanz Seite 7
V. Schlussbetrachtung
1. Das Ende Seite 8
2. Der Nachruf Seite 8
Literaturverzeichnis Seite 9
2
I. Einleitung
Aus der Vielzahl der bedeutenden Generale aller Kriegsparteien des 30jährigen Kriegs ragen die Namen Tilly und Wallenstein zunächst durch ihren hohen Bekanntheitsgrad hervor. Auf den ersten Blick scheint ein Vergleich ihres Aufstiegs zum Heerführer, ihrer Persönlichkeit sowie ihrer Lebensläufe nur Gegensätzliches hervorbringen zu können. Bei näherer Betrachtung verblüfft die Fülle von Parallelen in beiden Biographien und Lebensumständen; aber er gibt selbstverständlich auch Unterschiedliches in reicher Fülle zu berichten. Beiden gemeinsam ist zunächst, neben der gemeinsamen Seite, für die sie kämpften, der kaiserlich-katholischen, dass ihr in der deutschen Geschichtsschreibung gezeichnetes Bild eher negative Züge aufweist. Vor allem in populären Geschichtsschreibungen erhalten sie ein miserables Image, ihr Ruf als Soldat wird demoliert oder kommt erst gar nicht zustande. Schillers Wallenstein-Trilogie und seine sehr einseitige Geschichte des 30jährigen Krieges mag das Ihre dazu beigetragen haben. Während allerdings oftmals Tilly als der fanatische und grausame militärische Führer gesehen wird, der Würger von Magdeburg, der „zu Recht“ glücklose Verlierer - nicht so in spezifisch bayerischen Darstellungen 1 - ist Wallenstein der Verräter an Kaiser und Reich, der charakterlose Kriegsgewinnler, der geldgierige Kriegsunternehmer und „Unsoldat“ 2 . Ferner ist ihnen gemeinsam der gewaltsame Tod, etwa in der Mitte des langen Krieges. Tilly stirbt an den Folgen einer schweren Verletzung auf dem Schlachtfeld. Wallenstein dagegen wird von gedungenen und später hochbelohnten Tätern der eigenen Kriegspartei getötet. Ein Denkmal und eine Beisetzung haben beide erhalten; während Tillys Denkmal jedoch an vielbesuchter Stelle, in der Münchener Feldherrnhalle, steht und seine sterblichen Überreste in einer Kapelle zu Altötting ruhen, steht Wallensteins Denkmal fast versteckt in der Ehrenhalle des Wiener Arsenals, des Kriegsmuseums, und seine Gebeine ruhen, eher unbekannt, in der St. Annen-Kapelle des Schlosses Münchengrätz an der Iser.
II. Vom Elternhaus bis zum Beginn der militärischen Laufbahnen
1. Herkunft und Elternhaus
Die historischen Aufzeichnungen über die Kindheit und Jugend von Tilly und Wallenstein sind spärlich und einiges bleibt im Verborgenen. Johann Tserklaes Tilly wurde im Februar 1559 vermutlich auf Schloß Tilly in Braband geboren (Belgien); der genaue Tag seiner Geburt ist nicht feststellbar. Die Angaben über den Geburtsort schwanken zwischen dem heutigen Ort Tilly - das Schloß ist inzwischen spurlos verschwunden - und dem ca. 50 km entfernt gelegenen Brüssel; als wahrscheinlicher gilt Schloß Tilly/Brabant. Albrecht Wenzel Eusebius Wallenstein, in der älteren Literatur häufig auch Waldstein genannt, wurde am 14. September 1583 auf Gut Hermanic, in dem gleichnamigen Dorf geboren; im Nordosten Böhmens. Beide späteren Generale stammen aus niedrigem Adel. Die Frage nach der Nationalität stellt sich in dieser Zeit noch nicht; wir befinden uns in Raum und Zeit des sogenannten 1. Reiches, des supranationalen Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation 3 . Die Frage nach der Sprache der Eltern lässt sich beantworten. Tillys Eltern sprachen wallonisch, Wallensteins Vater vorzugsweise deutsch, seine Mutter besser tschechisch als deutsch. Tillys Vater war in Folge der politischen Wirren, welche damals in seiner Heimat herrschten, fast völlig verarmt. Wallensteins Eltern waren sehr
1 Besonders lesenswert sind Junkelmanns Ausführungen zur Schuldfrage Tillys am Untergang von Magdeburg, S. 383ff.
2 Barudio; Er gibt sich größte Mühe, alles zu Ungunsten Wallensteins auszulegen und gerät dadurch in starken Gegensatz zu Mann und Diwald.
3 Diwald, S. 546, Der Autor hält die Frage, ob Wallensteins Eltern Deutsche oder Tschechen waren für akademisch.
wohlhabend, in früher Jugend verlor er jedoch durch Krankheit binnen zweier Jahre beide Elternteile und schon mit 12 Jahren Vollwaise.
2. Erziehung und Ausbildung
Die schulische Ausbildung Tillys fand an katholischen Bildungsstätten in Lüttich und Köln statt. Wallensteins entsprechende Ausbildung erfolgte zunächst häuslich unter Aufsicht eines Onkels und später an einer protestantischen Lateinschule. Es schloss sich für Wallenstein, entsprechend seinen geistigen Regungen und seinen finanziellen Mitteln, eine akademische Ausbildung an. Der 16jährige wurde an der protestantischen Universität Altdorf bei Nürnberg immatrikuliert. Die akademische Freiheit scheint ihm in diesen jungen Jahren nicht gut bekommen zu sein. Schon nach einem halben Jahr wurde ihm wegen Raufereien und feuchtfröhlichen Streichen nahegelegt, in Altdorf das Feld zu räumen. Es folgte eine 2jährige Bildungsreise, einschließlich Studium an den Universitäten Padua und Bologna. Soweit bekannt, befasste er sich insbesondere mit der italienischen Sprache, Kunst und Architektur sowie dem Militärwesen. Vergleichbares wurde Tilly in seinen Jugendjahren nicht geboten. Die materiellen Umstände im Hause seines Vaters ließen Studium oder gar eine Bildungsreise nicht zu.
3. Körperliche Verfassung
Tilly war mittelgroß und drahtig, stets kerngesund. Er wurde 7 mal verwundet. 6 mal hat er die Verwundung problemlos überwunden. Die 7. Verwundung bei Rain/Lech, hat dem inzwischen über 70jährigen, am 30.4.1632, den Tod gebracht. Wallenstein dagegen war groß und hager. Er wurde nur einmal verwundet. Als junger Soldat erhielt er, während der Belagerung von Kaschau in Südosten des Reiches, einen Durchschuss durch die Hand. Hinzu kam die sogenannte ungarische Krankheit; vielleicht war es Fleckfieber oder ein Pestanfall. Er hat sich Zeit seines Lebens nie so recht davon erholt. Häufige Krankheiten, mit erzwungener Bettlägerigkeit und später schwere Gichtanfälle, waren seine ständigen Begleiter. Als in der Nacht vom 24. auf den 25. Februar 1634 das Todesurteil oder der Befehl - je nach Auffassungan ihm vollstreckt wurde, hat man einen Schwerkranken getötet 4 .
4. Glaubensrichtung
Tilly war von Kindesbeinen an bis zum Tod streng katholisch. Die Verteidigung des alten Glaubens war ihm, man kann es nicht anders formulieren, eine Herzensangelegenheit. Georg Gilardone, betitelt seine Biographie: „Tilly, der Heilige im Harnisch“. Wallenstein kam in hussitischer Umgebung zu Welt und wurde als Kind und Jugendlicher in diesem Sinne strenggläubig erzogen. Seine Konversion zum Katholizismus vollzog er als junger Mann. Wie viele seiner Handlungen unterliegt auch sein Konfessionswechsel sehr unterschiedlichen Deutungen. Der nicht mit Gewissheit feststellbare Zeitpunkt und die naturgemäß nur ahnbare Motivation hierzu, erlaubt eine große Bandbreite von Interpretationsmustern. Sicher war sein Katholischsein nicht von Tillys strenger Qualität, aber sicher mehr als nur eine Frage der Opportunität. Manches spricht dafür, dass Wallenstein während seiner Studienjahre in Italien am Katholizismus Gefallen gefunden hat; ein sehr persönlicher Vergleich der Konfession seiner Kindheit, mit ihrer örtlichen Begrenztheit und religiösen Strenge und der eher weltweiten religiösen Gelassenheit in Padua und Bologna, fiel wahrscheinlich zu Gunsten der letzteren aus.
5. Familienstand
In der Auffassung von Ehe und Familie unterscheiden sich beide Generale grundlegend. Tilly zog, aufgrund seiner asketisch streng religiösen Einstellung, ein Leben in Ehelosigkeit vor; man kann schlicht behaupten, er verstand sich als Mönch im Gewand des Soldaten. Alle Bemühungen seiner Gegner, irgendwelche dem widersprechende Verhaltensweisen Tillys zu 4 Mann, S. 1180 und Diwald S. 527.
Arbeit zitieren:
Harry Horstmann, 2010, Tilly und Wallenstein – ein Vergleich zweier Heerführer, München, GRIN Verlag GmbH
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