Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung 3
1.1 Problemstellung 3
1.2 Aufbau der Arbeit 4
2 Theoretische Grundlagen 4
2.1 Die Zahlungsbilanz 4
2.1.1 Die Hauptkonten 5
2.1.2 Der Ausgleich und die Determinanten der Zahlungsbilanz 6
2.2 Der Wechselkurs 7
2.2.1 Wechselkurssysteme 8
2.2.2 Vor- und Nachteile von fixen Wechselkursen 10
2.2.3.1 Vorteil flexibler Wechselkurse 10
2.2.3.2 Vorteile von fixen Wechselkursen 11
2.3 „The Incompatible Trinity“ von Mundell 11
3 Wechselkurspolitik in der VR China 11
3.1 Entwicklung der WK Politik 11
3.2 Ziele der WK Politik 13
3.3 Gründe für die Festkurspolitik 14
3.4 Makroökonomische Auswirkungen 16
3.5 Negative Auswirkung 17
4 Fazit 20
2
1 Einleitung 1.1 Problemstellung
Spätestens nach der Übernahme der Computersparte von IBM durch Lenovo, der derzeitig der viertgrößte Personal-Computerhersteller 1 ist oder dem größten Börsengang seit dem Jahr 2000 durch die Bank of China 2 , sollte jedem bewusst sein, dass im Rücken der westlichen Welt ein wirtschaftlicher Riese zur zweit größten Wirtschaftsmacht der Welt 3 emporgestiegen ist. Während die westlichen Staaten noch mit den Folgen der Finanz und Wirtschaftskrise kämpfen kann die VR China schon wieder ein beachtliches Wirtschaftswachstum aufweisen. 4 Ein Großteil der Bevölkerung denkt noch immer, dass aus China nur billig produzierte Massenware mit schlechter Qualität kommt. Aber während die Deutsche Bahn im Winterchaos versinkt verbindet der schnellste Linienzug der Welt zwei Chinesische Städte auf einer Entfernung von 1000km innerhalb von 3 Stunden pünktlich auf die Minute. Doch mit dem Aufstieg Chinas schwindet auch die Dominanz der amerikanischen, europäischen und japanischen Unternehmen. Längst haben die Vereinigten Staaten von Amerika erkannt welche Gefahr für ihre Wirtschaft und Währung von der VR China ausgeht. Die neuesten Daten beziffern die Devisenreserven der VR auf über 2200 Mrd. US-Dollar 5 , was ca. 30% der weltweiten Devisenreserven entspricht. Auch das Handelsdefizit wächst seit der Jahrtausendwende unaufhaltsam auf derzeit 295 Mrd. US-Dollar im Jahr 2008 6 . Seit einigen Jahren drängen die Industrienationen, allen voran die USA und die EU auf eine Aufwertung der chinesischen Währung mit der Begründung, dass China den Wechselkurs künstlich niedrig halte und somit ihre eigene Exportwirtschaft subventioniere und das Ungleichgewicht im Welthandel verstärke. In dieser Arbeit soll untersucht werden, welche Ziele China mit ihrer Wechselkurspolitik verfolgt und welche Auswirkungen dies auf die Weltwirtschaft und die makroökonomischen Binnendaten der VR China hat. Es wird analysiert, wie sich diese Festkurspolitik positiv sowie auch negativ auf das Reich der Mitte auswirkt und welche Risiken und Gefahren sich ergeben können. Letztendlich stellt sich auch die Frage, ob überhaupt der Wechselkurs unterbewertet ist und ob es berechtigte Hinweise dafür gibt.
1 Wirtschaftswoche
2 ebenda
3 ebenda
4 NBSC 2009
5 PBC 2009
6 ebenda
3
1.2 Aufbau der Arbeit
Das zweite Kapitel beschäftigt sich mit theoretischen Grundlagen zum Verständnis der Arbeit. Es werden wesentliche Erkenntnisse über die Zusammensetzung sowie die Determinanten der Zahlungsbilanz, Ausprägungen von Wechselkurssystem, deren Funktionsmechanismen und die durch das jeweilige System entstehenden positiven und negativen Effekte erläutert. Das dritte Kapitel widmet sich der Wechselkurspolitik der Volksrepublik (VR) Chinas. Im ersten Abschnitt dieses Kapitels findet eine kurze Zusammenfassung der historischen Wechselkurspolitikentwicklung der VR in den letzten 60 Jahren statt. Im Abschnitt 3.2 sollen die Ziele der Wechselkurspolitik dargestellt und erläutert werden. Im darauffolgenden Abschnitt werden die Gründe für die von der VR gewählte Politik genannt. Der Punkt 3.4 erläutert die Auswirkungen des Festkurses auf die makroökonomischen Gegebenheiten in China untersucht und anhand von Diagrammen ausgewertet. In 3.5 werden neben den unter 3.4 bereits genannten Auswirkungen weitere negative Effekte im Zusammenhang mit Festkurs, Unterbewertung und Aufwertungsdruck analysiert. In der Zusammenfassung unter Punkt 4 werden die Erkenntnisse der Analyse des Systems, die in dieser Arbeit gewonnen wurden zusammengefasst.
2 Theoretische Grundlagen 2.1 Die Zahlungsbilanz
Als Zahlungsbilanz bezeichnet man die Aufzeichnungen aller ökonomischen Transaktionen in einem bestimmten Zeitraum zwischen Inländern und Ausländern. Die Gliederung der Zahlungsbilanz (balance of payments) kann von Land zu Land abweichen. Es wird die international übliche Dreiteilung mit den Unterkonten Leistungsbilanz (Current account), Kapitalbilanz (capital account) und Devisenbilanz (foreign exchange account) dargestellt. 7
7 Vgl. Woll 2007, S. 609
4
2.1.1 Die Hauptkonten Die Leistungsbilanz
Die Leistungsbilanz besteht aus den Teilkonten Handelsbilanz, Dienstleistungsbilanz und Übertragungsbilanz . In der Handelsbilanz werden die Warenexporte mit den Warenimporten verrechnet. In einer vereinfachten Darstellung aus Sicht der BRD ist Beispielsweise eine ex-portierte Mercedes E-Klasse für 45.000 € nach China mit einem importierten Brilliance BS6 im Wert von 25.000 € zu verrechnen. Dies ergibt einen Handelsbilanzüberschuss und gleichzeitig auch Devisenzufluss im Wert von 20.000 €. In der Dienstleistungsbilanz werden Dienstleistungsexporte mit Dienstleistungsimporten verrechnet. Beispiel: Ein Chinese versichert seinen Hausrat bei einer deutschen Versicherung für 1000 € pro Jahr und ein Deutscher bucht eine Flugreise bei Air China für 1300 €. Dies ergibt einen negativen Saldo in der Dienstleistungsbilanz und einen Devisenabfluss im Wert von 300 €. In der Übertragungsbilanz werden alle Zahlungen, die ohne ökonomische Gegenleistungen in Bezug auf das Aus-land erbracht werden erfasst. Darunter versteht man beispielsweise Lieferungen an Entwicklungsländer oder Beiträge für internationale Organisationen wie der UNO 8 . 9 Die Kapitalbilanz
Die Kapitalbilanz erfasst alle Finanztransaktionen eines Landes. Sie besteht aus den Teilbilanzen Direktinvestitionen, Wertpapiere, Kreditverkehr und sonstige Anlagen. Der Bau eines Stahlwerks der Thyssen Krupp AG in Brasilien wird beispielsweise als Kapitalabfluss in der Direktinvestitionsbilanz erfasst. In der Wertpapierbilanz werden der Erwerb (Verkauf) von ausländischen Wertpapieren, wie beispielsweise Aktien oder Zertifikate durch Inländer mit dem Erwerb (Verkauf) inländischer Wertpapiere durch Ausländer verrechnet. Die im Rahmen von Waren- und Dienstleistungstransaktionen eingeräumten Handelskredite sowie Kredite an ausländische Unternehmen und Staaten werden in der Kreditbilanz erfasst. 10 Die Devisenübertragungsbilanz
Sie erfasst alle Transaktionen, die zur Veränderung der Devisenbestände der Zentralbank führen. 11
8 UNO: United Nation Organisation zu Deutsch: Vereinte Nationen(VN)
9 Vgl. Woll 2007 S. 610 ff
10 Vgl. Dieckheuer 2001, S. 4
11 ebenda
5
2.1.2 Der Ausgleich und die Determinanten der Zahlungsbilanz
Bei der Ermittlung der Zahlungsbilanz wird das Prinzip der doppelten Buchführung verwendet. Für die Zahlungsbilanz kann folgende Gleichung ermittelt werden. ∆WR = LB + KB
Aus dieser Gleichung ergibt sich die Veränderung der Währungsreserven (∆WR) aus der Summe von Leistungsbilanz (LB) und Kapitalbilanz (KB). 12 Wie bereits oben erwähnt, führt ein Import von Waren, Dienstleistungen oder Kapital zu einem Defizitposten in der jeweiligen Teilbilanz und ein Export zu einem Überschuss der Teilbilanzen. Wenn alle Teilbilanzen in der Summe negativ sind spricht man von einem Zahlungsbilanzdefizit, was einem Devisenabfluss entspricht. Das heißt, dass die Inländer mehr Zahlungen an Ausländer leisten als umgekehrt. Die Inländer bezahlen die importierten Güter mit ausländischen Währungen des jeweiligen Exportlandes. Es gibt jedoch bestimmte Güter wie Flugzeuge oder Öl, die in der Regel immer in Dollar gehandelt werden. Die zum Handel oder für sonstige Transaktionen benötigten Devisen werden von der Zentralbank bereitgestellt. Kommt es zu einem Zahlungsbilanzüberschuss so erhöhen sich die Devisenreserven einer Volkswirtschaft. In der währungspolitischen Praxis gilt die Zahlungsbilanz als ausgeglichen, wenn der Devisenbilanzsaldo Null ist. Es stellt sich die Frage, durch welche Determinanten die Zahlungsbilanz (Z) beeinflusst werden. In der Theorie geht man davon aus, dass die Zahlungsbilanz von den drei Größen Einkommen (Y), Preise (P) und Wechselkurs (e) abhängig sind. Daraus ergibt sich: Z=f(r, P, Y)
Hier ist Z die abhängige Variable, jedoch bestehen auch Rückwirkungen der Zahlungsbilanz auf die anderen Größen. Änderungen der unabhängigen Variablen wirken auf die Zahlungsbilanz (Primäreffekt), die wiederum Rückwirkungen auf die abhängigen Variablen hat (Sekundäreffekt). So werden in der Theorie zwischen den Wechselkurs-, Preis- und Volkseinkommensmechanismen unterschieden. Beim Volkseinkommensmechanismus geht man davon aus, dass bei einem festen Wechselkurs eine zahlungsbilanzwirksame Einkommensumverteilung zwischen In- und Ausland im begünstigten Land eine Nachfrageerhöhung nach Auslandsgütern auslöse, welche das Ungleichgewicht beseitige. Der Preisniveaumechanismus ist eine Theorie des Preismechanismus, die besagt, dass bei festen Wechselkursen die Preisniveauän-
12 Vgl.Dieckheuer 2001 S. 5
6
Arbeit zitieren:
Tom Kindervater, 2010, Die Wechselkurspolitik Chinas, München, GRIN Verlag GmbH
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Die Geld-, Währungs- und Handelspolitik Chinas
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