Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 1
2. Vorbemerkungen 2
2.1. Emotionen 2
2.2. Regulation 2
2.3. Leistung 3
3. Modell von Beal et al. 4
3.1. Theoretische Tageseinteilung 5
3.2. Leistungsprozess am Tag ohne Emotionen 6
3.3. Leistungsprozess am Tag mit Emotionen 8
4. Modell Anwendung in der Praxis 11
5. Schlussbetrachtung 12
5.1. Kritische Betrachtung 12
5.2. Ausblick 13
5.3. Fazit 14
6. Literaturverzeichnis 15
I
1. Einleitung
Ein Mitarbeiter hat in einer bestimmten Arbeitssituation ein Gespräch mit seinem Vorgesetzten über eine durchgeführte Tätigkeit. In dieser Unterhaltung legt der Vorgesetzte dem Angestellten nahe, sich wieder mehr auf seine Arbeit zu konzentrieren und zurück zu seiner früheren Leistungsfähigkeit zu finden.
In einer anderen Situation befindet sich derselbe Mitarbeiter in einem Streitgespräch mit einem Kollegen über den weiteren Ablauf der anstehenden Aufgaben und der bisher gezeigten Leistung des jeweils Anderen. Beide finden dabei keinen gemeinsamen Nenner und widmen sich daraufhin wieder, mit angestautem Ärger über den jeweils Anderen, ihrer eigentlichen Tätigkeit.
Ein Lob des Vorgesetzen beim anberaumtem Feedback-Gespräch, ein paar Tage später, lässt den Mitarbeiter mit einem glücklichen Gefühl an die Arbeit zurückkehren. Alle diese exemplarisch ausgewählten Situationen haben eins gemeinsam, durch eine bestimmte Situation wird eine Emotion hervorgerufen, sei es Ärger über die Kritik, Wut über den Kollegen oder Freude über das Lob. Meistens kann aus solchen Situationen eine Bewertung über die Arbeitszufriedenheit erfolgen. Negative Erlebnisse haben eine niedrigere Arbeitszufriedenheit zur Folge und positive im Umkehrschluss eine höhere. Zusätzlich spielt in allen Situationen die Leistung eine Rolle, wobei in der ersten Situation ein Leistungsabfall registriert wurde und in Situation zwei scheinbar unterschiedliche Meinungen über die Leistung vorherrschen.
Nun können anhand dieser beispielhaften Situationen mehrere Fragen gestellt werden. Ist die Leistung an verschiedenen Tageszeitpunkten oder über einen länger betrachteten Zeitraum unterschiedlich? Werden im Laufe eines Tages verschiedene Emotionen reguliert? Inwieweit wird die Leistung durch die jeweilige Situation beeinflusst? Wie können diese verschiedenen Situationen, Leistungen sowie Emotionen das Wohlbefinden auf der Arbeit erklären? In der folgenden Arbeit wird versucht Antwortmöglichkeiten auf diese Fragen anhand eines von Beal et al. (2005) theoretisch entwickelten Modells zu geben. In diesem Modell wird versucht die Leistungsschwankungen während eines Tages theoretisch aufzuzeigen. Weiterhin wird eine Theorie über das Zusammenspiel zwischen Leistung, Aufmerksamkeit und Emotionen entwickelt.
1
2. Vorbemerkungen
Für einen besseren Einstieg und eine genauere Betrachtung der eingangs erwähnten Fragen ist es erforderlich zunächst die grundlegenden Begriffe, die später verwendet werden, zu definieren. Dies erleichtert später die Aufstellung und Verständnis des Modells. Hierbei sind entscheidend die Fachbegriffe der Emotion und der Emotionsregulation sowie der am Arbeitsplatz erbrachten Leistung. Im Unterkapitel der Leistung erfolgt auch eine kurze Definition der Aufmerksamkeit.
2.1. Emotionen
Emotionen sind den meisten Menschen als Gefühle bekannt, die positiver oder negativer Natur sein können. Sie entstehen aufgrund einer persönlichen Reaktion, welches das Individuum als bedeutsam empfindet (Ulrich & Mayring, 1992). Die Emotion sollte aber nicht mit den übrigen affektiven Prozessen, wie Stress, Stimmung und Impulse verwechselt werden. Sie wird auch als eine psychologische Reaktion sowie ein adaptives Verhalten gesehen, die ihren Ursprung in signifikanten evolutionären Situationen hat (James, 1884). Bei seinen Untersuchungen zur Emotionsregulation bezieht auch Gross (1998) sich auf James (1884) und sieht in den Emotionen verschiedene Reaktionen auf Situationen. Kleinginna & Kleinginna (1981) haben Emotionen als ein komplexes Muster von Veränderungen definiert, welches die psychologische Erregung, kognitive Prozesse, Verhaltensweisen und Gefühle betrifft. Folglich ist, aufgrund dieser verschiedenen Ansätze, keine eindeutige Definition für Emotion vorhanden. Vielmehr kann sie unterschiedliche Erregungen in den Individuen auslösen, die meistens positiver oder negativer Art sind und im Hinblick auf die Leistungsfähigkeit beeinflussend wirken könnten. Somit wird es interessant, inwiefern sich diese Emotionen steuern lassen und welche Auswirkungen sie auf die Leistung und eventuell auf das Wohlbefinden bei der Arbeit haben können.
2.2. Regulation
Wenn in der Psychologie von Emotionen die Rede ist, wird meist gleichzeitig deren Regulation betrachtet. Der Begriff „Regulierung“ ist eher aus der Wirtschaft bekannt und meint gemeinhin eine Stabilisierung des jeweiligen Wirtschaftsmarktes um unerwünschte Marktergebnisse zu vermeiden (Gabler Wirtschaftslexikon, 2009). Ähnliches ist auch mit der Regulation in der Psychologie gemeint. Der Unterschied dabei ist jedoch, dass die Regulation in der Wirtschaft von Jemandem bewusst durchgeführt wird, wogegen in der Psychologie auch automatische oder unbewusste Regulation von Emotionen vorhanden ist.
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Parkinson & Totterdell (1999) definieren die Emotionsregulation: “Affect regulation includes any process directed at modifying or maintaining moods or emotions whose operation depends on monitoring of affective information” (S. 278). Dies ist ein eher deskriptiver Ansatz von Emotionsregulationsstrategien, welche die Unterscheidungen von automatischer gegenüber kontrollierter Regulation, Regulation positiver und negativer affektiver Zustände oder Verstärkung bzw. Abschwächung affektiver Zustände beinhaltet. Gross (1998) spricht von: „…emotion regulation studies how individuals influence which emotions they have, when they have them, and how experience and express them.” (S.271). Dabei kommt es zu einem bestimmten Vorgang. Dieser Ablauf beginnt mit der Situationsauswahl. Danach folgt die Veränderung der Situation, welche die Aufmerksamkeitsverlagerung nach sich zieht. Diese kann Ablenkung, Konzentration oder Grübeln bedeuten und führt zu einer kognitiven Veränderung, dem sogenannten „Appraisal“, welches nun eine bewusste Bewertung der Situation darstellt. Je nach Bewertung der Situation wird die Emotion verschieden gesteuert. Dies geschieht anhand der Fähigkeit, die gestellten Anforderungen zu meistern bzw. inwieweit die Situation selbst eingeschätzt werden kann. Durch das „Reappraisal“ kommt es nun dazu, dass die Situation neubewertet wird, und die emotionale Bedeutung gegebenenfalls geändert werden kann. Der Abschluss dieser Reaktionsbewältigung erfolgt durch die Reaktionsanpassung. Ergebnis ist dann die Emotion, welche das Individuum seiner Umwelt zeigt, anhand der Anpassung in dem jeweiligen Umfang. Eine Bewertung inwieweit die gezeigte Emotion positiv oder negativ wirkt, ist durch den Prozess der Regulation nicht festzustellen.
Im später beobachteten Modell wird ebenfalls eine Regulation der Aufmerksamkeit auf die erzielte Leistung betrachtet, bevor durch die Regulation der Emotionen die Leistung noch zusätzlich beeinflusst werden könnte.
2.3. Leistung
Rein physikalisch gesehen ist „Leistung“ gleich „Arbeit“ oder „Energie“ durch „Zeit“. Also wie viel Energie in welcher Zeit aufgebracht werden muss, um einen bestimmten Ertrag zu erreichen. In der Physik wird das Ergebnis in Watt gemessen. Auch in der Arbeitswelt kann diese Formel als Grundelement verwendet werden. Dabei wird die Arbeitsproduktivität als Leistung gemessen, mit „Leistung“ gleich „erbrachter Ertrag“ durch „erbrachten Arbeitseinsatz“.
Die letzte Variable ist die Aufmerksamkeit. Unter Aufmerksamkeit ist die Konzentration auf bestimmte Vorgänge zu verstehen. Je nach Konzentrationsgrad kann die Aufmerksamkeit
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Arbeit zitieren:
Jens Möller, 2009, Arbeitszufriedenheit und Emotionsregulation: Emotionen, Regulation und Leistung, München, GRIN Verlag GmbH
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