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Inhaltsverzeichnis
0. Einleitung 3
1. Gütekriterien 4
1.1 Validität 5
1.2 Reliabilität 5
1.3 Objektivität 6
2. Aufgabentypen 7
3. TestDaF 9
4. Die Zentrale Mittelstufenprüfung des Goethe-Instituts 10
5. Leseverstehen 11
5.1 Die Leseverstehenprüfung des TestDaF 11
5.2 Die Leseverstehenprüfung der Zentralen Mittelstufenprüfung 12
6. Hörverstehen 13
6.1 Die Hörvestehenprüfung des TestDaF 14
6.2 Die Hörvestehenprüfung der Zentralen Mittelstufenprüfung 15
7. Schriftlicher Ausdruck 16
7.1 Die Prüfung schriftlichen Ausdrucks des TestDaF 17
7.2 Die Prüfung schriftlichen Ausdrucks der Zentralen Mittelstufenprüfung 18
8. Mündlicher Ausdruck 18
8.1 Die Prüfung mündlichen Ausdrucks des TestDaF 19
8.2 Die Prüfung mündlichen Ausdrucks der Zentralen Mittelstufenprüfung 20
9. Fazit 22
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0. Einleitung
Beim Erlernen oder Lehren einer Fremdsprache sind unterschiedliche Arten von Prüfungen ein unentbehrlicher Teil des Unterrichts. Grundsätzlich werden die Prüfungen bzw. die sogenannten Tests im Fremdsprachenunterricht zum Zwecke der Überprüfung der Lernfortschritte, wie Lernfortschrittstests, oder der Feststellung des erreichten Kenntnisstandes, wie Leistungs- oder Sprachstandstests, gebraucht. Eine andere Art der Sprachtests, die sogenannten Einstufungstests, werden verwendet, wenn der Frage nachgegangen werden muß, was ein Lernender an Voraussetzungen für ein erfolgreiches Erlernen einer Fremdsprache mitbringt oder ob es Möglichkeiten gibt, den Lernerfolg in gewissem Maße vorauszusagen (vgl. Albers 1995:15f).
Das eigentliche Forschungsobjekt der vorliegenden Arbeit sind allgemeine Sprach-standstests oder auch Abschlußtests, die durchweg eine größere Verbreitung bei der Leistungsmessung aufweisen als die anderen Tests. Die allgemeinen Sprachstandstests überprüfen den Sprachstand der lernenden Person in Hinblick auf ein vorab festgelegtes Leistungsniveau. Dieses Leistungsniveau gilt meistens überregional und institutionenübergreifend. Die allgemeinen Sprachstandstests sind außerdem unabhängig von bestimmten Sprachkursen oder Lehrbüchern. In der vorliegenden Arbeit werden zwei allgemeine Sprachstandstests aus dem Bereich Deutsch als Fremdsprache (DaF) verglichen, und zwar der relativ „junge“ Sprach-standstest DaF und der Sprachstandstest des Goethe-Instituts - die Zentrale Mittelstufen-Prüfung. Die Auswahl dieser Tests zur Sprachstandsmessung ist nicht zufällig, die ausgewählten Tests (neben dem DSH-Test) sind am weitesten verbreitet und ihre Inhalte umfassen auf der u.g. Skala des Europarats in etwa die gleichen Niveaustufen:
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Im Rahmen dieser Arbeit geht es vor allem um einen Vergleich der ausgewählten Sprachstandstests in bezug auf die Objektivität ihrer Testsaufgaben. Dazu bedarf es zunächst einer theoretischen Abgrenzung der drei Hauptkriterien der Testtheorie, Objektivität, Reliabilität und Validität, die beim Erstellen und bei der Objektivitätsbewertung der Sprachstandstests eine wichtige Rolle spielen. Dies wird zu Beginn vorgenommen. Im Anschluß werden die allgemeinen Aufgabentypen von Sprachstandstests erläutert. Daraufhin werden die hier interessierenden Tests in bezug auf die zentralen Sprachfertigkeiten, Leseverstehen, Hörverstehen, schriftlicher und mündlicher Ausdruck, dargestellt. Schließlich wird anhand der Typen von Testsaufgaben die Objektivität der beiden Tests bewertet.
Auf die Validität und die Reliabilität der beiden Tests, weitere wichtige Gütekriterien, die die "Verläßlichkeit" von Tests ausmachen, wird in dieser Arbeit nicht eingegangen.
1. Gütekriterien
Das Ziel eines Meßvorgangs besteht in der Erhebung möglichst exakter und fehlerfreier Meßwerte. Dieses Ziel wird jedoch bei kaum einem Meßvorgang vollständig erreicht, da die tatsächlichen Meßwerte neben der Wiedergabe der Ausprägung eines Merkmals auch Meßfehler enthalten. Um trotz der auftretenden Meßfehler die erhobenen Daten interpretieren zu können, stützt man sich auf das Grundmodell der klassischen Testtheorie, demzufolge ein realisierter Meßwert "aus der Summe eines wahren Wertes und einem Meßfehler" besteht (s. Schnell u.a. 1999:143). Das Bestreben liegt darin, je nach Testinteresse das Testverfahren zu wählen, für das der Meßfehler die minimale und der "wahre" Wert die maximale Wahrscheinlichkeit annimmt.
Als die drei wichtigsten Gütekriterien für Messungen werden in der klassischen Test-theorie Validität, Reliabilität und Objektivität genannt. Validität und Objektivität gewährleisten eine präzise Erfassung und zuverlässige Messung der zu überprüfenden Leistungen. Objektivität bedeutet, daß die Bewertung der Leistungen nicht vom Prüfer abhängt, sondern gewissermaßen neutral vorgenommen wird. Im folgenden sollen die drei Gütekriterien genauer dargestellt werden.
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1.1 Validität
Das Kriterium der Validität ist das wichtigste von allen Kriterien. Unter Validität eines Tests versteht man den Grad der Genauigkeit, mit der ein Test tatsächlich das Merkmal mißt, das er messen soll oder zu messen vorgibt (vgl. Albers 1995:22). Die Validität bedingt die inhaltliche Brauchbarkeit eines Tests, also inwieweit mit dem gegebenen Test auch das erfaßt wird, was man erfassen will. Die Voraussetzung für die Entwicklung von validen Tests ist eine genaue Definition der Lernziele. Den Lernzielen entsprechend werden die Testaufgaben entworfen. Wenn zum Beispiel das Lernziel des Prüfungsbereiches Leseverstehen das Überprüfen des selektiven Textverständnisses darstellt, wird in erster Linie ein geeigneter Text ausgesucht. Dann werden Testaufgaben entwickelt, die das selektive Verständnis der Testpersonen überprüfen, also ihre Fähigkeit, dem Text bestimmte Informationen entnehmen zu können.
Esser hebt in seinem Aufsatz (1991:174) die kriterienbezogene Validität hervor. Sie betrifft die zentrale Frage der Validitätsbestimmung, also wie man prüfen kann, ob der Test wirklich genau das zu prüfende Merkmal mißt. Die einfachste Möglichkeit besteht darin, die Ergebnisse des zu entwickelnden Tests mit einem Außenkriterium zu vergleichen und den Grad der Übereinstimmung zu berechnen. Wird zum Beispiel die fremdsprachliche Lernfähigkeit der Testpersonen überprüft, werden die Testergebnisse zur Validierung mit den Ergebnissen des realen Lernverhaltens (Noten in den einzelnen Fertigkeitsbereichen, der Zeitverbrauch für das Lernen) der Testpersonen verglichen. Stimmen die Testergebnisse mit denen des realen Lernverhaltens weitgehend überein, könnte man von einem validen Test zur Überprüfung der Lernfähigkeit reden. Daller (1996:69) merkt jedoch an, daß bei dieser auch empirisch genannten Validität, die unter anderem durch die Korrelationen mit den anderen Tests belegt wird, immer die Gefahr besteht, einen Test als valide zu erachten, obwohl keine Validität vorliegt. Denn letztendlich ist Validität nicht beweisbar. Ihre unbedingte Annahme kann insofern zu Trugschlüssen führen.
1.2 Reliabilität
Reliabilität bedeutet die Zuverlässigkeit der Leistungsmessung. d.h., eine bestimmte sprachliche Leistung bei Wiederholungen muß immer den gleichen Meßwert erbringen. Laut Esser (vgl. 1991:173) existieren drei wichtige Methoden zur Reliabilitätsbestimmung: a) Re-Test-Reliabilität. Bei dieser Methode wird die Leistung der Testpersonen zwei mal mit einem entsprechenden Zeitabstand überprüft, wobei sich von jeder Testperson zwei
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Meßwerte ergeben. Über die Unterschiedlichkeit beider Meßwerte wird dann die Reliabilität geschätzt. Die Reliabilität wird unterschätzt, wenn sich die Meßwerte nach der zweiten Messung stark verändern. Es ist auch eine Überschätzung der Reliabilität möglich, wenn sich z.B. die Testspersonen an die erste Messung erinnern und bei der zweiten Messung übereinstimmende Angaben machen, um widerspruchsfrei zu erscheinen (vgl. Schnell u.a. 1999:145).
b) Bei der Paralleltest-Reliabilitätsbestimmung werden die Leistungen von Testpersonen gleichzeitig mit Hilfe von zwei miteinander vergleichbaren parallelen Tests überprüft. Dabei ergeben sich ebenfalls zwei Meßwerte von jeder Testperson, die wiederum miteinander korreliert werden und so einen gemeinsamen Koeffizienten darstellen. Die Schwierigkeit dieser Methode liegt in der Sicherung der Parallelität der vorgegeben Tests.
c) Testhalbierungsreliabilität. Bei der Anwendung dieser Methode werden die Leistungen von Testpersonen mit einem einzigen Test kontrolliert. Anschließend wird der Test nach dem Zufallsprinzip halbiert und für jede Testhälfte wird der Meßwert berechnet, so daß sich dann erneut zwei Meßwerte für jede Testperson ergeben. Hiernach werden die Meßwerte ebenfalls miteinander korreliert.
Es sei hinzugefügt, daß bei den sich wiederholenden Tests die erbrachten Meßwerte nie hundertprozentig übereinstimmen, nicht zuletzt wegen der bei manchem Test auftretenden Meßfehler. Die Meßfehler können sowohl testinternen Charakters (z.B. nicht präzise genug formulierte Anleitungen zur Durchführung des Tests, oder die Arbeitsanweisungen zu den Testaufgaben sind zu kompliziert oder mißverständlich formuliert) als auch testexternen Charakters (schlechte Akustik in den Prüfungsräumen oder schlechte körperliche Verfassung der jeweiligen Testperson) sein. Die Reliabilität eines Tests gilt als desto größer, je geringer die Anzahl der Meßfehler ist.
1.3 Objektivität
Die dritte Forderung an die Tests betrifft die Objektivität der Bewertung. Das heißt, die Ergebnisse des gegebenen Tests müssen unabhängig vom Prüfer, von den Durchführungsbedingungen und von den Auswertungsbedingungen sein (vgl. Esser 1991:173). Das Kriterium der Objektivität bezieht sich bei Sprachstandstests hauptsächlich auf die Bewertung der sprachlichen Leistungen, wobei angenommen wird, daß die gleiche sprachliche Leistung von allen Prüfern gleich bewertet wird. Dabei fallen die qualitativen Urteile über die sprachlichen Leistungen, wie die freie mündliche oder die freie schriftliche Produktion, bis zu einem gewissen Grad subjektiv aus, da bei Beurteilungen Unabhängigkeit vom Prüfer per se nicht ge- gebenen ist. Die Subjektivität bei der Bewertung der mündlichen oder der schriftlichen Pro-
Arbeit zitieren:
Oxana Karpenko, 2003, Vergleich ausgewählter Sprachtests in bezug auf die Objektivität ihrer Aufgaben, München, GRIN Verlag GmbH
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