Inhalt
INHALT. 2
CHRONISCHE SCHMERZEN. 3
PROBLEMATIK DER MEDIZINISCHEN VERSORGUNG CHRONISCH
SCHMERZKRANKER PATIENTEN. 3
Schmerzbehandlungseinrichtungen. 4
Schmerzambulanzen 4
AUFGABEN UND ORGANISATION VON SCHMERZAMBULANZEN. 4
Aufgaben einer interdisziplinären Schmerzambulanz. 4
Strukturelle Voraussetzungen. 4
Personelle Voraussetzungen 4
R äumliche Voraussetzungen 5
Materielle Voraussetzungen 5
EINRICHTUNG EINER SCHMERZAMBULANZ AN DER KLINIK LEEZEN. 6
Strukturelle Situation in Leezen. 6
Personal 6
R äumlichkeiten. 6
Materialien. 7
Vorteile der Klinik Leezen. 7
PERSPEKTIVEN ? 8
Tagesstation , Schmerzstation, Schmerzklinik. 8
Palliativstaion. 8
LITERATUR. 8
2
Chronische Schmerzen
Schmerzen sind der häufigste Anlaß dafür, daß Patienten einen Arzt aufsuchen. Schmerz ist nach der Definition der International Association for the Study of Pain (IASP) ein unangenehmes Sinnes- und Gefühlserlebnis, das mit aktueller oder potentieller Gewebsschädigung 1 Während ein akuter verknüpft ist oder mit Begriffen einer solchen Schädigung beschrieben wird. Schmerz im Rahmen eines akuten Ereignisses auftritt und wesentliche biologische Warn- und Schutzfunktionen zu erfüllen hat, sind diese Funktionen zur Wahrung der äußeren und inneren Integrität des Organismus beim chronischen Schmerz aufgehoben. Die protektive Bedeutung der Schmerzmechanismen und -komponenten wandelt sich im Verlauf von Chronifizierungsprozessen. Das Symptom „Schmerz“ löst sich von seiner ursprünglichen Ursache. Mit dem Begriff „chronischer Schmerz“ wird versucht, einen Schmerzzustand zu beschreiben, der -je nach Betrachter- 3 bis 6 Monate besteht und folgende Beeinträchtigungen aufweist:
- auf der physiologisch-organischen Ebene Verlust von Mobilität und Funktionsbeeinträchtigungen ;
- auf kognitiv-emotionaler Ebene Störungen von Befindlichkeit, Stimmung und Denken;
- auf der Verhaltensebene schmerzbezogenes Verhalten; 2 - auf der sozialen Ebene Störungen der sozialen Interaktionen und Beeinträchtigung der Arbeit. Schmerzen haben einen selbständigen Krankheitswert angenommen, welcher alle Lebensbereiche beeinflußt und zum beherrschenden Problem wird. Es entsteht eine Schmerzkrankheit.
Problematik der medizinischen Versorgung chronisch schmerzkranker Patienten
Die Therapie von Schmerzen war wohl die ursprünglichste und sollte auch heute noch eine der wichtigsten Aufgaben eines jeden Arztes sein.
Nach Schätzungen gibt es derzeit mindestens 7 Millionen Schmerzkranke in Deutschland, von denen zum Beispiel ungefähr 800000 Patienten eine Dauerbehandlung mit Opioiden brauchen. Etwa 1,5 Millionen Tumorerkrankte gibt es in der Bundesrepublik. 65 - 70% von ihnen leiden unter starken bis stärksten Schmerzen. Die insgesamt in Deutschland verordnete Menge an Opioid-Analgetika würde 3 Läßt sich die aber, bei durchschnittlicher Dosierung, gerade einmal für 150000 Patienten reichen. offensichtliche Diskrepanz für einen speziellen Bereich der Pharmakotherapie noch in Zahlen darstellen, so ist dies für die meisten anderen Behandlungsverfahren nicht möglich. Ist die Verordnung von Medikamenten nach bekannten Empfehlungen, zum Beispiel dem WHO-Stufenschema zur Behandlung von Tumorschmerzen, schon so unzureichend, muß für viele spezielle Verfahren der Schmerzbekämpfung von einer noch gravierenderen Unterversorgung ausgegangen werden. Im Schmerztherapieführer 1996 waren für die Bundesrepublik Deutschland 220 schmerztherapeutisch 4 Würde ein Versorgungsstand wie in den USA 1989 bestehend tätige Einrichtungen verzeichnet.
angestrebt werden, müßten mindestens 3 mal mehr Einrichtungen in der Bundesrepublik existieren. Um optimale Behandlungsbedingungen zu erreichen, wären weit über 1000 Einrichtungen notwendig. Das Problem der unzulänglichen Behandlung von Schmerzen wurde in den letzten Jahren zunehmend erkannt. Auf dem Deutschen Ärztetag 1996 wurden alle klinisch tätigen Fachrichtungen aufgefordert, die fachbezogene Schmerztherapie in die jeweilige Weiterbildungsordnung aufzunehmen. Einen entscheidenden Fortschritt bei der Verbesserung dieser Situation stellen die
3
5 6 Hierin sind die Formulierung und die Neufassung der „Schmerztherapie-Vereinbarung“ dar.
strukturellen Voraussetzungen für eine Kostenerstattung bei der ambulanten Betreuung von chronisch Schmerzkranken formuliert. Auf die notwendige Qualifikation der Behandler wird ebenso wie auf die Organisation und Ausstattung der Behandlungseinrichtungen eingegangen.
Schmerzbehandlungseinrichtungen
Die IASP hat 1991 den Versuch unternommen, Definitionen für die verschiedenen 7 Es werden hierin Organisationsformen von Einrichtungen zur Schmerzbehandlung aufzustellen. Multidisziplinäre Schmerzzentren, Multidisziplinäre Schmerzkliniken, Schmerzkliniken, Therapieverfahrenorientierte Schmerzkliniken und Schmerzbehandlungseinheiten unterschieden.
Schmerzambulanzen
Nach den IASP-Definitionen sind Schmerzambulanzen neben Schmerzpraxen einfache Schmerzbehandlungseinheiten. Durch Anbindung an Kliniken wird jedoch eines der entscheidenden Kriterien für den Erfolg einer ganzheitlichen Schmerztherapie ermöglicht: die interdisziplinäre Patientenbetreuung.
Aufgaben und Organisation von Schmerzambulanzen
Aufgaben einer interdisziplinären Schmerzambulanz
Morawetz faßte 1990 die Aufgabenbereiche einer multidisziplinären Schmerzambulanz zusammen: 1. Diagnose und Therapie chronischer Schmerzpatienten; 2. Therapieforschung und -evaluation;
3. Informationsmedium für Praktische Ärzte und andere Schmerztherapeuten; 8 4. Präventions- und Aufklärungsarbeit in Hinblick auf die Behandlung chronisch Schmerzkranker. Die medizinische Versorgung von Schmerzkranken umfaßt standartisierte Anamneseerhebungen, Befundauswertungen, Schmerzanalysen, Durchführung von Differentialdiagnosen, Erstellen von Therapieplänen, Patientenberatungen, Einleitung und Durchführung verschiedener Verfahren zur Schmerzbehandlung und flankierender Therapien sowie die Dokumentation aller Maßnahmen.
Strukturelle Voraussetzungen
Die Qualität des Ergebnisses einer medizinischen Behandlung hängt von der jeweiligen Struktur- und Prozeßqualität des medizinischen Versorgungssystems ab. Der medizinische Fortschritt und die von 9 Somit stellen der Gesellschaft zur Verfügung gestellten Ressourcen prägen die Qualitätsstandards. bestimmte personelle, apparativ-technische, räumliche und organisatorische Voraussetzungen die Grundlagen für eine qualifizierte Patientebehandlung dar.
Personelle Voraussetzungen
Ein Grund für das schmerztherapeutische Versorgungsdefizit, insbesondere für einen Mangel an multi- oder interdisziplinär arbeitenden Behandlungseinrichtungen, ist die fehlende personelle
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Arbeit zitieren:
Dr. Eric Hempel, 1999, Konzept zum Aufbau einer Schmerzambulanz, München, GRIN Verlag GmbH
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