Inhalt
1 Einleitung 1
2 Das Klima als dominanter Einflussfaktor auf die Morphogenese 2
2.1 Geomorphologische Prozesskombinationen in Abhängigkeit des Klimas 2
2.2 Die Vergletscherung mitteleuropäischer Mittelgebirge im Kontext des
Formenwandels 3
3 Das Periglazialgebiet als Charakteristika der mitteleuropäischen
Mittelgebirge 5
3.1 Charakterisierung der periglazialen Zone 6
3.2 Räumliche Abgrenzung der periglazialen Höhengrenze mit Hilfe von
Leitformen 7
4 Quartäre periglaziale Bildungen in den Mittelgebirgen 8
5 Zusammenfassung 9
Literatur
Abbildungen
Abb. 1: Die Vergletscherung der mitteleuropäischen Mittelgebirge
Abb. 2: Maximale Ausdehnung des Periglazials zur letzten Eiszeit
Abb. 3: Übergang von Kryoturbations- zu Solifluktionsstrukturen
Abb. 4: Steinstreifen
Abb. 5: Delle bei Lindelbrunn im Dahner Felsenland
Tabellen
Tab 1: Morphogenetic systems of the world
1 Einleitung
Dieses Zitat GOETHES deutet darauf hin, dass die Formenvielfalt der Gebirge schon Anfang des 19. Jahrhunderts Gegenstand der Wissenschaft war, deren Morphogenese jedoch nahezu unbegreiflich schien. Bereits Carl Ritter und Alexander von Humboldt versuchten, „die Formen der Erdoberfläche durch Maße zu kennzeichnen, beiden Männern lag aber eine genetische Morphologie ferne“ (PENCK 1894:5). Die Morphogenese wird heute als wissenschaftliches Teilgebiet der Geomorphologie definiert, die sich mit der Entstehung und langzeitlichen Entwicklung der Landformen befasst (AHNERT 2003:20). Dennoch scheint es heute noch, als ob die Landoberfläche und „die wissenschaftliche Kenntnis ihrer Formen, deren Entwicklung und der auf ihnen ablaufenden Prozesse noch recht wenig verbreitet“ (AHNERT 2003:12) ist. Die Beseitigung dieses Defizits, bezogen auf das Gebiet der mitteleuropäischen Mittelgebirge, ist daher Gegenstand der vorliegenden Arbeit. Im Mittelpunkt der Untersuchung soll dabei der Frage nachgegangen werden, ob die quartäre Morphogenese im betrachteten Gebiet zufällig ablief oder vielmehr einer verallgemeinerungsfähigen Regelhaftigkeit folgt.
Für die Beantwortung dieser Fragestellung ist mit Blick auf die Länderkarte Europas die horizontale Ausweitung des Untersuchungsgebietes über die Grenzen der heutigen Bundesrepublik Deutschland zwingend notwendig. Des Weiteren sollen im Kontext der obigen Fragestellung auch die, für die Entstehung der unterschiedlichen Oberflächenformen verantwortlichen morphologischen Prozesse, dargestellt werden. Denn erst wenn diese identifiziert sind, „beginnen die geographischen Gemälde gleichsam selbst uns anzureden und die Schicksale der Länderräume zu erzählen“ (PESCHEL 1883:5).
Die vorliegende Arbeit gliedert sich in fünf Kapitel. Zunächst soll dargestellt werden, welche Gebiete der mitteleuropäischen Mittelgebirge im Quartär vergletschert waren bzw. unter periglazialen Einfluss standen. Das Periglazialgebiet ist es auch, was im Folgenden im Mittelpunkt der Betrachtungen stehen soll. Im Kontext seiner Charakterisierung stellt sich die Frage nach der räumliche Abgrenzung der periglazialen Zone. Im Anschluss daran sollen typische periglaziale Hang und Talformen der Mittelgebirge vorgestellt werden, deren Entstehung vornehmlich in das Mittel- und Jungpleistozän eingeordnet werden können.
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2 Das Klima als dominanter Einflussfaktor auf die Morphogenese
2.1 Geomorphologische Prozesskombinationen in Abhängigkeit des Klimas
Ohne Zweifel war es vor allem JULIUS BÜDEL, der die Klimageomorphologie aus ihrem stiefmütterlichen Dasein befreit hat und das Konzept entwickelte, „dass unter bestimmten klimatischen Bedingungen ganz bestimmte geomorphologische Prozesse vorherrschen“ (GOUDIE 2007:52). BÜDEL unternahm den ersten Versuch einer klimatischgeomoprhologischen Zonierung der Erde, wobei „diese Zonen […] dadurch definiert sind, dass in jeder von ihnen ein höchst komplexes, von dem dort herrschenden Klima gesteuertes Prozessgefüge herrscht“ (BÜDEL 1982:2). Tabelle 1 stellt diesen Versuch der Klassifikation, leicht modifiziert durch WILSON (1968:720) dar. Ganz im Sinne des Aktualismusprinzips nach Hutton gilt für die weiteren Betrachtungen, dass die „vergangenen Entwicklungen in der Erdgeschichte unter den selben Naturgesetzen standen, die auch heute gelten und das sie mit denselben Prozessen abliefen, die wir auch heute beobachten können“ (AHNERT 2003:20).
Tabelle 1: Morphogenetic systems of the world (WILSON 1968:720)
Es wird deutlich, dass innerhalb der verschiedenen morphogenetischen Systeme auch verschiedene geomorphologische Prozesse ablaufen. Auf eine ausführliche Darstellung dieser geomorphologischen Prozesse soll an dieser Stelle jedoch verzichtet werden. Da „der Formenschatz ehemals vergletscherter Gebiete im Gegensatz zu dem der ehemals eisfreien Gebiete steht“ (BÜDEL 1944:482), soll vielmehr dargestellt werden, welche mitteleuropäischen Mittelgebirge ausschließlich periglazialem Einfluss unterlagen, respektive welche Mittelgebirge auch glazial geprägt wurden.
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Arbeit zitieren:
Sebastian Paesold, 2009, Quartäre Morphogenese der mitteleuropäischen Mittelgebirge, München, GRIN Verlag GmbH
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