Inhaltsverzeichnis
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1. Einleitung und Vorgehensweise
2. Geschichte der Jugendorganisationen: Von der HJ zur FDJ
2.1 Jugend im Dritten Reich - Zur Entstehung der Hitlerjugend 4
2.2 Jugend nach dem Zweiten Weltkrieg - Zur Entstehung der FDJ 5
Hitlerjugend und Freie Deutsche Jugend - Ein Vergleich
3.
3.1 Organisation und struktureller Aufbau 7
3.2 Abhängigkeit von und Nutzen für die Partei 10
3.3 Mitgliedschaft 12
3.4 Gleichschaltung der Jugend 16
3.5 Aufgaben, Ziele, Inhalte und Weltanschauung 18
3.6 Jugendorganisation und Schule 20
3.7 Aktivitäten in der Organisation 23
3.8 Militarisierung 26
29
4. Fazit und Schlussbemerkungen
Abk ürzungsverzeichnis 31
I
Quellenverzeichnis 32
II
III Anhang 34
2
1. Einleitung und Vorgehensweise
„Und komischerweise bei uns in Zschieren ist aus dem HJ-Heim gleich ein FDJ-Heim geworden. Die haben bloß die Fahne gewechselt.“ 1
Ob und inwieweit dieses Zitat von dem ehemaligen Hitlerjungen Werner Plath auch auf andere Bereiche der Jugendorganisationen Hitlerjugend und Freie Deutsche Jugend zutrifft, soll mit der vorliegenden Hausarbeit geklärt werden.
Da das Thema sehr umfangreich ist und die zahlreich vorhandene Literatur nicht leicht zu bewältigen ist, werde ich mich auf die wesentlichsten Punkte konzentrieren und beispielsweise Aspekte wie Symbole, Gelöbnisse oder Lieder außen vor lassen. Weiterhin ist es klar, dass jede Organisation in gewisser Weise auch Gegner hatte, aber auch auf diese möchte ich, aufgrund der begrenzten Seitenanzahl nicht genauer eingehen. Schließlich soll das Hauptziel der Arbeit sein, zu untersuchen und herauszufinden inwieweit sich die Geschichte der Jugend im Nationalsozialismus später in der DDR in ihren wichtigsten Aspekten wiederholte. Zum Thema liegen schon mehrere Arbeiten vor, die ich als Stütze zur Findung von Ideen und Anregungen verwendete.
Zum besseren Verständnis werde ich zunächst auf die Entwicklung der beiden Organisationen eingehen, um mich dann den wichtigsten Bereichen im Vergleich zu widmen. Dabei möchte ich vor allem mit Zitaten von Zeitzeugen belegen, wie sich Hitlerjugend und Freie Deutsche Jugend unterschieden haben und in welchen Punkten sie Gemeinsamkeiten aufwiesen. Die Gliederung der Hausarbeit erfolgt nach folgendem Schema: Zu den einzelnen Punkten werde ich zunächst die wichtigsten Aspekte von Hitlerjugend und Freier Deutscher Jugend erläutern. Ein zusammenfassender Vergleich im Anschluss an den jeweiligen Gliederungspunkt verschafft dazu jeweils einen guten Überblick. Ich möchte hiermit schon einmal auf die im Schlussteil aufgezeigte Tabelle verweisen, welche die wichtigsten Gemeinsamkeiten und Unterschiede nochmals zusammenfassend darstellt. Die Arbeit enthält viele Abkürzungen, welche sich im Anhang in einem Abkürzungsverzeichnis wiederfinden.
Zu meiner persönlichen Rechtfertigung möchte ich hiermit klar stellen, dass ich die Ideologie der Nationalsozialisten keinesfalls vertrete. Ich habe versucht, die Arbeit dennoch so neutral wie möglich zu gestalten. Wenn allerdings Missverständlichkeiten auftreten sollten, so bitte ich, dies zu entschuldigen.
2. Geschichte der Jugendorganisationen: Von der HJ zur FDJ
2.1 Jugend im Dritten Reich - Zur Entstehung der Hitlerjugend
Der Erste Weltkrieg brachte vor allem der Jugend bzw. der jungen Generation in Deutschland nachhaltige Folgen. Viele Teile der Bevölkerung fühlten sich betrogen und wollten sich der politischen Situation nicht anpassen. Durch die materiellen Belastungen, die der Versailler Vertrag mit sich brachte, verarmten große Teile der Bevölkerung. Vor allem die deutsche Jugend war von diesen Folgen betroffen. Es herrschte eine hohe Arbeitslosigkeit und schlechte Arbeitsbedingungen. Kaum ein Jugendlicher dieser Zeit glaubte daher noch an eine politische, gesellschaftliche und ökonomische Ordnung. 2
Die stark an Mitgliedern wachsende NSDAP nutzte diese politische Lage Deutschlands, indem sie gezielt ihre propagandistischen Mittel zur Manipulation der Jugendlichen einsetzte. Vor allem im Jahre 1932 stieg die Mitgliederzahl der NSDAP erheblich an, es folgte ein ebenso starker Zuwachs der Mitglieder der Hitlerjugend von Ende 1932 bis 1934, welche im Punkt 3.3 noch einmal genauer dargestellt wird.
Vorläufer der am 26. Juli 1926 gegründeten Hitlerjugend war der 1922 in München von Adolf Lenk gegründete „Jugendbund der NSDAP“. Allerdings fand dieser in der Zeit noch keinen wirklichen Zulauf. Ebenso war Adolf Lenk eher unqualifiziert und besaß „als Jugendführer keine besonderen Gaben.“ 3 Trotzdem bildeten sich weitere Ortsgruppen u.a. in Nürnberg, Zeitz, Dresden, Hanau und Plauen im Vogtland. Genau diese (gegründet von Kurt Gruber) in Plauen sollte später zum Kern der Hitlerjugend werden. Während dem Verbot der NSDAP 1923 bis 1925 gründeten u.a. Adolf Lenk weitere Gruppen und Bünde, die allerdings eher unbedeutend blieben. Im Mai 1924 gründeten Drexler, Rosenberg, Amann, Dinter, Streicher und Esser die „Großdeutsche Volksgemeinschaft“, der in etwa zur gleichen Zeit eine „Großdeutsche Jugendbewegung“ anhing. Mit der Neugründung der NSDAP wurde Adolf Lenk aufgrund von Unfähigkeit und Verhandlungen mit der Frontjugend entlassen. Die Fähigkeiten zu Führung einer Jugendorganisation, die Adolf Lenk fehlten, besaß allerdings der schon oben angesprochene Kurt Gruber. Er setzte sich voll und ganz für seine Gruppe in Plauen ein und wurde schon im Frühjahr 1924 zum Führer des Landesverbandes Sachsen der Großdeutschen Jugendbewegung ernannt. Kurt Gruber war damit einer der wohl einflussreichsten Führer der Jugendorganisation. Nach seiner Haftentlassung (und somit nach
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der Neugründung der NSDAP) erschienen Adolf Hitler einige Gruppierungen allerdings nicht als vertrauenswürdig, denn er „lehnte alle Gruppierungen ab, die sich ihm nicht bedingungslos unterwarfen“ Hitler befürwortete in diesem Zusammenhang die 4 „Schilljugend“, welche ihn allerdings enttäuschte. Kurt Gruber engagierte sich in der Zeit weiter für die Großdeutsche Jugendbewegung, sodass Adolf Hitler davon ausgehen konnte, dass dieser der nationalsozialistischen Bewegung treu bleiben würde. So kam es, dass die „Großdeutsche Jugendbewegung“ am 3./4. Juli 1926 (auf Vorschlag Julius Streichers) in „Hitlerjugend, Bund Deutscher Arbeiterjugend“ umbenannt wurde und bis 1945 als die „einzige offizielle Jugendorganisation der NSDAP“ bestand. 5
Neben und unabhängig von der Hitlerjugend entstanden seit Mitte der 20er Jahre weitere nationalsozialistische Jugendorganisationen. Dazu zählte u.a. der NS-Schülerbund (wurde am 01. März 1933 vollständig in die HJ eingegliedert), dessen Führer Adrian Theodor von Renteln 1931 den bisherigen Reichsführer der Hitlerjugend, Kurt Gruber, ablöste. Ebenso existierte ein NS-Studentenbund, geleitet von Baldur von Schirach, welcher am 30. Oktober 1931 zum „Reichsjugendführer der NSDAP“, später, am 17. Juni 1933 zum „Reichsjugendführer des Deutschen Reiches“ ernannt wurde. Artur Axmann (der Leiter der Nationalsozialistischen Berufsschulorganisation, die sich allerdings nicht durchsetzen konnte 6 ) übernahm dieses Amt ab 1940. An der Spitze der gesamten Hitlerjugend stand die Reichsjugendführung in Berlin. 7
Die Hitlerjugend bestand bis zum Kriegsende 1945 und wurde schließlich mit dem Verbot der NSDAP und all ihrer Organisationen durch die Alliierten verboten.
2.2 Jugend nach dem Zweit en Weltkrieg - Zur Entstehung der FDJ
Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges im Mai 1945 wurde Deutschland in vier Besatzungszonen auf geteilt, von denen eine die Sowjetische Besatzungszone (SBZ) darstellte. Alle vier Besatzungszonen begannen schon anfangs ihr eigenes System zu entwickeln. In der SBZ übernahm dies die Sowjetische Militäradministration in Deutschland (SMAD). Oberstes Ziel war zunächst die restlose Entnazifizierung der deutschen Bürger, inbegriffen der deutschen Jugend. Schon fünf Wochen nach der Kapitulation befürwortete die SMAD die Gründung neuer Parteien; es entstanden die Kommunistische Partei Deutschlands (KPD), Die
Sozialdemokratische Partei Deutschlands (SPD), die Christlich Demokratische Union Deutschlands (CDUD) und die Liberal-Demokratische Partei Deutschlands (LDPD). 8 Die deutsche Jugend war von den Folgen des Zweiten Weltkrieges schwer getroffen, vor allem durch den Verlust männlicher Jugendlicher, die den Kriegsdienst leisten mussten und im Krieg fielen. Ziel der Parteien war es nun, die „verbliebenen“ Jugendlichen im Sinne der Demokratie zu erziehen und für den Wiederaufbau zu gewinnen. Es bildeten sich zahlreiche antifaschistische Jugendausschüsse. 9 Allerdings blieb die Haltung der Parteien gegenüber den Jugendlichen vorerst eher skeptisch, da nahezu alle Jugendlichen in der Hitlerjugend und ihren Teilorganisationen vertreten waren. Bis 1947 wurden daher noch zahlreiche Verhaftungen deutscher Jugendlicher vorgenommen. 10
Nur wenige Heranwachsende fanden sich schon kurz nach dem Kriegsende in, vor allem mit Hilfe junger Erwachsener, die vor 1933 schon Jugendorganisationen betrieben haben, neugegründeten Jugendverbänden wieder. Die KPD allerdings, die sich zunächst wohl als einzige Partei für die Jugend einzusetzen vermochte, strebte eine „einheitliche, freie Jugendbewegung“ 11 an. Um allerdings die Jugend bzw. die politische Haltung der Jugendlichen zu entdecken und jugendliche Funktionäre für die künftige einzige Jugendbewegung zu finden, beließ es die KPD zunächst bei der Gründung von diversen Jugendausschüssen. Somit hatten sie genügend Zeit, um die Durchsetzung einer großen Bewegung zu planen und strukturieren. Die rechtliche Grundlage für die Gründung dieser Einheitsjugendorganisation sicherte der Befehl der SMAD vom 31. Juli 1945, der besagte, dass alle anderen selbstständigen Zusammenschlüsse, gewerkschaftliche und politische Jugendorganisationen verboten werden sollen. Dies beinhaltete zudem Spotvereine. 12 Schon im September kam es demzufolge zu einem Vorschlag der KPD über einen einheitlichen Jugendausschuss in der SBZ. Es konstituierte sich der Zentrale Antifaschistische Jugendausschuss unter dem Schein der Überparteilichkeit. Ab Dezember 1945 begannen dann die ersten Arbeiten zur Gründung der FDJ begleitend von einer konkreten Forderung zur Gründung der Organisation „Freie Deutsche Jugend“, die zunächst allerdings abgelehnt wurde. Es folgte eine Aufforderung der KPD an die deutsche Jugend, sich an die SMAD mit dem Verlangen nach einer einheitlichen Organisation zu wenden. Die KPD und die SPD
arbeiteten daraufhin im Januar schon einmal eine Struktur- und Organisationsplanung der neuen Organisation aus. Den Bedenken der Kirchenvertreter, dass sich durch die FDJ eine neue Zwangsjugend entwickeln würde, stand die KPD mit dem Argument, dass die kirchliche Jugendarbeit nicht unter Leitung der FDJ stattfinden musste, gegenüber. So kam es, dass am
26. Februar 1946 „14 Mitglieder des Ausschusses einen an die SMAD gerichteten Antrag zur Lizensierung der FDJ [unterzeichneten].“ Die SMAD willigte, trotz anfänglicher Zweifel 13
bzgl. der Führungszuverlässigkeit von KPD und SPD, ein. Somit gilt der 07. März 1946 als Gründungstag der FDJ. 14
Die FDJ in diesem beschriebenen Sinne existierte seither bis 1990. Nach der Wende existierte die FDJ weiter bis heute. Allerdings ist die Mitgliederzahl sehr gering und die Organisation verlor immer mehr an Bedeutung. 15
3. FDJ und HJ: ein Vergleich
3.1 Organisation und struktureller Aufbau
Die Hitlerjugend bestand aus einer klaren Struktur, die in der „Zweiten Durchführungsverordnung zum Gesetz über die Hitlerjugend (Jugenddienstverordnung)“ vom
25. März 1939 im §1 festgemacht wurde. Somit bestand die Hitlerjugend aus dem „Deutschen Jungvolk“ (DJ) für Jungen zwischen 10 und 14 Jahren, dem „Jungmädelbund“ (JM) für Mädchen zwischen 10 und 14 Jahren, dem „Bund Deutscher Mädel“ (BDM), gegründet 1930, für Mädchen zwischen 14 und 18 Jahren sowie der (eigentlichen) „Hitler -Jugend“ (HJ) für Jungen zwischen 14 und 18 Jahren. 16 Mit 18 Jahren erfolgte dann die Übernahme in die NSDAP.
Für die Hitlerjugend bestanden diverse Sonderheiten wie Flieger-HJ, Motor-HJ, Reiter-HJ etc., zum Bund Deutscher Mädel kam 1938 noch das Werk „Glaube und Schönheit“ hinzu, zur Erfassung von Frauen im Alter von 17 bis 21.
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Die Hitlerjugend (mit dem Jungvolk) sowie der Bund Deutscher Mädel (mit dem Jungmädelbund) besaßen innerlich eine hierarchische Struktur. Dabei unterschied man im JV Jungenschaft, Jungzug, Fähnlein, Stamm und Jungbann; im JM in Jungmädelschaft, Jungmädelschar, Jungmädelgruppe, Jungmädelring und Jungmädeluntergau; im BDM in Mädelschaft, Mädelschar, Mädelgruppe, Mädelring und Untergau und in der HJ in Kameradschaft, Schar, Gefolgschaft, Unterbann und Bann. Durch eine territoriale 17
Gruppenbildung entstanden dann beispielsweise aus drei Jungenschaften ein Jungzug, aus drei Jungzügen ein Fähnlein etc. 18
Die für Mitglieder erreichbaren Dienstränge wurden nach den jeweiligen Gruppen benannt. So konnte man beispielsweise im BDM Mädelschaftsführerin, Untergauf ührerin o.ä. werden, im JV z.B. Jungenschaftsführer 19 . Der Zeitzeuge Dr. Wolfgang Renner berichtet im Buch „Kinder in Uniform“ außerdem, dass sich bestimmte Dienstränge im JV, denen er angehörte, ganz einfach ergaben, „weil die Älteren in die Hitlerjugend kamen, und da mussten dann wieder neue junge Führer ernannt werden.“ 20 Man kann demnach in der Hitlerjugend von „Jugend führt Jugend“ sprechen, wie auch Adolf Hitler schon proklamierte.
Die FDJ
Die FDJ galt, ähnlich wie die HJ als eine Massenorganisation, d.h. sie erfasste nahezu alle Jugendlichen im Staat.
Die FDJ gliederte sich in die Pionierorganisation Ernst-Thälmann, der Kinder mit der Einschulung vom 6. bis zum 10. Lebensjahr als Jungpionier beitreten konnten. Es folgte eine Aufstufung zu den Thälmann-Pionieren für Kinder vom 10. bis 13. Lebensjahr (Schüler ab der 7. Klasse). Ab einem Alter von 13/14 Jahren (dem Beitritt der 8. Klasse) konnten Jugendliche dann der FDJ beitreten. Die höchste Altersgrenze lag bei 25 Jahren; diese wurde jedoch 1981 aufgehoben. 21
Auch bei der FDJ gab es eine innere hierarchische Str uktur. Demnach bildete jeweils eine Schulklasse bei der Pionieror ganisation Ernst-Thälmann eine Pioniergruppe, alle Pioniere einer Schule die sogenannte Pionierfreundschaft.
Geleitet wurde diese Pionierfreundschaft vom Freundschaftsleiter, der zumeist hauptamtlicher Funktionär oder Pädagoge war. Ähnlich war diese Struktur innerhalb der Thälmann-Pioniere und der FDJ, wobei eine Klasse wiederrum eine FDJ-Gruppe bildete. Innerhalb einer Klasse gab es dann jeweils Wahlen für einen Funktionär, der, in Zusammenarbeit mit dem Klassenleiter, die jeweilige Gruppe leitete und die Arbeit innerhalb der Klasse plante und organisierte. 22
Diese gewählten Gruppenleiter wählten somit wiederrum den Freundschaftsleiter der Schule sowie einen Stellvertreter dessen. Ebenso bekam jede Schule einen hauptamtlichen Pionierleiter von der FDJ gestellt, der die Gruppenleiter in ihrer Arbeit unterstützte. 23
Zusammenfassender Vergleich
Ähnlich wie bei der HJ erkennt man klar eine altersabhängige innere Struktur der Or ganisation. Unterschiede bringt allerdings das Mitgliedsalter. So konnte man der HJ ab 10 Jahren, der FDJ (genauer gesagt, den Jungpionieren) schon mit sechs Jahren beitreten. Allerdings gab es in der HJ wiederrum sogenannte Kinderscharen, die ebenso schon Kinder unter 10 Jahren erfassten.
Ein wesentlicher Unterschied ist der nun doch demokratische Ansatz in der FDJ bei der Ermittlung der höheren Ämter innerhalb der FDJ. So wurde in der FDJ zumeist gewählt (gelegentlich bestimmt), in der HJ zum gröten Teil bestimmt, bzw. ausgesucht. Es lässt sich festhalten, dass das Prinzip „Jugend führt Jugend“ wohl für beide Organisationen gilt. Zwar wurden in der FDJ den einzelnen Gruppen auch „ältere“ Mitglieder überstellt, trotzdem waren allein in den Klassenverbänden die Gruppenleiter zumeist Jugendliche desselben Alters. Dies ließ sich bei der hohen Anzahl der Mitglieder wohl auch nicht vermeiden. Denn wer sollte denn die Vielzahl an Kindern und Jugendlichen führen, wenn nicht sie selbst? Außerdem lassen sich hier ebenso schon klare Tendenzen zukünftiger Parteiführer o.ä. erkennen, auf die später zurückgegriffen werden konnte. Beide Organisationen galten demnach als Massenorganisation, wobei der Hitlerjugend noch der Titel Staatsjugendorganisation angehaftet werden kann, welcher der FDJ nicht vorauseilt.
Arbeit zitieren:
Monique Wicklein, 2010, Hitlerjugend und Freie Deutsche Jugend, München, GRIN Verlag GmbH
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Vergleich der Erziehung im Nationalsozialismus mit der Erziehung in de...
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