Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung 3
2 Regionalisierung 4
2.1 Merkmale von Regionalisierung 4
2.2 Vorteile der Region 4
2.3 Grenzen der regionalen Selbststeuerung 6
2.4 Symbolische Regionalpolitik 7
3 Transformation einer politischen Programmregion in eine
Wahrnehmungs - und Identitätsregion am Beispiel des Leipziger
S üdraums 8
3.1 Substantialisierung 9
3.2 Evaluative Auszeichnung 10
3.3 Mediale (Re-) Präsentation 10
3.4 Alltagsnahe territoriale Vermessung 11
3.5 Institutionelle Reorganisation 11
4 Fazit 12
Literatur 13
2
1 Einleitung
Die Welt befindet sich im Wandel. Globalisierung, Klimawandel und Finanzkrise sind dabei nur drei Schlagwörter, die diesen Wandel und die zugehörigen Probleme im globalen Maßstab beschreiben. Auch Europa vollzieht einen Umbruch. Die Europäisierung schreitet voran, die Staatengemeinschaft wächst zusammen, um den neuen Herausforderungen gemeinsam zu begegnen. Trotz EU müssen die europäischen Staaten den aktuellen Problemen auch individuell entgegen treten. Für die Bundesrepublik Deutschland kommen (auch zwanzig Jahre danach) noch die Umbrüche der Wende hinzu. Gerade in Deutschland sind die räumlichen Disparitäten noch stark ausgeprägt. Hinzu kommt ein wachsender Vertrauensverlust der Politik.
Angesichts der aktuellen Problemlagen (von regionalen bis globalen Ausmaßes) gewinnt paradoxerweise die Region wieder an Bedeutung. Regionalisierung beziehungsweise Regional Governance kursiert seit etwa den Achtziger Jahren in Politik und Wissenschaft; oft als Zauberformel zur Lösung aller Probleme angesehen. Was ist Regionalisierung? Trotz eines nicht mehr ganz jungen Konzepts, gibt es auf diese Frage keine einheitliche Antwort. Regionalisierung wird in jedem Land etwas unterschiedlich definiert. Auch die Perspektive, aus der sie betrachtet wird (beispielsweise Politik oder Wirtschaft), entscheidet über die Definition. Allgemeingültig kann wohl die Aussage gelten, dass Regionalisierung eine neue Form von Politik ist.
Dieses Begriffsverständnis soll im Weiteren noch geschärft werden. Danach soll beschrieben werden, welchem Wandel der Staat ausgesetzt ist und wie es zur Aufwertung der Region in jüngster Vergangenheit gekommen ist. Im Anschluss daran werden die Grenzen von Regionalisierung aufgezeigt. In Überleitung zum zweiten Abschnitt wird die Frage geklärt, was symbolische Regionalpolitik ist und welcher Unterschied zu Imagepolitik besteht. Danach befasst sich diese Arbeit mit der Regionalisierung des Südraums Leipzigs, in der die Frage beantwortet werden soll, ob und wie der Südraum die Transformation von einer politischen Programmregion zu einer Wahrnehmungs- und Identitätsregion vollzog. Grundlage dafür sind die Untersuchungen von FACH &LUUTZ.
3
2 Regionalisierung
2.1 Merkmale von Regionalisierung
Regionalisierung kann als Strategie der Modernisierung aufgefasst werden. Es ist eine neuartige Form von Politik, bei der „Handlungen und Ressourcen mit dem Ziel einer gemeinsamen Förderung und Gestaltung regionaler Entwicklung gebündelt werden“ (BENZ et al. 1999: 11). Gemeinsam bedeutet in diesem Zusammenhang, die Zusammenarbeit von privaten und öffentlichen Akteuren, also die Kooperation von Personen, Organisationen, Firmen, Vereinen und Institutionen auf regionaler Ebene. Es bilden sich kooperative Netzwerke, zusätzlich zu den bestehenden politisch/ institutionellen Formen der Steuerung (EINIG et al. 2003: I). Diese Netzwerke treten jedoch nicht in Konkurrenz mit den bestehenden politischen Institutionen. Es sollen keine neuen Gebietseinheiten entstehen und Ziel ist es auch nicht, Kompetenzen zu verlagern. Somit beinhaltet Regionalisierung dezentralisierende Absichten, ist aber nicht mit Dezentralisierung gleichzusetzen (BENZ et al. 1999: 20ff). Regionalisierung geht weiter. Es geht um die Stärkung der Selbststeuerungsfähigkeiten von Regionen. „Die Region wird [so] vom Objekt zur Arena“ (LUUTZ 2001: 16). Dabei stellt sich die Frage, wie diese „Arenen“ abgegrenzt werden. Regionen lassen sich territorial (z.B. Verwaltungseinheiten), funktional (z.B. Verflechtungsbeziehungen) oder nach regionaler Identität abgrenzen (HAVINGHORST 1997: 14).
Zusammenfassend lassen sich folgende Merkmale von Regionalisierung festhalten: Regionalisierung ist eine Strategie der Entwicklungspolitik. Primär sollen Funktionsräume geschaffen werden, in denen staatliche, kommunale und gesellschaftliche Akteure kooperieren und in denen regionaler, statt staatlicher Politik, gemacht wird. Es zielt auf die Integration von weiteren Akteuren und Aktivitäten der Region und für die Region ab (BENZ et al. 1999: 25f). FÜRST (2003: 442) sieht eine dreifache Funktion von Regionalisierung, nämlich „den Staat zu entlasten, Selbsthilfekräfte zu mobilisieren und Synergieeffekte durch Kooperation zu nutzen“.
2.2 Vorteile der Region
Welchen Vorteil hat nun die Region? Aus wirtschaftlicher Sicht lautet die Antwort Flexibilität. Arbeitsteilung findet in einer globalisierten Wirtschaft nicht nur zwischen Regionen statt, sondern auch innerhalb von Regionen. Es bilden sich Cluster, von
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Arbeit zitieren:
Christian Schebitz, 2009, Regionalisierung und regionale Identitätspolitik am Beispiel „Südraum Leipzig“, München, GRIN Verlag GmbH
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