- II -
4.2.1 Charakterisierung. 52
4.2.2 Module des Océ iDS-Event 53
4.2.3 RFID-basierte Bausteine des iDS-Event 57
4.3 CHIPS AT WORK - ePMS 58
4.3.1 Charakterisierung. 58
4.3.2 Module des ePMS 59
4.3.3 RFID-basierte Bausteine des ePMS 61
4.4 m.i.k. IT Event Management System 62
4.4.1 Charakterisierung. 62
4.4.2 Module des Event Management System 63
4.4.3 RFID-basierte Bausteine des Event Management System 66
5. Vergleich und abschließende Bewertung 67
5.1 Produktvergleich 67
5.2 Referenzsystem 69
5.2.1 Grundlagen 69
5.2.2 Erweiterter RFID-Einsatz. 71
5.3 Datenschutzrechtlicher Aspekt 75
6. Fazit und Ausblick 77
- III -
Abbildungsverzeichnis
Abb. 1: Aufbau eines RFID-Systems
Abb. 2: Einteilung der RFID-Systeme nach deren Funktionsweise
Abb. 3: Teilbereiche des Veranstaltungsmanagements
Abb. 4: Marktüberblick 2006
Abb. 5: Zahl der ausländischen Aussteller
Abb. 6: Das magische Dreieck des Projektmanagements
Abb. 7: phasenübergreifende Projektbereiche
Abb. 8: Zeitliche Einteilung der Vorbereitung
Abb. 9: Matrixorganisation
Abb. 10: Linienorganisation
Abb. 11: Zeitliche Einteilung der Organisation
Abb. 12: Bedürfnispyramide nach Maslow
Abb. 13: Zeitliche Einteilung der Durchführung
Abb. 14: 3 Partner der Veranstaltung
Abb. 15: Zeitliche Einteilung der Nachbereitung
Abb. 16: Customer-Buying-Cycle
Abb. 17: Total Quality Management als Managementkonzept
Abb. 18: Bausteine und Phaseneinteilung des iDS-Event
Abb. 19: Bausteine und Phaseneinteilung des Event Management Systems
Tabellenverzeichnis
Tab. 1: Klassifikation von RFID-Systemen nach EPCglobal
Tab. 2: Vergleich diverser gängiger Auto-ID-Systeme
Tab. 3: Phasenaufteilung zur Durchführung einer Veranstaltung
Tab 4: SMART
- 1 - 1.Einleitung
Die Organisation von Veranstaltungen stellt das Veranstaltungsteam in der Regel vor große Herausforderungen in allen betriebswirtschaftlichen Zweigen. Besonders bei Großveranstaltungen sind enorme Leistungen bereits im Vorfeld zu vollbringen, was ein nicht unerhebliches Risiko der Finanzierung in sich birgt. Um dieses Risiko zu minimieren sind Veranstalter darauf angewiesen ihre Zielgruppe zu kennen und auf Basis zuverlässiger Teilnehmerprognosen den Erfolg einer Veranstaltung voraussagen zu können. Um dies zu erreichen setzen vermehrt Veranstalter auf die neuen digitalen Medien und entdecken dabei immer neue Absatzkanäle. Konnte man vor geraumer Zeit Eintrittskarten zu Veranstaltungen lediglich an der Abendkasse erwerben oder musste persönlich zur Vorverkaufsstelle gehen, so offeriert heute das Internet eine bequeme und flexible Kartenbestellung von zu Hause aus. Doch hat der Teilnehmer erstmal die Internetseite des Veranstalters betreten, so ist er bereits im Blickfeld der Marktforschung und des Customer Relationship Managements. All diese Werkzeuge zur Analyse des Teilnehmers dienen einzig dem Zweck die Veranstaltung so individuell wie möglich zu gestalten und diese zu einem besonderen Erlebnis zu machen, denn den finanziellen Misserfolg einer Großveranstaltung kann sich kein Veranstalter leisten. Diese Methoden der Datenerhebung werden nun um das Mittel der RFID-Technologie erweitert, die schon in der Logistikbranche für Aufsehen sorgte und noch heute sorgt! In dieser Bachelorarbeit wird dazu die Funktionsweise der RFID-Technik erläutert und deren Einsatzmöglichkeit abschließend dargelegt. Um eine Verbindung mit der Veranstaltungstechnik herzustellen, wird diese zunächst beschrieben, in ihre einzelnen Phasen eingeteilt und dabei spezielle Aspekte, wie beispielsweise der Qualitätsaspekt hervorgehoben. Im Zuge der RFID-Betrachtung innerhalb des Veranstaltungsmanagements werden im Anschluss vier ausgewählte Veranstaltungsmanagementsysteme hinsichtlich des RFID-Einsatzes untersucht und abschließend gegenübergestellt.
- 2 - 2.Grundlagen und Begriffsdefinition
2.1 RFID-Technologie
2.1.1 Begriffsklärung
„RFID“ ist die Abkürzung für die englischsprachige Bezeichnung „radio frequency identification“ und bezeichnet ein Verfahren zur kontaktlosen Übertragung von Informationen ohne grundlegende Sichtverbindung, unter Verwendung magnetischer bzw. elektromagnetischer Felder zwischen einem Datenträger und einem zugehörigen Lesegerät (Vgl. Finkenzeller 2002, S. 1). „RFID-Systeme gehören zu den Auto-ID-Systemen, welche ein Objekt automatisch identifizieren“ (Vgl. Kern 2006, S. 1). Ein RFID-System besteht dabei grundsätzlich aus zwei Hauptkomponenten, dem „Transponder“ und dem Erfassungs- bzw. Lesegerät (Vgl. Finkenzeller 2006, S. 7). Im Detail betrachtet ergeben sich allerdings vier einzelne Elemente des RFID-Systems, wie in Abbildung 1 dargestellt wird.
Der Transponder, der „RFID-Tag“, besteht aus einem Mikrochip welcher die Informationen zum Abruf und ggf. zur Speicherung bereitstellt, sowie einer Antenne zur Abstrahlung und zum Empfang der Radiosignale (Vgl. Garfinkel, Rosenberg 2006, S. 16). Der RFID-Reader, wie die Erfassungs- und Leseeinheit umgangssprachlich auch bezeichnet wird, sendet dabei die benötigten Radiosignale an den Transponder und empfängt die Ant-wort des Tags. Im Hintergrund läuft dabei eine Computeranwendung, welche die Signale auswertet und in für den Menschen lesbare Informationen wandelt (Vgl. Garfinkel, Rosen- berg 2006 S. 22).
Abb. 1: Aufbau eines RFID-Systems (eigene Darstellung)
Als technische Grundlage der RFID-Übertragung dient dabei das elektromagnetische Feld der Erde. Erst durch dieses Feld ist es möglich Signale ohne Kontakt zum „Kommunikationspartner“ zu übertragen und die Energieversorgung der passiven RFID-Transponder zu sichern. Heute dient die Bezeichnung RFID im weitesten Sinne als Synonym für kontaktlose Identifizierungssysteme und findet speziell im Bereich der Logistik und Überwachung von Objekten immer breitere Verwendung und Verwendungsmöglichkeiten. Der spezielle Vorteil der RFID-Technik liegt in der Möglichkeit der sogenannten Pulkerfassung und der relativ großen Reichweite. Die Pulkerfassung bezeichnet dabei die Möglichkeit der Erfassung von beliebig vielen Objekten mit RFID-Transpondern, den sogenannten RFID-Tags, zu einem einzigen Zeitpunkt (Vgl. Gillert, Hansen 2007, S. 146). Beispielsweise können dadurch alle Gegenstände auf einem beladenen LKW zeitgleich erfasst und so logistische Durchlaufzeiten deutlich verkürzt werden. In Hinblick auf die zu erzielenden Reichweiten wird zwischen den einzelnen Frequenzbändern unterschieden, welche im besten Fall eine theoretische Wellenlänge von bis zu 2.400 Metern im Niederfrequenzbereich zulassen. Je nach Region, Verwendungszweck und gewünschter Reichweite des RFID-Systems kommen dabei unterschiedliche Frequenzbereiche zum Einsatz. Da die verwendbaren Frequenzen abhängig von den physikalischen Bedingungen sind und der generellen Verfügbarkeit unterliegen, gibt es auf globaler Ebene Differenzen bezüglich der eingesetzten Frequenzen. In Europa kommen niederfrequente (RFID LF - 125 KHz), hochfrequente (RFID HF - 13,56 MHz), ultrahochfrequente (RFID UHF - 865 bis 868 MHz) Wellenbereiche oder Frequenzen im Mikrowellenbereich (RFID MW - 2,45 GHz) zum Einsatz (Vgl. Gillert, Hansen 2007, S. 98). Die praktischen Reichweiten der RFID- Systeme erstrecken sich dabei von wenigen Zentimetern bis hin zu mehreren Metern (Vgl.
- 4 - Garfinkel,Rosenberg 2006, S. 21). Eine Unterteilung der einzelnen RFID-Leseeinheiten kann anhand verschiedener Kriterien erfolgen Vgl. Gillert, Hansen 2007, S. 98). Beispielsweise kann nach der Art der Stromversorgung in passive und aktive Systeme unterschieden wer-den. Weiterhin ist eine Klassifikation anhand der Beschreibbarkeit der RFID-Tags sowie, bzw. oder, anhand der verwendeten Frequenzen möglich, wie in Tabelle 1 veranschaulicht wird. Tab. 1: Klassifikation von RFID-Systemen nach EPCglobal (Darstellung in Anlehnung an Garfinkel, Rosenberg 2006, S. 19)
Die dabei von der Organisation EPCglobal betrachteten Frequenzen der einzelnen RFID-Systeme belaufen sich dabei auf den UHF-Bereich zwischen 860 MHz und 930 MHz. Erst der Generation-2-Standard arbeitet mittels einer Hochfrequenz von 13,56 MHz und fasst zukünftig die Klassen 0 und 1 der veranschaulichten Generation 1 zusammen. Da sich mit Verwendung unterschiedlicher Frequenzen verschiedene Eigenschaften hinsichtlich der Nutzung im Nahbereich unter einem Meter ergeben, wird der Generation-2-Standard zukünftig mit beiden Frequenzen arbeiten können (Vgl. Gillert, Hansen 2007, S. 98-99). Tabelle 2 verdeutlicht abschließend die unterschiedlichen Eigenschaften bezüglich der Reichweite, Übertragungsfrequenz sowie der Anfälligkeit gegenüber Metallen und Flüssigkeiten. Besonders erwähnenswert sind an dieser Stelle der ISO-Standard ISO 14443 sowie ISO 15693, welche Identifikationskarten hinsichtlich der Lesereichweite zum Einen sowie der vor-handenen Sicherheitsfunktionen zum Anderen klassifizieren (Vgl. Kern 2006, S. 162). Dennoch ist RFID dem Barcode hinsichtlich der Technik und Wirtschaftlichkeit in ausgewählten Szenarien deutlich überlegen und wird seine Überlegenheit in Zukunft weiter ausbauen kön- nen (Vgl. Meinberg, Koch 2007).
- 5 - Tab.2: Vergleich diverser gängiger Auto-ID-Systeme (Darstellung in Anlehnung an Finkenzeller 2002, S. 8)
- 6 - 2.1.2Grundlegende Funktionsweise
Um die genaue Funktionsweise der Datenübertragung zwischen Transponder und Lesegerät bei heutigen RFID-Systemen erläutern zu können, ist es zunächst notwendig einen Überblick über die verwendeten Techniken zu geben und grundlegend zu klären wie ein RFID-System aufgebaut ist.
Ein Bestandteil des RFID-Systems ist im weiteren Sinne, neben dem Transponder und der Erfassungseinheit, die Schnittstelle zur Datenverarbeitung. Der Transponder stellt den Träger der Information dar und ist an dem zu identifizierenden Objekt angebracht. Er besteht, wie bereits unter Punkt 2.1.1 erwähnt, aus einer Antenne in Verbindung mit einer Spule, einem elektronischen Mikrochip sowie, bei speziellen Modellen, aus einem Gehäuse und einer eigenen Energiequelle. Der elektronische Mikrochip dient dabei der Datenspeicherung und Verarbeitung der empfangenen Signale. Die Erfassungseinheit, der sogenannte Reader, wird abhängig von der eingesetzten Technik und Ausführung als reines Lesegerät oder als Schreib-und Lesegerät verwendet. Dieses Gerät besteht typischerweise aus einem Hochfrequenzmodul, einer Verarbeitungs- und Steuerungseinheit, einem Koppelelement sowie einer Schnittstelle zur Middleware. Das Hochfrequenzmodul erzeugt eine Trägerfrequenz und bildet das elektromagnetische Feld, welches die Basis der Datenübertragung ist. Die Verarbeitungs-und Steuerungseinheit generiert die zu sendenden Signale und analysiert die ankommenden Signale vom Transponder. Das Koppelelement, eine Spule oder Antenne, ist die Grundlage zur Übertragung der Daten und des Schreib-/Lesetakts. Weiterhin dient es bei passiven Transpondern zur Übertragung der benötigten Energie. Die Schnittstelle zur Middleware ist in der Regel bei den meisten Erfassungseinheiten als Ethernet-Anschluss, WLAN-Modul und/oder USB-Anschluss vorhanden. Die Middleware ist als solches nicht innerhalb des RFID-Systems vorhanden und bezeichnet die Software, welche die gewonnenen Daten zur weiteren Nutzung verarbeitet, auswertet und speichert. Die prinzipielle Funktionsweise des RFID-Verfahrens liegt in der Übermittlung von Informationen mit Hilfe eines elektromagnetischen Feldes zwischen dem Reader und dem Tag. Das Erfassungsgerät emittiert ein elektromagnetisches Hochfrequenzfeld das durch die Antenne des Transponders empfangen wird und in dessen Spule ein Induktionsstrom erzeugt. Mit diesem Induktionsstrom wird der Mikrochip des Transponders aktiviert. Die folgende Abbildung gibt Aufschluss über die Einteilung der RFID-Systeme und dessen Beschreibungsfolge in dieser Bachelorarbeit.
Abb. 2: Einteilung der RFID-Systeme nach deren Funktionsweise (Darstellung in Anlehnung an Finkenzeller 2002, S. 29)
- 8 - 2.1.3Spezielle Funktionsweise der 1-Bit-Transponder
RFID-Systeme können grundsätzlich nach ihrer Datenmenge in 1-Bit-Transponder und Mehr-Bit-Transponder (n-Bit) gegliedert werden. 1-Bit-Transponder finden bei den bereits zuvor erwähnten EAS-Systemen Verwendung und ermöglichen somit die Darstellung der Zustände „Transponder ist im Feld“ bzw. „Transponder ist nicht im Feld“.
1-Bit-Transponder werden wahlweise über das Radiofrequenz-Verfahren, das Mikrowellenverfahren, dem Frequenzteiler-Verfahren, elektromagnetisch oder akustomagnetisch angesteuert und betrieben.
Das Radiofrequenz-Verfahren arbeitet dabei mit einem LC-Schwingkreis, der aus einer Spule mit der Induktivität L sowie einem Kondensator mit der Kapazität C besteht. Dieser Schwingkreis ist auf eine definierte Resonanzfrequenz abgeglichen und wird heute vorwiegend als „Aufklebeschildchen“ verwendet. Das Lesegerät erzeugt ein magnetisches Wechselfeld im Radiofrequenzbereich, mit dessen Hilfe Energie in den Schwingkreis induziert wird. Nähert man den Schwingkreis dem magnetischen Wechselfeld an, so entzieht die Spule des Schwingkreises dem Wechselfeld Energie. Entspricht dabei die Resonanzfrequenz des Schwingkreises der Frequenz des magnetischen Wechselfeldes, so entsteht beim Schwingkreis eine Resonanzschwingung, welche den Strom im Schwingkreis fließen lässt. Der damit verbundene Spannungsabfall im magnetischen Wechselfeld des Readers sorgt dabei für eine Abschwächung der magnetischen Feldstärke, die anschließend gemessen werden kann. Um eine sichere Erkennung des Signales zu garantieren wird allerdings eine nicht konstante Frequenz zu Grunde gelegt. Die sinusförmige Frequenz pendelt dabei immer zwischen zwei Amplituden hin und her und trifft periodisch die Resonanzfrequenz des LC-Schwingkreises. Zur Deaktivierung wird ein starkes Magnetfeld verwendet, um die „Sollkurzschlussstellen“ im Kondensator des Schwingkreises durchzuschlagen. Dadurch wird der Schwingkreis verstimmt und trifft in keiner von ihm erzeugten Resonanzfrequenz mit der Erregerfrequenz von 8,2 MHz mehr überein (Vgl. Finkenzeller 2002, S. 30-33).
Mikrowellenverfahren stellen die an Textilien am weitesten verbreiteten EAS-Systeme dar. Der 1-Bit-Transponder, welcher auf Grundlage des Mikrowellenverfahrens arbeitet, besteht aus einem Dipol und einer Kapazitätsdiode. Diese Diode erzeugt die sogenannten Har- monischen, ein ganzes Vielfaches der Ausgangsfrequenz bzw. der Grundwelle. Die Harmoni-
- 9 - schenwerden auch Oberwellen genannt. Um zu bestimmen, welches Vielfache durch die Ka-pazitätsdiode erzeugt wird, wird zum Einen das Dotierungsprofil und zum Anderen die Steil-heit bestimmt, welche sich aus der Kapazitäts-Spannungs-Kennlinie ergibt. Befindet sich der 1-Bit-Transponder im Bereich der Strahlungskeule des Mikrowellensenders, so erzeugt die Diode im Transponder die n-te Harmonische und strahlt sie ab. Diese n-te Harmonische wird vom abgeglichenen Empfänger detektiert und erzeugt somit einen Alarm. Um eventuelle Fehlalarme auszuschließen, werden die Grundwellen und damit auch die Harmonischen mo-duliert. Dieses Verfahren separiert empfangende Nutzsignale von Störsignalen. Als Grundwel-len dienen Frequenzen von 915 MHz, 2,45 GHz sowie 5,6 GHz (Vgl. Finkenzeller 2002, S. 33-35).
Wie bei dem zuvor beschriebenen Mikrowellenverfahren wird auch bei dem Frequenzteiler-Verfahren eine Modulation zur Filterung der Signale verwendet. Der Transponder besteht dabei aus einer Halbleiterschaltung sowie der Schwingkreisspule. Die am Schwingkreis anliegende Frequenz von typischer Weise 130 kHz wird durch die Halbleiterschaltung halbiert und zum Sender zurückgeschickt. Die Deaktivierung der Transponder erfolgt hierbei durch die Entfernung von der Ware (Vgl. Finkenzeller 2002, S. 35-36).
Ein Prinzip bei dem der Transponder reaktiviert werden kann ist das elektromagnetische Verfahren. Dieses arbeitet in Niederfrequenzbereichen von 10 Hz bis 20 kHz, welche sich für die Zusammenarbeit mit metallischen Gegenständen besonders eignen. Zur Sicherung der Ware wird dabei ein weichmagnetischer, amorpher Metallstreifen an der Ware angebracht, welcher bei Eintreten in ein starkes magnetisches Wechselfeld bis zu seiner Sättigung periodisch ummagnetisiert wird. Dadurch werden ebenfalls, wie bei dem obigen Mikrowellenverfahren, Harmonische erzeugt, welche dann vom Erfassungsgerät empfangen werden. Eine Verbesserung des elektromagnetischen Verfahrens zur Reduzierung von Störanfälligkeiten liegt in der Überlagerung des Hauptsignals mit Signalteilen höheren oder niedrigeren Frequenzen. Daraus ergeben sich Summen- und Differenzenfrequenzen, welche sich aus der Frequenz des Hauptsignals sowie den Frequenzen der Zusatzsignale zusammensetzen. Das Sicherungsgerät reagiert nicht mehr auf die Frequenz des Hauptsignals, sondern auf die Summen- oder Differenzenfrequenzen. Die Deaktivierung des Transponders erfolgt mittels eines Permanentmagneten, welcher zu einer magnetischen Sättigung des Metallstreifens führt, so dass das magnetische Wechselfeld des Lesegerätes keinen Einfluss mehr hat (Vgl. Finkenzeller 2002, S. 36-38).
- 10 - AkustomagnetischeSysteme bestehen aus einer kleinen Kunststoffbox, in der sich zwei Metallstreifen befinden. Der hartmagnetische Metallstreifen ist fest mit der Kunststoffbox verbunden, wobei der zweite, amorphe Metallstreifen frei schwingen kann. Dieser wird mit-tels eines angelegten Magnetfeldes zum Schwingen angeregt. Das Magnetfeld wird nach ei-niger Zeit deaktiviert, wobei der Metallstreifen weiter schwingt und dabei selbst ein magneti-sches Feld vom Transponder erzeugt wird. Dieses Feld wird vom Detektor wahrgenommen und signalisiert einen Diebstahl. Da die Sicherungsanlage nach dem Abschalten des magneti-schen Feldes nicht mehr weitersendet, kann diese entsprechend empfindlich eingestellt wer-den. Um das Sicherungsmittel zu deaktivieren muss allerdings der hartmagnetische Metall-streifen mittels eines langsam in der Feldstärke schwächer werdenden magnetischem Feld entmagnetisiert werden (Vgl. Finkenzeller 2002, S. 38-39).
2.1.4 Spezielle Funktionsweise der n-Bit-Transponder
Nachdem es sich bei 1-Bit-Transpondern um Transponder ohne einen Mikrochip handelt, existieren n-Bit-Transponder mit aktiver wie auch mit passiver Stromversorgung zur Aktivierung ihres Mikrochips. Die passive Stromversorgung wird dabei mit Hilfe des elektromagnetischen Feldes realisiert, wobei ein Induktionsstrom den Mikrochip versorgt. Bei aktiven Systemen wird mit Hilfe einer Energiequelle, wie z.B. in Form einer Batterie, der benötigte Strom erzeugt. Aktive Systeme werden vorwiegend dort eingesetzt, wo relativ große Reichweiten überbrückt werden müssen. n-Bit-Transponder arbeiten nach dem Duplexverfahren oder sind als sequentielle Systeme zu finden. Das Duplexverfahren kann weiterhin in vollduplex und halbduplex unterschieden werden. Das Halbduplexverfahren ermöglicht die zeitversetzte Kommunikation zwischen dem Transponder und dem Reader. Der Transponder kann somit nicht gleichzeitig Signale vom Reader empfangen und Daten zu diesem zurücksenden. Bei einem Vollduplexsystem ist das gleichzeitige Senden und Empfangen von Signalen und Daten möglich. Eine Energieübertragung zwischen dem Feld des Readers und dem Transponder findet sowohl bei dem Halbduplex- wie auch bei dem Vollduplexverfahren statt. Anders verhält sich hier das sequentielle Verfahren, welches Energie lediglich für eine bestimmte Dauer an den Transponder überträgt. Meist geschieht dies zeitgleich mit der Signal- übertragung vom Reader an den Transponder (Vgl. Finkenzeller 2002, S. 40-41).
- 11 - Die induktiveKopplung ist eine Variante bei der Duplexübertragung. Der Stromfluss zwi-schen dem Erfassungsgerät und dem Transponder wird mittels Induktion erzielt. Die Anten-nenspule des Readers erzeugt dabei ein „starkes hochfrequentes, elektromagnetisches Feld“, welches teilweise die Spule des Transponders durchdringt. Durch die resultierende Induktion wird eine Spannung erzeugt, welche gleichgerichtet zur Stromversorgung des Mikrochips bzw. des Datenträgers dient. Die Reichweite kann bei diesem Verfahren durch die Resonanz-erhöhung eines Parallelschwingkreises erzielt werden. Für die Bildung eines Parallelschwing-kreises wird ein Kondensator der Spule parallel geschaltet. Die Datenübertragung bei dem Verfahren der induktiven Kopplung wird zum Einen durch Lastmodulation und zum Anderen durch subharmonische Verfahren gewährleistet. Bei der Lastmodulation wird ein resonan-ter Transponder in das magnetische Feld des Readers gebracht und verursacht so eine In-duktivität und den damit verbundenen Wechselspannungswiderstand, die Impedanz Z. Der so erfolgte Spannungsabfall im magnetischen Feld kann durch einen Lastwiderstand reguliert werden. Durch das Ein- und Ausschalten des Lastwiderstandes und den damit verbundenen Spannungsänderungen können somit Daten Bit-weise übertragen werden (Vgl. Finkenzeller 2002, S. 42-44).
Bei subharmonischen Verfahren wird die Vollduplex-Datenübertragung durch Bildung einer neuen Antwortfrequenz für den Transponder gesichert. Die Arbeitsfrequenz der Kommunikation vom Reader hin zu dem Transponder wird durch einen festen ganzzahligen Wert geteilt, so dass sich daraus die Antwortfrequenz 1/n-te Arbeitsfrequenz ergibt (Vgl. Finkenzeller 2002, S. 47-48).
Eine weitere Variante der Duplexsysteme stellt ein sogenanntes Backscatter-System dar. „Backscatter“ ist der englische Ausdruck für die Rückstreuung. Backscatter-Systeme können unter Einsatz sogenannter Low-Power-Halbleitertechnologie sowie unter einer zuvor definierten Umwelt, bis zu einer Reichweite von bis zu drei Metern auf passivem Wege mit Energie versorgt werden (Vgl. Finkenzeller 2002, S. 48-51). Dafür ist es allerdings notwendig Mikrochips einzusetzen, welche eine Leistungsaufnahme von weniger gleich 5 µW aufweisen und mit der Frequenz 868 MHz gearbeitet wird. Sollen größere Reichweiten erzielt werden, werden Stützbatterien für den Betrieb des Mikrochips eingesetzt. Die Datenübertragung erfolgt durch das Prinzip der Wellenreflektion bzw. der sogenannten Rückstreuung. Da der Transponder durch seine Antenne mit dem Lesegerät auf einer Frequenz abgestimmt ist, werden Wellen, die auf den Transponder treffen besonders stark reflektiert. Durch einen zusätzlich
- 12 - parallelgeschaltetenLastwiederstand innerhalb des Transponders kann die Leistung der ref-lektierten Wellen in ihrer Stärke verändert werden. Durch diese Modulation findet, unter Verwendung eines Richtkopplers im Empfangsgerät, die Datenübertragung statt. Close-Coupling-Systeme finden im Bereich von 0,1 bis 1 cm ihre Anwendung. Die Ener-gieversorgung des Transponders wird dabei durch die nahe und genaue Anordnung der Transponderspule im Luftspalt des Kerns realisiert. Die Spule des Readers sowie die Spule des Transponders bilden dadurch einen Transformator. Durch einen hochfrequenten Wech-selstrom in der Spule des Readers wird ein proportional hochfrequentes magnetisches Feld im Kern und Luftspalt emittiert, welches auch die Spule des Transponders durchströmt und somit einen Wechselstrom an dieser Spule induziert. Durch Gleichrichtung wird dieser Strom zur Versorgung des Mikrochips verwendet (Vgl. Finkenzeller 2002, S. 51-52). Die Datenübertragung vom Transponder zum Reader wird durch magnetische Kopplung realisiert, bei dem das Verfahren der Lastmodulation verwendet wird. Eine weitere Möglich-keit der Datenübertragung Richtung Reader ist die kapazitive Kopplung. Dabei wird unter dem Einsatz von parallel zueinander stehenden Plattenkondensatoren, aufgrund der gegen-seitigen elektrischen Kapazität, Energie von einem Schaltkreis zu einem anderen Schaltkreis übertragen. Durch die Übertragung von Energie können gegenseitig Signale übermittelt wer-den (Vgl. Finkenzeller 2002, S. 52-53).
Die elektrische Kopplung stellt ein weiteres Verfahren zur Stromversorgung passiver RFID-Transponder dar. Bei der elektrischen Kopplung wird die Antenne des Readers durch eine Elektrode, also einer elektrisch leitfähigen Fläche, ersetzt und erzeugt zwischen sich und dem Erdpotenzial ein elektrisches Feld. Ein wesentlicher Unterschied zu anderen Transpondern ist auch hier bei der Antenne zu finden. Transponder, welche die elektrische Kopplung zur Stromversorgung verwenden, besitzen im Aufbau ihrer Antenne zwei leitfähige, in einer Ebene liegende, Flächen (Elektroden) zwischen denen innerhalb des elektrischen Feldes eine Spannung entsteht die zur Stromversorgung dient. Die Datenübertragung zwischen Transponder und Reader findet auf Grundlage der Lastmodulation statt (Vgl. Finkenzeller 2002, S. 53-55).
- 13 - SequentielleRFID-Systeme, bei denen die Energie- sowie Datenübertragung vom Reader zum Transponder zeitversetzt mit der Übertragung vom Transponder zum Reader erfolgt, nutzen für die Stromversorgung ebenfalls das Prinzip der induktiven Kopplung. Durch die se-quentielle Übertragung von Signalen kann ein verbesserter Signal-Stör-Abstand erzielt und dadurch die Reichweiten verbessert werden. Der vollständige Lesezyklus wird dabei zwischen der Auflade- und der Lesephase unterschieden. Durch Überwachung des Spannungsverlaufs an der Spule des Transponders wird ein Abschalten des vom Reader ausgehenden Feldes er-kannt und ein Oszillator auf dem Mikrochip des Transponders gestartet. Seitens der Spule des Transponders wird ein magnetisches Feld ausgesendet, welches vom Reader empfangen wird und worüber Daten vom Transponder zu dem Reader übertragen werden. Bidirektional kann eine Datenübertragung auf der Basis von Oberflächenwellen-Transpondern reali-siert werden. Dabei wird auf die oberflächengebundene Ausbreitung elektrischer Wellen so-wie dem piezoelektrischen Effekt zurückgegriffen. Der piezoelektrische Effekt beschreibt das Zusammenspiel von mechanischem Druck und elektrischer Spannung in Festkörpern. Bei An-legen einer elektrischen Spannung an den piezoelektrischen Körper wird dieser verformt. In-vers wird durch die Verformung des Körpers elektrische Ladung erzeugt. Der Reader bewirkt einen Abtastimpuls, welcher durch die Dipolantenne des Transponders empfangen wird und anschließend in einen Interdigitalwandler geleitet wird. Dieser Interdigitalwandler erzeugt Oberflächenwellen, welche eine Oberfläche aus Lithiumniobat oder Lithiumtantalat durchlau-fen. An den auf der Oberfläche befestigten Reflektorstreifen wird ein Teil der Wellen reflek-tiert, die anschließend in den Interdigitalwandler zurückfließen. Danach findet eine Umwand-lung in eine hochfrequente Pulsfolge statt, welche durch die Dipolantenne des Transponders abgestrahlt wird. Der Reader empfängt diese Pulsfolge und unter der Definition, dass die An-zahl der Pulse der Anzahl der Reflektorstreifen sowie der zeitliche Abstand der Pulse dem realen Abstand der Reflektorstreifen äquivalent sind, können lineare Ziffernfolgen übertragen werden. Der große Vorteil dieser Technik liegt in der Verzögerung des ersten Pulses, da bis zum seinem Eintreffen ca. 1,5 ms nach Abstrahlung des Abtastimpulses, störende Reflexio-nen nicht mehr existent sind (Vgl. Finkenzeller 2002, S. 55-63). Wie bereits erwähnt findet RFID auch im Veranstaltungs- und Kontaktmanagement eines von vielen Einsatzgebieten, wobei im Regelfall auf passive read-only-Transponder zurückgegriffen wird. Für den RFID-Einsatz innerhalb des Veranstaltungs- und Kontaktmanagement eignen sich neben den sequentiellen n-bit-Systemen ebenfalls die halb-duplex Varianten, welche in Anbetracht einer Kostenoptimierung zu bevorzugen sind.
- 14 - 2.2Veranstaltungsmanagement
2.2.1 Begriffsdefinition
Um zu verstehen welche Aspekte sich hinter dem Begriff „Veranstaltungsmanagement“ verbergen, wird zunächst der Begriff in seiner heutigen Ausprägung definiert. Da es für diesen Begriff keine einheitliche Definition gibt, wird in dieser Bachelorarbeit unter „Veranstaltungsmanagement“ ein Prozess verstanden, der alle erforderlichen Maßnahmen und Abläufe erfasst, welche zur Planung, Vorbereitung, Durchführung und Nachbereitung einer kommerziellen oder nichtkommerziellen Veranstaltung notwendig sind. Dies beinhaltet beispielsweise die Veranstaltungsdefinition, die sorgfältige Auswahl des Veranstaltungsortes, die Akquise von Veranstaltungspartnern und die Festlegung von Dienstleistungen. Diesen Maßnahmen schließen sich während der Veranstaltungsdurchführung und -nachbereitung die Vergabe von Aufträgen an Dritte, die Realisierung der Dienstleistungen und Services, ebenso wie die nachträgliche Analyse der Besucher- und Kundenzufriedenheit an. Dabei werden konzeptionelle Bereiche wie die Finanzplanung, das Projekt- und Qualitätsmanagement ebenso wie das Marketing, das Controlling und die Personalplanung mit eingeschlossen, wie Abbildung 3 veranschaulicht.
Damit beschreibt der Veranstaltungsmanagementbegriff alle planenden, organisatorischen, kontrollierenden und steuernden Maßnahmen, welche zur erfolgreichen Organisation einer Veranstaltung notwendig sind (Vgl. Holzbaur et al. 2002, S. 22). Begriffe wie Event-, Kongress- und Messemanagement werden analog definiert und sind semantisch dem Veranstaltungsmanagement identisch. Der Großteil der erwähnten und dargestellten Managementbereiche wird im Zuge der Technologiesierung durch Computeranwendungen unterstützt und optimiert. Dabei ist der wichtigste Faktor ein „ERP“-System, welches der administrativen und durchführenden Managementebene zu jedem Zeitpunkt die relevanten Daten liefert und speziell in Hinblick auf die Koordination und das Controlling nützliche Unterstützung gewährleistet. Für die Projektorganisation als solches dient beispielsweise die Software „Microsoft Project“, welche hilfreich bei der Erstellung von Meilensteinplänen, Netzplänen sowie der Verdeutlichung des Projektverlaufs das Management unterstützt. Mit
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Alexander Sänn, 2007, RFID-Technologie zur Unterstützung von Geschäftsprozessen im Bereich des Veranstaltungs- und Kontaktmanagements, München, GRIN Verlag GmbH
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